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Übersicht Oberstufe
Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache (vertiefend)
Englisch als ERSTE lebende Fremdsprache |
| Englisch als ZWEITE lebende Fremdsprache (siehe unten) |
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe
Dem Englischunterricht ist ein vierfaches Ziel gesetzt, das sowohl
fachspezifische als auch fächerübergreifende Aspekte enthält:
- die Beherrschung der Fremdsprache als Kommunikationsmittel, welche
die Fertigkeiten
des Hörverstehens,
des Sprechens,
des Leseverstehens und
des schriftlichen Ausdrucks
umfaßt und auf der das Hauptgewicht zu liegen hat;
- die Erweiterung des Erfahrungshorizontes durch das Kennenlernen der
englischsprachigen Länder und durch die Auseinandersetzung mit
ihrer Kultur, auch im Spiegel der Literatur;
- die Einsicht in Struktur und Wesenszüge der englischen Sprache
sowie in das Funktionieren der Sprache als Mittel der
Kommunikation;
- die Persönlichkeitsbildung (siehe allgemeines Bildungsziel),
insbesondere im Sinne
der Entfaltung des Wertbewußtseins,
der Bereitschaft zu sozialer Verantwortung, Kommunikation und
Kooperation,
der Erlebnisfähigkeit,
der Kreativität sowie
der Aneignung von Arbeitsweisen, die zu weiterem Studium befähige
Die Bildungs- und Lernziele in der ersten und zweiten lebenden
Fremdsprache sind grundsätzlich gleich. Grad und Umfang des
Erreichbaren sind jedoch der zur Verfügung stehenden Zeit
entsprechend verschieden.
Lehrstoff
5. Klasse (4 Wochenstunden):
1. Thematische Bereiche:
Die einzelnen Themenbereiche sind nicht notwendigerweise getrennt
voneinander zu behandeln; auch können die Intensität ihrer Behandlung
und die Schwerpunktsetzung je nach Klasse und Gegebenheiten
variieren.
- Personalien und Familie
- der menschliche Körper; Sinneswahrnehmungen, Gesundheit, Krankheit
- Beruf und Arbeitsplatz
- Tages- und Jahresablauf
- Wetter
- Haus und Wohnung
- Schule
- Einkauf und Geschäfte
- Freizeit, Unterhaltung: Hobbies, Radio, Fernsehen, Sport, Ferien.
- Reisen: Vorbereitungen, Verkehrsmittel, Unterbringung.
2. Ausdrucksmittel: (Wortschatz - Denkkategorien - Sprachfunktionen -
Grammatikalisch-strukturelle Kategorien)
Wortschatz: siehe Thematische Bereiche
Denkkategorien und Sprachfunktionen:
Die Denkkategorien und die Sprachfunktionen bleiben ihrer Natur
gemäß gleich. Ausdifferenzierungen und Lernfortschritt ergeben sich
durch die Lehrplanangaben zu den
- thematischen Bereichen
- grammatikalisch/strukturellen Kategorien
- sowie den mündlichen und schriftlichen Übungsformen,
und zwar in Hinblick auf:
- Komplexität und Abstraktionsgrad der Themen (siehe: thematische
Bereiche)
- Nuancierung der Redeabsicht und des Gefühlsausdrucks (siehe:
mündliche und schriftliche Übungsform)
- Länge und Komplexität der Gedankenfolgen, die verstanden bzw.
ausgedrückt werden sollen (siehe: thematische Bereiche, mündliche
und schriftliche Übungsformen und grammatikalisch/strukturelle
Kategorien)
- Spontaneität und Geläufigkeit im Verstehen (listening/reading
comprehension) sowie im sprachlichen Ausdruck (siehe: mündliche und
schriftliche Übungsformen).
Denkkategorien
In Betracht kommt sprachliches Material zum Ausdruck von
- Existenz: Sein, Scheinen, Gleichbleiben, Verändern, Möglichkeit,
Unmöglichkeit
- Raum: Dimensionen, Ort, Bewegung, Richtung
- Zeit: Zeitpunkt (einmalig, wiederholt, bestimmt, unbestimmt)
Zeitdauer (dauernd, zeitlich begrenzt)
allgemeine Feststellungen ohne konkreten Zeitbezug
Zeitstufen und Zeitformen
- Quantifizierung: zählbar, nicht zählbar
- Qualifizierung: von Personen, Örtlichkeiten, Dingen, Zuständen,
Vorgängen und Handlungen
- logischen Beziehungen: Verbindung, Trennung, Gegensatz, Ursache,
Wirkung, Zweck, Vergleiche
- bestimmter und unbestimmter Bedeutung.
Sprachfunktionen
Die Sprachfunktionen betreffen folgende Bereiche:
Informationen
- Informationen erfragen/geben
- Sachverhalte darlegen; erzählen, berichten; beschreiben
- erläutern, detaillieren, aufzählen; mit Beispielen belegen
- Informationen ergänzen/berichtigen/widerlegen/bestätigen
- nach der Richtigkeit/Verläßlichkeit fragen
- Wissen/Nichtwissen bekunden
- erinnern, vergessen
- begründen
Haltungen: (intellektuell - emotional - moralisch)
Ausdrücken von
- Zustimmung, Vorbehalt, Ablehnung, Widerspruch
- Mutmaßung, Sicherheit, Überzeugung
- Wichtigkeit/Bedeutungslosigkeit
- Interesse, Neugierde, Desinteresse, Gleichgültigkeit
- Vorliebe, Abneigung, Entrüstung
- Freude, Begeisterung, Optimismus
- Zweifel, Pessimismus, Enttäuschung, Verärgerung
- Angst, Kummer, Sorge
- Erleichterung, Beruhigung, Befriedigung, Zufriedenheit
- Vertrauen, Mißtrauen, Reserviertheit
- Ungeduld, Erwartung, Hoffnung
- Überraschung, Verwunderung
Handlungssteuerung und Willensäußerung
- Verhalten steuern durch Wünsche, Bitten, Befehle, Aufträge,
Aufforderungen, Warnungen, Drohungen
- Vorschläge machen, Ratschläge erteilen bzw. erbitten
- Hilfe erbitten/verweigern/anbieten
- zur Entscheidung auffordern, entscheiden, beschließen
- ermutigen, überreden, überzeugen
- sich beschweren, protestieren
- Bereitschaft bzw. Weigerung ausdrücken
- Erlaubnis erteilen/verweigern/erbitten; Verbot
- Ausdruck von/Frage nach Absichten
- fragen, ob jemand etwas tun will/zu tun bereit ist
- versprechen, zusagen
Sozialbezüge
- grüßen, begrüßen, grüßen lassen
- Anrede (auch in Briefen)
- sich/jemanden vorstellen
- nach dem Befinden fragen, über das Befinden Auskunft geben
- Aufmerksamkeit erlangen
- bitten, danken
- gratulieren, Glück wünschen - dafür danken
- einladen, akzeptieren, ablehnen
- Verbindlichkeit, Unverbindlichkeit
- sich entschuldigen, darauf antworten
- Mitleid zeigen, Bedauern ausdrücken
- sich verabschieden (auch in Briefen)
Gesprächsverlauf
- ein Gespräch eröffnen, wieder aufnehmen, weiterführen, zum Abschluß
bringen
- bitten, etwas zu wiederholen/zu erläutern; sich vergewissern
- Aufmerksamkeit/Interesse bekunden
- ablenken, besonders betonen, beharren
- Floskeln verwenden, um Zeit zum Überlegen zu gewinnen
- das Thema wechseln
Grammatikalisch-strukturelle Kategorien (Sprachlehre)
Die folgenden Schwerpunkte sind im Sinne der didaktischen
Grundsätze in die laufende Unterrichtsarbeit zu integrieren:
Satzbau
- die grundlegenden Satzbauformen, gerade Wortfolge; bejahende und
verneinende Aussagesätze; bejahende und verneinende Fragesätze,
Befehlssätze, Ausrufsätze; Kurzantworten;
- einige grundlegende Arten der näheren Bestimmung von Nomen
(Substantiven), Verben, Adjektiven und Adverben sowie die Stellung
dieser näheren Bestimmungen im Satz;
- einfache Satzverknüpfungen.
Grammatik der Satzelemente
- Nomen (Substantiv): regelmäßige und unregelmäßige Pluralbildung,
Genitiv-s in Singular und Plural der Personen, of-Konstruktion
anstelle des Genitivs, besonders bei Sachen
- bestimmter und unbestimmter Artikel:
einige wenige idiomatische Wendungen ohne Artikel, Eigennamen;
Ersatz des Nomen (Substantivs) durch ,,one/ones''
- Pronomen:
personal, possessiv, demonstrativ; (not) much-(not) many,
little-few
- Adjektiv:
Steigerung durch Suffix (-er, -est) sowie mit ,,more, most''
(einige wichtige Fälle); außerdem better-best, worse-worst,
more-most; Vergleiche
- Verb:
die Grundformen der Verben und ihre Verwendung zur Bildung von
Zeit, Aspekt und aktiver/passiver Form
die Grundfunktionen von: Present Tense (progressive und
non-progressive); Past Tense (progressive und non-progressive);
Present Perfect (non-progressive); Möglichkeiten des Ausdrucks der
Zukünftigkeit mit ,,going to'' und ,,will (shall)''. Das Passiv der
,,non-progressive''-Formen aller angeführten Zeiten
die grundlegenden Satzmuster, vom Verb ausgehend (zB want to, want
somebody to; make somebody do something)
Eigenheiten bei Rechtschreibung und Aussprache, insbesondere bei
Suffixverwendung
be, have, do und modale Hilfsverben: die besonderen Funktionen
dieser Verben bei Kurzfragen, Kurzantworten, question-tags, sowie
insbesondere bei der Bildung von Frage und Verneinung.
Einige gebräuchliche phrasal verbs.
- Numeralien: Grund- und Ordnungszahlwörter, unbestimmte Zahlwörter;
Datumsangabe; Eigenheiten der Aussprache und Schreibung
- adverbielle Bestimmungen: Arten, Verwendung, Stellung im Satz,
Steigerung und Vergleiche
- Präpositionen: einige gebräuchliche Präpositionen in ihrer
Grundbedeutung, wichtige Präpositionalverbindungen
- Konjunktionen: Die wichtigsten Möglichkeiten, Wörter, Wortgruppen
und Sätze zu verbinden; Beiordnung und Unterordnung.
3. Mündliche und schriftliche Übungen und Überprüfungsformen
Im Bereich des Hörens:
- regelmäßig Übungen anhand sehr einfacher und kurzer Texte unter
Heranziehung verschiedener Tonträger, wobei das Einhören auf
,,native speakers'' besonders zu pflegen ist;
- Lautunterscheidung und Sinnverstehen
- Beantworten einfacher Fragen zum Inhalt
- Ausführen von Anweisungen und Aufgaben (task listening)
- Nachsprechen mit Zielrichtung auf Lautunterscheidung und
Intonationsmuster.
Im Bereich des Sprechens:
- Artikulations- und Intonationsübungen sowie Übungen zur
Sprechflüssigkeit durch Nachsprechen und Variieren, vornehmlich in
ganzen Sätzen
- Wiedergabe auswendig gelernter Textstellen, insbesondere Dialoge,
die in lexikalischer, syntaktischer und idiomatischer Hinsicht
ergiebig sind
- Auswendiglernen von Liedtexten
- Frage und Antwort, insbesondere in Rollenspiel und Partnerarbeit
- regelmäßig einfachste Gespräche, insbesondere zu Inhalten und
wortschatzmäßig erarbeiteten Bereichen
- Neubildung von Sätzen, möglichst in situativer Einbettung
- Erzählen einfacher Geschichten unter Zuhilfenahme von Bildern
und/oder key-words bzw. ausgehend von Gehörtem und Gelesenem
- einfachste inhaltliche Umformungen durch Wechsel des
Gesichtspunktes und der Darstellungsform nach mündlicher
Erarbeitung, gegebenenfalls schriftliches Fixieren.
Im Bereich des Lesens:
- Übungen im lauten Lesen zur Schulung der Artikulation und
Intonation
- im Laufe des ersten Jahres fallweise Übungen im stillen,
sinnerfassenden Lesen mit anschließender Auswertung.
Im Bereich des Schreibens:
- Niederschreiben von auswendig Gelerntem
- Diktate zur Förderung des Hörverstehens und/oder zur Festigung der
Rechtschreibung
- Gruppieren von Wörtern nach Aussprache und Schreibung (Gleichheit
und Kontrast)
- Einsetz- und Zuordnungsübungen
- Fragen stellen und beantworten
- Abfassen kurzer Texte, ausgehend von graphischen und sprachlichen
Impulsen
- Wiedergabe von Gehörtem und Gelesenem
- einfachste inhaltliche Umformungen durch Wechsel des
Gesichtspunktes (aspect modulation) und der Darstellungsform
- nach mündlicher Erarbeitung gegebenenfalls schriftliches Fixieren.
Schriftliche Arbeiten:
Regelmäßig Schul- und Hausübungen
- zur Festigung von Kenntnissen und Fertigkeiten im Anschluß an die
Unterrichtsarbeit
- zur Anwendung von Kenntnissen und Fertigkeiten aus dem Unterricht
- zur Vorbereitung auf die Unterrichtsarbeit.
Schularbeiten.
6. Klasse (3 Wochenstunden):
1. Thematische Bereiche:
Der einzelne und seine Familie/Freunde:
wie in der 5. Klasse; dazu Einstellungen und Haltungen, Charakter,
Temperament
der einzelne und die Gemeinschaft (Teams, Klubs, Parties):
Haus, Wohnung, Umgebung: wie in der 5. Klasse; dazu Stadt und Land,
öffentliche Einrichtungen, Wohnen in Großbritannien und in den USA
Berufe: wie in der 5. Klasse; dazu Arbeitsbedingungen, Ausbildung,
Berufschancen
Freizeit: wie in der 5. Klasse; dazu Kino, Theater, Musik, Bücher
Reisen: wie in der 5. Klasse; dazu Verkehrseinrichtungen,
Verkehrsregeln
Einkauf und Geschäfte: wie in der 5. Klasse; dazu
Einkaufsmöglichkeiten, Geldwesen
Dienstleistungen: Post, Telefon, Bank, Polizei
Gesundheitswesen: Krankheiten, Unfälle, Hygiene, Umweltfragen,
Arzt, Krankenhaus
2. Ausdrucksmittel:
Wortschatz (siehe Thematische Bereiche)
Denkkategorien (siehe 5. Klasse)
Sprachfunktionen (siehe 5. Klasse)
Grammatikalisch-strukturelle Kategorien (Sprachlehre)
Die grammatikalischen Kenntnisse sind zu erweitern, zu vertiefen
und geläufig zu machen, sodaß die Schüler zunehmend befähigt werden,
auch komplexere Aussageeinheiten zu verstehen sowie ihr
Sprachverhalten der gegebenen Situation und der Redeabsicht gemäß zu
steuern.
Satzbau: Erweiterung der grundlegenden Satzbaumuster durch nähere
Bestimmung der einzelnen Satzteile, besonders auch durch Wortgruppen
und neben-/untergeordnete Sätze; vereinzelte idiomatische Fälle der
Inversion.
Grammatik der Satzelemente:
- Nomen (Substantiv): Typische Endungen; das Nomen und seine nähere
Bestimmung durch adjectives und determiners, und zwar identifiers
(articles, demonstratives, possessives) und quantifiers (numerals,
much/many);
countables und uncountables (or mass nouns); Artikelgebrauch;
einige Besonderheiten im Gebrauch des Genitivs, der Pluralbildung
und des Artikels; Ersatz von Nomen: one/ones
- Adjektiv: Adjektivverwendung nach
be/remain/get/become/look/sound/taste/smell;
der substantivische Gebrauch von Adjektiven; Kontrast zum
Deutschen.
- Verb: Present Perfect (non-progressive und progressive), Present
Perfect - Past Tense, Present Perfect - Present Tense im Kontrast
zum Deutschen.
Past Perfect (non-progressive - progressive);
Ausdruck der Zukünftigkeit durch Present (non-progressive -
progressive);
gebräuchliche Passive Voice-Formen; die Passivform - im Kontrast
zum deutschen aktiven Satz mit unbestimmtem ,,man'' - auch bei
Verben mit zwei Objekten (zB We were shown the sights);
Ausdruck von Zeitbeziehungen: Vorzeitigkeit, Gleichzeitigkeit,
Nachzeitigkeit;
indirekte Darstellung (indirekte Frage/indirekte Rede);
Ersatzformen der modalen Hilfsverben zur Bildung von Zeiten;
weitere phrasal verbs;
- Adverbielle Bestimmungen: die Stellung des Adverbs im Satz;
Umstandssätze;
- Pronomen und quantifizierende Ausdrücke, besonders all-every-each;
some-any; both, either-neither
- Präpositionen: häufig verwendete Präpositionalverbindungen,
idiomatischer Gebrauch von Präpositionen;
- links und connectives: weitere Möglichkeiten, Wörter, Wortgruppen
und Sätze zu verbinden, insbesondere zum Ausdruck von Folgerung,
Grund, Bedingung
3. Mündliche und schriftliche Übungen und Überprüfungsformen:
Die Übungsformen im einzelnen sind die beim Lehrplan für die
5. Klasse angeführten, jedoch erweitert:
im Bereich des Hörens:
- Wiedergabe und Zusammenfassung von Gehörtem;
im Bereich des Sprechens:
- Darstellung von Erlebtem und von einfachen Sachverhalten;
- Stellungnahme zu einfachen Sachverhalten und Fragen, jeweils sowohl
nach vorbereitender Klassenarbeit als auch ohne Vorbereitung
(spontanes Sprechen);
im Bereich des Lesens:
- weiteres Üben der Lesestrategien: rasches Erfassen des Wesentlichen
(,,skimming for gist''), gezieltes Lesen auf bestimmte Teilaspekte
hin (,,scanning for particular information'');
im Bereich des Schreibens:
- nach mündlicher Erarbeitung gegebenenfalls schriftliches Fixieren,
auch in verschiedenen Darstellungs- und Einkleidungsformen;
- remedial work und fallweise Übersetzungen im Sinne der didaktischen
Grundsätze.
Schriftliche Arbeiten:
Regelmäßig Schul- und Hausübungen
- zur Festigung von Kenntnissen und Fertigkeiten im Anschluß an die
Unterrichtsarbeit
- zur Anwendung von Kenntnissen und Fertigkeiten aus dem Unterricht
- zur Förderung des autonomen und kreativen Arbeitens
- zur Vorbereitung auf die Unterrichtsarbeit.
Schularbeiten.
Bei freien Aufgabenstellungen kann die Benützung des Wörterbuches
gestattet werden.
7. und 8. Klasse (je 3 Wochenstunden):
1. Thematische Bereiche:
Bei der Behandlung der nachstehend angeführten thematischen
Bereiche soll die Sachinformation stets im Zusammenhang mit dem
jeweiligen Lese-, Gesprächs- und Hörstoff stehen. Querverbindungen zu
anderen Unterrichtsgegenständen sind nach Möglichkeit herzustellen.
Die einzelnen Themenbereiche sind nicht notwendigerweise getrennt
voneinander zu behandeln; auch können die Intensität ihrer Behandlung
und die Schwerpunktsetzung je nach Klasse und Gegebenheiten
variieren, jedenfalls aber mit Steigerung der Ansprüche. Wenn
angezeigt, soll die historische Entwicklung berücksichtigt werden.
Die bei einzelnen Themenkreisen angegebenen Beispiele sollen
Reflexionsebene und Anforderungsniveau verdeutlichen.
- Ereignisse des Tages: persönliches Erleben sowie aktuelle
politische, wirtschaftliche, soziale, kulturelle und sportliche
Ereignisse und Entwicklungen
- Zwischenmenschliche Beziehungen: zB im privaten Bereich, Rolle der
Familie, Generationsprobleme
- der einzelne und die Gesellschaft: zB Menschenrechte, Toleranz,
Demokratie vs. Totalitarismus, Probleme der Jugend, politische
Parteien in Großbritannien und in den USA
- der Mensch und seine Umwelt; zB Lebensformen in Stadt und Land und
ihre sozialen Aspekte, Umweltschutz
- Erziehung und Bildung: verschiedene Bildungssysteme, kulturelles
Leben
- Wirtschaft und Technik: Produktion, Werbung und Konsumverhalten;
technische Entwicklung
- soziale Fragen unserer Zeit: Arbeitswelt, der Sozialstaat, seine
Entwicklung und seine Probleme; Randgruppen
- Massenmedien
- Tourismus
- Beispiele für bedeutendes literarisches Schaffen (vor allem in
kurzen Ausschnitten)
- Religiöse und weltanschauliche Fragen
- Einige Entwicklungslinien in der angelsächsischen Welt von den
Anfängen bis zur Gegenwart, soweit diese wichtige Beiträge zur
geistigen, kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen
Situation der Gegenwart geleistet haben.
2. Ausdrucksmittel:
Wortschatz (siehe thematische Bereiche)
Denkkategorien (siehe 5. Klasse)
Sprachfunktionen (siehe 5. Klasse)
Grammatikalisch-strukturelle Kategorien (Sprachlehre)
Fortführung der Arbeit, die in der 5. und 6. Klasse begonnen wurde,
mit dem Ziel der weiteren Vertiefung und Geläufigmachung.
Synonymik komplexer Ausdrucksweisen (,,how to express'' Zustimmung,
Ablehnung, Möglichkeit, Kontrast); Neuformulierung eines Gedankens
(restatement).
Satzverknüpfung und Gedankenentwicklung (Syntax und Textgrammatik):
Anwendung von Konjuktionen, adverbiellen Bestimmungen, Phrasen und
Sätzen zur Entwicklung von Gedanken und Gedankenfolgen.
Indirekte Ausdrucksweise
Remedial teaching zum Ausmerzen von Fehlern (zB Present Perfect -
Past Tense; progressive - non-progressive; modal verbs, causative
verbs, phrasal verbs; Präpositionalverbindungen, adjective - adverb,
word order).
3. Mündliche und schriftliche Übungen und Überprüfungsformen:
Im Bereich des Hörens
- regelmäßig Hörübungen anhand von anspruchsvolleren Texten, wobei
die Verwendung verschiedener Textsorten, darunter auch authentische
Aufzeichnungen einen Schwerpunkt bilden soll.
- Note-taking, wobei der Selbständigkeit der Schüler erhöhte
Bedeutung zukommt.
- Erfassen der Redeabsicht auf Grund verschiedener Intonationsmuster
(Ermunterung, Aufforderung, Ironie usw.);
im Bereich des Sprechens
- regelmäßig Gespräche, die an aktuelle Anlässe innerhalb und
außerhalb der Klasse anknüpfen,
- Übungen zu flüssigem, idiomatisch und grammatikalisch richtigem
Sprechen längerer Einheiten: Übungen in einfacher freier Rede, Üben
des sprachlichen Reagierens (apt reply), auch unter Vorgabe
bestimmter Redeabsichten, Situationen und gegebenenfalls Rollen
- Diskussion
- Kurzreferat (eventuell auch Koreferat)
- Interview
- Wiedergabe von Gehörtem und Gelesenem: detailliert (reproduction),
gegliedert zusammengefaßt (summary) und kommentierend;
im Bereich des Lesens
- weiteres Üben der Lesestrategien: rasches Erfassen des Wesentlichen
(,,skimming for gist''), gezieltes Lesen auf bestimmte Teilaspekte
hin (,,scanning for particular information'')
- Lesen von längeren Ganzschriften als Heimlektüre, nur
ausschnittweise in der Klasse
- Ausbau der persönlichen Leseliste
- Einlesen in Texte aus bestimmten Sachgebieten (zB Menschenrechte)
und Fachgebieten (zB Naturwissenschaften);
im Bereich des Schreibens
- Fortsetzung der Übungen wie in den vorhergehenden Klassen, jedoch
mit gesteigerten Anforderungen in sprachlicher und gedanklicher
Hinsicht
- Abfassen von Briefen formeller und informeller Natur, von Dialogen
(Konversation; Argumentation; apt reply); Beschreibung und
Charakterisierung von Personen, Örtlichkeiten, Vorgängen
- Schreiben von Zusammenfassungen (summary/precis), von Protokollen
(auf Grund von note
-taking)
- Abfassen von statements
- Verbindung kürzerer Einheiten (paragraphs) zu längeren Texten
- einfache Textanalysen und Textinterpretationen
- Essay (narrative/imaginative/expositive/reflective/argumentative)
- Fortsetzen der Übungen zur Festigung des Wort- und Fügungsbestandes
sowie zum Bewußtmachen von Unterschieden zwischen deutschem und
englischem Sprachgebrauch, fallweise auch durch Übersetzungen
(kontrastives Verfahren).
Schriftliche Arbeiten:
Regelmäßig Schul- und Hausübungen.
Schularbeiten.
In der 7. und 8. Klasse ist bei freien Aufgabenstellungen die
Benützung des Wörterbuchs zu gestatten.
Didaktische Grundsätze
Allgemeines
Auch wenn Englisch als zweite lebende Fremdsprache grundsätzlich
die gleichen Ziele hat wie als erste, gelten für das mit der
Oberstufe einsetzende Englisch besondere didaktische Überlegungen:
1. Die Schüler bringen bereits Kenntnisse einer anderen lebenden
Fremdsprache mit und verfügen über eine höhere
Abstraktionsfähigkeit.
2. Im vierjährigen Lehrgang muß auf die Zeitökonomie besonders
Bedacht genommen werden.
Im Anfangsunterricht kommt daher dem einsichtigen Lernen (kognitiv)
und dem kontrastiven Verfahren größere Bedeutung zu als im
Anfangsunterricht der Unterstufe. In bezug auf die Inhalte Landes-
und Kulturkunde gilt das exemplarische Prinzip in besonderer Weise.
Angesichts der Tatsache, daß die Schüler einerseits Kenntnisse
einer anderen lebenden Fremdsprache mitbringen, andererseits für die
zweite lebende Fremdsprache weniger Zeit zur Verfügung steht, ist
zusätzlich festzuhalten:
Beim vierjährigen Englisch steht das kommunikative Element
gegenüber der Bewältigung komplexer Inhalte sowie landes- und
kulturkundlicher Information deutlicher im Vordergrund als im
grundständigen Englisch. Jedenfalls ist auch hier die sichere und
korrekte Beherrschung der sprachlichen Ausdrucksmittel oberstes Ziel.
Im folgenden wie für Englisch als erste lebende Fremdsprache, mit
folgenden Abweichungen:
a) Im Abschnitt ,,Hören'' lautet der 4. Absatz:
Im Laufe des Lehrganges sollte das verwendete Hörmaterial möglichst
variiert werden. Der Wechsel wird dabei in den letzten beiden
Lernjahren schneller und unvermittelter erfolgen können als im
Anfangsunterricht; dort soll man länger bei einer Textart verweilen.
b) Nach dem Abschnitt ,,In Verbindung mit Sprechen'' ist
einzufügen:
in Verbindung mit Lesen
- gelegentliches Mitlesen;
in Verbindung mit Schreiben
- Herstellen der Verbindung zwischen Klangbild und Schriftbild eines
Wortes,
- kurze Diktate.
c) Im Abschnitt ,,Sprechen'', 3. Absatz, ,,Dafür kommen
insbesondere in Betracht'', ist an erster Stelle einzufügen:
- Einfache Formen des Klassengesprächs (Frage - Antwort,
Auskunftserteilung, Anweisungen usw.).
Nach dem Abschnitt ,,Sprechen'' ist einzufügen:
Aussprache
Die Aussprache soll der Standardaussprache in einem
englischsprachigen Land möglichst nahekommen. Sie ist ausgehend von
kleineren Sinneinheiten zu vermitteln und zu üben. Von Anfang an ist
Wert zu legen auf eine annähernd normale Sprechgeschwindigkeit, auf
natürliche Intonation sowie auf die typischen Laute des Englischen,
vor allem jene, die österreichischen Sprechern Schwierigkeiten
bereiten. Besonderes Augenmerk ist zu richten auf
- bedeutungsunterscheidende Phoneme
- stimmhafte vs. stimmlose Konsonanten
- th, r, v, w
- Diphthonge, Schwachtonformen, Bindungen (linking).
Die internationale Lautschrift als Merkhilfe sowie zum Verständnis
der Ausspracheangaben in den Wörterbüchern ist zu vermitteln.
d) Im Abschnitt ,,Lesen'' tritt an die Stelle der ersten drei
Absätze:
Lesen
Ziel des Lesens im Englischunterricht ist es, die Schüler zu
befähigen, englischsprachige Texte verschiedenster Art ohne Hilfe zu
verstehen. Auch soll die Freude am Lesen, insbesondere an der
Literatur (fictional und non-fictional) geweckt und gefördert werden.
Im Anfangsunterricht hat das Lesen ein dreifaches Ziel:
- Erfassen schriftlich vorliegender Texte in bezug auf das
Wesentliche (,,skinning for gist''), aber auch in bezug auf
Einzelinformationen (,,scanning for particular information''),
- Aufbau und ständige Erweiterung eines sprachlichen Repertoires
(Vokabular, Strukturen, Funktionen), das somit als Muster für
eigene Sprachproduktion dienen kann,
- als Schulung von Aussprache, Intonation und Sprechflüssigkeit durch
lautes Lesen.
In weiterer Folge hat das Lesen die zusätzliche Aufgabe,
- Ausgangspunkte für Zusammenfassungen und Stellungnahmen (mündlich
und schriftlich) zu bilden,
- Ausgangspunkte für Wortschatz-, Struktur- und (in den letzten
beiden Klassen) Ausdrucksübungen zu bilden,
- Sachinformation zu bieten,
- zu Gesprächen und Diskussionen anzuregen.
Für Klassen- und Privatlektüre sollen Texte verschiedener Art
herangezogen werden: fiktionale (einfache und anspruchsvolle
literarische Werke) und nicht-fiktionale (Sachtexte, Berichte,
Zeitungsartikel). Die Auswahl von Lesetexten bedarf bei Englisch als
zweiter lebender Fremdsprache besonderer Sorgfalt. Wichtig für die
Auswahl sind Gesichtspunkte wie
- Schwierigkeitsgrad (einfacher oder anspruchsvoller Wortschatz, dh.
Anteil unbekannter/schwieriger/archaischer Ausdrücke und Wendungen;
einfache und komplizierte Syntax; redundante oder stringente
Darstellungsweise; einfach-vordergründiger Inhalt in leicht
überschaubarer Gliederung oder vielschichtig-komplexe Thematik),
- Altersgemäßheit in Thematik und Art der Darstellung,
- Ergiebigkeit in Hinblick auf sprachliche und außersprachliche
Bildungs- und Lernziele.
Die Texte sollen vorwiegend der gepflegten Gegenwartssprache
entstammen.
Hinsichtlich der didaktischen Verarbeitung steht im
Anfangsunterricht das Verbinden von Schriftbild, Klangbild und
Informationsgehalt im Vordergrund.
Geeignete Arbeitsformen sind:
- Vorlesen und stilles Mitlesen (Lehrer bzw. Tonträger),
- Nachsprechen mit Hilfe des Schriftbildes.
Die Aktivitäten sollen in vielfältiger Weise mit anderen
Lehraufgaben verknüpft werden (analog zu ,,Hörübungen''.
e) Im Abschnitt ,,Schreiben'' tritt an die Stelle des ersten
Absatzes:
Ziel dieser Lehraufgabe ist der sichere und freie Gebrauch der
Sprache im Schriftlichen. Das bedeutet die Fähigkeit,
- englische Wörter und Sätze korrekt niederzuschreiben,
- Gehörtes und Gelesenes sinngemäß festzuhalten (zB note-taking) und
wiederzugeben (zB summary) sowie zu kommentieren,
- sich sachgerecht, situationsgerecht und entsprechend der
Mitteilungsabsicht auszudrücken,
- eigene Einfälle und Gedanken zu formulieren,
- auch längere und komplexere Gedankengänge zu entwickeln.
Im Anfangsunterricht ist die den Spracherwerb unterstützende
Funktion des Schreibens ebenso wichtig wie das Schreiben als eigene
Fertigkeit. Die Stützfunktion bleibt im Laufe des Lehrgangs zwar
erhalten, tritt aber allmählich gegenüber den anderen Zielen zurück.
Ausschließlich unterstützende Funktion haben Übungsformen wie
- Übungen zur Festigung der Rechtschreibung (zB Diktat, auch über
Tonträger; Gedächtnisübung; word-puzzles),
- Einsetzübungen,
- Ergänzungsübungen.
Im Hinblick auf das Schreiben als Fertigkeit kommen insbesondere
folgende Darstellungsformen in Betracht:
- Information und Auskunftserteilung,
- Brief (formell und informell),
- Erlebnisbericht,
- Protokoll,
- essay (narrative/imaginative/expositive/reflective/argumentative).
f) Im Absatz ,,Als weitere Übungsformen . . .'' lautet der letzte
Punkt:
- grammatikalisch-strukturelle Übungen (siehe Abschnitt Sprachlehre),
wobei im Verlauf des Lehrganges eine Schwerpunktverlagerung zu
remedial/revision exercises erfolgt.
g) Im Abschnitt ,,Denkkategorien, Sprachfunktionen, Sprachlehre''
entfallen der 3. und der 4. Absatz.
Der 7. Absatz lautet:
Bei der Unterrichtsarbeit in Englisch als zweiter lebender
Fremdsprache muß wegen der kürzeren Dauer des Lehrganges der
kommunikativ-funktionale Charakter der Grammatik gegenüber dem
formalen Aspekt besonders stark im Vordergrund stehen. Wo immer
möglich, ist daher von Situationen und Kontexten auszugehen, die die
Verwendung bestimmter Strukturen und grammatikalischer Formen
erfordern.
h) Im Abschnitt ,,Lesen'' lautet der zweite Absatz:
Über die im Abschnitt ,,Lesen'' angeführten Auswahlkriterien hinaus
(Schwierigkeitsgrad, Altersadäquatheit, sprachliche und sachliche
Ergiebigkeit) ist bei der Auswahl literarischer Texte darauf zu
achten,
- daß den Interessen der Schüler in besonderem Maße Rechnung getragen
werden soll,
- daß Textproben verschiedener Autoren sowie unterschiedliche
Textsorten behandelt werden sollen, wobei das Schwergewicht auf
zeitgenössischen Werken liegen soll,
- daß unbedingt exemplarisch vorzugehen und eine
historisch-systematische Darstellung zu vermeiden ist und
- daß die Texte - vor allem aber ihre Behandlung im Unterricht - bei
aller weltanschaulicher Offenheit zu einer positiven
Lebensauffassung und wertgerichteten Lebensbewältigung beitragen.
Bei Englisch als zweiter lebender Fremdsprache besteht naturgemäß
eine Diskrepanz zwischen Sprachkönnen einerseits und inhaltlichen
sowie gedanklichen Ansprüchen andererseits. Es empfehlen sich daher
für die ersten zwei Lernjahre einfache Texte und erst für die 7. und
8. Klasse nicht zu schwierige literarische Werke.
Der 5. Absatz entfällt.
i) Im Abschnitt ,,Landes- und Kulturkunde'' lauten der 5. und
6. Absatz:
Die diachrone Betrachtungsweise - Einbeziehen der historischen
Entwicklung - kann sich bei Englisch als zweiter lebender
Fremdsprache nur auf einzelne Hinweise und Exkurse beschränken.
Jedenfalls ist auch im Sinne des Unterrichtsprinzips Politische
Bildung eine differenzierte Betrachtungsweise - also ohne
Klischeevorstellungen und einseitige Deutungsmuster - anzustreben.
Dies ist ein Service der

Österreichischen Professoren Union