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 Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache (vertiefend)

Italienisch

Italienisch als ERSTE lebende Fremdsprache (siehe unten)
Italienisch als  ZWEITE lebende Fremdsprache

 

Italienisch als ERSTE lebende Fremdsprache

 Allgemeiner Teil des Lehrplans


Bildungs- und Lehraufgabe:

  Der Unterricht in Italienisch soll zum Erreichen der folgenden
Ziele beitragen, die sowohl fachspezifische als auch
fächerübergreifende Aspekte enthalten.

1. Beherrschung sprachlicher Fertigkeiten

  Grundkenntnisse in der Sprache, die die Schüler befähigen,
Informationen aus verschiedenen Bereichen aufzunehmen, zu verarbeiten
und dazu Stellung zu nehmen, dh. zu einer verständnisvollen und
lebendigen Auseinandersetzung mit italienischer Sprache und Kultur zu
gelangen. Es soll demnach die Fertigkeit erreicht werden, die
italienische Sprache mündlich und schriftlich (Sprechen -
Hörverstehen - Lesen - Schreiben) als Verständigungsinstrument zu
benützen, dh. sich mit italienisch sprechenden Partnern zu
verständigen und Sachverhalte und Gedankengänge mündlich und
schriftlich zu kommentieren, sowie persönliche Vorstellungen,
Meinungen, Urteile mündlich und schriftlich darzulegen. Sie sollen
befähigt werden, in der Diskussion Ansichten situationsgerecht zu
formulieren und Sachverhalte aus dem eigenen Erlebnisbereich
schriftlich und mündlich auszudrücken. Sie sollen die Fähigkeit
erwerben, das Italienische hörend und lesend zu verstehen und
mündlich und schriftlich anzuwenden.

2. Das Funktionieren der Sprache als Mittel der Kommunikation

  Durch kommunikatives Beschäftigen mit der Sprache sollen die
Schüler zum Verständnis der sprachlichen Strukturen des Italienischen
und deren Situationsbedingtheit hingeführt werden. Sie sollen
erkennen, daß bestimmte Situationen bestimmte sprachliche Strukturen
verlangen.

3. Landes- und Kulturkunde

  Die Beschäftigung mit landeskundlichen Aspekten ist eine
wesentliche Aufgabe des Fremdsprachenunterrichtes, weil ohne
Kenntnisse der entsprechenden Zusammenhänge eine angemessene
Handhabung der Sprache nicht möglich ist. Die Schüler sollen befähigt
werden, Sachverhalte und Probleme in ihrer Vielschichtigkeit, ihren
Ursachen, Zusammenhängen und Folgen zu erfassen. So soll ihre
Bereitschaft zu kritischer Toleranz gefördert und ihr Verständnis für
das Anderssein eines Volkes geweckt werden.

  Die Schüler sollen sich zumindest ansatzweise mit Gegebenheiten des
kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens
Italiens in Form von Dialog, Argumentation und Diskussion mündlich
und schriftlich auseinandersetzen. Gewonnene konkrete
Einzelinformationen sollen verarbeitet, miteinander in Beziehung
gesetzt werden und Einsichten in das Leben Italiens ermöglichen.
Bezüge zu Österreich und anderen Ländern sollen nach Möglichkeit
hergestellt werden, um die Schüler zu einer weltoffenen Gesinnung zu
führen. Dies soll in den Schülern die Bereitschaft wecken, den
Menschen anderer Sprachgemeinschaften aufgeschlossen und möglichst
frei von Vorurteilen und Klischeevorstellungen zu begegnen, ihr Land
kennenlernen und sich um ein Verstehen ihrer Kultur, ihrer Denk- und
Verhaltensweise zu bemühen.

4. Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken

  Die Schüler sollen dazu geführt werden, eigene Arbeitstechniken zu
entwickeln und sich selbständig Informationen zu beschaffen; dabei
wird der Schwerpunkt auf einer sachgerechten Nutzung der
Informationsquellen liegen, dh. die Schüler sollen zB in der Lage
sein, eine Auswahl zu treffen sowie Manipulation zu erkennen.

  Weiters sollen sie sich auch die Fähigkeit aneignen, auf anderen
Gebieten bereits erworbene Kenntnisse und Arbeitstechniken im
Italienischunterricht anzuwenden, bzw. Arbeitstechniken des
Italienischunterrichtes auch fachübergreifend einzusetzen.

  Im Sinne des Erwerbs einer höheren Allgemeinbildung sollen die
Schüler zu der Einsicht gelangen, daß Literatur als verarbeitete
Lebenserfahrung, als Ausdruck eines Weltbildes ihren persönlichen
Erfahrungshorizont erweitert. Die Unterweisung in grundlegenden Lern-
und Arbeitstechniken soll die Schüler befähigen, in der Folge
wissenschaftliche Studien aufzunehmen.

Lehrstoff:

5. Klasse (3 Wochenstunden,
      am Oberstufenrealgymnasium 4 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Verstehen verschiedener Sprecher (native speakers) unter
ungestörten Bedingungen bei normaler Sprechgeschwindigkeit in
Alltagssituationen. Verstehen von kurzen, altersgemäßen Gesprächen,
Interviews, Berichten und leichteren Kommentaren in der natürlichen
Sprechsituation und bei der Vermittlung über audio-visuelle Medien.

Sprechen:

  Bewältigen von Alltagssituationen. Darstellung von Sachverhalten,
Wiedergabe von Gehörtem und Gelesenem. Erzählen von Erlebtem,
Gefühlsäußerung, persönliche Stellungnahme, Argumentieren.

Leseverstehen und Lesen:

  Beherrschen grundlegender Techniken der Sinnerschließung
(unbekannte Wörter, Textteile; Global-, Detailverstehen authentischer
Sachtexte sowie literarischer Texte, die sich aufgrund ihres Aufbaues
sowie ihrer sprachlichen und inhaltlichen Beschaffenheit zur
Anwendung dieser Techniken besonders eignen.

Schreiben:

  Sicherheit in der italienischen Rechtschreibung. Fähigkeit, mit
Italienischsprechenden schriftlich in Kontakt zu treten, und zwar in
verschiedenen Situationen des privaten und öffentlichen
Alltagslebens. Fähigkeit, Sachverhalte darzustellen, Gehörtes und
Gelesenes wiederzugeben bzw. zusammenzufassen, Erlebtes zu erzählen,
Gefühle zu äußern, persönlich Stellung zu nehmen, zu argumentieren.
Wichtigste Kompositionstechniken zur Abfassung eines Textes:
Gestaltung einer Einleitung, des Hauptteiles, des Schlusses.
Wichtigste Verknüpfungsmöglichkeiten von Sätzen und Abschnitten unter
Beachtung der jeweiligen Schreibsituation.

Lerninhalte:

Kommunikationssituationen und Themenbereiche:

  Die schon aus der Unterstufe her bekannten Situationen und
Themenbereiche aus dem Alltag sind wieder aufzunehmen und altersgemäß
zu erweitern, das argumentative Element ist in den Vordergrund zu
stellen, auf konfliktuelle Momente und deren Bewältigung ist großer
Wert zu legen.

Auseinandersetzung mit folgenden Themen:

  Sport, Reisen, Hobbies, Familie, Freunde, Schule; ein oder zwei
italienische Regionen (modellhafte Erarbeitung einiger wichtiger
Probleme dieser Region; dabei Vergleich mit österreichischen
Verhältnissen). Authentische, speziell für diese Altersstufe
konzipierte Texte aus den Medien (Jugendzeitschriften, Sendungen aus
Hörfunk und Fernsehen), einfachere literarische Texte, vor allem
Erzählungen, Novellen und kurze Theaterstücke (vollständig oder in
Auszügen); Chansons. Privatlektüre in angemessenem Umfang ist zu
empfehlen und zu fördern.

Sprachliche Mittel:

  Zur Bewältigung der vorher genannten Kommunikationssituationen und
Themenkreise benötigt der Schüler folgende sprachliche Mittel:

- Phonetik:
  Hören und Sprechen wie in der Unterstufe mit besonderer
  Berücksichtigung der Intonation. Bei lautem Lesen besondere
  Beachtung der phonetischen Intonationskurven.

- Wortschatz:
  Ausgehend vom Grund- und Aufbauwortschatz der Unterstufe, wird die
  Auswahl der einzelnen Wortschatzgebiete von den jeweiligen
  Themenbereichen und Kommunikationssituationen bestimmt.
  Spezifischer Wortschatz und Darstellung von Sachverhalten, zum
  Erzählen von Erlebtem, zur Gefühls- und Meinungsäußerung, zur
  persönlichen Stellungnahme. Erste Einführung des Vokabulars zur
  Analyse von Texten. Kontextgebundene Synonyme (vor allem der
  Schlüsselwörter eines Textes). Gebrauch des zweisprachigen und des
  einsprachigen Wörterbuchs.

- Grammatik:
  Vertiefung und Erweiterung der neuen Kenntnisse nach
  Begriffskategorien und kommunikativen Funktionen. Besonderer Wert
  ist zu legen auf
  a) die spezifischen Kennzeichen der gesprochenen Sprache:
     Verneinung, Frage usw.;
  b) die spezifischen Kennzeichen der Schriftsprache:
     Nominalisierung, Apposition, Partizipial- und
     Infinitivkonstruktionen;
  c) die sprachlichen Mittel zum Aufbau eines Textes der gesprochenen
     und der geschriebenen Sprache: logische und zeitliche
     Gliederungselemente, vor- und rückverweisende Elemente,
     Verwendung der Zeiten der Vergangenheit.
Ausgehend von einer systematischen Fehleranalyse verstärkter Einsatz
einer korrektiven Grammatik.

Schriftliche Arbeiten:

  Schul- und Hausübungen zur Festigung des Unterrichtsertrages.

  Schularbeiten.

6. Klasse (3 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Wie 5. Klasse. Darüber hinaus Globalverstehen von kürzeren,
leichteren authentischen Gesprächen, Interviews, Berichten und
Kommentaren - bereits nach einmaligem Hören.

Sprechen:

  Wie 5. Klasse. Darüber hinaus Beherrschung der grundlegenden
Fertigkeiten zur Argumentation in gelenkten Diskussionen über
erarbeitete Inhalte.

Leseverstehen und Lesen:

  Lesetechniken wie in der 5. Klasse, jedoch bei gesteigerten
Anforderungen in bezug auf Umfang, Aufbau, sprachliche und
inhaltliche Beschaffenheit der Texte.

Schreiben:

  Wie 5. Klasse. Dazu Fähigkeit, Sachverhalte unter verschiedenem
Blickwinkel und unter veränderten formalen Anforderungen darzustellen
bzw. zu erörtern. Grundlegende Fertigkeiten zum Verfassen eines
gelenkten Textkommentars: Resumee anhand von Leitfragen,
Neuformulierung von Textteilen. Registerwechsel. Beherrschung der für
die Textkommentierung notwendigen Termini. Stichwortartige
Mitschrift.

Lerninhalte:

Kommunikationssituationen und Themenbereiche:

  Die Kommunikationssituationen bleiben ebenso wie die
Begriffskategorien (das sprachliche Material, um Eigenschaften und
Beziehungen auszudrücken) ihrer Natur gemäß grundsätzlich gleich.
Eine fortschreitende Ausdifferenzierung ihrer sprachlichen
Verwirklichung tritt ein durch komplexere und abstraktere
Themenbereiche, den nuancierten Ausdruck von Redeabsicht und
Gefühlen, die zu fordernde sprachliche Bewältigung einer längeren
zusammenhängenden Gedankenfolge und die erhöhte Verfügbarkeit im
sprachlichen Ausdruck.

  Auseinandersetzung mit folgenden Themenbereichen: Probleme aus dem
Erfahrungsbereich der Jugendlichen, aus dem sozialen,
wirtschaftlichen und politischen Leben, Arbeit und Beruf; dabei
Vergleich mit österreichischen Verhältnissen.

  Texte aus den Medien, literarische Texte vorzugsweise aus dem
20. Jahrhundert, vollständig oder in Auszügen; Chansons.
Privatlektüre wie 5. Klasse.

Sprachliche Mittel:

- Phonetik:
  Wie 5. Klasse.

- Wortschatz:
  Ausbau und Nuancierung des Wortschatzes, Erweiterung der Kenntnisse
  der Gliederungselemente mündlicher und schriftlicher Texte.
  Besonderer Wert ist auf die zur Argumentation notwendigen
  lexikalischen Elemente zu legen:
  - zur Organisation eines Diskussionsbeitrages
  - der Sprechakte
  - der Sprechstrategien.

- Grammatik:
  Fehleranalyse mündlicher und schriftlicher Texte. Besonderer Wert
  ist auf die für die Argumentation erforderlichen
  semantisch-syntaktischen sowie die textgrammatischen Elemente zu
  legen.

Schriftliche Arbeiten:

  Schul- und Hausübungen wie 5. Klasse.

  Schularbeiten.

  Bei freien Aufgabenstellungen kann die Benützung des Wörterbuchs
gestattet werden.

7. und 8. Klasse (je 3 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Wie 6. Klasse. Darüber hinaus analysierendes Verstehen von längeren
Textabschnitten, auch ohne Hilfestellung des Lehrers.

Sprechen:

  Erweiterung und Vertiefung der in der 6. Klasse erworbenen
Fertigkeit. Darüber hinaus freie Diskussion über erarbeitete Inhalte,
auch ohne Hilfestellung des Lehrers. Fähigkeit, Wahrnehmungen,
Hinweise und Urteile im Zusammenhang mit der Textrezeption und bei
der gemeinsamen Abfassung von Texten zu formulieren.

Leseverstehen und Lesen:

  Wie 6. Klasse. Ausbau des analysierenden Lesens und der dazu
erforderlichen texterschließenden Verfahren. Herstellung von
Querverbindungen zu anderen Texten, auch nichtitalienischen
(Textvergleich).

Schreiben:

  Wie 6. Klasse. Dazu gelenkter Textkommentar. Fähigkeit, eine
Sachdokumentation (,,Dossier'') schriftlich auszuwerten. Bericht über
Ergebnisse von Gruppen- und Einzelarbeiten.

Lerninhalte:

Kommunikationssituationen und Themenkreise:

  Wie 6. Klasse. Dazu Themenkreise wie: Italiens Stellung in Europa
und in der Welt. Neben Sachtexten literarische Texte vornehmlich aus
dem 20. Jahrhundert, fallweise aus früheren Jahrhunderten (Auszüge
aus Ganzschriften), gegebenenfalls unter Einbeziehung des
historischen Hintergrunds. Privatlektüre wie in der 6. Klasse.

Sprachliche Mittel:

- Phonetik:
  Wie 6. Klasse.

- Wortschatz:
  Wie 6. Klasse, dazu Vertiefung und Erweiterung der erforderlichen
  lexikalischen Elemente zur Argumentation (Diskussion), zur
  Textgrammatik, zum gelenkten Textkommentar und zum ,,Dossier'', zur
  spezifischen Behandlung literarischer Texte, zur Gruppenarbeit.

- Grammatik:
  Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse im Bereich der Stilistik
  sowie der Satz- und Textgrammatik.

Schriftliche Arbeiten:

Schul- und Hausübungen.

Schularbeiten.

  Bei freien Aufgabenstellungen ist die Benützung des Wörterbuchs zu
gestatten.

Didaktische Grundsätze:

1. Beherrschung sprachlicher Fertigkeiten

  Das vom Lehrer und Lehrwerk dargebotene Italienisch hat sich an der
Gegenwartssprache zu orientieren. Die zunächst für didaktische Zwecke
aufbereiteten Texte (Lehrbuch) sind schrittweise durch Originaltexte
zu ersetzen. Die Darbietung der ,,lingua parlata'' hat von Anfang an
in möglichst hohem Maße durch italienische Sprecher zu erfolgen
(Tonträger, Assistenten).

  Die Sprache des Unterrichts ist Italienisch. Der Muttersprache
kommen lediglich die Aufgaben zu,
- schwierige Fragen der Grammatik zu klären,
- das Verständnis schwieriger Sätze oder Satzteile zu sichern,
- Kommunikationssituationen zu klären,
- Strukturvergleiche mit der Fremdsprache durchzuführen.

  Die Selbsttätigkeit der Schüler ist zur Erlangung eines aktiven
Sprachgebrauches unerläßlich und daher stets anzuregen.

  Im Laufe des Unterrichts sollen alle Unterrichtsträger wie
Lehrbuch, Lehrbehelfe, Medien usw. möglichst ausgewogen eingesetzt
werden.

  Die sprachlichen Fertigkeiten - Hörverstehen - Lesen - Schreiben -
Sprechen - dürfen nicht voneinander isoliert betrachtet werden. Der
Tatsache, daß sie einander bedingen, muß in allen Übungs- und
Unterrichtsformen zur Schulung der vier Fertigkeiten Rechnung
getragen werden.

Hörverstehen

  Das Ohr der Schüler muß an die von Italienern dargebotene
Originalsprache stets von neuem gewöhnt werden, daher ist
regelmäßiges Hörtraining unerläßlich. Dadurch ergibt sich immer
wieder die Notwendigkeit, auf die Unterschiede zwischen
fremdsprachlichen und muttersprachlichen Lauten, Intonationen und
Rhythmus hinzuweisen.

  Das didaktisch notwendige schrittweise Vorgehen bedingt ein
entsprechendes Sprechtempo, um das Verstehen von Gesprächen, die in
ihrem Schwierigkeitsgrad dem Lernniveau angemessen sind, zu
ermöglichen. Dabei ist laufend auf die Unterschiede in der Lautung
hinzuweisen, um daraus resultierende Unterschiede in der Bedeutung zu
erfassen (nono/nonno, stazione/stagione, cucina/cugina,
banca/panca . . . usw.). ,,r'' darf vor allem nicht vokalisiert
werden. Das gleiche gilt auch für die Intonationsmöglichkeiten und
die sich daraus ergebenden verschiedenen Bedeutungen: Aussage - Frage
- Befehl - Ausruf: ,,Maria ha un quaderno'' (.) (?), - Basta (?) (!)

  Durch ständige Schulung des Hörverstehens wird in den Schülern auch
die Fähigkeit weiter gefördert, mittels Analogieverfahren zur
Muttersprache oder anderen erlernten Fremdsprachen italienische
Wörter im Satzzusammenhang zu verstehen (religione, nazione,
relazione usw.).

  Das langsamere Sprechtempo wird mit der Zeit in normales
Sprechtempo einzumünden haben. Die Gewöhnung der Schüler an
verschiedene Stimmen (samt Geräuschkulissen), individuelle, soziale
oder regionale Sprech- und Artikulationsgewohnheiten und
Sprachregister ist eine weitere wichtige Aufgabe des Hörtrainings.

  Die Überprüfung, inwieweit das Ziel ,,Hörverstehen'' erreicht
wurde, muß durch ständiges Fragen bzw. durch Gespräch oder
Stellungnahme zum Inhalt des Gehörten erfolgen.

Sprechen

Aussprache

  Die Schwierigkeiten österreichischer Schüler bei der Artikulation:
- Verdoppelung der Konsonanten,
- Dehnung der Vokale (offene und geschlossene Vokale),
- rollendes ,,r'',
- Vermeidung der Aspiration von Konsonanten,
- Beherrschung von Intonation und Rhythmus,
- Unterscheidung von stimmhaften und stimmlosen Konsonanten

  sind zu berücksichtigen und durch gezieltes Üben zu überwinden. Es
soll ein möglichst normales Sprechtempo angestrebt werden.

Sprechinhalte

  Damit die Sprache ihre wesentliche Funktion als
Kommunikationsinstrument erfüllt, müssen die Schüler fortlaufend
befähigt werden, sich ihren eigenen Bedürfnissen entsprechend
auszudrücken. Dazu brauchen sie einen stets zu erweiternden
Grundwortschatz und die Beherrschung der Sprachstruktur.

  Der Inhalt der Gespräche soll altersgemäß sein, der Lernstufe
entsprechend, damit die Schüler intellektuell nicht überfordert,
sondern emotional motiviert werden. Das Ziel ist die Beherrschung der
Sprache und nicht das Wissen über die Sprache. Der Bearbeitung der
Lehrbuchtexte muß ehestens die kreative Phase folgen, damit die
Schüler befähigt werden, sich ihren eigenen Bedürfnissen gemäß
auszudrücken.

Lesen

  Wichtigstes Ziel des Lesens ist es, die Schüler zu befähigen,
italienische Texte ohne Hilfe zu verstehen. Zur Schulung des
Leseverstehens sind Texte heranzuziehen, die zum Lesen konzipiert
sind, die den Interessen, der Reife und dem sprachlichen Können der
Schüler entsprechen. Wegen seiner praktischen Verwertbarkeit auch
außerhalb des Unterrichts kommt dem stillen Lesen mit dem Ziel des
globalen Vestehens große Bedeutung zu.
Weiters hat das Lesen die Aufgaben
- Sachinformationen zu vermitteln,
- Ausgangspunkt für Zusammenfassungen und Stellungnahmen
  (schriftlich, mündlich) sowie für
- Wortschatz- und Strukturübungen zu bieten,
- zu Gesprächen und Diskussionen anzuregen.
Zu unterscheiden sind zwei Fertigkeiten: lautes Lesen und stilles
Lesen.

Lautes Lesen

  Das laute Lesen ist keine Übung für das Leseverstehen; es
unterstützt das Hörverstehen des Lesenden und der Zuhörenden.

  Somit wird lautes Lesen individuell und in der Gruppe zu üben sein,
an bereits bekannten Texten und nach Anhören eines Modells
(Tonträger, Lehrer, Assistent usw.).

Stilles Lesen

  Stilles Lesen führt die Schüler zum eigentlichen Leseverstehen hin;
es sind ihnen daher nur Texte vorzulegen, die ihrem Lernniveau
entsprechen und so das Interesse und die Freude am Lesen fördern. Sie
sollen die Fähigkeit erlangen, gelesene Texte aus verschiedenen
Bereichen zu verstehen bzw. unter Verwendung einschlägiger
Hilfsmittel selbständig zu erschließen. Stilles Lesen, das im
Unterricht geübt wurde, um die Schüler zum Globalverständnis
hinzuführen, ist die Voraussetzung für außerschulisches Lesen.

  Ziel dieses stillen Lesens ist in der Regel Globalverstehen,
wodurch auch sprachlich Unbekanntes aus dem Zusammenhang heraus
verstanden werden kann. Das Bestehen auf einem vollständigen
Detailverständnis bei jedem Text hemmt die Motivation und
widerspricht einer ökonomischen Unterrichtsführung. Ein fallweises
Eingehen auf Einzelheiten eines Textes (je nach Textsorte und
Teillernziel) wird dadurch nicht ausgeschlossen.

  Die Überprüfung des Leseverständnisses soll im allgemeinen nicht
durch Übersetzung erfolgen, sondern durch die Beantwortung von
Leitfragen über das Gelesene, zusammenfassende Berichterstattung bzw.
Darlegung der Hauptgedanken von Gelesenem, Darlegung des Aufbaus
eventueller sprachlicher Besonderheiten.

Schreiben

  Innerhalb der Wechselbeziehung zwischen Hörverstehen - Sprechen -
Lesen - Schreiben ist das Schreiben am stärksten durch die anderen
drei Fertigkeiten bedingt. Deshalb kann Schreiben im Unterricht
niemals isoliert behandelt werden. Diktate als Unterrichtsform sind
dem kommunikativen Spracherwerb nicht dienlich.

  Die jeweilige Unterrichtssituation schafft die entsprechende
Schreibsituation. Wenn die Schüler über die dazu notwendigen
sprachlichen Mittel verfügen, dient die Kommunikationssituation in
ihrer vielfältigen schriftlichen Ausprägung (Nacherzählung, Brief,
Stellenbewerbung, Ansuchen, Anzeigen, Benachrichtigung, Beschreibung,
Bericht, Stellungnahmen, Kurzbericht über Hör- und Lesetexte oder
Gesehenes wie zB Filme, Theater, Oper, Ergebnisse von Befragungen,
von Gruppen- oder Individualarbeiten) als Übung. Das bedeutet, daß
die Schüler die Fähigkeit erlangen sollen, sich sach- und
situationsgerecht entsprechend der Mitteilungsabsicht auszudrücken,
Gehörtes und Gelesenes sinngemäß festzuhalten und wiederzugeben und
eigene Gedanken zu formulieren.

Übersetzen

  Die Übersetzung kann gelegentlich mündlich und schriftlich geübt
werden, vor allem als kontrastives Verfahren, zur Bewußtmachung
struktureller und idiomatischer Unterschiede zur Muttersprache. Die
Übersetzung als eigenständige Fertigkeit bzw. selbständige Übungsform
(Übersetzen von zusammenhängenden Texten) ist bei Schularbeiten
sparsam zu fordern.

2. Einsichten in das Funktionieren der Sprache als Mittel der
Kommunikation

  Die formalen Aspekte der Sprache dürfen nicht zum Selbstzweck
werden, sondern müssen immer im Hinblick auf deren kommunikative
Funktion betrachtet werden.

  Das Funktionieren von Sprache ist den Schülern jeweils anhand des
sprachlichen Lernmaterials zu verdeutlichen. Das kann einerseits
durch die Gegenüberstellung verschiedener grammatischer und
lexikalischer Strukturen für gleiche oder ähnliche Inhalte im
Italienischen (interner Sprachvergleich: comprami del pane - un po'
di pane/se me l'avessi detto - se me lo dicevi) oder für dieselbe
Aussage im Italienischen und Deutschen bzw. in einer anderen den
Schülern bekannten Sprache erfolgen:
zB    Deutsch:     besuchen einen Kurs
      Italienisch: frequentare un corso,
      Französisch: frequenter un cours,
      Englisch:    attend a course
oder  Deutsch:     wenn ich das gewußt hätte . . .
      Italienisch: se l'avessi saputo . . .
      Französisch: si j'avais su . . .
      Englisch:    if I had known . . .

  Um zu einem kommunikativen Sprachgebrauch zu gelangen, ist die
induktive Vorgangsweise der Spracherlernung einzuhalten, dh. daß die
Schüler dazu geführt werden, selbständig aus den Beispielen eine
Regel abzuleiten, da sie auf diese Weise lernen, die Sprache kreativ
zu gebrauchen. Anhand des Lernmaterials soll den Schülern bewußt
gemacht werden, daß sprachliche Äußerungen von der Situation, in der
sie gemacht werden, abhängig sind, sodaß sie schließlich zu einem
intentionsgerechten sprachlichen Reagieren hingeführt werden.

  Den Schülern ist auch bewußt zu machen, daß eine Aussage durch
verschiedenartige sprachliche Formulierungen ausgedrückt werden kann
(zB ,,chiudere la porta'': chiudi la porta! chiudi la porta? potresti
chiudere la porta? va' a chiudere la porta, per piacere! qui c'e
corrente! usw.).

3. Landes- und Kulturkunde

  Im Sinne der Zielvorstellungen hat der Landes- und
Kulturkundeunterricht die Schüler mit einzelnen Gegebenheiten
Italiens vertraut zu machen, dh. Einblicke in andersartige Lebens-
und Denkweisen zu ermöglichen.

  Der Erwerb der sprachlichen Kompetenz hat stets anhand von
Inhalten, die mit dem italienischsprachigen Kulturbereich im
Zusammenhang stehen, zu erfolgen, sodaß Sprachunterricht stets auch
Landes- und Kulturkundeunterricht ist, angefangen von den
Grundsituationen des täglichen Lebens bis zu den komplexen Formen des
Zusammenlebens der Gemeinschaft, wie sie für Italien charakteristisch
sind (politisches, wirtschaftliches, kulturelles und soziales Leben).

  Von einer systematischen Darstellung (zB der italienischen
Literatur, einer einzelnen Literaturströmung, Geschichte) ist
abzusehen.

  Landes- und Kulturkunde soll nicht vom anderen Unterrichtsgeschehen
getrennt behandelt werden, sondern aus den jeweiligen Erfordernissen
des Unterrichtes erwachsen, wobei möglichst oft aktuelle Bezüge
hergestellt werden sollen.

4. Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken

  Die Arbeitsformen im Unterricht dienen:
- der Erarbeitung neuer Lehrstoffe
- der Sicherung
- der Kontrolle des Unterrichtsertrages.

  Es ist die Aufgabe des Lehrers, nicht nur die sprachliche
Fertigkeit der Schüler zu entwickeln und ihnen weiteres Wissen zu
vermitteln, sondern sie auch anzuleiten, die vorhandenen Hilfsmittel
(zB Wörterbuch, Lerncomputer) und Lerntechniken selbständig zu
gebrauchen.

  Der Unterricht soll die Schüler aktivieren und ihre Kreativität
fördern. Jenen Unterrichtsformen ist der Vorzug zu geben, bei denen
die Arbeit der Schüler über bloßes Zuhören und Mitschreiben
hinausgeht.

  Es bieten sich ua. folgende Arbeitsformen an:

- Arbeitsgespräch

  das Wortschatz und Ausdrucksvermögen festigen und erweitern und
gleichzeitig Sachkenntnisse vermitteln soll. Der Lehrer darf dabei
nicht den Hauptanteil haben.

- Einzelarbeit

  stilles Lesen, Mitschrift in Stichworten, schriftliche Übungen,
Abfassen von Protokollen.

- Diskussion

  die einerseits zur Erprobung der Kommunikationsfähigkeit dient und
andererseits auch zur Klärung von Problemen beitragen kann.

- Lehrervortrag

  soll auf das notwendigste Maß beschränkt werden.

- Gruppenarbeit

  deren Gegenstand die Behandlung von Sachgebieten ist. Gleichzeitig
bietet sich den Schülern Gelegenheit zur Gemeinschaftsarbeit.

- Schülerreferat

  das Sachverhalte oder Ergebnisse von Untersuchungen, Befragungen
oder anderen selbst erarbeiteten Lerninhalten mitteilt, wobei die
Schüler angeleitet werden, selbständig und systematisch zu arbeiten.

- Rollenspiele und szenische Darstellungen

  angefangen von der Wiedergabe eines vorgegebenen Dialogs bis zur
selbständigen Gestaltung eines Gespräches.

  Schriftliche Übungen sind in geeigneter Form zu korrigieren.

5. Progression

  Grundlagen der Progression im Fremdsprachenunterricht sind
einerseits das Kriterium der Häufigkeit der sprachlichen Elemente,
andererseits die pragmatischen Erfordernisse der jeweiligen
Kommunikationssituation. So wird neben der systematischen Progression
die Vorwegnahme einzelner Elemente aus späteren Progressionsstufen
erforderlich sein, ohne daß jedoch diese Elemente in ein System
eingeordnet werden müssen (zB ,,venga alla lavagna'' bedeutet noch
nicht, daß nun der Konjunktiv systematisch behandelt werden muß).

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Am Oberstufenrealgymnasium:
  In der 5. Klasse soll durch eine den Kenntnissen der Schüler
angepaßte Wiederholung des wesentlichen Lehrstoffs der Unterstufe
gesichert werden, daß von einem einigermaßen gleichen Kenntnisniveau
zur Bewältigung des Lehrstoffs ausgegangen werden kann.
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