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 Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache (vertiefend)

Französisch

Französisch als ERSTE lebende Fremdsprache (siehe unten)
Französisch als  ZWEITE lebende Fremdsprache

 

Französisch als ERSTE lebende Fremdsprache

 Allgemeiner Teil des Lehrplans


Bildungs- und Lehraufgabe:

  Der Unterricht in Französisch soll zum Erreichen der folgenden
Ziele beitragen, die sowohl fachspezifische als auch
fächerübergreifende Aspekte enthalten.

1. Beherrschung sprachlicher Grundfertigkeiten:

  Die Schüler sollen imstande sein, die französische Sprache mündlich
und schriftlich als differenziertes Verständigungsinstrument zu
benützen und Informationen verschiedenster Art aus den Bereichen des
kulturellen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Lebens zu verstehen und zu verarbeiten. Dazu ist die Entwicklung der
vier sprachlichen Grundfertigkeiten erforderlich:

Hörverstehen:

  Die Schüler sollen imstande sein, mündlich übermitteltes,
authentisches Französisch zu verstehen.

Sprechen:

  Die Schüler sollen imstande sein, das Französische sachgerecht und
situationsgemäß entsprechend ihren Mitteilungsabsichten zu verwenden.

Leseverstehen:

  Die Schüler sollen französische Originaltexte lesen und verarbeiten
können.

Schriftlicher Ausdruck:

  Die Schüler sollen imstande sein, sich sachgerecht und
situationsgemäß entsprechend ihren Mitteilungsabsichten auszudrücken,
vor allem in solchen Texten, die ihnen zur Kommunikation dienen
könnten.

2. Einsichten in das Funktionieren der Sprache als Mittel der
Kommunikation und ihre Beziehung zur außersprachlichen Wirklichkeit:

  Die Schüler sollen zum Verständnis der Beziehungen der sprachlichen
Äußerungen und ihrer Gebundenheit an bestimmte Situationen gebracht
werden.

  Die Schüler sollen imstande sein, Sprechintentionen zu erkennen und
darauf entsprechend zu reagieren.

  Die Schüler sollen imstande sein, wesentliche Unterschiede zwischen
dem Französischen und dem Deutschen bzw. einer weiteren Fremdsprache
zu erkennen.

3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landes- und Kulturkunde
Frankreichs und der übrigen französischsprechenden Länder,
einschließlich
Literatur:

  Die Schüler sollen - im Sinne einer Erziehung zu europäischer
Gesinnung und Weltoffenheit - imstande sein, sich mit aktuellen
Problemen Frankreichs und der übrigen französischsprechenden Länder
unvoreingenommen auseinanderzusetzen. Ziel ist ein kritisches, von
Klischees möglichst freies, auf Grund neuer Erkenntnisse und
Erfahrungen jederzeit veränderbares Bild des anderen, aber auch des
eigenen Kulturbereiches.

4. Lern- und Arbeitstechniken:

  Die Schüler sollen sich grundlegende Lern- und Arbeitstechniken
aneignen, die sie zum selbständigen Spracherwerb befähigen; dazu
gehören ua. die Benützung eines Wörterbuches und anderer
Nachschlagwerke, der Umgang mit audio-visuellen Medien, die
Fähigkeit, Probleme richtig zu erkennen.

Lehrstoff:

5. Klasse (3 Wochenstunden,
      am Oberstufenrealgymnasium 4 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Verstehen verschiedener locuteurs natifs unter ungestörten
Bedingungen bei normaler Sprechgeschwindigkeit in Alltagssituationen.
Erkennen verschiedener Sprachniveaus in häufigen Wendungen und
typischen Aussprachegewohnheiten. Verstehen von kurzen, altersgemäßen
Gesprächen, Interviews, Berichten und leichteren Kommentaren in der
natürlichen Sprechsituation und bei der Vermittlung über
audio-visuelle Medien.

Sprechen:

  Bewältigung von Alltagssituationen. Darstellung von Sachverhalten,
Wiedergabe von Gehörtem und Gelesenem, Erzählen von Erlebtem,
Gefühlsäußerung, persönliche Stellungnahme, Argumentieren.

Leseverstehen und Lesen:

  Beherrschung grundlegender Techniken der Sinnerschließung
(unbekannte Wörter, Textteile); Global-, Detailverstehen
authentischer Sachtexte sowie literarischer Texte, die sich auf Grund
ihres Aufbaues sowie ihrer sprachlichen und inhaltlichen
Beschaffenheit zur Anwendung dieser Techniken besonders eignen.

Schreiben:

  Sicherheit in der französischen Rechtschreibung. Fähigkeit, mit
Französischsprechenden schriftlich in Kontakt zu treten, und zwar in
verschiedenen Situationen des privaten und öffentlichen
Alltagslebens. Sicherheit in der Unterscheidung zwischen discours
ecrit und discours parle. Beherrschung der Ausdrucksformen des
discours ecrit (Nominal- und Partizipialkonstruktionen,
Infinitivkonstruktionen, logische Verknüpfungen usw.). Fähigkeit,
Sachverhalte darzustellen, Gehörtes und Gelesenes wiederzugeben bzw.
zusammenzufassen, Erlebtes zu erzählen, Gefühle zu äußern, persönlich
Stellung zu nehmen, zu argumentieren. Wichtigste
Kompositionstechniken zur Abfassung eines Textes: Gestaltung einer
Einleitung, des Hauptteiles, des Schlusses. Wichtigste
Verknüpfungsmöglichkeiten von Sätzen und Abschnitten unter Beachtung
der jeweiligen Schreibsituation.

Lerninhalte:

Kommunikationssituationen und Themenbereiche:

  Die schon aus der Unterstufe her bekannten Situationen und
Themenbereiche aus dem Alltag sind wiederaufzunehmen und altersgemäß
zu erweitern, das argumentative Element ist in den Vordergrund zu
stellen, auf konfliktuelle Momente und deren Bewältigung ist großer
Wert zu legen.

Auseinandersetzung mit folgenden Themen:

  Sport, Reisen, Hobbies, Familie, Freunde, Schule; ein oder zwei
französische Regionen (modellhafte Erarbeitung einiger wichtiger
Probleme dieser Regionen; dabei Vergleiche mit österreichischen
Verhältnissen). Authentische, speziell für diese Altersstufe
konzipierte Texte aus den Medien (Jugendzeitschriften, Sendungen aus
Hörfunk und Fernsehen), einfachere literarische Texte, vor allem
Erzählungen, Novellen und kurze Theaterstücke (vollständig oder in
Auszügen); Chansons.

  Privatlektüre in angemessenem Umfang ist zu empfehlen und zu
fördern.

Sprachliche Mittel:

  Zur Bewältigung der genannten Kommunikationssituationen und
Themenkreise benötigt der Schüler folgende sprachliche Mittel:

  Phonetik:

  Hören und Sprechen wie in der Unterstufe unter Beibehaltung der
phonetique corrective mit besonderer Berücksichtigung der intonation
expressive. Bei lautem Lesen besondere Beachtung der phonetischen
Varianten (liaison/ö/phonetische Assimilationen, groupes rythmiques);
satzgebundene und satzübergreifende Intonationskurven. Lesen der
Lautschrift zur Klärung von Ausspracheproblemen und für die Benützung
des Wörterbuches.

  Wortschatz:

  Ausgehend vom Grund- und Aufbauwortschatz der Unterstufe, wird die
Auswahl der einzelnen Wortschatzgebiete von den jeweiligen
Themenbereichen und Kommunikationssituationen bestimmt. Spezifischer
Wortschatz zur Darstellung von Sachverhalten, zum Erzählen von
Erlebtem, zur Gefühls- und Meinungsäußerung, zur persönlichen
Stellungnahme. Discours rapporte zur Wiedergabe von Gehörtem und
Gelesenem. Erste Einführung des Vokabulars zur Analyse von Texten.
Nach Sprachniveaus differenzierter Wortschatz (langue
familiere/vs/langue soutenue). Kontextgebundene Synonyme (vor allem
der Schlüsselwörter eines Textes). Gebrauch des einsprachigen und des
zweisprachigen Wörterbuchs.

  Grammatik:

  Vertiefung und Erweiterung der neuen Kenntnisse nach
Begriffskategorien und kommunikativen Funktionen. Besonderer Wert ist
zu legen auf
- die spezifischen Kennzeichen der gesprochenen Sprache: Verneinung,
  Frage, Extraposition usw.
- die spezifischen Kennzeichen der Schriftsprache: Nominalisierung,
  Apposition, Partizipial- und Infinitivkonstruktionen
- die sprachlichen Mittel zum Aufbau eines Textes der gesprochenen
  und der geschriebenen Sprache: logische und zeitliche
  Gliederungselemente, vor- und rückverweisende Elemente, Verwendung
  der Zeiten der Vergangenheit.

  Ausgehend von einer systematischen Fehleranalyse verstärkter
Einsatz einer korrektiven Grammatik.

Schriftliche Arbeiten:

  Schul- und Hausübungen zur Festigung des Unterrichtsertrages.

  Schularbeiten.

6. Klasse (3 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Wie 5. Klasse. Darüber hinaus Globalverstehen von kürzeren,
leichteren authentischen Gesprächen, Interviews, Berichten und
Kommentaren, bereits nach einmaligem Hören. Analysierendes
Hörverstehen von Textabschnitten nach einmaligem Hören: Erkennen der
Intention des Sprechenden, einige wenige Merkmale seiner
Individualität. Erkennen der typischen Merkmale des discours parle,
Unterscheidung einiger wesentlicher Merkmale der verschiedenen
Sprachniveaus (Wortwahl, Syntax, Akzent).

Sprechen:

  Wie 5. Klasse. Darüber hinaus Beherrschung der grundlegenden
Fertigkeiten zur Argumentation in gelenkten Diskussionen über
erarbeitete Inhalte.

Leseverstehen und Lesen:

  Lesetechniken wie in der 5. Klasse, jedoch bei gesteigerten
Anforderungen in bezug auf Umfang, Aufbau, sprachliche und
inhaltliche Beschaffenheit der Texte. Analysierendes Lesen zum
Erkennen der Textaussage, der Intention sowie der spezifischen
Merkmale eines Textes.

Schreiben:

  Wie 5. Klasse. Dazu Fähigkeit, Sachverhalte unter verschiedenem
Blickwinkel und unter veränderten formalen Anforderungen darzustellen
bzw. zu erörtern. Grundlegende Fertigkeiten zum Verfassen eines
commentaire dirige (gelenkter Textkommentar: resume anhand von
Leitfragen, Neuformulierung von Textteilen, changement de registre
usw.). Beherrschung der für die Textkommentierung notwendigen
Termini. Stichwortartige Mitschrift.

Lerninhalte:

Kommunikationssituationen und Themenbereiche:

  Die Kommunikationssituationen bleiben ebenso wie die
Begriffskategorien (das sprachliche Material, um Eigenschaften und
Beziehungen auszudrücken) ihrer Natur gemäß grundsätzlich gleich.
Eine fortschreitende Ausdifferenzierung ihrer sprachlichen
Verwirklichung tritt ein durch
- komplexere und abstraktere Themenbereiche,
- den nuancierten Ausdruck von Redeabsichten und Gefühlen,
- die zu fordernde sprachliche Bewältigung einer längeren
  zusammenhängenden Gedankenfolge,
- erhöhte Verfügbarkeit im sprachlichen Ausdruck.

  Auseinandersetzung mit folgenden Themenbereichen:

  Probleme aus dem Erfahrungsbereich des Jugendlichen, aus dem
sozialen, wirtschaftlichen und politischen Leben, wie
Zentralismus/vs/Regionalismus, Stadt/vs/Land, Minderheiten,
Konsumgesellschaft, Arbeit und Beruf; ein oder zwei weitere Regionen
Frankreichs oder anderer französischsprachiger Länder (modellhafte
Erarbeitung einiger wichtiger Probleme), dabei Vergleich mit
österreichischen Verhältnissen.

  Texte aus den Medien, literarische Texte vorzugsweise aus dem
20. Jahrhundert, vollständig oder in Auszügen; Chansons.

  Privatlektüre wie 5. Klasse.

Sprachliche Mittel:

  Phonetik:

  Wie 5. Klasse.

  Wortschatz:

  Ausbau und Nuancierung des Wortschatzes zum discours rapporte und
zu den registres und niveaux de langue, auch der langue litteraire.
Erweiterung der Kenntnisse der Gliederungselemente mündlicher und
schriftlicher Texte. Besonderer Wert ist auf die zur Argumentation
notwendigen lexikalischen Elemente zu legen:

  zur Organisation eines Diskussionsbeitrages: exposer, s'expliquer,
illustrer, donner un exemple,

  der Sprechakte: donner son avis, conceder, protester, persuader,
intervenir usw.,

  der Sprechstrategien: debattre, influencer, persuader, dissuader
usw.

  Grammatik:

  Fehleranalyse mündlicher und schriftlicher Texte unter besonderer
Berücksichtigung der Fehlerlinguistik. Besonderer Wert ist auf die
für die Argumentation erforderlichen semantisch-syntaktischen sowie
die textgrammatischen Elemente zu legen.

Schriftliche Arbeiten:

  Schul- und Hausübungen wie 5. Klasse.

  Schularbeiten.

  Bei freien Aufgabenstellungen kann die Benützung des Wörterbuchs
gestattet werden.

7. und 8. Klasse (je 3 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Wie 6. Klasse. Darüber hinaus analysierendes Verstehen von längeren
Textabschnitten, auch ohne Hilfestellung des Lehrers.

Sprechen:

  Erweiterung und Vertiefung der in der 6. Klasse erworbenen
Fertigkeiten. Darüber hinaus freie Diskussion über erarbeitete
Inhalte, auch ohne Hilfestellung des Lehrers. Fähigkeit,
Wahrnehmungen, Hinweise und Urteile im Zusammenhang mit der
Textrezeption und bei der gemeinsamen Abfassung von Texten zu
formulieren.

Leseverstehen und Lesen:

  Wie 6. Klasse. Ausbau des analysierenden Lesens und der dazu
erforderlichen texterschließenden Verfahren, Herstellen von
Querverbindungen zu anderen Texten, auch nichtfranzösischen
(Textvergleich).

Schreiben:

  Wie 6. Klasse. Dazu Commentaire dirige. Fähigkeit, eine
Sachdokumentation (,,Dossier'') schriftlich auszuwerten. Bericht über
Ergebnisse von Gruppen- und Einzelarbeit.

Lerninhalte:

Kommunikationssituationen und Themenkreise:

  Wie 6. Klasse. Dazu Themenkreise wie Frankreichs Stellung in Europa
und in der Welt, die französischsprachigen Gebiete außerhalb
Frankreichs ua.

  Neben Sachtexten literarische Texte (Auszüge und Ganzschriften)
vornehmlich aus dem 20. Jahrhundert, fallweise aus früheren
Jahrhunderten, gegebenenfalls unter Einbeziehung des historischen
Hintergrunds. Privatlektüre wie in der 6. Klasse.

Sprachliche Mittel:

  Phonetik:

  Wie 6. Klasse

  Wortschatz:

  Wie 6. Klasse, dazu Vertiefung und Erweiterung der erforderlichen
lexikalischen Elemente zur Argumentation (Diskussion), zur
Textgrammatik, zum Commentaire dirige und zum ,,Dossier'', zur
spezifischen Behandlung literarischer Texte, zur Gruppenarbeit.

  Grammatik:

  Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse im Bereich der Stilistik
sowie der Satz- und Textgrammatik.

Schriftliche Arbeiten:

Schul- und Hausübungen.

Schularbeiten.

  In der 7. und in der 8. Klasse ist bei freien Aufgabenformen die
Benützung des Wörterbuchs zu gestatten.

Didaktische Grundsätze:

Rezeptive und produktive sprachliche Fertigkeiten:

  Sprachliche Kompetenz umfaßt sowohl rezeptive als auch produktive
Fertigkeiten (Hören-Lesen/Sprechen-Schreiben). Wie bei der
Muttersprache ist der Bereich der rezeptiven Kompetenzen um ein
Vielfaches größer als der der produktiven Kompetenzen; jeder
Sprachbenützer kann mehr verstehen als mündlich oder schriftlich
ausdrücken. Beim Fremdsprachenerwerb kann vieles, was sprachlich
nicht (unmittelbar) verstanden wird, durch diverse Verfahren dank der
Erfahrung, dem Wissen, der muttersprachlichen und anderssprachlichen
kommunikativen Kompetenz erschlossen werden. Diese Tatsache gilt auf
allen Lernstufen und für alle sprachlichen Bereiche (Wortschatz,
Strukturen, Sprechintentionen) und bietet eine wertvolle methodische
Hilfe. So brauchen die meisten Textsorten von den Schülern bloß
verstanden, nicht aber produziert werden. Viele Formen, Strukturen,
Wörter und Wendungen müssen zwar im Zusammenhang verstanden, vom
Schüler selbst aber nicht verwendet werden (zB passe simple oder
,,avoir beau faire'' usw.). Hingegen ist es in vielen Fällen für das
Verstehen eines Textes nicht erforderlich, den Subjonctif als solchen
zu erkennen, obwohl die Schüler ab einer gewissen Lernstufe imstande
sein müssen, Subjonctifformen zu bilden und zu verwenden.

  Sowohl die rezeptiven als auch die produktiven Fertigkeiten müssen
ausreichend erarbeitet und geübt und bei der Leistungskontrolle in
etwa gleichem Maße berücksichtigt werden. Zum Erwerb der produktiven
Fertigkeiten ist die kreative Selbsttätigkeit der Schüler unerläßlich
und daher in besonderem Maße anzuregen.

1. Die vier sprachlichen Grundfertigkeiten:

  Das vom Lehrer und vom Lehrwerk dargebotene Französisch hat sich an
authentischer Gegenwartssprache zu orientieren. Die zu didaktischen
Zwecken erstellten Texte sollen authentischen Texten soweit wie
möglich angenähert sein und allmählich durch authentische Texte
abgelöst werden. Zur Übung des Hörverstehens und des Leseverstehens
sind in möglichst hohem Maße von Anfang an authentische Texte
heranzuziehen. Die Darbietung der langue parlee hat dabei weitgehend
durch locuteurs natifs zu erfolgen (Tonträger, Video, Assistenten).

  Im Unterricht sollen sich Lehrer und Schüler vorwiegend der
Fremdsprache bedienen. Der Einsatz der Muttersprache erfolgt, soweit
erforderlich,
- bei Arbeitsanweisungen,
- zur Bedeutungserschließung,
- bei kognitiven Lernprozessen:
  Klärung von Kommunikationssituationen,

  Darlegung grammatischer Probleme, Aufbau von Texten
(Textgrammatik), Textvergleich usw.,
- durch fallweises Übersetzen zur Sicherung des Verständnisses
  schwieriger Sätze und Satzteile und als Mittel des Sprachvergleichs
  (unter Umständen unter Beibehaltung der fremdsprachlichen
  Struktur); gelegentlich zur Einübung bestimmter Strukturen und
  Idiomatismen,
- durch gelegentliches Rückübersetzen zur Selbstkontrolle des
  Schülers und als Mittel des Sprachvergleiches,
- zur Überprüfung des Global- und des selektiven Detailverstehens.

Hörverstehen:

Die Schulung des Hörverstehens dient:
- der Entwicklung des phonetisch richtigen Hörens,
- der Vorbereitung des phonetisch richtigen Sprechens,
- dem Erfassen des Wesentlichen eines Textes (Globalverstehen)
- dem Erfassen von Einzelinformationen (Detailverstehen).

  Das Hörverstehen ist vom Anfang an intensiv zu üben. Dazu sind nach
Möglichkeit authentische Texte heranzuziehen bzw. solche, die von
locuteurs natifs mit möglichst natürlicher Aussprache und in normaler
Sprechgeschwindigkeit gesprochen werden. Die Darbietung erfolgt vor
allem mit Hilfe von Tonträgern, da diese die Lautung stets
unverändert wiedergeben.

Folgende Hauptschwierigkeiten sind dabei zu beachten:

  Schüler, die eine Fremdsprache lernen, nehmen zunächst die
fremdsprachlichen Laute nicht in ihrer spezifischen Form wahr,
sondern filtrieren sie durch das Lautsystem ihrer Muttersprache
oder/und anderer Fremdsprachen. Deshalb hören sie gewisse
bedeutungsdifferenzierende Unterschiede zwischen den einzelnen Lauten
nicht.

  Dasselbe gilt für Intonation und Rhythmus, die ebenfalls von jenen
der Muttersprache und anderer Fremdsprachen verschieden sind.

  Besonderes Augenmerk ist zu richten auf die groupes rythmiques, die
liaison, das ö instable sowie Kurzformen der gesprochenen Sprache
(zB (sepa) für ,,je ne sais pas'').

  Die Unterschiede zwischen Fremdsprache und Muttersprache
hinsichtlich Artikulation, Intonation und Rhythmus müssen den
Schülern immer wieder bewußt gemacht werden.

  Zur Schulung des Hörverstehens sind grundsätzlich Texte
heranzuziehen, die tatsächlich zum Hören (perception auditive)
bestimmt sind. Die Verwendung von Texten, die zur Lektüre konzipiert
sind, ist in diesem Zusammenhang nicht zielführend.

Globalverstehen - Detailverstehen:

  Da bei authentischer Kommunikation mündliche Äußerungen in der
Regel nicht wiederholt werden, kommt der Entwicklung dieser beiden
Verstehenstechniken besondere Bedeutung zu. Ob man beim Anhören eines
Textes Globalverstehen oder Detailverstehen eines Teiles des Textes,
gewisser Textmerkmale, einzelner Informationen (reperage) oder des
gesamten Textes anstrebt, hängt von der Natur des Textes, den
Erwartungen und Bedürfnissen des Hörers bzw. dem jeweiligen
Teillernziel ab.

  Das Hörverstehen muß im Laufe der Ausbildung stets verfeinert
werden, sodaß der Schüler allmählich imstande ist, Texte bei
verschiedenen Stimmen, Artikulationsgewohnheiten individueller,
sozialer und regionaler Natur, bei verschiedenen Sprechtempos,
Sprachregistern sowie unter erschwerten Hörbedingungen zu verstehen.

Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.:
- Aufträge ausführen
- Zuordnungen treffen
- Informationen in Raster eintragen
- Übungen vrai/vs/faux
- Auswahlantworten
- Leitfragen
- Lückentexte
- Vorgabe der Textstruktur
- Neuordnung und Umformung eines Textes
- Wiedergabe der Hauptgedanken oder einzelner Details in der
  Muttersprache.

Sprechen:

Aussprache:

  Für den Gebrauch der Sprache in mündlichen
Kommunikationssituationen ist ein intensives Einüben der richtigen
Aussprache unbedingt notwendig (Tonträger, Sprachlabor, Video,
Assistent). Besonderer Wert ist dabei auf die
bedeutungsdifferenzierenden Unterschiede zwischen den einzelnen
Phonemen zu legen, die österreichischen Schülern Schwierigkeiten
bereiten wie zB die Unterscheidung zwischen stimmhaften und
stimmlosen Konsonanten, die Unterscheidung der drei Nasale der
Standardsprache, Grundintonationstypen, richtiger Sprechrhythmus
(Gliederung des Lautstromes in groupes rythmiques). Aussprachemodell
ist die gesprochene Standardsprache mit ihren typischen Sprechformen
(zB Varianten des ö instable, gewisse Kurzformen usw.) bei
natürlichem Sprechtempo. Eine zu gewählte bzw. zu umgangssprachliche
Ausdrucksweise ist zu vermeiden.

Sprachliche und außersprachliche Inhalte:

  Für die Entwicklung der Sprechfertigkeit ist von Anfang an neben
der imitativen Erarbeitung der Lehrwerktexte den kreativen
Fähigkeiten des Schülers Rechnung zu tragen, damit er nach und nach
befähigt wird, sich seinen eigenen Bedürfnissen gemäß auszudrücken.
Im Vordergrund steht der Erwerb jener sprachlichen Mittel, die für
die Sprechakte in Alltagssituationen erforderlich sind (zB Gespräche
beginnen, Kontaktaufnahme; Informationen erfragen und geben;
Erlebnisse erzählen und Vorhaben darstellen; argumentieren).

  Der mündliche Ausdruck hat sich an der gesprochenen Standardsprache
zu orientieren. Eine zu gewählte bzw. zu umgangssprachliche
Ausdrucksweise ist zu vermeiden.

Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.:
- Reproduktion und Variation von Auswendiggelerntem und Erarbeitetem
- Reaktionen auf Sprechimpulse
- Situationstransfer (Anwendung des Gelernten in abgewandelten und
  neuen Situationen)
- Klassendiskussion
- Szenisches Spiel
- Berichte, Beschreibungen, Sprechen über Bilder, Kommentare, freie
  Wiedergabe von Gelesenem und Gehörtem, Stellungnahmen usw.

Lesen und Leseverstehen:

Die Aufgaben des Lesens bestehen in der
- Förderung der Freude am Lesen
- Entwicklung der Lesefähigkeit
- Entwicklung des Leseverstehens
- Erweiterung der sprachlichen Kompetenz
- Vermittlung von Sachinformationen.

  Zur Schulung des Leseverstehens sind grundsätzlich Texte
heranzuziehen, die zur Lektüre konzipiert sind und die den Interessen
und der Reife der Schüler entsprechen, wobei die Freude am Lesen als
autonomer Tätigkeit gefördert werden soll.

Stilles Lesen /vs/ Lautes Lesen

  Wegen seiner praktischen Verwertbarkeit auch außerhalb des
Unterrichts, seinem bildenden und erzieherischen Wert kommt dem
Lesen, insbesondere dem stillen Lesen als autonomer Tätigkeit mit dem
Ziel des globalen Verstehens große Bedeutung zu.

  Das stille Lesen als Normalfall des Kontaktes mit schriftlichen
Texten mit dem Ziel des Leseverstehens ist vom Anfang an im
Unterricht zu üben. Das laute Lesen ist im allgemeinen keine Übung
zur Förderung des Leseverstehens. Es ist daher zu beschränken auf
bereits bekannte Texte nach Anhören eines Modells (Tonträger,
Assistent, Lehrer) und dient der Aussprache-, Intonations- und
Rhythmusschulung. Den Schwierigkeiten, die bei der phonetischen
Umsetzung des Schriftbildes auftreten (fälschliche Gleichsetzung der
Beziehung Grapheme-Phoneme zwischen Fremd- und Muttersprache,
ö instable, groupes rythmiques, intonation usw.) ist besondere
Aufmerksamkeit zu widmen. Dabei können graphische Hilfestellungen
erfolgen: Kennzeichnung der groupes rythmiques, Darstellung der
Intonationskurven, Streichung der nicht zu realisierenden
ö instables, Kennzeichnung der liaisons.

Globalverstehen /vs/ Detailverstehen

  Nur über das Hinführen zum Globalverstehen ist es dem Schüler
möglich, sich auch unabhängig vom Unterricht mit französischen Texten
auseinanderzusetzen. Daher ist diese Form des sinnerfassenden Lesens
in besonderem Maße zu üben. Ob man bei der Lektüre eines Textes
Globalverstehen oder Detailverstehen eines Teiles des Textes,
gewisser Textmerkmale, einzelner Informationen oder des ganzen Textes
anstrebt, hängt von der Natur des Textes, den Erwartungen und
Bedürfnissen des Lesers bzw. dem jeweiligen Teillernziel ab.

Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.:
- Zuordnungen treffen
- Informationen in einen Raster eintragen
- Übungen vrai/vs/faus
- Auswahlantworten
- Leitfragen
- Lückentexte ausfüllen
- Vorgabe der Textstruktur
- Neuordnung eines Textes
- Erkennen des Aufbaus
- Erarbeitung des/der Hauptgedanken.

Schreiben und schriftlicher Ausdruck:

  Prinzipiell sind folgende Arten des Schreibens zu unterscheiden:

Schreiben ohne Kommunikationssituation:

  es ist Mittel
- zum schriftlichen Festhalten von im Unterricht erarbeitetem
- zur Erlernung der Formen des schriftlichen Ausdrucks (Umformungen,
  Beantwortung von Fragen usw.)
- zur Festigung des Unterrichtsertrages.

Schreiben in Kommunikationssituation:

  es dient
- dem Erlernen des Abfassens von Texten zum Gebrauch in lebensnahen
  Situationen (petit mot, lettres personnelles et fonctionnelles,
  cartes postales usw.); Bewerbungsschreiben, Ansuchen, Anzeigen
- der Schulung des schriftlichen Ausdrucks und des allgemeinen
  Textverständnisses durch Abfassen von Texten anderer Art (zB fait
  divers, questionnaire, lettre ouverte usw.).

  Die Beherrschung der Rechtschreibung ist Voraussetzung für jede
Form des Schreibens und wird im Zusammenhang mit jeder
Schreibtätigkeit erarbeitet und gefestigt. Der Unterschied zwischen
discours parle und discours ecrit ist durch die Analyse von Texten,
die Eigenheiten des discours ecrit aufweisen, und durch
Gegenüberstellung dieser Texte mit documents sonores deutlich zu
machen. Auf jene Schreibformen, die der Schüler unmittelbar zur
Kommunikation verwenden kann, ist das Hauptaugenmerk zu richten. Es
sind jedoch auch solche Formen zu üben, die im allgemeinen keine
praktische Anwendung durch den Schüler finden werden (zB fait
divers). Sie ermöglichen einen besseren Einblick in die Gegebenheiten
des discours ecrit, fördern somit auch die Lesefähigkeit, regen die
Kreativität an und tragen zur Schulung des kritischen Denkens bei.

  Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.:
- Einsetz- und Zuordnungsübungen
- Diktate, Lückendiktate
- schriftliche Spiele und Rätsel
- Fragen stellen und beantworten
- Notizen machen
- Sammeln von Aussagen zu einem Thema
- Abfassen von Briefen und Postkarten mit persönlichem Inhalt bzw.
  Anfragen und Bestellungen, Berichten, Beschreibungen und kurzen
  Erzählungen
- Abfassen kurzer Texte ausgehend von Bildern, Impulswörtern und
  -texten (Erzählungen mit offenem Ende), wobei im allgemeinen von
  authentischen Modellen auszugehen ist.

2. Landes- und Kulturkunde

  Der Aufbau einer sprachlichen Kompetenz vollzieht sich anhand von
Inhalten, die dem französischsprachigen Kulturbereich entnommen sind.
Damit ist Sprachunterricht vom Anfang an auch landeskundlicher
Unterricht. Im allgemeinen wird von konkreten
Kommunikationssituationen und Texten auszugehen sein, die darin
enthaltenen landeskundlichen Inhalte sind bewußt zu machen und
fallweise zu ergänzen. Besonders geeignet zur Erarbeitung
landeskundlicher Inhalte ist die Zusammenstellung von ,,Dossiers de
civilisation''. Inhaltlich stehen die sozialen, wirtschaftlichen,
politischen und kulturellen Aspekte der Gegenwart im Vordergrund,
gegebenenfalls unter Aufzeigen der historischen Bezüge.

  Durch Vergleich zwischen den Verhältnissen in Österreich und in den
französischsprechenden Ländern ist kritisches Verständnis für
Gemeinsamkeiten sowie für das typisch Andersartige zu wecken. Dabei
sollen Klischeevorstellungen sowohl der eigenen als auch der fremden
Kultur korrigiert werden. Auch literarische Texte und Chansons
gehören zu den landes- und kulturkundlichen Inhalten. Sie tragen zur
Sensibilisierung für wesentliche Aspekte des französischsprachigen
Kulturbereiches bei.

Lektüre:

  Um die Schüler zur Lektüre von literarischen Texten zu motivieren
und zum weiteren selbständigen Lesen anzuregen, soll ihnen vor allem
eine möglichst große Vielfalt von literarischen Texten nahegebracht
werden. Durch diese Vielfalt und den gelegentlichen Vergleich mit
Gebrauchstexten können sie zugleich Einsichten in die Eigenart
französischer literarischer Texte gewinnen. Die überwiegende Leseform
ist das stille Lesen. Das laute Lesen bzw. Lesen mit verteilten
Rollen ist erst nach ausreichender Erarbeitung eines Textes sinnvoll.

  Längere Ganzschriften sollen die Schüler überwiegend außerhalb der
Unterrichtszeit lesen, wobei ihnen Lesehilfen zB in Form von
Leitfragen zu Sprache und/oder Inhalt gegeben werden können. Im
Unterricht sind nur ausgewählte Textstellen zu erarbeiten.

Wege zum Textverständnis:

  Die sprachliche Arbeit dient in erster Linie dem Textverständnis
sowie dem Erwerb der sprachlichen Mittel, die für die Besprechung
literarischer Texte benötigt werden. Der Text soll nicht Vorwand für
reine Wortschatz- und Grammatikerklärungen bzw. -übungen sein. Für
die analytische bzw. interpretative Arbeit kann im Maße des unbedingt
Notwendigen die Muttersprache herangezogen werden. In der Phase der
Festigung soll jedoch stets die Rückführung zur Fremdsprache
erfolgen.

Lesen:

  Bereits beim ersten Lesen soll der Schüler bewußt Leseabsichten
verwirklichen, also aktiv sein durch sein Mitdenken, Mitfühlen, seine
Fragen an den Text, seine Stellungnahme zum Text, sein Urteil über
Inhalt und Form des Textes. Um diese Aktivität zu ermöglichen und zu
fördern, kann der Lehrer bereits die erste Lektüre je nach Text und
Lernziel durch geeignete Aufgabenstellungen wie zB Lückentexte,
Umorganisation eines Textes, offenen Schluß usw. vorbereiten.

Textanalyse und -interpretation:

  Auch diese Phase der Arbeit mit dem Text soll die Aktivität und
Kreativität des Schülers in den Vordergrund stellen. Dem Schüler
sollen daher keine fertigen Interpretationsmodelle geboten werden,
vielmehr ist die Analyse und Interpretation als dialektischer Prozeß
zu sehen, wobei die Toleranz des Lehrers gegenüber der individuellen
Auseinandersetzung des Schülers mit dem Text sehr wesentlich ist.
Deshalb wird im allgemeinen die Behandlung einzelner Aspekte des
Textes zu dessen Verständnis ausreichen.

Textproduktion:

  Fallweise können einzelne Texte auch schriftlich oder mündlich
vor-, um- und nachgestaltet werden: reconstitution, Abfassung von
Texten nach vorgegebenen Textmustern (pastiche), Veränderung des
Standortes oder der Gattung, resume usw.

Vergleichende Lektüre:

  Die vergleichende Lektüre literarischer Texte bzw. Textauszüge soll
die verschiedenartige Behandlung gleicher Stoffe in verschiedenen
Epochen bzw. durch verschiedene Autoren aufzeigen. Auch formale
Aspekte, wie etwa unterschiedliche Textsorten (Tagebuch, Brief,
Theaterstück, Drehbuch, Erzählung, Gedicht) können die Grundlage
eines Vergleiches bilden. Das Lesen literarischer Proben aus
verschiedenen Epochen dient daher in erster Linie der
Sensibilisierung für das Charakteristische einzelner Strömungen und
Autoren und nicht der systematischen Darbietung der
Literaturgeschichte.

3. Einsichten in das Funktionieren der Sprache als Mittel der
Kommunikation

  Die formalen Aspekte der Sprache (Morphologie, Syntax,
Textgrammatik) sind vor allem in Hinblick auf ihre kommunikative
Funktion zu sehen. Dem Schüler soll anhand des jeweiligen
Lernmaterials bewußt gemacht werden, daß sprachliche Äußerungen von
der Situation, in der sie gemacht werden, abhängig sind. Er soll
erkennen, daß einerseits jeder Sprechakt durch verschiedenartige
sprachliche Äußerungen verwirklicht werden kann (zB ,,dire de fermer
la fenetre'': ,,Tu peux fermer la fenetre?'', ,,Vous seriez gentil de
fermer la fenetre'', ,,Il fait froid ici?'' usw.), daß andererseits
eine sprachliche Äußerung verschiedenen Sprechintentionen dienen kann
(zB ,,Ca va'' kann heißen: ,,Ca va bien?'', ,,Ce que je fais, ca te
plait?'', ,,Ca suffit!'' usw.). Damit lernt der Schüler,
Sprechintentionen zu verwirklichen bzw. sie zu erkennen und
entsprechend darauf zu reagieren.

  Ferner kann das Verständnis für das Funktionieren von Sprache durch
Sprachvergleich vermittelt werden: Interner Sprachvergleich fördert
das Verständnis dafür, wie Beziehungen innerhalb einer Sprache zum
Ausdruck kommen können (zB ,,du lait'' - ,,un peu de lait''; - ,,j'ai
besoin d'un crayon'' - ,,il me faut un crayon'' usw.), externer
Sprachvergleich hingegen zeigt, wie verschiedene Sprachen mit
verschiedenen lexikalischen und formalen Mitteln gleiche oder
ähnliche Inhalte ausdrücken.

  In diesem Zusammenhang ist die Kreativität der Schüler immer wieder
anzuregen. Geeignete Mittel dazu sind ua. das Erfinden eines Dialogs
zu den Bildserien von AV-Lehrgängen, das Variieren einzelner
Dialog-Repliken (,,paraphrases situationnelles''), das Erfinden von
Dialogen in geänderten Situationen. Die ,,travail sur paraphrase'',
die Erarbeitung von Texten in geänderten Situationen sind auch im
Bereich des Schriftlichen zu üben.

  Grundsätzlich ist die kognitive Durchdringung des Sprachaufbaues
und des Funktionierens von Sprache zum Erlernen der Fremdsprache
notwendig. Aus lernökonomischen und lernpsychologischen Gründen ist
daher ein systematischer Grammatikunterricht (,,kognitive
Grammatik'') erforderlich, wobei jedoch die Sprachbetrachtung im
Dienste der Sprachbeherrschung stehen soll.

Querverbindungen:

  Querverbindungen vom Französischen sind grundsätzlich zu allen
Unterrichtsgegenständen möglich und wünschenswert. Sie können sowohl
durch die Hereinnahme von Kenntnissen, Fertigkeiten, Erfahrungen und
Informationen aus anderen Gegenständen in den Französischunterricht
als auch durch gemeinsame Unterrichtsplanung zweier oder mehrerer
Gegenstände verwirklicht werden.

  Dazu bieten sich vor allem die anderen Sprachgegenstände an. Aus
dem Deutschunterricht sind vor allem jene Kenntnisse und Fertigkeiten
heranzuziehen, die mit dem bewußten Einsatz der
Kommunikationstechniken und -mittel im Zusammenhang stehen,
desgleichen Techniken des Leseverstehens, der Textanalyse wie im
allgemeinen der rezeptive und produktive Umgang mit den verschiedenen
Textsorten. Die Analyse französischer literarischer Texte kann im
Rahmen des Deutschunterrichts vertieft, der Vergleich mit anderen
literarischen Texten durchgeführt werden. Die im Lateinunterricht
erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten können im
Französischunterricht ebenfalls beständig herangezogen werden:
verwandte Wörter, syntaktische Eigenheiten (zB Übereinstimmung des
Adjektivs, das ne expletif, der subjonctif usw.). Auch die
Herstellung von Beziehungen zwischen den Literaturen der beiden
Sprachen kann sich dort und da als fruchtbar erweisen.

  Der Vergleich des Französischen mit dem Deutschen bzw. mit den
übrigen in der Schule unterrichteten Fremdsprachen sollte stets -
implizit oder explizit - gegenwärtig sein. Der Gefahr von Interferenz
sollte entgegengewirkt werden.

  Die in den anderen Unterrichtsgegenständen erworbenen Kenntnisse,
Fertigkeiten und Erfahrungen tragen zum besseren Verständnis der Hör-
und Lesetexte bei und fördern die richtige Anwendung des
Französischen in den verschiedenen Kommunikationssituationen.

Das Lehrwerk:

  Grundlage für den Unterricht ist der Lehrplan (Ziele, Inhalte,
Progression, Didaktische Grundsätze usw.).

  Das Lehrwerk (,,Lehrbuch'' mit Ergänzungen wie Arbeitsbuch,
grammatisches Beiheft, audio-visuelle Materialien usw.) ist ein
Hilfsmittel zur Erreichung der Bildungs- und Lehraufgaben des
Lehrplans. Weder ist von einem Lehrwerk zu erwarten, daß es alle
Bereiche, die der Lehrplan vorsieht, abdeckt; noch ist der Lehrer
verpflichtet, alles im Unterricht zu berücksichtigen, was im Lehrwerk
aufscheint.

  Das Lehrwerk kann den Bedürfnissen des Unterrichts folgend
abgeändert, gekürzt und ergänzt werden. Zur Erfüllung des Lehrplans
und zur besseren Motivation ist die Heranziehung von
Zusatzmaterialien unerläßlich (aktuelle Texte aus den Medien,
literarische Texte, bandes dessinees, Diapositive, Filme, Video,
Tonbandaufnahmen usw.). Dabei ist darauf zu achten, daß für die
Schüler hinsichtlich der Anforderungen keine Unklarheiten entstehen.

Arbeitsformen

  Die Arbeitsformen im Fremdsprachenunterricht sind jeweils
- der Erarbeitung der Lerninhalte
- der Sicherung und
- Kontrolle des Unterrichtsertrages
- dem Erwerb von Techniken zum selbständigen Spracherwerb
anzupassen. Sie sind so zu wählen, daß jeder Schüler aktiviert und
seine Kreativität gefördert wird. Sie müssen ferner im Einklang mit
den jeweiligen Teillernzielen stehen. Dem Frontalunterricht sind im
allgemeinen dialogische und kollektive Unterrichtsformen bzw.
Einzelarbeit vorzuziehen, die Korrektur durch die Mitschüler ist zu
fördern.

  Die Schüler sollen im Rahmen aller Arbeitsformen zum kritischen und
selbständigen Gebrauch der Lernhilfen (Lehrwerk, verschiedene
Lernmaterialien, Nachschlagwerke jeder Art, vor allem ein- und
zweisprachiger Wörterbücher, Grammatiken usw.) erzogen werden.

  Zur Sicherung des Unterrichtsertrages ist den mündlichen und
schriftlichen Übungen und dem Wiederholen (Automatisierung)
breitester Raum zu widmen. Die laufende Kontrolle des
Unterrichtsertrages ist unerläßlich, und zwar zur Kontrolle und
Selbstkontrolle der Schüler sowie zur Selbstkontrolle des Lehrers.
Schriftliche Übungen sind in geeigneter Form zu korrigieren.

  Folgende Arbeitsformen - gegebenenfalls unter Einsatz
audio-visueller Hilfsmittel und/oder des Lerncomputers - bieten sich
an:

Schülergespräch:

  Die Gesprächsinitiative ist soweit wie möglich den Schülern zu
überlassen. Der Lehrer greift nur ein, um Anweisungen zu erteilen, um
die erforderlichen sprachlichen Mittel bereitzustellen und um zu
korrigieren.

Lehrer-Schüler-Gespräch:

  Die Aufgabe des Lehrers ist es vor allem, die nötigen Stimuli und
Gesprächsanleitungen zu geben.

Rollenspiel und szenische Darstellung:

  Reicht von der wörtlichen Wiederverwendung vorgegebener Dialoge bis
zur spontanen Gesprächserfindung. Dieser Arbeitsform kommt zur
Erlangung einer kommunikativen Kompetenz besondere Bedeutung zu.
Deshalb sollte sie auch mit den weniger spielfreudigen Altersstufen
immer wieder eingesetzt werden.

Sprachspiele und Wettbewerbe

Partner- und Gruppenarbeit:

  Fördert soziales Arbeitsverhalten (Teamwork) und eignet sich
besonders zur Einübung von Strukturen (Mikrokonversationen), zur
Ausarbeitung von Kurzdialogen, zur Erarbeitung und Ausarbeitung von
Texten, zur Zusammenstellung von ,,Dossiers de civilisation'' usw.
Die Gruppengröße soll im allgemeinen vier Schüler nicht übersteigen.

Einzelarbeit des Schülers:

  Verschiedene schriftliche Übungen, stilles Lesen, stichwortartige
Mitschrift, gelegentliches Übersetzen usw.

  Kurze Redeübungen (mündliches Expose). Vorübung zum freien
Sprechen.

  Das Expose ist eine kurze, persönlich formulierte Darbietung von
Erlebtem, Gelesenem und Gehörtem sowie der eigenen Meinung, frei oder
mit Hilfe eines Stichwortkonzeptes. Das Vorlesen oder Aufsagen fertig
formulierter Texte widerspricht dem Zweck dieser Arbeitsform.

Lehrervortrag:

  Vor allem zur Darbietung von Lerninhalten, die durch andere
Arbeitsformen nicht auf ökonomische und effizientere Weise vermittelt
werden können.

  Zur Aufrechterhaltung des Interesses sind die Arbeitsformen zu
variieren. Arbeitsaufträge müssen stets klar sein, ihre Durchführung
darf die Schüler weder von der Sprache noch vom Inhalt her
überfordern.

Progression

  Die Progression im Bereich der sprachlichen Mittel richtet sich
nach der Häufigkeit der sprachlichen Elemente, nach den
Erfordernissen der jeweiligen Kommunikationssituation bzw.
Unterrichtssituation und nach lernökonomischen Erwägungen
(aufsteigend vom Leichteren zum Schwierigeren). Neben der
systematischen Progression, wie sie der Lehrplan vorsieht, kann die
Vorwegnahme einzelner Elemente aus späteren Progressionsstufen
erforderlich sein, ohne daß jedoch diese Elemente in Systeme
eingeordnet werden müssen (zB ,,Je voudrais'' ohne die Kategorie
,,conditionnel''; ,,gerondif'' ohne die Kategorie ,,participe
present''). Andererseits wird sich aus lernpsychologischen Gründen
die Darbietung solcher Elemente in kleinsten Teilsystemen anbieten.
Das heißt natürlich nicht, daß diese Einzelelemente bzw. kleinsten
Teilsysteme stets sofort eingeübt werden oder Gegenstand von
Leistungsprüfungen sein sollen.

  Mit zunehmenden Kenntnissen und Fertigkeiten tritt das Kriterium
der Häufigkeit immer mehr in den Hintergrund. Die Grundtypen der
Kommunikationssituationen bleiben im wesentlichen dieselben, doch
ergibt sich eine Steigerung der sprachlichen Kompetenz der Schüler
durch
- komplexere und abstraktere Themenbereiche
- erhöhte Anforderungen beim Verstehen von Hör- und Lesetexten
  (genaueres Verstehen schwieriger und/oder längerer Texte, eventuell
  erschwerte Hörbedingungen usw.)
- den nuancierteren Ausdruck von Redeabsichten und Gefühlen,
- die sprachliche Bewältigung einer längeren zusammenhängenden
  Gedankenfolge,
- erhöhte Verfügbarkeit und Geläufigkeit im sprachlichen Ausdruck.

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Am Oberstufenrealgymnasium:
  In der 5. Klasse soll durch eine den Kenntnissen der Schüler
angepaßte Wiederholung des wesentlichen Lehrstoffs der Unterstufe
gesichert werden, daß von einem einigermaßen gleichen Kenntnisniveau
zur Bewältigung des Lehrstoffs ausgegangen werden kann.
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