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Übersicht Oberstufe
Wahlpflichtgegenstand Ernährung und Haushalt (Praxis)
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe: Der Unterricht in Haushaltsökonomie und Ernährung soll zum Erreichen der folgenden Bildungsziele beitragen, die sowohl fachspezifische als auch fachübergreifende Aspekte enthalten: die Schüler erkennen lassen, daß im Haushalt nicht nur biologische Grundbedürfnisse gedeckt, sondern darüber hinaus wesentliche psychosoziale, volkswirtschaftliche und kulturelle Leistungen erbracht werden; Kenntnisse als Grundlage für eine Verbesserung von Arbeitssituation und Planung im Haushalt vermitteln; das Grundbedürfnis Wohnen als alltagskulturelles Phänomen und räumliches Sozialverhalten verstehen; ökologische und ökonomische Kriterien bei der Wahl des Wohnortes, der Wohnungsart und der Wohnungsgestaltung analysieren; Grundwissen in Ernährungslehre vermitteln, um die Bedeutung richtiger Ernährung für die Erhaltung von Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erfassen; die Schüler befähigen, im Ernährungsverhalten bzw. das ihrer Familie zu analysieren, gegebenenfalls Fehler zu korrigieren und eine entsprechende Ernährungsform sowohl für den Privathaushalt als auch für Gemeinschaftsverpflegung zu finden; die Grundprobleme der Lebensmittelproduktion aufzeigen und die wichtigsten einschlägigen gesetzlichen Grundlagen vermitteln; über die Probleme des Konsumenten, über Einrichtungen der Konsumentenarbeit sowie das Konsumentenrecht informieren; die volkswirtschaftlichen und ökologischen Aspekte des privaten Konsums aufzeigen; Verständnis für weltwirtschaftliche Probleme und ihre Auswirkung auf die Welternährungssituation vermitteln; zu einer Bewußtseinsbildung und Bereitschaft zu verantwortungsbewußtem Handeln in gesundheitlicher, ökologischer, ökonomischer, kultureller und psychosozialer Hinsicht führen. 5. Klasse (2 Wochenstunden): Haushaltsökonomie Ziele des Unterrichtes in Haushaltsökonomie sind es, den Haushalt als Sozial- und Wirtschaftsgebilde, als Institution, der die Sicherung und Bedarfsdeckung für die Gesamtheit menschlichen Lebensbedarfs obliegt, zu begreifen. Lernziel: Erfassen, daß jede Form des sozialen Zusammenlebens im Rahmen eines Haushaltes stattfindet. Lerninhalte: a) Haushaltsformen: Privathaushalt als sozioökonomische Einheit. Leistung wird individuell in Arbeitsteilung von den Mitgliedern des Haushaltes erbracht, wodurch langfristig Wertschöpfung erfolgt. Einsicht in die Grundstrukturen und Erfordernisse von Großhaushalten, Anstaltshaushalte, gewerblicher Haushalt. Lernziel: Überblick über die soziale und wirtschaftliche Lage der Haushalte in Österreich (Einkommensklassen, Ausgabenstruktur, soziale Unterschiede des Lebens- und Konsumstandards). Lerninhalte: Leistungen der Haushalte: Beschaffung der Güter zur Deckung der physischen, sozialen, kulturellen und ästhetischen Bedürfnisse. Arten der Güter: - Gebrauchsgüter (Einrichtungsgegenstände, Hausrat). Verbrauchsgüter (Lebensmittel, Reinigungs- und Pflegemittel) - Geldgüter: zur Anschaffung von Sachgütern; gewinnbringende Anlegung überschüssiger Geldgüter. Disposition und Bereitstellung von Mitteln für die Bedarfsveränderung (Sparen), Vermögensbildung. - Sachgüter: Beschaffung durch Einkauf. Kriterien für den Einkauf: optimale Mengen (tatsächlicher Bedarf!), günstiger Zeitpunkt (Saison), günstigster Ort (Preisvergleiche). - Dienstleistungen: Kindererziehung; Betreuung von Familienmitgliedern. - Arbeitsleistungen: Rationalisierung. Maximale Zeit- und Kraftersparnis unter optimalem Einsatz von Kapital und Energie. Lernziel: Haushalt und Umwelt: Bewußtmachen der Notwendigkeit einer umweltbezogenen Lebens- und Arbeitsweise. Lerninhalte: Abfallvermeidung, Mülltrennung, Sondermüllentsorgung, Wasserverbrauch. Strategien gegen Energieverschwendung, Abwasserbelastung, Lärmbelastung und -erzeugung. Lernziel: Die Bedeutung des Wohnens für die Familie. Die Bedeutung des Wohnbaues in der Gesellschaft, für die Gesamtwirtschaft und für den einzelnen im Hinblick auf Arbeitsplatzsicherung. Lerninhalte: - Wohnen als Grundbedürfnis des Menschen. - Wohnen als soziale und politische Tätigkeit. - Wohnen als Organisation des Zusammenlebens mit Regulativen für das menschliche Verhalten (Gesetze, Bau- und Hausordnungen). - Wohnen eingebunden in soziale Strukturen (Gemeinschaft schafft Finanzierungshilfen; Bereitstellung der für das Bauen nötigen Strukturen und der infrastrukturellen Versorgung; Bereitstellung der Entsorgungseinrichtungen). - Volkswirtschaftliche Effekte von Wohnbauinvestitionen (beschäftigungspolitische und konjunkturpolitische Stellung; sozioökonomische Aspekte, Satellitenstädte, Zweitwohnungen). - Wohnungsmarkt - Erarbeitung eines Kataloges an ursprünglichen und daraus abgeleiteten Wohnbedürfnissen mit anschließender Gewichtung (Wohnwertkriterien). - Baubiologische Erkenntnisse. Verwendung verschiedener Materialien und Schutzmittel unter gesundheitlichen Aspekten sowie unter Berücksichtigung spezieller Bedürfnisse (Kinder, Behinderte und alte Menschen). - Der Anteil des Wohnungsaufwandes am Familieneinkommen: Kosten-Nutzen-Relation. Erstellung von Musterfinanzierungsplänen. Querverbindungen: Geographie und Wirtschaftskunde, Mathematik, Physik, Informatik, Bildnerische Erziehung. - Rechtsformen von Wohnungen - Miet-, Genossenschafts-, Eigentumswohnungen, Eigenheim. - Grundausstattung des Wohnbereiches. Materialienkunde. Möbel, Textilien, Geschirr und Hausrat. - Erstellung eines Technisierungsplanes. Rentabilität, Gebrauchswert und Kostenkalkulation von Haushaltsgeräten. - Energieversorgung. Lernziel: Haushaltsführung und Arbeitsorganisation. Erfassen der Faktoren und Grundlagen der Arbeitsorganisation im Haushalt. Lerninhalte: - Erstellung von Arbeitsanalysen und Erarbeitung von Organisationsplänen in Haushalten. - Berücksichtigung von ergonomischen, hygienischen und gesundheitlichen Erkenntnissen. - Unfallverhütung und Erste Hilfe im Haushalt. - Kenntnis der Schadwirkungen von Haushaltschemikalien, Umgebungseinflüsse (Umwelteinflüsse). Querverbindungen: Biologie und Umweltkunde, Chemie (Unterstufe), Physik. 6. Klasse (2 Wochenstunden): Ernährungslehre Lernziel: Vermittlung der Erkenntnis, daß eine richtige Ernährung die Grundlage für die Erhaltung der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit ist. Lerninhalte: Funktion der Ernährung, enzymatische Steuerung der Verdauungsvorgänge, Nahrungsbedarf, Grundumsatz und Leistungsstoffwechsel in seiner Abhängigkeit von Alter, Gesundheit, Geschlecht und klimatischen Faktoren. Energiebilanz. Abbau der Nahrung und Aufbau körpereigener Substanzen. Lernziel: Förderung des Verständnisses, daß Essen nicht nur ein biologisches Grundbedürfnis deckt, sondern darüber hinaus eine wesentliche psychosoziale und kulturelle Komponente darstellt. Lerninhalte: Beeinflussung der Eßgewohnheiten durch Tradition, Kultur, Religion. Querverbindungen: Biologie und Umweltkunde, Chemie, Geschichte und Sozialkunde, Psychologie und Philosophie, Religion. Lernziel: Erwerb von Kenntnissen über den Aufbau und die Wertigkeit von Nahrungsmitteln. Lerninhalte: Aufbau der Grundnahrungsstoffe. Nahrungsbestandteile: Eiweiß, essentielle und nicht essentielle Aminosäuren, tierische und pflanzliche Eiweißträger. Fette, essentielle und nicht essentielle Fettsäuren und deren Bedeutung für den Cholesterinhaushalt. Tierische und pflanzliche Fette, ihre Gewinnung und technische Verarbeitung. Lipidträger. Kohlenhydrate und ihre unterschiedliche Bedeutung in der Ernährung. Kohlenhydratlieferanten. Ballaststoffträger. Wasser: Anforderungen an die Qualität des Trinkwassers. Mineralstoffe, Säuren- und Basenhaushalt, Puffersysteme. Wichtigste Mineralstoffträger. Vitamine, Vorkommen und Wirkungsweisen. Wuchsstoffe. Würzstoffe. Genußstoffe. Querverbindungen: Biologie und Umweltkunde, Chemie. Lernziel: Sonderformen der Ernährung. Lerninhalte: Aufstellung von Ernährungsplänen für verschiedene Altersstufen (Säuglings-, Kinder-, Altenkost). Ernährung von Schwangeren, Leistungssportlern, Schwerarbeitern. Schonkost. Lernziel: Diätformen bei verschiedenen Erkrankungen. Lerninhalte: Ernährungsformen bei Krankheiten (Diabetes, Gicht, Cöliakie . . .). Reduktionskost. Querverbindungen: Biologie und Umweltkunde, Chemie, Geographie und Wirtschaftskunde Lernziel: Erwerb der Fähigkeit, die volksgesundheitliche und volkswirtschaftliche Relevanz aller seiner Aktivitäten auf dem Gebiet der Ernährung zu erkennen. Lerninhalte: Schadwirkungen von natürlichen Bestandteilen der Nahrung, von Rückständen und Zusatzstoffen. Schädigung durch unsachgemäße Zubereitungsmethoden. Vorratswirtschaft und Vorratshaltung für Krisenfälle. Querverbindungen: Biologie und Umweltkunde, Geographie und Wirtschaftskunde Lernziel: Kennenlernen von Grundlagen und Problematik der Gemeinschaftsverpflegung. Lerninhalte: Analyse der Gesichtspunkte, nach denen Gemeinschaftsverpflegung erstellt und zubereitet wird. Planung einer entsprechenden Zusatzernährung. Lernziel: Erkennen der weltweiten Bedeutung einer verantwortungsbewußten Ernährungspolitik und deren Berücksichtigung im eigenen Lebensbereich. Aufbau eines Verständnisses für die heimische Agrarpolitik sowie die internationaler Gremien, um Preisentwicklungen auf dem Nahrungssektor kritisch beurteilen zu können. Befähigung, Verbrauchs- und Marktanalysen zu erstellen, um auch budgetgerecht gesunde Ernährung planen zu können. Befähigung zu einem verantwortungsbewußten Konsumentenverhalten. Lerninhalte: Analyse der Welternährungssituation. Möglichkeiten der Erschließung neuer Nahrungsmittelquellen. Kritische Betrachtung des Konsumentenverhaltens. Erstellung eines Haushaltsbudgets. Querverbindungen: Biologie und Umweltkunde, Geographie und Wirtschaftskunde, Psychologie und Philosophie. Didaktische Grundsätze: Es sind vielfältige Formen des Lehrens und Lernens dem jeweiligen Ziel, Inhalt und der Unterrichtssituation entsprechend anwendbar. Folgende Grundprinzipien sind stets zu beachten: Anknüpfen an Erfahrungen aus dem Lebensbereich der Schüler. Einbeziehung biologischer, physikalischer, chemischer, wirtschaftsgeographischer Unterrichtserträge. Ergänzung theoretischer Inhalte durch entsprechendes Anschauungsmaterial. Praxisorientierter, häufig fächerübergreifender, projektorientierter Unterricht, Projekte. Einbeziehung schulischer und außerschulischer (Exkursionen, Lehrausgänge) Einrichtungen.
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