Startseite Lehrplan
Übersicht Oberstufe
Wahlpflichtgegenstand Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe: Der Unterricht in Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung soll zum Erreichen der folgenden Ziele beitragen, die sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Aspekte enthalten: Durch praktische und theoretische Auseinandersetzung mit Aufgaben und Problemen des Werkens sowie des Bildnerischen und Textilen Gestaltens sollen in Ergänzung zu dem in Bildnerischer Erziehung gewonnenen Bildungsertrag - die werktechnischen Erfahrungen und das Gestaltungsvermögen der Schüler vielfältig differenziert und vertieft, - die Fähigkeit zur Planung und Durchführung von gestalterischen Arbeitsprozessen gesteigert, - die Bereitschaft zu kooperativer Arbeit angeregt - die Freunde an der eigenen Arbeit und Leistung gefördert, - die Bereitschaft zu sozialem Handeln angeregt, - die Fähigkeit zu sachorientierter Mitsprache und Mitbestimmung bei der Gestaltung einer humanen Umwelt gefördert werden. Auf diese Weise soll ein Beitrag zur Persönlichkeitsentfaltung, Berufsflexibilität und zur Studierfähigkeit geleistet werden. Lehrstoff: 5. bis 8. Klasse (je 2 Wochenstunden): Werken: Lernziele: Den Schülern soll die selbständige Gestaltung von Produkten Freude bereiten, zur Quelle von Erfahrungen werden sowie auch Anregung zu sinnvoller Freizeitgestaltung geben. Die Bereitschaft zu Kooperation bei der Planung und Ausführung von Arbeitsprozessen soll gefördert werden. Die Schüler sollen dazu geführt werden, bei der Gestaltung von Produkten in zunehmendem Maße Arbeitsmittel (Werkzeug und Gerät), Werkstoffe und Arbeitsverfahren (Technologien) fachgerecht und ökonomisch einzusetzen. Sie sollen befähigt werden, Probleme der Gestaltung von Produkten zu erkennen, Wege zu ihrer Lösung zu finden und geeignete Pläne zur Ausführung zu entwickeln. Durch enge Verschränkung der eigenen praktischen Tätigkeit mit Reflexion sollen die Schüler befähigt werden, bei der Beurteilung von Produkten sachgemäße Kriterien anzulegen. Einsichten in die vielfältigen Bedingtheiten der Produktwelt sollen zu sozialem Konsumverhalten und Bedachtnahme auf den Umweltschutz anregen. Eigene Tätigkeit und Auseinandersetzung mit Produkten aus Vergangenheit und Gegenwart soll zu verfeinertem Qualitätsempfinden führen und fundierte Werthaltungen anregen. Die Schüler sollen Einblicke in die unterschiedlichen Produktionsformen und Bedingungen heutiger Arbeitswelt gewinnen. Lerninhalte: Praktische Arbeit: Gestaltung von Gebrauchsgut raumbezogene Gestaltungen, raumbildende Gestaltungen und raumformende Gestaltungen (allenfalls unter Integration maschinenbezogener Aspekte) unter Verwendung verschiedener Werkstoffe und Anwendung unterschiedlicher Fertigungstechniken. Reflexion: Objekt- und Werkanalysen unter Bedachtnahme auf handwerkliche und industrielle Produktion Bedeutung des Designs für die Produktentwicklung Einblicke in Berufs- und Arbeitswelt Werkstoffe, Werkzeuge und Werkverfahren. Textiles Gestalten: Lernziele: Durch praktische Tätigkeit und Werkbetrachtung sollen die Schüler textile Werke ästhetisch erleben und deren kulturelle Bedeutung in Vergangenheit und Gegenwart erkennen lernen. Sie sollen befähigt werden, Probleme der Produktgestaltung zu erkennen und in Entwurfs-, Planungs- und Arbeitsprozessen Wege zu ihrer Lösung zu erkunden und zu finden. Sie sollen Einblicke in das vielfältige Zusammenwirken von textilen Materialien gewinnen, insbesondere durch Kombination von Techniken, Verfahren und Gestaltungsweisen. Sie sollen die spezifischen Eigenschaften sowie Farbe und Textur der ausgewählten Materialien im Zusammenhang mit ihrer Anwendung und Verarbeitung und auch in Hinblick auf Funktion und Formgebung sinnvoll einsetzen lernen. Sie sollen Einblicke in die Probleme und Möglichkeiten der Herstellung textiler Produkte gewinnen - wie Einzel-, Serien- und Massenproduktion - und zu verantwortungsbewußtem Konsumverhalten, kritischer Auseinandersetzung mit der Alltagskultur sowie zu sinnvoller Gestaltung ihrer persönlichen wie auch ihrer erweiterten Umwelt befähigt werden. Sie sollen dazu geführt werden, bei der Gestaltung textiler Produkte in zunehmenden Maße Arbeitsmittel wie Werkzeug und Gerät, Materialien und Arbeitsverfahren fachgerecht und ökonomisch einzusetzen. Sie sollen die Bedeutung von Kooperation bei Planung und Ausführung von Arbeitsverfahren erkennen, aber auch die Bedeutung selbständigen, eigenständigen Tuns abschätzen lernen. Sie sollen Einsichten in die Produktion textiler Materialien sowie deren Eigenschaften und Pflege gewinnen. Sie sollen die zur Herstellung textiler Produkte nötigen grundlegenden Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben bzw. festigen. Sie sollen durch die Gestaltung textiler Produkte Anregungen zu sinnvoller Freizeitgestaltung, aber auch Hilfen für eine eventuelle Berufsorientierung erhalten. Sie sollen erfahren, daß die ästhetische Wirkung eines Produktes immer vom Zusammenspiel von Material, Verfahren, Gestaltung, Form und Zweck bestimmt ist. Sie sollen durch Auseinandersetzung mit textilen Erscheinungsformen und Produkten zu verfeinertem Qualitätsempfinden und zu fundierten Werthaltungen geführt werden. Lerninhalte: Praktische Arbeit: Gestaltung textiler Produkte: Raumtextilien Bekleidung Textiles Gebrauchsgut freie Textilgestaltung unter Anwendung von: flächenbildenden flächenverändernden flächenverarbeitenden Verfahren Textiles Werkzeichnen, Schnitt und Entwurf Reflexion: Analyse von Produkten und Produktionsprozessen unter Bedachtnahme auf Funktionszusammenhänge ästhetische, ökonomische, soziokulturelle und kulturhistorische Aspekte. Materialkunde und Werkzeugkunde. Bildnerisches Gestalten: Lernziele: Die Schüler sollen durch eigene Darstellungs- und Gestaltungsversuche ihre Erlebnisfähigkeit im Visuellen und Haptischen bereichern zu einer ihren persönlichen Möglichkeiten angemessenen Fähigkeit im bildnerischen Gestalten herangeführt werden Material, Verfahren, werktechnische und bildnerische Mittel sowie Ordnungsprinzipien zielgerecht einsetzen lernen befähigt werden, bildnerische Arbeitsprozesse zu organisieren und auszuführen und durch Probieren werktechnische und gestalterische Erfahrungen zu erweitern lernen, bildnerisches Gestalten zu einer verfügbaren Methode für Verfeinerung sinnlicher Erfahrungen, für visuelle Mitteilung, für persönlichen Ausdruck zu entwickeln und als Möglichkeit zu kreativem Handeln zu gebrauchen bewußt die Freude, aber auch die Schwierigkeiten des Versuchens und Entdeckens, des Ausformens und Umsetzens von Ideen in bildnerische Form erleben. Lerninhalte: Aufgabenstellungen der Bildnerischen Erziehung aus allen Bereichen: Grafik (Handzeichnung, Druckgrafik), Malerei, Plastik, räumliches Gestalten, Apparative Medien (Foto, Film, Video, Computer), Studien vor dem Objekt unter Einbeziehung unterschiedlicher Techniken und Berücksichtigung von Schülerinteressen. Didaktische Grundsätze: Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung soll in Ergänzung zur Bildnerischen Erziehung vor allem der Weiterentwicklung und Förderung gestalterischer Kräfte in den Bereichen Werken, Textiles Gestalten und Bildnerisches Gestalten dienen. Schwerpunktbildungen in den Bereichen ,,Werken und Bildnerisches Gestalten'' oder ,,Textiles Gestalten und Bildnerisches Gestalten'' unter Berücksichtigung der Interessen der Schüler werden empfohlen, doch ist sicherzustellen, daß in jeder Klasse alle drei Teilbereiche in ausreichendem Maße Berücksichtigung finden (gegebenenfalls innere Differenzierung). Zur Durchführung des Unterrichts ist die wöchentliche Doppelstunde Voraussetzung. Für Auswahl und Umfang der Arbeiten sind personelle und einrichtungsmäßige Voraussetzungen mitbestimmend. Möglichkeiten zu projektorientiertem und fächerübergreifendem Unterricht sind wahrzunehmen. Den am Oberstufenrealgymnasium besonders großen Unterschieden in den Eingangsvoraussetzungen bei den einzelnen Schülern ist Rechnung zu tragen. Aufgabestellungen sollen problemorientiert und praxisbezogen sein sowie in den formalen und technischen Anforderungen den Möglichkeiten von Oberstufenschülern entsprechen. Kreative Prozesse sind besonders zu fördern. Das schließt das Arbeiten bloß nach Vorlagen aus. Bei allen Arbeiten muß der Lehrer die Schüler bei Planung und Ausführung beraten (zB bezüglich zielangemessener Handhabung von Werkstoff und Technik, inhaltlicher und formaler Aspekte sowie in der Organisation von Arbeitsschritten). Zeitgemäße Technologien und Arbeitshilfen sind sinnvoll heranzuziehen. Zu ,,Werken'': Es ist darauf zu achten, daß vertiefte Einsichten und Erfahrungen in den Zusammenhang von Entwurf, Planung und Ausführung gewonnen werden. Die zeichnerische Darstellung (Werkskizze, Werkzeichnung, technische Zeichnung) soll von den Schülern als Mittel der Planung und Information erkannt und genutzt werden. Die Bereitschaft zu kooperativer Haltung soll gefördert werden. Die Schüler sollen zu eigenständigem Finden und Verwenden von Werkzeugen und Verfahren angeregt werden. Die Aufgabenstellungen sollen in zunehmendem Maße die Neigungen und Interessen der Schüler berücksichtigen. Die theoretische Auseinandersetzung mit ästhetischen, technischen, ökonomischen ua. Aspekten soll die praktische Tätigkeit begleiten. Im thematischen Zusammenhang sind Beispiele aus verschiedenen Kulturen und Zeiten heranzuziehen. Eine Begegnung mit Originalen (auch volkskundlichen und völkerkundlichen) ist jeder Darbietung von Reproduktionen vorzuziehen. Ebenso werden Lehrausgänge in handwerkliche und industrielle Produktionsstätten empfohlen. Sicherheitsaspekte sind zu berücksichtigen. Zu ,,Textiles Gestalten'': Den unterschiedlichen individuellen Eingangsvoraussetzungen der Schüler ist durch weitgehende Flexibilität in der Unterrichtsführung Rechnung zu tragen. Die Lernziele sind an verschiedenen ausgewählten Aufgabenstellungen in unterschiedlichen Techniken und Anwendungen zu erfüllen. In den ersten beiden Unterrichtsjahren sollen bei der Herstellung der Werkstücke grundlegende Fertigkeiten und Erfahrungen erworben werden. In der Folge sollen anspruchsvollere Arbeiten bewältigt werden (zB Projekte, Aufgaben größeren Umfangs, Differenzierung der Techniken). Den speziellen Neigungen und Interessen der Schüler ist in zunehmendem Maße Rechnung zu tragen. Formale Übungen (Arbeitsproben um ihrer selbst willen) sollen vermieden werden. Kreative Prozesse sind besonders zu fördern. Zeitgemäße Technologien und Arbeitshilfen sind sinnvoll heranzuziehen. Die theoretische Auseinandersetzung mit ästhetischen, technischen, ökonomischen und kulturhistorischen Aspekten textiler Produkte soll die praktische Tätigkeit begleiten. In thematischem Zusammenhang sind Beispiele aus verschiedenen Kulturen heranzuziehen. Eine Begegnung mit Originalen (auch aus volkskundlichen und völkerkundlichen Bereichen) ist jeder Darbietung von Reproduktionen vorzuziehen. Ebenso werden Lehrausgänge in handwerkliche und industrielle Produktionsstätten empfohlen. Zu ,,Bildnerisches Gestalten'': Fächerübergreifender Unterricht mit Bildnerischer Erziehung ist anzustreben, wobei im Bildnerischen Gestalten auch Aufgaben herangezogen werden können, die im Unterricht aus Bildnerischer Erziehung wegen ihrer Komplexität nicht bewältigt werden können. Es ist auf den in der Unterstufe erworbenen Kenntnissen und Fertigkeiten aufzubauen. Die bei den Schülern gegebenen Voraussetzungen sind für die Auswahl und den Umfang der Arbeiten mitbestimmend. Beim Bildnerischen Gestalten stehen allgemeinbildende Zielsetzungen im Vordergrund. Darüber hinaus sollen auch Neigungen im Hinblick auf spezielle Berufe berücksichtigt und begabte Schüler besonders gefördert werden. Bei allen Arbeiten muß der Lehrer die Schüler von der Konzeption bis zur Ausführung beraten. (Beratung zB bezüglich zielangemessener Handhabung von Material und Werkmittel, inhaltlicher und formaler Gesichtspunkte sowie bei der Organisation von Arbeitsschritten.) Themen, die sich aus aktuellen Anlässen für bildnerische Bearbeitung anbieten, können in den Unterricht eingeplant werden (zB Gebrauchsgraphik, Bühnenbild, Fotodokumentation). Verbindung mit der Reflexion ist anzustreben. Beispielsweise soll das Besprechen von Schülerarbeiten dem Erkennen des Zusammenhangs von Inhalt und Form, der Wirkung von Gestaltungsmitteln, der Lesbarkeit einer Mitteilung und ihrer Aussagekraft dienen. Die fallweise Durchführung von Vorhaben, die mehrere bildnerische Bereiche umfassen, soll den Schülern die Erfahrung des sinnvollen Zusammenwirkens von Teilbereichen ermöglichen. (Etwa Foto, Collage, Druckgraphik, Schrift.) Komplexere Gestaltungsvorhaben (zB Planung, Entwicklung und Ausführung einer Ausstellung) legen Projekt- und Gruppenarbeit nahe. Die Wahl der Problemstellungen und Arbeitsvorgänge soll in zunehmendem Maße vom Schüler selbst mitbestimmt werden können. Der Lehrer soll Hilfestellung bei der Bewältigung von Entscheidungsschwierigkeiten bieten. Er soll thematisch, technisch, gestalterisch und arbeitsorganisatorisch beraten. Dem Schüler soll Gelegenheit geboten werden, auch Arbeiten größeren Umfanges zu wählen und nach eigenen Vorstellungen zu lösen. Die Wahlmöglichkeit soll zu Konzentration und Vertiefung genutzt werden und nicht zu oberflächlicher Beschäftigung mit zu vielen Teilaufgaben führen.
Dies ist ein Service der

Österreichischen Professoren Union