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Übersicht Oberstufe
Wahlpflichtgegenstand Biologie und Umweltkunde
Biologie und Umweltkunde
am Realgymnasium mit Darstellender Geometrie, am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium und am Oberstufenrealgymnasium mit Darstellender Geometrie
Biologie und Umweltkunde
am Gymnasium und am Oberstufenrealgymnasium mit Instrumentalunterricht oder mit
Bildnerischem Gestalten und Werkerziehung
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe: Der Unterricht in Biologie und Umweltkunde soll zum Erreichen der folgenden Bildungsziele beitragen, die sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Aspekte enthalten: Die Schüler sollen hingeführt werden - zur Kenntnis der abiotischen Grundlagen des Lebens - zu einem Einblick in den heutigen Wissensstand der Biologie und Umweltkunde und deren Anwendungsbereiche wie Landwirtschaft, Bergbau, Medizin, Psychologie, Sozialwissenschaften, Biotechnik ua. - zu einer entwicklungsgeschichtlichen-systematischen Überschau über die unbelebte und belebte Natur - zum Wissen um gesetzliche Regelungen, die die Bereiche der Biologie und Umweltkunde betreffen. Sie sollen die Fähigkeit erwerben - zu logischem und kritischem Denken anhand biologisch-umweltfreundlicher Sachverhalte - zu exakter Beobachtung, - zu klarer Begriffsbildung, sinnvoller Fragestellung, sachlicher Argumentation sowie auch zur Anwendung allgemeiner Aussagen auf konkrete Fragestellungen - zum Erkennen von Manipulationen - zum Interpretieren von Informationen sowie zum Auswählen und sachgerechten Nutzen von Informationsquellen - zum Verstehen der wesentlichen Fachausdrücke der Biologie und Umweltkunde und zum exakten Ausdruck - zur einfachen, klaren Darstellung biologisch-umweltkundlicher Sachverhalte - zum Erfassen biologisch-umweltkundlicher Sachverhalte und Probleme in ihrer Komplexität und ihrer Verknüpfung mit anderen Sachbereichen; Ferner am Realgymnasium: - an neue Probleme in empirisch-induktiver Weise heranzugehen. Sie sollen (am Realgymnasium) die Fertigkeit erwerben - einige in der Biologie und Umweltkunde gebräuchliche Arbeitstechniken praktisch zu beherrschen. Sie sollen die Einsicht gewinnen, - daß die Möglichkeiten, die Natur zu nutzen, begrenzt sind - daß Eingriffe in biologisch-ökologische Systeme nur nach verantwortungsvoller Prüfung aus ökologischer, humanbiologischer und sozialer Sicht erfolgen dürfen - daß sie zu einer gesunden Lebensführung nicht nur gegenüber sich selbst, sondern auch gegenüber anderen und der Gesellschaft verpflichtet sind. Sie sollen zu folgenden Werthaltungen gelangen: - Achtung vor dem Leben - Anerkennung des Menschen in seiner Individualität - Verantwortungsbewußtsein gegenüber Mitwelt, Umwelt und Nachwelt; Der Unterricht in Biologie und Umweltkunde soll die Schüler dazu hinführen, die gewonnenen Kenntnisse und Einsichten zu einem biologischen Weltbild auszubauen. Dadurch sollen sie zu einem vertieften Naturerlebnis, zu einer persönlichen Werthaltung und zu einer Sinnfindung geführt werden. Lehrstoff: 5. Klasse (2 Wochenstunden): Wie für das Gymnasium. 6. Klasse (3 Wochenstunden): Wie für das Realgymnasium mit Darstellender Geometrie. 7. Klasse (2 Wochenstunden): 1. PROBLEMFELDER AUS DEM ÖKOLOGISCH-ÖKONOMISCH-TECHNOLOGISCHEN VERNETZUNGSBEREICH Lernziele: Erfassen der Situation anhand konkreter Fallbeispiele. Analyse der Probleme. Erarbeiten der biologisch-ökologischen sowie der technologischen und ökonomischen Grundlagen (nach Möglichkeit in fächerübergreifendem Projektunterricht). Fähigkeit zur Folgen- und Risikoabschätzung. Fähigkeit zu Folgerungen und Lösungsansätzen. Lerninhalte: Situations- und Betriebserkundungen aus den Gebieten der Produktionsökologie (Bergbau, Boden, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Jagd, Biotechnologie u. a. m.), der Konsumentenökologie (Haushalt, Fremdenverkehr, Industrie, Urbanökologie u. a. m.), sowie der Katastrophenökologie (Erosion, Überschwemmungen, Desertifikation, Feuer u. a. m.) Querverbindungen: Geographie und Wirtschaftskunde, Chemie, Physik, Psychologie und Philosophie, Deutsch, Fremdsprachen (nach Möglichkeit ist Projektunterricht anzustreben). 2. ERWEITERUNGS- UND VERTIEFUNGSGEBIETE Lernziele: Schwerpunktmäßige Erweiterung und Vertiefung aus folgenden beispielhaft genannten Gebieten bzw. Inhalten. Lerninhalte: Regionale Geologie, Bergbau und Bodenschätze, Bodenkunde, Grundwasser- und Gewässerkunde, Düngelehre, Ernährungsbiologie, Sportbiologie, Parasitologie. Konzepte der Biologie und Ökologie (Ordnungsprinzipien, Homologiekriterien). Vergleiche von Bau- und Funktionsplänen sowie Verhaltensweisen. Schriftliche Arbeiten: Referate (zB Kurzberichte über praktische Arbeiten, Ergebnisse von Literaturstudien). Schularbeiten. 8. Klasse (2 Wochenstunden): Wie für das Gymnasium, mit folgendem Zusatz: Schriftliche Arbeiten: Referate (zB Kurzberichte über praktische Arbeiten, Ergebnisse von Literaturstudien). Schularbeiten. Didaktische Grundsätze: In Biologie und Umweltkunde sind folgende fachspezifische Gesichtspunkte für die Gewichtung, Anordnung und Strukturierung der Lerninhalte zu beachten: - Individual- und Gesellschaftsrelevanz - Bedeutung ökologischer Beziehungen - Hinführung zu Natur- und Umweltverständnis und zur Verantwortlichkeit - Bedeutung des Evolutionsgedankens - Struktur- und Funktionszusammenhang. Gewichtung und Auswahl der Lerninhalte im Hinblick auf die Erarbeitung der Lernziele stehen dem Lehrer frei und werden sich nach den regionalen, schulinternen, jahreszeitlichen sowie anderen aktuellen Gegebenheiten richten. Dies sollte aber nicht dazu führen, daß sich die Auswahl ausschließlich an den jeweils herrschenden Trends orientiert; vielmehr sollte die Befähigung gefördert werden, sich mit diesen Strömungen kritisch auseinanderzusetzen. Der Unterricht der Oberstufe baut auf die in der Unterstufe erarbeiteten Lernziele auf. Die Abfolge der Unterrichtssequenzen ergibt sich aus dem ständigen Anknüpfen an bereits vorhandene Kenntnisse. Unter Beachtung dieser Gesichtspunkte können die Lernziele einer Klasse in verschiedener Reihenfolge erarbeitet werden. Es sind alle Formen des Lehrens und des Lernens - dem jeweiligen Fachproblem und der jeweiligen Unterrichtssituation entsprechend - anwendbar. Folgende fachspezifische Formen sollten besonders berücksichtigt werden: - Einstieg über motivierende Faktoren - Abfolge vom Bekannten zum Unbekannten, vom Konkreten zum Abstrakten, vom Einfachen zum Komplexen, von der anorganischen Voraussetzung zur molekularen und zellulären Evolution, vom Organell, Organ, Organsystem zum Organismus und zur Beziehung Organismus/Umwelt - innerfachlicher und fächerübergreifender Projektunterricht. Vor allem am Realgymnasium mit ergänzendem Unterricht in Biologie und Umweltkunde, Physik sowie Chemie überdies: - Beobachten, Vergleichen, Ordnen, Experimentieren, Interpretieren, entdeckendes Lernen, Demonstration, Kleingruppengespräch und -arbeit, Anregung zur Einzelarbeit - Exkursionen und Lehrgänge in verschiedene Biotope, in Betriebe und Stätten der angewandten Biologie und Ökologie, des Umweltschutzes sowie in außerschulische Bildungsstätten; Einladung von Referenten - das Vertrautmachen mit wissenschaftlichen Arbeitsweisen: Problemerkennung, Problemanalyse, Entwicklung von Verfahren zur Problemlösung, Reflexionen über Hypothesen- und Theoriebildung, Darstellung und Interpretation von Ergebnissen. Für den Unterrichtsgegenstand Biologie und Umweltkunde sind folgende Lernaktivitäten von besonderer Bedeutung: - Beobachtung, Untersuchung, Betreuung und Beschreibung von lebenden Objekten; Untersuchung von Handstücken, Durchführung von Experimenten; Auswertung von Präparaten, Bildern, Dias, Filmen und anderen Medien; das Einbeziehen und Verarbeiten von Fachliteratur; die Auswertung von Tabellen und Diagrammen und deren Umsetzung; das Lesen und Deuten von geologischen, pflanzensoziologischen, tiergeographischen und ähnlichen Landkarten - Schließen vom Beobachteten und Erlernten auf andere, den Schülern zunächst noch unbekannte Sachverhalte der Biologie, sowie Erkennen und Beschreiben von biologischen Vorgängen, Kenntnisnahme von Regelhaftigkeiten und Abweichungen, Übereinstimmungen und Unterschieden, Analogien und Homologien, Kausalzusammenhängen, Synergismen, Zusammenhängen von Struktur und Form usw. anhand biologisch-ökologischer Sachverhalte - die richtige Darstellung biologischer Sachverhalte in Wort, Schrift, Graphik, schematischer Zeichnung usw. - die Anwendung einiger elementarer Methoden und Techniken wissenschaftlichen Arbeitens. Hiezu wird sich, außer dem Lehrervortrag mit Demonstration von Objekten und Medien mit initiierender Lehrerfrage und Unterrichtsgespräch sowie der Erarbeitung der Lernziele mit Hilfe des Lehrbuches und von Begleitmaterialien besonders die Gruppenarbeit beim Beobachten, Sammeln, Vergleichen, Ordnen, Experimentieren und entdeckenden Lernen, sowie die Einzelarbeit, aber auch die Exkursion als eine besondere Form des sozialen Lernens eignen. Die Sicherung und Kontrolle des Unterrichtsertrages richtet sich nach den allgemeinen didaktischen Grundsätzen, jedoch werden sich besonders empfehlen: - Üben und Vertiefen durch Arbeitsberichte, - Anwenden biologischer Arbeitstechniken (Mikroskopieren, Präparieren, Erkennen und Bestimmen, Beobachten und Experimentieren; kritisches Auswerten und Interpretieren verschiedener Informationsquellen, Lehrausgänge) - Herstellung von Querverbindungen nach ökologischen, vergleichend anatomischen, systematisch-evolutiven sowie fächerübergreifenden Gesichtspunkten - dauerndes Einbeziehen der Schüler in den Unterricht durch Arbeitsaufträge, schüleraktivierende Lernverfahren und Impulse. Besondere didaktische Hinweise zu den einzelnen Klassen: 5. Klasse: Die Erarbeitung der Geologie in der Oberstufe sollte auf dem dynamisch-evolutiven Prinzip aufbauen. So sollten etwa die Erstarrungsgesteine als Produkte der Ausscheidungsfolge aus dem Magma, die Sedimente und die Umwandlungsgesteine als Ergebnisse der äußeren und inneren Kräfte beschrieben werden, als derzeitige Zwischenstufen im Kreislauf in der Gesteinsbildung. Ebenso wird der geologische Aufbau von Österreich als aktuelles Ergebnis erdgeschichtlicher Veränderungen darzustellen sein. Exkursionen und Lehrausgänge zu Aufschlüssen sowie Lehrfilme bieten sich als motivierende Einstiege an, wenn vom Verständnis der Landschaftsformen, der wichtigsten geologischen Zonen Österreichs als Ergebnis tektonischer und anderer geologischer Gegebenheiten ausgegangen wird. Auch der umgekehrte Weg scheint möglich. Von einer bloß reihenden Vorweisung und Beschreibung von Handstücken sowie einer bloßen Erörterung des Ist-Zustandes ist jedoch abzusehen. Durch genauere Kenntnisse über die wichtigsten gebirgsbildenden und landschaftsformenden Gesteine und Lockersedimente sowie über die Genese der wichtigsten Lagerstättentypen sollen die Schüler bessere Grundlagen für das Verständnis für verantwortungsvolle Landnutzung und für Landschaftsschutz erwerben, die begrenzte Verfügbarkeit von Bodenschätzen erkennen und die Bereitschaft zu ihrer sparsamen Nutzung entwickeln. Es ist darauf hinzuarbeiten, den Schülern die Bedeutung der Böden als Lebensgrundlage für alle Landlebewesen verständlich zu machen und ihnen grundlegende Kenntnisse über die Entstehung und das innere Wirkungsgefüge der Böden zu vermitteln. Dadurch können sie später die Bereitschaft entwickeln, diese Lebensgrundlage sorgsam und verantwortungsbewußt zu erhalten und zu bearbeiten und Eingriffe zu vermeiden, die Bodenschäden und Bodenverluste nach sich ziehen. Der Problemkreis Grundwasser und Grundwasserschutz ist im Zusammenhang mit dem Boden aufzuzeigen. Aus den Vorkenntnissen der Schüler werden sich die Begriffe Stoffwechsel, Fortpflanzung und Wachstum sowie Reizbeantwortung und Steuerung von Lebensvorgängen erarbeiten lassen. Weiters läßt sich erarbeiten, daß alle Grundeigenschaften des Lebens von einer einzigen Zelle gemeistert werden können (wie bei Einzellern), und daß der Zusammenschluß von Zellen eine bessere Bewältigung der Lebensvorgänge ermöglicht, daß aber andererseits durch die Spezialisierung von Zellen und durch deren Zusammenschluß zu Geweben und Organen eines vielzelligen Organismus die Eigenständigkeit verlorengeht. Anschließend wird der Stoffwechsel an wenigen ausgewählten Beispielen zu besprechen sein. Dabei wäre es möglich, von den Organellen der Zelle, von Geweben oder Organen ausgehend deren Arbeitsweise zu besprechen, wobei im Sinne eines aufbauenden Unterrichtsgeschehens auf Eingangsvoraussetzungen aus der Unterstufe, speziell der Physiologie und Anatomie des Menschen, zurückgegriffen werden kann und auf dieser Basis die entwicklungsgeschichtlichen Zusammenhänge erkannt werden sollen. 6. Klasse: Ausgehend von den Kriterien des Lebens, die in der 5. Klasse besprochen worden sind, werden sowohl Fortpflanzung und Entwicklung als auch Reizbarkeit und Steuerung durchzunehmen sein. Aus verschiedenen Beispielen aus dem Unterricht der Unterstufe wie auch aus eigener Erfahrungswelt sind sowohl der Begriff Fortpflanzung als auch Gegebenheiten wie Entwicklung oder Wachstum bekannt. Nunmehr sollten diese Grundphänomene des Lebens analysiert und als Vorgänge mit gleicher Ausgangslage, aber verschiedener Einkleidung erkannt werden. Das sind die ungeschlechtliche Fortpflanzung, deren Aufgabe die Produktion großer Nachkommenzahlen ist, und die geschlechtliche mit einer Ausrichtung auf Kombination des Erbgutes und damit verbundener Höherentwicklung als ein Faktor einer Evolution. Die Entwicklung der Lebewesen aus einer Verschmelzung von zwei Zellen müßte nicht nur als Vorgang angesehen werden, den es in mannigfacher Abwandlung gibt, sondern auch als kompliziertes Zusammenspiel äußerer und innerer Faktoren. Aus den Phänomenen der Entwicklung eines einfachen Keims zu einem komplizierten Lebewesen, aus der Differenzierung der Zelle und aus der Spezialisierung von Zellen und der Notwendigkeit zum Zusammenschluß die Vielfalt tierischer Lebewesen und ihre Lebenserscheinungen abgeleitet werden können. Kenntnisse von Entwicklungsvorgängen des Menschen vermitteln den Schülern Einsichten, die ihnen die Probleme ihrer eigenen Entwicklung und der ihrer Mitmenschen verständlich machen. Da die Schüler dieser Altersstufe bereits dafür aufgeschlossen und befähigt sind, über rein anatomische und physiologische Gegebenheiten hinaus an sexuelle Fragen von höherer Warte aus heranzugehen, ist es angebracht, diese Lerninhalte als Zusammenschau an sie heranzutragen. Die Lernziele dieses Kapitels bilden die Grundlage für eine verantwortungsbewußte Haltung gegenüber dem Partner und der Nachkommenschaft und dienen auch der eigenen Persönlichkeits- und Sinnfindung. Eine isolierte Betrachtung einzelner Organsysteme wird vorerst möglich sein; bei der Zusammenfassung aber werden Steuerungsmechanismen in den Vordergrund treten. Die Beziehungen zur Umwelt werden in einem Konnex zwischen Wahrnehmung und Reaktion darauf in Form nervöser und hormoneller Regelung münden. Die Bewegungsvorgänge stehen als auffällige Lebenserscheinung im Zusammenhang mit Steuerungsvorgängen in Organismen. Unter Vermeidung einer umfassenden vergleichenden Anatomie sollten einige wesentliche Muskelbewegungstypen und Zellorganellen mit Bewegungsfunktionen besprochen werden. Auf der Basis des Vergleichs sollten Einsichten in entwicklungsgeschichtliche Zusammenhänge erreicht werden. Die Erarbeitung von Wahrnehmung und Steuerung im Organismus ermöglicht das Verständnis dafür, Verhaltensweisen als Steuerung zwischen Lebewesen zu sehen. Es sollten einige Grundkenntnisse der Verhaltenslehre erarbeitet werden (Reflex, Instinkthandlung, Auslöser, Lernverhalten, Sozialverhalten), jedenfalls soviel, um die biologischen Grundlagen menschlichen Verhaltens zu verstehen. Die Erkenntnis, daß auch der Mensch durch bestimmte Verhaltensweisen beeinflußt wird, sollte im Wissen der Schüler verankert werden. Verhalten und Ökologie stehen in enger Beziehung: außer durch die Vorgabe des Lebensraumes und der dort gegebenen Existenzbedingungen bzw. der Anpassung an diese auf Grund körperlicher Eigenschaften ist die Existenz von Lebewesen auch durch das vielfache Nebeneinander bestimmt. Stoffkreisläufe und Nahrungsnetze, Konkurrenz und sonstige Wechselbeziehungen führen zur Biozönose und zum Ökosystem. Es empfiehlt sich, diesem Abschnitt vermehrtes Augenmerk zu schenken, denn es ist eines der Hauptanliegen des Biologieunterrichts, fundierte Kenntnisse aus Ökologie zu vermitteln, die Eingriffe des Menschen darzustellen, die Interessenkonflikte und Problemlösungsstrategien dazu herauszuarbeiten und die Möglichkeiten zur Erhaltung von Ökologiesystemen, aber auch Maßnahmen der Umwelttechnologie zur Wiederherstellung eines ökologisch ausgeglichenen Zustandes zu erörtern. Jedenfalls sollte in den Schülern eine Grundeinstellung geweckt und gefestigt werden, die dazu führt, daß sie im späteren Leben Entscheidungen treffen, die ökologisch begründet und von verantwortungsbewußter Haltung gegenüber sich selbst, der Mitwelt und der Nachwelt getragen sind. Der im Realgymnasium zu besprechende Vorgang der Urbanisierung ist heute weltweit zu beobachten. Neben der Veränderung von Lebensräumen durch sie und der Entstehung neuartiger Lebensräume mit spezieller ökologischer Problematik und Gewichtung ergeben sich auch für den Menschen neuartige und spezielle Probleme, auf die hingewiesen werden sollte. Außerdem bietet dieses Lernziel Grundlagen für die Erarbeitung der Humanökologie (Habitatslehre) in der 8. Klasse. 7. Klasse (nur am Realgymnasium mit ergänzenden Unterricht in Biologie und Umweltkunde, Physik sowie Chemie): Die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Ökologie und Ökonomie sind Lehrstoff der 7. Klasse. Die Schüler sollten umfassende Kenntnisse über diese Verflechtungen erwerben, um den meist emotionell gefärbten Ansichten exaktes Wissen entgegensetzen zu können. Sowohl die Eingriffe, die aus wirtschaftlichen Gründen notwendig sind, als auch deren Auswirkungen auf biologische Gleichgewichte sollten von den Schülern beurteilt werden können. Einseitige Darstellungen müssen durch Vermittlung von exaktem Wissen vermieden werden. Bergbau, Land- und Forstwirtschaft, Raumplanung, Wasserbau, Industrie und Verkehr liefern eine Fülle von Themen. Aktuelle Anlässe, auch weltweite, sollten zur Motivation genutzt werden. An ausgewählten Fallbeispielen können aktuelle Fragen schwerpunktmäßig behandelt werden. Dabei sollten die vielfältige Verflechtung der Problematik herausgearbeitet und die Interessenskonflikte erkannt werden. Die Schüler sollen durch eigenständige Befassung mit der Problematik erfahren, daß wissenschaftliche Arbeit notwendig ist, um Probleme erkennen und lösen zu können. Exkursionen, praktisches Arbeiten, Verwendung von Fachliteratur und die Fähigkeit zur schriftlichen Darstellung sollen diesen Unterricht unterstützen. Überdies lassen sich durch Diskussion von umwelttechnologischen Alternativen Ansätze zu innovativem Denken erzielen. Die Möglichkeit zum Projektunterricht und die fächerübergreifende Erarbeitung von Lernzielen sollte reichlich genutzt werden. Als Ergebnis dieses Unterrichts müßten die Schüler im Sinne der allgemeinen Bildungsziele ökologisch-ökonomische Probleme selbständig werten und über sie urteilen können. 8. Klasse: Das Kapitel Evolution ist besonders geeignet, das Zusammentragen von Forschungsergebnissen aus den verschiedensten Disziplinen der Wissenschaft als Grundlage zum Verständnis evolutiven Geschehens zu erkennen. Es wird sich als nötig erweisen, auch auf die Eingebundenheit des Menschen in die Evolution besonders hinzuweisen: nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus Gründen seiner Abstammung muß sich der Mensch als Teil der Natur erkennen. Die Abstammungslehre eröffnet den Schülern einerseits das Verständnis für die abgestufte Ähnlichkeit der Arten, andererseits aber auch - trotz seiner Vielfalt - für die Einheitlichkeit alles Lebendigen. Das Kapitel Genetik ermöglicht es, im Unterricht beispielhaft naturwissenschaftliche Methodik aufzuzeigen: Beobachtung, präzise Fragestellung, Entwurf von Hypothesen, Durchführung von Experimenten und zahlenmäßige Erfassung von Ergebnissen. Es ist sicher zielführend, nicht sosehr abstrakte Betrachtungen in den Vordergrund zu stellen, als vielmehr den Zusammenhang der Grundlagen aus Einblicken in die praktische Anwendung der Genetik abzuleiten. Durch vielfältige Überschneidungen von Wissenschaft und Technik, mögliche Risken, aber auch durch die diversen ethischen Aspekte bedingt, sind fundierte Sachkenntnisse in den verschiedenen Teilgebieten der Genetik unerläßlich, um zu einschlägigen gesellschaftspolitischen Fragen sachgerecht Stellung nehmen zu können. Auch das Aufzeigen der einerseits erblich bedingten, andererseits durch Eigeninitiative und Umwelt formbaren menschlichen Individualität ist ein wesentlicher Beitrag zum Selbstverständnis des Menschen. Der Abschnitt Gesundheit und Krankheit sollte nicht bloß als eine Gesundheitslehre, sondern als darüber hinausgehende Perspektive der Zusammenhänge zwischen Gesundheit, Krankheit und dem Menschen, aber auch der Gesellschaft (im Sinne von Individual- und Sozialaspekt) aufgefaßt werden. Aus der Vielfalt von Krankheitsursachen exemplarisch ausgewählt werden Zusammenhänge herzustellen sein: zwischen Infektion, Inkubation, Krankheit und Abwehr; zwischen den Möglichkeiten der verschiedenen Sparten der Medizin; zwischen Seuchen, Unwissenheit und Armut; zwischen Hunger, Krankheit und Tod; zwischen Lebensangst, Alkohol und Drogen; zwischen Streß und Neurosen; zwischen Umweltqualität und Lebensqualität. Es wird aber auch aufzuzeigen sein, wie versucht wird, durch Verordnungen und Gesetze, durch Sozial- und Arbeitshygiene die Bürger zu schützen, aber auch, wie vieles davon im Unverstand, im Egoismus oder auch im Mißbrauch versandet. Der im Menschen vorhandene Wunsch nach Gesundheit und langem Leben sollte hier durch den Unterricht auf eine reelle, wissenschaftlich fundierte Basis gestellt werden. Ebenso aber müßte auch das Verständnis für Krankheit, Leiden und Behinderung anderer Menschen geweckt werden. Im abschließenden humanökologischen Kapitel wird es darum gehen, exemplarisch die Vielfalt angebotener human- und umweltbiologischer Wissensgebiete zusammenzufassen. Die Schüler sollten erkennen, daß die persönliche Umwelt und die der Gesellschaft, das Wohnen und Arbeiten, Lebensabschnitte der Aktivität, der Ruhe und der Erholung, das Zusammenleben und das Alleinsein eng miteinander verflochten sind. Es sollte gelingen, den Schülern die Einsicht zu vermitteln, daß menschlich leben bewußtes Leben bedeutet, sie weiters zu veranlassen, sich als Erwachsene auf biologische Grundtatsachen und Verflechtungen zu besinnen und danach zu handeln. Die Humanökologie führt auch im Sinne einer politischen Bildung zur Erziehung zum mündigen, kritischen, aktiven und verantwortungsbewußten Staatsbürger. Fundierte, auch fächerübergreifende Kenntnisse über ökologische Zusammenhänge auf weltweiter Basis soll den Schülern das Rüstzeug bieten, in zukünftigen Lebensbereichen verantwortungsbewußt die, ökologisch begründet, richtigen Entscheidungen zu treffen.
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