Startseite Lehrplan
Übersicht Oberstufe
Wahlpflichtgegenstand Griechisch (vertiefend)
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe:
Der Unterricht in Griechisch soll zum Erreichen der folgenden Ziele
beitragen, die sowohl fachspezifische als auch fachübergreifende
Aspekte enthalten.
Die Unterrichtsarbeit in Griechisch hat
1. die Vermittlung jener Kenntnisse und Fertigkeiten zum Ziel, die
den Schülern durch das Verfügen
- über einen ausreichenden Wortschatz,
- über ausreichende Grammatik- und
- Sachkenntnisse
die Voraussetzung bieten,
- Texte der im Lehrplan vorgesehenen griechischen Autoren
- lesen und verstehen,
- in sprachrichtiges Deutsch übertragen,
- in angemessener Weise interpretieren zu können.
2. Durch das Übersetzen und durch den Vergleich des Griechischen mit
der deutschen und der lateinischen Sprache sollen
- das Sprachverständnis der Schüler und
- ihr Ausdrucksvermögen in der Muttersprache gefördert werden.
3. Lektüre, Interpretation und weiterführende Erschließung
griechischer Texte sollen die Schüler befähigen, auf den Gebieten
- des politisch-gesellschaftlichen Lebens,
- der Dichtung und der bildenden Kunst,
- der Philosophie und des wissenschaftlichen Denkens
mit Leitgedanken und schöpferischen Leistungen der Griechen
vertraut zu werden,
- die den kulturellen Werdegang und das geistige Leben Europas
wesentlich mitbestimmt haben und
- bis zur Gegenwart weiterwirken.
4. Die Schüler sollen Einsicht in charakteristische Züge des
griechischen Denkens und Schaffens gewinnen,
- wie sie in der Entdeckung, Darstellung und Wandlung
archetypischer Gestalten und Motive in Dichtung und Kunst
gegeben sind und
- im geistigen Spannungsfeld von Mythos und Logos sowie
- im Gegensatz von idealistischen und materialistischen
Weltdeutungen zum Ausdruck kommen.
- Sie sollen die historische Bedeutung der Demokratie Athens
kennenlernen und
- mit staatspolitischen Problemen der Antike bekanntgemacht
werden.
Sie sollen ferner Einblick in die philosophische Begründung von
Ethik und Humanität gewinnen. Sie sollen Fragestellungen und
Deutungen griechischer Dichter und Philosophen,
- die sich auf die Existenz des Menschen,
- seine Erziehung, Bildung und
- seine Stellung in der Gemeinschaft beziehen, in ihrer
überzeitlichen Bedeutung erfassen und so zur persönlichen
Auseinandersetzung angeregt werden.
Dadurch sollen die Schüler erkennen, daß eine Begegnung des
modernen Menschen mit dem Gedankengut der Griechen zur Sinnfindung
des eigenen Lebens beitragen kann.
5. Auf diese Weise sollen die Schüler befähigt und angeregt werden,
sich auch im späteren Leben mit dem Sprach- und Kulturgut der
Antike zu beschäftigen.
6. Die gesamte Unterrichtsarbeit in Griechisch soll die Schüler auch
zu folgenden fachübergreifenden Zielen hinführen:
- Anwendung verschiedener Methoden der Texterschließung.
- Verständnisbereitschaft und Kritikfähigkeit gegenüber den
Inhalten vorgelegter Texte.
- Einsicht in die Möglichkeiten der Beeinflussung durch
sprachliche Mittel.
- Fähigkeit, Fakten und Probleme der Antike mit den Lerninhalten
anderer Unterrichtsgegenstände in Verbindung zu setzen.
7. Im besonderen Maße soll der Griechischunterricht in Zusammenarbeit
mit Latein
- dem Schüler die geistige Auseindersetzung der Römer mit den
Griechen und
- die schöpferische Aneignung und Vermittlung der griechischen
Kultur durch die Römer bewußt machen.
8. Ferner soll er im Zusammenwirken mit anderen
Unterrichtsgegenständen beitragen,
- die Erlebnisfähigkeit der Schüler zu stärken,
- ein allgemeines Kulturverständnis zu wecken,
- das Problembewußtsein der Schüler zu vertiefen und
- sie zu einer toleranten und dialogbereiten Haltung hinzuführen.
Lehrstoff:
5. Klasse (4 Wochenstunden):
ANFANGSUNTERRICHT
Sprachliche Teillernziele:
1. Kenntnis der griechischen Schrift (einschließlich der Verwendung
der Akzente).
2. Kenntnis folgender Grundtatsachen der attischen Formen- und
Satzlehre:
Deklination der Substantiva und Adjektiva (ausgenommen die
Attische Deklination, Nomina contracta und Dual).
Adverbia.
Steigerung der Adjektiva und Adverbia.
Die häufigsten Pronomina.
Konjugation der Verba auf -v; alle Zeiten, Modi und Genera
(ausgenommen: Plusquamperfekt, Futur exaktum und Dual),
unregelmäßige Stammformen häufig vorkommender Verba.
Die wichtigsten Formen von eimi.
Verba contracta.
Infinitivkonstruktionen.
Participium coniumctum.
Genetivus absolutus.
Einfache Haupt- und Gliedsätze im Indikativ (ausgenommen
Irrealis).
Verwendung des Konjunktivs und Optativs in Haupt- und in häufig
vorkommenden einfachen Gliedsätzen.
3. Einblick in die Regelmäßigkeit und Vielfalt griechischer
Wortbildungen.
4. Planmäßige Aneignung eines Grundwortschatzes.
5. Fähigkeit, einfache Treff-, Einsetz- und Umformungsübungen
auszuführen.
6. Fähigkeit, griechische Sätze und Texte aus dem Lese- und
Übungsstoff betonungsgerecht und sinngemäß zu lesen sowie in
sprachrichtiges Deutsch zu übertragen.
7. Kennenlernen einiger Kriterien für kontrastive Sprachbetrachtung
(zB Artikel, Tempus, Modus, Wortstellung).
8. Kennenlernen gebräuchlicher griechischer Fremdwörter und
Fachausdrücke im Deutschen.
Inhaltliche Teillernziele:
1. Kennenlernen einiger griechischer Sprichwörter und Sinnsprüche in
Prosa und Versform.
2. Kennenlernen bekannter Gestalten und Erzählungen aus der
griechischen Mythologie und Geschichte.
3. Einblick in einige Bereiche des kulturellen Schaffens der
Griechen.
Querverbindungen:
Deutsch, Latein: Fremdwörter, Lehnwörter, Mythologie (Sagen des
klassischen Altertums, Indogermanische Sprachfamilie,
Sprachstrukturen).
Schriftliche Arbeiten:
Schul- und Hausübungen nach den Erfordernissen des Unterrichts.
Schularbeiten.
Alle Schularbeiten sind Übersetzungen aus dem Griechischen ins
Deutsche; darin können auch in geringem Maß Einsetz-, Treff- und
Umformungsaufgaben eingeschlossen sein.
Umfang: 50 bis 70 Wörter.
6. Klasse (3 Wochenstunden):
Fortsetzung und Abschluß des ANFANGSUNTERRICHTS gegebenenfalls
unter Einbeziehung der Lektüre ausgewählter leichter Prosastellen, zB
aus dem Neuen Testament, Xenophon, Apollodor.
Sprachliche Teillernziele:
1. Festigung und Vervollständigung der Grundtatsachen der attischen
Formen- und Satzlehre, insbesondere:
Ergänzung und Zusammenfassung der Steigerung der Adjektiva und
Adverbia.
Ergänzung der Pronomina.
Ergänzung der Konjugation der Verba auf -v und unregelmäßiger
Stammformen
Verba auf -mi und -nymi; rhmi, oida.
Hinweis auf Attische Deklination, Nomina contracta und Dual.
Prädikatives Partizip.
Irrealis.
Ergänzung und Zusammenfassung der Haupt- und Gliedsätze.
2. Festigung der Sicherheit im Erkennen griechischer Formen.
3. Planmäßige Festigung und Erweiterung des Grundwortschatzes.
4. Fähigkeit, Treff-, Einsetz- und Umformungsübungen auszuführen.
5. Fähigkeit, griechische Sätze und Texte aus dem Lese- und
Übungsstoff betonungsgerecht und sinngemäß zu lesen sowie in
sprachrichtiges Deutsch zu übertragen.
6. Kennenlernen weiterer griechischer Fremdwörter und Fachausdrücke.
Inhaltliche Teillernziele:
1. Festigung und Erweiterung der Kenntnis bekannter Erzählungen und
Gestalten aus der griechischen Mythologie und Geschichte.
2. Einblick in weitere Bereiche des kulturellen Schaffens der
Griechen.
Querverbindungen:
Deutsch, Latein: Fremdwörter, Lehnwörter, Mythologie (Sagen des
klassischen Altertums), Indogermanische Sprachfamilie,
Sprachstrukturen.
Etwa ab Anfang April:
DIE PERSÖNLICHKEIT DES SOKRATES
Thematisches Teillernziel:
Einblick in Leben und Schicksal des Sokrates:
a) Anklage und Verteidigung
b) Die letzten Stunden des Sokrates.
Textgrundlage:
Auswahl aus der Apologie Platons, Schlußkapitel des Dialoges
,,Phaidon''.
Ergänzungstexte (auch in Übersetzung):
Auswahl aus dem Dialog ,,Kriton''. Auswahl aus den
,,Apomnemoneumata'' des Xenophon, Ausschnitte aus den ,,Wolken'' des
Aristophanes ua.
Querverbindungen:
Religion: Vergleich mit Sokrates.
Sprachliche Teillernziele:
Zu den für den Anfangsunterricht angeführten sprachlichen
Teillernzielen kommen hinzu:
7. Fähigkeit, das Wörterbuch sachgerecht zu benützen.
8. Fähigkeit, Texte des zur Erfüllung des thematischen Teillernzieles
im Lehrplan vorgesehenen Autors mit Verständnis zu lesen und zu
übersetzen.
Schriftliche Arbeiten:
Schul- und Hausübungen nach den Erfordernissen des Unterrichts.
Schularbeiten.
Alle Schularbeiten sind Übersetzungen aus dem Griechischen ins
Deutsche. Im Anfangsunterricht können auch einige Treff-, Einsetz-
und Umformungsaufgaben gestellt werden.
Umfang: 60 bis 80 Wörter.
7. Klasse (3 Wochenstunden):
I. DIE WELT DES HOMERISCHEN EPOS
Zur Behandlung des Themas ist zwischen der Ilias (I a) und der
Odyssee (I b) zu wählen.
I a. Ilias
Thematische Teillernziele:
1. Kennenlernen der epischen Dichersprache und Darstellungsweise.
2. Einblick
a) in den kulturellen Hintergrund und die gesellschaftlichen
Strukturen der homerischen Welt,
b) in Götterwelt und Menschenbild der epischen Dichtung.
3. Kennenlernen des tragischen Schicksals von Hauptgestalten der
Ilias.
4. Überblick über Inhalt und Aufbau der Ilias und ihre Stellung im
trojanischen Sagenkreis.
5. Einblick in das Weiterwirken der homerischen Dichtung.
6. Kennenlernen der Homerischen Frage.
Textgrundlage:
Auswahl aus Homers Ilias.
Ergänzungstexte (auch in Übersetzung):
Proben aus Homers Odyssee ua.
I b. Odyssee
Thematische Teillernziele:
1. Kennenlernen der epischen Dichtersprache und Darstellungsweise.
2. Einblick
a) in den kulturellen Hintergrund und die gesellschaftlichen
Strukturen der homerischen Welt,
b) in Götterwelt und Menschenbild der epischen Dichtung.
3. Kennenlernen der Abenteuer- und Märchenwelt der Odyssee.
4. Überblick über Inhalt und Aufbau der Odyssee und ihre Stellung im
trojanischen Sagenkreis.
5. Einblick in das Weiterwirken der homerischen Dichtung.
6. Kennenlernen der Homerischen Frage.
Textgrundlage:
Auswahl aus Homers Odyssee.
Ergänzungstexte (auch in Übersetzung):
Proben aus Homers Ilias.
Querverbindungen:
Religion: Jenseitsvorstellungen. Merkmale des mythischen
Weltbildes.
Deutsch: Epische Dichtung und Homer in der deutschen Literatur.
Latein: Vergils Aeneis.
Italienisch: Dante, Die göttliche Komödie.
Musikerziehung: Themen aus Ilias und Odyssee in der Operndichtung
(zB Monteverdi, Die Heimkehr des Odysseus).
Bildnerische Erziehung: Das Weiterwirken epischer Stoffe in der
bildenden Kunst.
Etwa ab März:
II. DAS RINGEN DER GRIECHEN UM WELTANSCHAUUNG UND WELTBILD
Zwischen den Themen II a und II b ist zu wählen:
II a:
Thematische Teillernziele:
1. Einblick in die Anfänge der griechischen Philosophie
(Vorsokratiker).
2. Kennenlernen einiger philosophischer Grundprobleme Platons:
a) Sokratisch-platonische Anthropologie (in Auseinandersetzung mit
den Sophisten).
b) Platons Ideen- und Erkenntnislehre.
3. Einblick in wesentliche Fragestellungen und Themen der
nachplatonischen Philosophie.
II b:
Thematische Teillernziele:
1. Einblick in die Anfänge der griechischen Philosophie
(Vorsokratiker).
2. Kennenlernen von Gedanken Platons über den Staat:
a) Entstehung des Staates.
b) Der Aufbau des platonischen Idealstaates.
3. Einblick in wesentliche Fragestellungen und Themen der
nachplatonischen Philosophie.
Textgrundlage:
Auswahl aus den Fragmenten der Vorsokratiker; Auswahl aus Dialogen
Platons; einige Kernstellen aus der nachplatonischen Philosophie
(Aristoteles, Stoiker, Epikur).
Ergänzungstexte:
Auswahl (in Übersetzung):
Jenseitsmythen bei Platon, Gleichnis vom Seelengespann aus dem
Dialog ,,Phaidros'', Lob der Demokratie aus der Rede des Perikles auf
die Gefallenen (Thukydides II, 35 ff.), Kritik an der Entartung der
Demokratie in Platons ,,Staat'', Staatsformen aus der ,,Politik'' des
Aristoteles ua.
Querverbindungen:
Religion: Gottesvorstellung. Seelenlehre. Wertvorstellungen.
Logos-Begriff.
Latein: Griechische Philosophie bei den Römern.
Geschichte und Sozialkunde: Staatsverfassungen (besonders:
Entstehung der Demokratie). Formen der Demokratie.
Mathematik: Mathematische Lehrsätze bei den Vorsokratikern.
Physik: Ansätze des naturwissenschaftlichen Denkens.
Psychologie und Philosophie: Seelenlehre. Ethik. Anthropologie.
Sprachliche Teillernziele für die 7. Klasse:
1. Aneignung typischer Wörter, Formen und Wendungen der homerischen
Dichtersprache.
2. Fähigkeit, griechische Hexameter in ihrer Struktur zu erkennen und
richtig zu lesen.
3. Einblick in die Problematik des Verhältnisses von Original und
Übersetzung.
4. Fähigkeit, Texte der zur Erfüllung der thematischen Teillernziele
im Lehrplan vorgesehenen Autoren mit Verständnis zu lesen, zu
übersetzen und zu interpretieren.
Schriftliche Arbeiten:
Schul- und Hausübungen nach den Erfordernissen des Unterrichts.
Schularbeiten.
Die Schularbeiten umfassen Übersetzung eines vorgelegten Textes und
Beantwortung einer leichten Interpretationsfrage.
Die Verwendung des Wörterbuchs ist ab dem zweiten Semester zu
gestatten.
Umfang:
einstündig: 70 bis 90 Wörter.
zweistündig: 110 bis 120 Wörter.
8. Klasse (3 Wochenstunden):
I. DIE GRIECHISCHE TRAGÖDIE
Thematische Teillernziele:
1. Einsicht in Aufbau und Gehalt einer Tragödie als Kunstwerk.
2. Vertiefung der Einsicht in typische Formelemente der Tragödie
durch vergleichende Betrachtung.
3. Kennenlernen bedeutender Gestalten und Probleme der griechischen
Tragödie:
a) Darstellung bei den griechischen Tragikern.
b) Weiterleben in der Weltliteratur, der Musik und der bildenden
Kunst.
4. Kennenlernen von Ursprung, Entwicklung und Weiterwirken des
griechischen Dramas.
5. Kennenlernen des griechischen Theaterwesens (zB Aufführungspraxis,
Bau des griechischen Theaters).
6. Kenntnis von Leben und Werk der drei großen Tragiker.
7. Einsicht in das Wesen des Tragischen.
Textgrundlage:
Auswahl aus den Tragödien des Sophokles und/oder des Euripides. Die
Lektüre soll vornehmlich eine einzige Tragödie umfassen; eine
zusätzliche kurze Auswahl aus einer zweiten Tragödie ist möglich.
Ergänzungstexte (auch in Übersetzung):
Texte aus anderen Tragödien,Vergleichstexte aus der literarischen
Rezeption, Proben aus der griechischen Komödie ua.
Querverbindungen:
Religion: Bewältigung des Leidens. Theodizee.
Deutsch, lebende Fremdsprachen: Antike Dramenstoffe.
Psychologie und Philosophie: Bewältigung des Leidens.
Musikerziehung: Antike Tragödienstoffe in der Oper.
Bildnerische Erziehung: Weiterleben antiker Tragödienstoffe in der
bildenden Kunst.
Etwa ab Februar:
Es ist dem Lehrer freigestellt, zum Abschluß der 8. Klasse zwischen
folgenden Themen zu wählen:
1. ANFÄNGE EUROPÄISCHER GESCHICHTSSCHREIBUNG
Textgrundlage: Proben aus Herodot, Thukydides, Xenophon
2. a) PHILOSOPHISCHE GRUNDPROBLEME UND DIE KÜNSTLERISCHE
GESTALTUNGSWEISE PLATONS
oder
2. b) GEDANKEN PLATONS ÜBER DEN STAAT
Textgrundlage: Proben aus Dialogen Platons
Der Lehrer hat die Möglichkeit, jene thematischen
Teillernziele, welche in der 7. Klasse nicht behandelt worden
sind, zu wählen.
3. FRÜHE GRIECHISCHE DICHTUNG
Textgrundlage: Proben aus der griechischen Lyrik
4. PROBEN AUS ILIAS ODER ODYSSEE
Textgrundlage: Auswahl aus Homers Ilias oder Odyssee
Der Lehrer hat die Möglichkeit der Auswahl aus dem Epos, das in
der 7. Klasse nicht gelesen worden ist.
Sprachliche Teillernziele für die 8. Klasse:
- Erweiterung des Wortschatzes unter besonderer Berücksichtigung der
tragischen Dichtung.
- Kennenlernen sprachlicher Besonderheiten in der tragischen
Dichtung.
- Fähigkeit, jambische Trimeter in ihrer Struktur zu erkennen und
richtig zu lesen.
- Verständnis für Eigenart und Bedeutung des Originals im Vergleich
mit Übersetzungen.
- Fähigkeit, Texte der zur Erfüllung der thematischen Teillernziele
im Lehrplan vorgesehenen Autoren mit Verständnis zu lesen, zu
übersetzen und zu interpretieren.
Schriftliche Arbeiten:
Schul- und Hausübungen nach den Erfordernissen des Unterrichts.
Schularbeiten.
Die Schularbeiten umfassen Übersetzung und Interpretation eines
vorgelegten Textes.
Die Verwendung des Wörterbuchs ist bei den Schularbeiten zu
gestatten.
Umfang:
zweistündig: 110 bis 120 Wörter.
dreistündig: 140 bis 150 Wörter.
Didaktische Grundsätze:
I. Planung und Vorbereitung
1. Jahresplanung
Der Lehrer hat bei der Jahresplanung die tatsächlich zur Verfügung
stehende Stundenzahl zu berücksichtigen und dementsprechend die
Lerninhalte aufzuteilen.
Im Anfangsunterricht ist darauf Bedacht zu nehmen, daß für die
Einübung und systematische Zusammenfassung der Formen- und Satzlehre
genügend Zeit eingeplant wird.
Bei der Planung des Lektüreunterrichts sollen die Textstellen nach
folgenden Gesichtspunkten unter Berücksichtigung des Interesses und
Niveaus der Schüler ausgewählt werden:
- nach dem Wert für die Erreichung der fachspezifischen Bildungsziele
und der thematischen Teillernziele,
- im Hinblick auf fachübergreifende Bildungsziele,
- nach der Möglichkeit, aktuelle Bezüge herzustellen.
2. Planung von Unterrichtseinheiten
Im Rahmen der Jahresplanung hat der Lehrer die Aufteilung der
Lerninhalte in Unterrichtseinheiten vorzunehmen. Dabei ist auf eine
sinnvolle zeitliche Abfolge dieser Einheiten sowie auf deren
sinngemäße Gestaltung zu achten.
Eine Unterrichtseinheit kann sich über eine oder mehrere Stunden
erstrecken.
3. Vorbereitung auf die einzelne Stunde
In die Überlegungen des Lehrers für die Vorbereitung sind folgende
Aspekte miteinzubeziehen:
a) zeitlicher Ablauf der Stunde,
b) Anknüpfung an die vorangegangene Stunde,
c) die Stunde als geschlossenes Ganzes,
d) mögliche Schwierigkeiten der Lerninhalte,
e) angemessene Methoden für die Durchnahme und Verarbeitung der
Lerninhalte (zB Übersetzungstechnik, Arten der Übung),
f) Motivierung und Aktivierung der Schüler (zB Fragestellung,
Gruppenarbeit),
g) Bereitstellen von Anschauungsmaterial,
h) Bereitstellen von Arbeitsmitteln (zB Wörterbuch, Kommentar,
Atlas),
i) Sicherung des Unterrichtsertrages (zB Wiederholung,
Zusammenfassung, Gestaltung und Umfang der Hausübung).
1Um die entsprechende Planung für die nächste Stunde treffen zu
können, sind Überlegungen über den Verlauf der vorangegangenen
Unterrichtsstunde (,,Nachbereitung'') notwendig.
II. Motivation
Zur Motivation des Schülers bieten sich ua. als Möglichkeiten an:
Anknüpfen an sprachlich Bekanntes (zB griechische Vornamen,
Fremdwörter, Lehnwörter, Anteil im Wortschatz der modernen
Fremdsprachen, wissenschaftliche Termini vor allem auf dem Gebiet der
Philosophie, Theologie, Medizin, Chemie, Biologie und der übrigen
Naturwissenschaften).
Hinweis auf die Bedeutung des Griechischen von der Antike bis zur
Gegenwart (kulturelle, wissenschaftliche, technische Leistungen der
Griechen, Griechisch als Sprache der Wissenschaft und als
Grundsprache des Neuen Testaments, Neugriechisch als lebende
Sprache).
Anknüpfen an das Interesse für Archäologie und Mythologie.
Begründung der vom Lehrplan vorgegebenen Zielsetzungen und der
Auswahl der Textstellen.
Anknüpfen an den Schülern bekannte Werke verschiedener
Kunstgattungen.
Ausgehen von aktuellen Anlässen (zB gesellschaftspolitische
Vorgänge; soziale Probleme; Theateraufführungen; Ausstellungen;
Hörfunk-, Fernsehsendungen).
Wecken der Wißbegierde des Schülers und seiner Freude am Entdecken
von Neuem (zB selbständiges Entdecken von Leitmotiven,
Textstrukturen, Interpretationsgesichtspunkten).
III. Formen des Lehrens und Lernens
Lesen:
Vorlesen und Lesen griechischer Texte.
Betonungsgerechtes Lesen unter Berücksichtigung der syntaktischen
Zusammenhänge.
Sinnerfassendes Lesen.
Erwerbung und Sicherung des Wortschatzes:
durch oftmaliges Lesen und Übersetzen,
durch schriftliches Festhalten neu vorkommender Wörter und Phrasen,
zB in einem Vokabelheft,
durch Auswendiglernen von Sätzen und kurzen Texten,
durch Zusammenstellung von Elementen der Wortbildung, von
Wortfamilien, Begriffsfeldern (Synonyma),
durch Beachtung der Bedeutungsvielfalt einzelner Wörter,
durch Hinweis auf moderne Sprachen und indogermanische
Wortverwandtschaften.
Grammatik:
Erarbeitung von grammatikalischen Einzelerscheinungen und
nachfolgende systematische Zusammenfassung.
Erkennungs-, Zuordnungs-, Einsetz-, Differenzierungs-,
Mechanisierungs-, Umwandlungsübungen.
Zur Sicherung des Lernertrages gelegentlich einfache
Übersetzungsübungen vom Deutschen ins Griechische.
Festigung und Erweiterung der Grammatikkenntnisse auch während der
Lektüre, soweit dies zum Übersetzen der gebotenen Texte notwendig
ist.
Hinweis auf Parallelen und Unterschiede in anderen Sprachen, vor
allem im Deutschen und Lateinischen.
Hinweis auf Sprachgesetze.
Einführung in die Benützung des Wörterbuches:
Kennenlernen der Abkürzungen, Herausfinden der entsprechenden
Bedeutung, richtiges Verwenden der zitierten Stellen.
Übersetzung:
Bei der Übersetzung einer Textstelle sind vor allem folgende
Gesichtspunkte zu berücksichtigen:
a) Eigenart und Aufbau des griechischen Satzes (Wortstellung,
Wortgruppen).
b) Zeit, Zeitverhältnis und Aktionsart eines Verbums.
c) Satzgliedernde und satzverbindende sprachliche und stilistische
Mittel.
d) Anwendung verschiedener Übersetzungsmethoden (zB Konstruktions-,
Wortblockmethode).
e) Das sinnvolle Ganze eines Satzes an sich und seine Bedeutung im
Kontext.
f) Stilistische Erscheinungen und ihre Funktionen.
g) Besonderheiten der Dichtersprache.
Förderung der Übersetzungsfähigkeit durch gemeinsames Erarbeiten
der Übersetzung im Unterricht.
Schrittweises Hinführen zur Fähigkeit, selbständig zu übersetzen.
Bei der Erarbeitung der Texte ist auch die kursorische Lektüre
anzuwenden.
Die kursorische Lektüre ist durch zügiges Übersetzen größerer
Textzusammenhänge ohne näheres Eingehen auf besondere sprachliche
Einzelheiten gekennzeichnet, wobei eine starke Führung durch den
Lehrer notwendig ist. Um die Selbsttätigkeit der Schüler zu fördern,
kann kursorische Lektüre auch durch Aufteilung der Texte auf einzelne
Schüler oder Schülergruppen in häuslicher Arbeit vorbereitet werden.
Interpretation:
Schon im Anfangsunterricht allmählicher Aufbau eines Sachwissens
(im Bereich der Mythologie, der Geschichte, der Landes- und
Kulturkunde) durch Anknüpfen an Bekanntes und anhand der Texte.
Erweiterung und Zusammenfassung dieses Sachwissens bei der Lektüre
(zB durch Verwendung geeigneten Anschauungsmaterials,
Schülerreferate).
Die Interpretationsarbeit wird sich im Anfangsunterricht zunächst
darauf beschränken, Verständnis für Inhalt und Aussage der gelesenen
Texte zu wecken. Dazu eignen sich ua. Beantwortung von Fragen zum
Verständnis des Textes, Darlegung des Sachverhaltes durch den
Schüler, Finden treffender Überschriften. Für die
Interpretationsarbeit im Lektüreunterricht können folgende
Gesichtspunkte in Betracht kommen:
a) Darstellung des Inhalts.
b) Erkennen und Erklären der im Text behandelten Probleme.
c) Analyse des Aufbaus.
d) Erkennen der formalen Gestaltung des Textes und ihrer Funktion
(zB Stilmittel, Versmaß).
e) Erkennen der sprachlichen Mittel, die der Autor einsetzt, um
eine bestimmte Wirkung auf den Adressaten zu erreichen.
f) Zuordnung des Textes zu einem bestimmten Autor bzw. Genus
aufgrund charakteristischer Merkmale.
g) Vergleich von Texten nach inhaltlichen und formalen Aspekten.
h) Erfassen von historischen und kulturellen Zusammenhängen.
i) Finden von Bezügen zur Gegenwart.
j) Herstellen von Querverbindungen.
k) Persönliche Stellungnahme.
Verwendung von Übersetzungen:
Die Verwendung von Übersetzungen empfiehlt sich,
um den Sinnzusammenhang zwischen ausgewählten Textstellen eines
Werkes herzustellen,
um eine allgemeine Orientierung über das Werk eines Autors zu
erhalten,
um Aufbau und Einheit eines Werkes vor Augen zu führen,
um durch Proben aus anderen Werken desselben Autors das
Gesamtanliegen darzustellen,
um durch Lesen von Ergänzungstexten die Behandlung eines Themas zu
vervollständigen,
um dem Schüler - besonders bei der Dichterlektüre - die Bedeutung
des Originals und die Problematik jeder Übersetzung bewußt zu machen
(fallweise durch Vorlage verschiedener Übersetzungen) und
um zur späteren Lektüre griechischer Texte - auch mit Hilfe
zweisprachiger Ausgaben - hinzuführen.
Ergänzungstexte:
Ergänzungstexte können zusätzlich in Original oder in Übersetzung
im Unterricht behandelt werden. Sie bieten Möglichkeiten, ein Thema
intensiver und umfassender darzustellen, insbesondere als
Zusatzinformationen über das Weiterwirken des Themas.
Audio-visuelle Hilfsmittel:
Audio-visuelle Hilfsmittel sollen vor allem eingesetzt werden:
- zur Illustration des Textes,
- zur Erweiterung des Sachwissens,
- zur Verdeutlichung grammatikalischer Erscheinungen.
Schulveranstaltungen und schulbezogene Veranstaltungen:
In Betracht kommen: Lehrausgänge (Besuch von Museen,
Antikensammlungen, Bibliotheken und Ausstellungen),
Rezitationsabende. Schultheater.
Fachübergreifender Unterricht:
Absprache mit den zuständigen Fachprofessoren bei Durchnahme
gleicher oder verwandter Lerninhalte in verschiedenen
Unterrichtsgegenständen.
Bezugnahme auf in anderen Unterrichtsgegenständen bereits
erarbeitete Lerninhalte (Kontaktnahme mit den zuständigen
Fachprofessoren).
Gemeinsame Gestaltung von Unterrichtsstunden durch mehrere Lehrer
zur Behandlung fachübergreifender Themen.
Projektunterricht.
IV. Häusliches Studium
Ständige Übungen (vor allem im Anfangsunterricht) zur Sicherung der
Kenntnisse aus Formenlehre und Syntax.
Dauernde Festigung und Erweiterung der Vokabelkenntnisse, zB
Schreiben der Vokabel, Erkennen von Wortstämmen, Auswendiglernen von
Textstellen. (Das Herausschreiben von Vokabeln ohne gleichzeitiges
Übersetzen ist als Aufgabe nicht zu fordern.).
Einüben in der Benützung des Wörterbuches.
Besonders im Anfangsunterricht schriftliche Übersetzungsübungen (zB
schriftliche Wiederholungen von bereits in der Schule erarbeiteten
Lesestücken sowie Einsetz- und Treffübungen).
Wiederholung von Übersetzung und Interpretation des in der Schule
erarbeiteten Textes.
Übersetzung von neuen Textstellen und Versuch einfacher
Interpretationen (beides fallweise schriftlich). Bei der
Aufgabenstellung führen erklärende Angaben sowie Leit- und
Zusatzfragen zu gezielterem Arbeiten.
Vorbereitung kursorischer Lektüre in häuslicher Arbeit durch
Aufteilung auf einzelne Schüler oder Schülergruppen.
Sammeln von Informationen durch selbständiges und sachgerechtes
Verwenden von Lexika, Inhaltsverzeichnissen, Indizes, Registern,
Bildmaterial usw.
Erarbeitung von Referaten durch Schüler auf Grund vorgegebener
Literatur.
Jede Aufgabenstellung für das häusliche Studium ist durch den
Lehrer vorzubereiten. Dabei sind sowohl die zeitliche Belastung des
Schülers als auch der Schwierigkeitsgrad der Aufgabe zu beachten.
V. Sozialformen des Lehrens und Lernens
Förderung der Selbsttätigkeit der Schüler durch Partner- und
Gruppenarbeit (zB gemeinsame Arbeit an leichten, kurzen Texten,
Erstellen von Referaten, Zusammenstellungen, Wiederholungen).
Spielerisch aufgelockerte Formen der Darbietung und der
Wiederholung (zB Vokabelquiz, Lesen mit verteilten Rollen, szenische
Darstellung).
Förderung des Schülergespräches.
Anregung zu Schülerfragen.
Gemeinsamer Unterricht durch zwei oder mehrere Lehrer zu einem
Thema.
VI. Sicherung und Kontrolle des Unterrichtsertrages
1. Sicherung des Lernertrages
Wiederholung des in der vorangegangenen Stunde erarbeiteten
Stoffes. Ständiges Wiederholen von Formenlehre, Syntax und Vokabeln
anhand des Textes.
Aktivieren der Schüler durch kurze mündliche und schriftliche
Übungen (auch Gruppenarbeit, Vokabelquiz).
Hinführen der Schüler zur selbständigen Arbeit (kleinere
Arbeitsaufträge).
Anknüpfen an Bekanntes aus anderen Unterrichtsgegenständen.
Wiederholung und Zusammenfassung am Ende der Stunde.
Zusammenfassung von Stoffeinheiten (Inhalt, Interpretation, größere
Zusammenhänge).
2. Kontrolle der Lehrarbeit
Der Lehrer soll überprüfen,
- ob Aufbau und Gestaltung der einzelnen Stunde zielführend waren,
- ob die Bildungs- und Lernziele entsprechend berücksichtigt wurden,
- ob die Auswahl der Lerninhalte innerhalb der vom Lehrplan gegebenen
Möglichkeiten der jeweiligen Klasse angemessen war,
- ob die Darbietung der Lerninhalte genügend abwechslungsreich war,
- ob nicht durch Häufung von Schwierigkeiten eine Überforderung der
Schüler eingetreten ist,
- ob die entsprechenden Hilfen im Unterricht bzw. für die Hausübung
gegeben worden sind,
- wieweit die Interpretation zum besseren Verständnis des gelesenen
Textes beigetragen hat,
- wieweit das ästhetische Empfindungsvermögen der Schüler geweckt
wurde,
- ob möglichst viele Schüler motiviert und aktiviert werden konnten,
- ob Ausmaß und Schwierigkeitsgrad der Hausübung richtig waren.
3. Kontrolle der Lernarbeit
Die Kontrolle der Lernarbeit dient zur Information des Lehrers und
zur Selbstüberprüfung des Schülers; sie bildet einen integrierenden
Bestandteil der ständigen Beobachtung der Mitarbeit der Schüler im
Unterricht:
- Wiederholung der in der vorangegangenen Stunde erarbeiteten
Lerninhalte (zB Übersetzung, Interpretation).
- Überprüfung der Hausübungen auf Vollständigkeit und Richtigkeit.
- Stellen von kleinen schriftlichen Kontrollfragen zur Anwendung des
Gelernten (zB Formen, Einsetzübungen, Einzelsätze).
- Kontrollfragen zur Überprüfung der Vokabel- und Grammatikkenntnisse
anhand des Textes.
- Gezielte Fragen zur Überprüfung des Verständnisses, besonders bei
Lektüre und Interpretation.
- Kontrollfragen zur Überprüfung der Aufmerksamkeit und Mitarbeit der
Schüler.
- Kontrolle der schriftlichen Aufzeichnungen der Schüler (zB
Vokabelheft); Hausübungen sind in geeigneter Form zu korrigieren.
Im Anfangsunterricht ist besonders Wert auf Vokabelkenntnisse sowie
auf die Beherrschung der Formenlehre und der wesentlichen
syntaktischen Erscheinungen zu legen.
Bei der Übersetzung von Originalstellen ist die Sinnerfassung
besonders zu berücksichtigen. Von allem Anfang an ist auf eine gute
sprachliche Gestaltung der Übersetzung Wert zu legen.
Bei der Interpretation ist auf die sachliche Richtigkeit, auf das
Einfühlungsvermögen und auf das Verständnis des Schülers zu achten.
Dies ist ein Service der

Österreichischen Professoren Union