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Übersicht Oberstufe
Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache (vertiefend)
Italienisch als ERSTE lebende Fremdsprache |
| Italienisch als ZWEITE lebende Fremdsprache (siehe unten) |
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe:
Der Unterricht in Italienisch soll zum Erreichen der folgenden
Ziele beitragen, die sowohl fachspezifische als auch
fächerübergreifende Aspekte enthalten.
1. Beherrschung sprachlicher Fertigkeiten
Grundkenntnisse in der Sprache, die die Schüler befähigen,
Informationen aus verschiedenen Bereichen aufzunehmen, zu verarbeiten
und dazu Stellung zu nehmen, das heißt zu einer verständnisvollen und
lebendigen Auseinandersetzung mit Italiens Sprache und Kultur zu
gelangen. Es soll demnach die Fertigkeit erreicht werden, die
italienische Sprache mündlich und schriftlich (Sprechen -
Hörverstehen - Lesen - Schreiben) als Verständigungsinstrument zu
benutzen, das heißt sich mit italienisch sprechenden Partnern zu
verständigen und Sachverhalte und Gedankengänge mündlich und
schriftlich zu kommentieren, sowie persönliche Vorstellungen,
Meinungen, Urteile mündlich und schriftlich darzulegen. Sie sollen
befähigt werden, in der Diskussion Ansichten situationsgerecht zu
formulieren und Sachverhalte aus dem eigenen Erlebnisbereich
schriftlich und mündlich auszudrücken. Sie sollen die Fähigkeit
erwerben, das Italienische hörend und lesend zu verstehen und
mündlich und schriftlich anzuwenden.
2. Das Funktionieren der Sprache als Mittel der Kommunikation
Durch kommunikatives Beschäftigen mit der Sprache sollen die
Schüler zum Verständnis der sprachlichen Strukturen des Italienischen
und ihrer Situationsbedingtheit hingeführt werden. Sie sollen
erkennen, daß bestimmte Situationen bestimmte sprachliche Strukturen
verlangen.
3. Landes- und Kulturkunde
Die Beschäftigung mit landeskundlichen Aspekten ist eine
wesentliche Aufgabe des Fremdsprachenunterrichtes, weil ohne
Kenntnisse der entsprechenden Zusammenhänge eine angemessene
Handhabung der Sprache nicht möglich ist. Die Schüler sollen befähigt
werden, Sachverhalte und Probleme in ihrer Vielschichtigkeit, ihren
Ursachen, Zusammenhängen und Folgen zu erfassen. So soll ihre
Bereitschaft zu kritischer Toleranz gefördert und ihr Verständnis für
das Anderssein eines Volkes geweckt werden.
Die Schüler sollen sich zumindest ansatzweise mit Gegebenheiten des
kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens
Italiens in der Form von Dialog, Argumentation und Diskussion
mündlich und schriftlich auseinandersetzen. Gewonnene konkrete
Einzelinformationen sollen verarbeitet, miteinander in Beziehung
gesetzt werden und Einsichten in das Leben Italiens ermöglichen.
Bezüge zu Österreich und anderen Ländern sollen nach Möglichkeit
hergestellt werden, um die Schüler zu einer weltoffenen Gesinnung zu
führen. Diese wird in den Schülern die Bereitschaft wecken, den
Menschen anderer Sprachgemeinschaften aufgeschlossen und möglichst
frei von Vorurteilen und Klischeevorstellungen zu begegnen, ihr Land
kennenzulernen und sich um ein Verstehen ihrer Kultur, ihrer Denk-
und Verhaltensweise zu bemühen.
4. Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken
Die Schüler sollen dazu hingeführt werden, eigene Arbeitstechniken
zu entwickeln und sich selbstständig Informationen zu beschaffen;
dabei wird der Schwerpunkt auf einer sachgerechten Nutzung der
Informationsquellen liegen, das heißt die Schüler sollen zB in der
Lage sein, eine Auswahl zu treffen, sowie Manipulation zu erkennen.
Weiters sollen sie sich auch die Fähigkeit aneignen, in anderen
Gebieten bereits erworbene Kenntnisse und Arbeitstechniken im
Italienischunterricht anzuwenden, bzw. Arbeitstechniken des
Italienischunterrichtes auch fachübergreifend einzusetzen.
Im Sinne des Erwerbs einer höheren Allgemeinbildung, sollen die
Schüler zu der Einsicht gelangen, daß Literatur - als verarbeitete
Lebenserfahrung, als Ausdruck eines Weltbildes - ihren persönlichen
Erfahrungshorizont erweitert. Die Unterweisung in grundlegenden Lern-
und Arbeitstechniken soll die Schüler befähigen, in der Folge
wissenschaftliche Studien aufzunehmen.
Lehrstoff:
5. Klasse (4 Wochenstunden):
Lernziele:
Hörverstehen
Verstehen von Standarditalienisch in annähernd normaler
Sprechgeschwindigkeit in Alltagssituationen. Verschiedene Sprecher
sind von Vorteil.
Sprechen
Bewältigen von Alltagssituationen nach Erwerb der dazu notwendigen
sprachlichen Mittel.
Leseverstehen und Lesen
Verstehen einfacher Kurztexte
Schreiben
Beherrschen der Grundzüge der italienischen Rechtschreibung.
Schriftliche Bewältigung der im Unterricht erarbeiteten
Grundsituationen des Alltagslebens. Herausarbeiten erster
wesentlicher Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher
Ausdrucksweise.
Lerninhalte
Themenbereiche
- Themen und Situationen der Umwelt des Schülers (zB Familie,
Tagesablauf, Daten, die eigene Person, seine Interessen und seine
Gefühlswelt, Wohnung usw.)
- unterrichtsbezogene Situationen
- Themen und Situationen, die die Freizeit des Schülers betreffen
(Hobbies, Ferien und Urlaub, Unterhaltung, Sport usw.)
- Alltagssituationen in Italien
Sprachliche Mittel
Phonetik: die wichtigsten italienischen Intonationsmuster (Frage,
Anordnung, Antwort), Rhythmus (natürliches Sprechtempo)
Wortschatz, der zur Bewältigung der oben genannten Themenbereiche
notwendig ist.
Grammatik: Artikel, Nomen (Substantiv), Adjektiv, Adverb, Pronomen,
regelmäßige, unregelmäßige, reflexive Verben (die wichtigsten Tempora
und dazugehörige Aktionsarten: presente - passato prossimo -
imperfetto- futuro), imperativo je nach Kommunikationssituation,
Grundzahlwörter, gebräuchlichste Präpositionen und Konjunktionen.
Querverbindungensind grundsätzlich zu allen Unterrichtsgegenständen
und in jedem Lernjahr möglich, wobei sie zu einzelnen Fächern
naturgemäß leichter herzustellen sind.
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen zur Festigung des Unterrichtsertrages.
Schularbeiten.
Didaktische Hilfsmittel
Visuelle Hilfsmittel:
- pantomimische Darstellung
- Filztafel
- Folien für Overhead-Projektor
analog zu Sprachlaborübungen als Stimulus zu Modellbeispielen
um strukturelle Gegebenheiten zu veranschaulichen
Bildzeichnungen als Stimulus zur Dialogfindung
Kurzfilme dramatischen Inhaltes (Videokasetten und Schmalfilme)
Auditive Hilfsmittel:
- Tonbänder bzw. Kassetten, die im Klassenraum oder Sprachlabor
eingesetzt werden, um grammatische Strukturen zu automatisieren,
Aussprache und Hörverständnis einzuüben;
- Schallplatten, vorwiegend Lieder, um die emotionale
Spracherlebniskomponente zu unterstützen.
Arbeitsformen im Unterricht
- Unterrichtsgespräch: Frage und Antwort im Anschluß an die
Lesestücke
- leichte Umformungen: zB Änderungen der Formen von Nomen
(Substantiv), Adjektiv, Verb, Pronomen
- Einsetzübungen: Einsetzen von Synonymen, Vergleich von Idiomen
- Aussprache und Intonationsübungen: zB durch individuelles, gruppen-
und klassenweises Nachsprechen
- Leseübungen: zB halblautes Lesen jedes einzelnen Schülers
- Partnergespräche: zB Umformen eines erzählendes Textes in einen
Dialog und umgekehrt
- Auswendiglernen kurzer Strukturen zu Alltagssituationen
- Bilderläuterungen: zB zu Bildern oder einer Bildgeschichte ohne
vorgegebenen Text wird gemeinsam ein dazupassender Text erarbeitet.
Durch die Beschäftigung mit jeweils situationsgebundenen und diese
jeweils erhellenden Stoffgebieten muß der Grundwortschatz der Schüler
schrittweise und auf vorangegangenen Wortschatzkreisen aufbauend
aktiviert werden. Durch planmäßige Wiederholungen, durch Wort-,
Ausdrucks- und Texterklärungen seitens der Schüler und durch Einbau
des erarbeiteten Sprachgutes in neue Zusammenhänge ist das geforderte
Sprachkönnen der Schüler zu sichern.
Das fruchtbarste Mittel zur Bereicherung und Festigung des
Wortschatzes ist die Erklärung unbekannter Wörter durch bekannte.
Solche Umschreibungsübungen dürfen jedoch nicht vom Gebrauch des
eigentlichen Wortes oder der eigentlichen idiomatischen Redewendung
wegführen, denn erst deren aktive Beherrschung kann Sicherheit und
Gewandtheit im Gebrauch der fremden Sprache vermitteln. Der
sprachstrukturellen und inhaltlichen Durcharbeitung des Gesprächs-
bzw. Lesestoffes muß dabei besonderes Augenmerk gewidmet werden.
6. Klasse (3 Wochenstunden)
Lernziele:
Hörverstehen
Fortschreitendes Erkennen und Verarbeiten verschiedener
Sprachniveaus, die in häufig auftretenden idiomatischen Wendungen
vorkommen.
Sprechen
Fortschreitende Annäherung an die natürliche Sprechgeschwindigkeit
und situationsbezogene Intonation.
Leseverstehen und Lesen
Verstehen einfacher Texte, die auch geringfügig das Sprachkönnen
des Schülers überschreiten dürfen. Gebrauch des Wörterbuches.
Schreiben
Verfassen von einfachen zusammenhängenden Texten;
Zusammenfassungen, Exzerpte.
Lerninhalte:
Themenbereiche
Altersgemäße Themenbereiche wie zB
- Freizeit: Kino, Theater, Musik, Urlaub, Reisen, Fernsehen, Mode,
Lektüre
- Freundschaft: Beschäftigung mit der Erlebnis- und Gedankenwelt
Gleichaltriger
- Bildung und Beruf: Schule, Berufswahl, Berufschancen
- der Mensch und seine Umwelt
- Einholen und Erteilen von Informationen über Land und Leute,
Reisemöglichkeiten
- Themen, die aus Aktualitätsgründen die Schüler besonders
interessieren und beschäftigen.
Sprachliche Mittel
Phonetik: die phonetischen Eigenheiten sind weiterhin regelmäßig zu
berücksichtigen
Wortschatz: weiterer Ausbau auf Grund der Themenbereiche. Aufgaben
zur Klärung von Begriffsinhalten; Bildung von Wortfeldern.
Grammatik: Erarbeiten der restlichen grammatischen Strukturen
Schriftliche Arbeiten
- Schul- und Hausübungen.
Schularbeiten.
Bei freien Aufgabenstellungen kann die Benützung des Wörterbuchs
gestattet werden.
Didaktische Hilfsmittel
Visuelle Hilfsmittel:
- Werbebilder aus Zeitungen und Zeitschriften
- Kurzfilme, Tonfilme
- Schulfernsehen
Auditive Hilfsmittel:
- Sprachlaborlehrgänge (die auch mit Kassettenrekorder in der Klasse
eingesetzt werden können)
zur Automatisierung sämtlicher Sprachstrukturen: im Anschluß daran
erarbeiten und formulieren die Schüler selbst Strukturregeln,
anhand von Beispielen
zur Einübung von stilistischen Modellen, die sich durch Anwendung
von Gerundio, participio passato und presente, Infinito und
ähnliches ergeben.
- Schulfunksendungen.
Gebrauch des Wörterbuches: Ab der zweiten Hälfte des 2. Lernjahres
wird die Verwendung des Wörterbuches unter Anleitung des Lehrers
geübt, und zwar immer im Zusammenhang mit jeweils zu erarbeitenden
Texten und mit Berücksichtigung sprachstruktureller Eigenheiten wie
Verb, Präpositionen, Partizip, Nomen (Substantiv), eventuell
Bedeutungsvielfalt usw.
Sprachliche Strukturen, die im Zusammenhang mit landeskundlichen
Problemen erworben wurden, werden zur Darstellung analoger
Sachverhalte im eigenen Land und in anderen Ländern angewendet, zB
Wohnprobleme, Schulwesen, Stadtleben, Landleben, Freizeitgestaltung
usw.
Privatlektüre: ab dem Ende des 2. Semesters.
Sie ist mit den Schülern vorher inhalts- und umfangmäßig genau
abzusprechen und die Art der Überprüfung (Referat, Gespräch mit dem
Lehrer, schriftliche Zusammenfassung usw.) auch vorher festzulegen.
Die Privatlektüre in den Ferien ist zu empfehlen.
7. Klasse (3 Wochenstunden):
Lernziele:
Denken in der Fremdsprache, dh. automatisierte Hör- und
Sprechfertigkeit; direkte Erfassung von Gelesenem und Gehörtem
Hörverstehen
Verstehen von Gesprächen, Interviews, Diskussionen, Berichten,
Kommentaren
Sprechen
Differenzierung des persönlichen Ausdrucks in Alltagssituationen.
Beherrschung der sprachlichen Mittel zur Bewältigung von Information
und Problemdarstellung
Schreiben
Aneignung anspruchsvollerer schriftlicher Ausdrucksformen.
Mitschrift in Stichworten von Erläuterungen des Lehrers; erste
Aufsätze nach vorheriger Einübung der schriftlichen Formen
Lerninhalte:
Themenbereiche
- Zwischenmenschliche Beziehungen im privaten Bereich: Rolle der
Familie, Generationsprobleme
- Italienkunde
- einfache authentische Texte
Sprachliche Mittel
Wortschatz
Erweiterung des Wortschatzes im Sinne einer vielfältigeren
Ausdrucksweise in Bezug auf ein Gesprächsthema (mündlich,
schriftlich)
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen; auch längere Arbeiten in Hinblick auf
mehrstündige Schularbeiten.
Schularbeiten.
Bei freier Aufgabenstellung ist die Benützung des Wörterbuchs zu
gestatten.
8. Klasse (3 Wochenstunden):
Lernziele:
Weitere Förderung des Denkens in der Fremdsprache; direktes
Erfassen von Gelesenem und Gehörtem
Hörverstehen
Verstehen von Diskussionen, Berichten, Kommentaren
Sprechen
Differenzierung des persönlichen Ausdrucks bei Diskussionen und
Zusammenfassung von Gelesenem, Gehörtem; Stellungnahme und
Kommentierung
Leseverstehen und Lesen
Verstehen authentischer, nicht vereinfachter Texte
Schreiben
Selbständige Stellungnahme zu landeskundlichen Gegebenheiten,
Zusammenfassung und Umformung, Berichte über Arbeitsergebnisse,
Fortsetzung des Verfassens von Aufsätzen (Informations-,
Assoziations-, Problemaufsatz)
Lerninhalte:
Themenbereiche
- Zwischenmenschliche Beziehungen unserer Zeit: der Sozialstaat,
seine Einrichtungen und Probleme; Behinderte, Randgruppen
- Medien:
Presse (Analyse einer Zeitung; Aufmachung, Schreibweise)
- Zeitgeschehen (aktuelle Ereignisse)
Sprachliche Mittel
Phonetik
Vorführen von regionsbedingten Aussprache- und
Intonationseigenheiten (zB Piemonte/Sicilia)
Wortschatz
Erweiterung des Wortschatzes im Sinne einer vielfältigeren
Ausdrucksweise in Bezug auf ein Gesprächsthema (schriftlich,
mündlich).
Schriftliche Arbeiten
Schul- und Hausübungen; auch längere Arbeiten in Hinblick auf die
Reifeprüfung.
Schularbeiten.
Bei freier Aufgabenstellung ist die Benützung des Wörterbuchs zu
gestatten.
Didaktische Hilfsmittel
Zur Vermittlung von Informationen und Einsichten in Landes- und
Kulturkunde werden Texte oder Textsammlungen verwendet, die zu diesem
Zwecke aufzubereiten sind (dh. eventuell gekürzt, jedoch nicht
vereinfacht). Empfohlen wird die Verwendung von Texten aus den
Massenmedien, da sie besonders geeignet sind, Einblicke in die
Verhaltensweisen, Probleme und Denkweise des italienischen Volkes zu
gewähren und den Schülern die Möglichkeit geben, am Leben des Landes
und an seiner Entwicklung teilzunehmen. Bearbeitung literarischer
Werke des 20. Jahrhunderts, deren Umfang didaktisch vertretbar ist.
Gelegentlich Proben aus den übrigen Epochen. Die Unterrichtsstunde
darf nicht ausschließlich zum gemeinsamen Lesen von Texten verwendet
werden.
Didaktische Grundsätze:
1. Beherrschung sprachlicher Fertigkeiten
Das vom Lehrer und vom Lehrwerk dargebotene Italienisch hat sich an
der Gegenwartssprache zu orientieren. Die zunächst für didaktische
Zwecke aufbereiteten Texte (Lehrbuch) sind schrittweise durch
Originaltexte zu ersetzen. Die Darbietung der ,,lingua parlata'' hat
von Anfang an in möglichst hohem Maße durch italienische Sprecher zu
erfolgen (Tonträger, Assistenten).
Die Sprache des Unterrichts ist Italienisch. Der Muttersprache
kommen lediglich die Aufgaben zu,
- schwierige Fragen der Grammatik zu klären,
- das Verständnis schwieriger Sätze oder Satzteile zu sichern,
- Kommunikationssituationen (vor allem im Anfangsunterricht) zu
klären, und
- Strukturvergleiche mit der Fremdsprache durchzuführen.
Die Selbstätigkeit der Schüler ist zur Erlangung eines aktiven
Sprachgebrauches unerläßlich und daher stets anzuregen.
Im Laufe des Unterrichtes sollen alle Unterrichtsträger wie
Lehrbuch, Lehrbehelfe, Medien usw. möglichst ausgewogen eingesetzt
werden.
Die sprachlichen Fertigkeiten - Hörverstehen - Lesen - Schreiben -
Sprechen - dürfen nicht voneinander isoliert betrachtet werden. Der
Tatsache, daß sie einander bedingen, muß in allen Übungs- und
Unterrichtsformen zur Schulung der vier Fertigkeiten Rechnung
getragen werden.
Hörverstehen
Das Ohr der Schüler muß an die von Italienern dargebotene
Originalsprache gewöhnt werden, daher ist regelmäßiges Hörtraining
unerläßlich. Dadurch ergibt sich von Anfang an die Notwendigkeit, auf
die Unterschiede zwischen fremdsprachlichen und muttersprachlichen
Lauten, Intonationen und Rhythmus hinzuweisen.
Das didaktisch notwendige schrittweise Vorgehen bedingt zunächst
ein langsameres Sprechtempo, um das Verstehen von Gesprächen über
einfache Themen, die in ihrem Schwierigkeitsgrad dem Lernniveau
angemessen sind, zur ermöglichen. Dabei ist laufend auf die
Unterschiede in der Lautung hinzuweisen, um daraus resultierende
Unterschiede in der Bedeutung zu erfassen (nono/nonno,
stazione/stagione, cucina/cugina, banca/panca . . . usw.). ,,r'' darf
vor allem nicht vokalisiert werden. Das gleiche gilt auch für die
Intonationsmöglichkeiten und die sich daraus ergebenden verschiedenen
Bedeutungen: Aussage - Frage - Befehl - Ausruf: ,,Maria ha un
quaderno''(.) (?) - ,,Basta'' (?) (!)
Durch ständige Schulung des Hörverstehens wird in den Schülern auch
die Fähigkeit geweckt und gefördert, mittels Analogieverfahren zur
Muttersprache oder anderen erlernten Fremdsprachen italienische
Wörter im Satzzusammenhang zu verstehen (religione, nazione,
relazione usw.).
Das zunächst langsamere Sprechtempo wird mit der Zeit in normales
Sprechtempo einzumünden haben. Die Gewöhnung der Schüler an
verschiedene Stimmen (samt Geräuschkulissen), individuelle, soziale
oder regionale Sprech- und Artikulationsgewohnheiten und
Sprachregister, ist eine weitere wichtige Aufgabe des Hörtrainings.
Die Überprüfung, inwieweit das Ziel ,,Hörverstehen'' erreicht
wurde, muß durch ständiges Fragen bzw. durch Gespräch oder
Stellungnahme zum Inhalt des Gehörten erfolgen.
Sprechen
Aussprache:
Die Schwierigkeiten österreichischer Schüler bei der Artikulation:
- Verdoppelung der Konsonanten,
- Dehnung der Vokale (offene und geschlossene Vokale),
- rollendes ,,r'',
- Vermeidung der Aspiration von Konsonanten,
- Beherrschung von Intonation und Rhythmus,
- Unterscheidung von stimmhaften und stimmlosen Konsonanten
sind zu berücksichtigen und durch gezieltes Üben zu überwinden. Von
allem Anfang an soll ein möglichst normales Sprechtempo angestrebt
werden.
Sprechinhalte:
Damit die Sprache ihre wesentliche Funktion als
Kommunikationsinstrument erfüllt, müssen die Schüler befähigt werden,
sich ihren eigenen Bedürfnissen entsprechend auszudrücken. Dazu
brauchen sie einen aktiven Grundwortschatz und die Beherrschung der
Sprachstrukturen. Der Inhalt der Gespräche soll altersgemäß sein, der
jeweiligen Lernstufe entsprechen, damit die Schüler intellektuell
nicht überfordert, sondern emotional motiviert werden. Das Ziel ist
die Beherrschung der Sprache und nicht das Wissen über die Sprache.
Der naturgemäß zunächst imitativen Phase bei der Bearbeitung der
Lehrbuchtexte muß ehestens die kreative Phase folgen, damit der
Schüler befähigt wird, sich seinen eigenen Bedürfnissen gemäß
auszudrücken.
Lesen
Wichtigstes Ziel des Lesens ist es, die Schüler zu befähigen,
italienische Texte ohne Hilfe zu verstehen. Zur Schulung des
Leseverstehens sind Texte heranzuziehen, die zum Lesen konzipiert
sind, die den Interessen, der Reife und dem sprachlichen Können der
Schüler entsprechen. Wegen seiner praktischen Verwertbarkeit auch
außerhalb des Unterrichtes kommt dem stillen Lesen mit dem Ziel des
globalen Verstehens große Bedeutung zu.
Weiters hat das Lesen die Aufgaben
- Sachinformationen zu vermitteln,
- Ausgangspunkte für Zusammenfassungen und Stellungnahmen
(schriftlich, mündlich) sowie
- für Wortschatz- und Strukturübungen zu bieten,
- zu Gesprächen und Diskussionen anzuregen.
Zu unterscheiden sind zwei Fertigkeiten: lautes Lesen und stilles
Lesen.
- Lautes Lesen
Im Anfangsunterricht dient es zunächst der Aussprache- und
Intonationsschulung; das laute Lesen ist keine Übung für das
Leseverstehen, es unterstützt das Hörverstehen des Lesenden und der
Zuhörenden. Somit wird lautes Lesen individuell und in der Gruppe
zu üben sein, an bereits bekannten Texten und nach Anhören eines
Modells (Tonträger, Lehrer, Assistent usw.)
- Stilles Lesen
Stilles Lesen führt den Schüler zum eigentlichen Leseverstehen hin;
es sind ihm daher nur Texte vorzulegen, die seinem Lernniveau
entsprechen und so das Interesse und die Freude am Lesen fördern.
Er soll die Fähigkeit erlangen, gelesene Texte aus verschiedenen
Bereichen zu verstehen bzw. unter Verwendung einschlägiger
Hilfsmittel selbständig zu erschließen. Stilles Lesen, das im
Unterricht geübt wurde, um den Schüler zum Globalverständnis
hinzuführen, ist die Voraussetzung für außerschulisches Lesen.
Ziel dieses stillen Lesens ist in der Regel Globalverstehen,
wodurch auch sprachlich Unbekanntes aus dem Zusammenhang heraus
verstanden werden kann. Das Bestehen auf einem vollständigen
Detailverständnis bei jedem Text hemmt die Motivation und
widerspricht einer ökonomischen Unterrichtsführung. Ein fallweises
Eingehen auf Einzelheiten eines Textes (je nach Textsorte und
Teillernziel) wird dadurch nicht ausgeschlossen.
Die Überprüfung des Leseverständnisses soll im allgemeinen nicht
durch Übersetzung erfolgen, sondern durch die Beantwortung von
Leitfragen über das Gelesene, zusammenfassende Berichterstattung
bzw. Darlegung der Hauptgedanken von Gelesenem, Darlegung des
Aufbaus eventueller sprachlicher Besonderheiten.
Schreiben
Innerhalb der Wechselbeziehung zwischen Hörverstehen - Sprechen -
Lesen - Schreiben ist das Schreiben am stärksten durch die anderen
drei Fertigkeiten bedingt. Deshalb kann Schreiben im Unterricht
niemals isoliert behandelt werden. Diktate als Unterrichtsform sind
dem kommunikativen Spracherwerb nicht dienlich.
Die jeweilige Unterrichtssituation schafft die entsprechende
Schreibsituation. Somit wird im Anfangsunterricht das Schreiben oft
zu einem schriftlichen Festhalten von Gesprochenem
(Intonationsübungen, Rechtschreibung, Strukturen) und erst in der
Folge, wenn die Schüler über die dazu notwendigen sprachlichen Mittel
verfügen, zum Kommunikationsmittel in seiner vielfältigen
schriftlichen Ausprägung (Nacherzählung, Brief, Stellenbewerbung,
Ansuchen, Anzeigen, Benachrichtigung, Beschreibung, Bericht,
Stellungnahme, Kurzbericht über Hör- und Lesetexte, oder Gesehenes
wie zB Filme, Theater, Oper, Ergebnisse von Befragungen, von Gruppen-
oder Individualarbeiten). Das bedeutet, daß die Schüler die Fähigkeit
erlangen sollen, sich sach- und situationsgerecht entsprechend der
Mitteilungsabsicht auszudrücken, Gehörtes und Gelesenes sinngemäß
festzuhalten und wiederzugeben und eigene Gedanken zu formulieren.
Übersetzen:
Die Übersetzung kann gelegentlich mündlich und schriftlich geübt
werden, vor allem als kontrastives Verfahren, zur Bewußtmachung
struktureller und idiomatischer Unterschiede zur Muttersprache.
Die Übersetzung als eigenständige Fertigkeit bzw. selbständige
Übungsform (Übersetzen von zusammenhängenden Texten) ist nicht
vorgesehen und ist daher bei Schularbeiten nicht zu fordern.
2. Einsichten in das Funktionieren der Sprache als Mittel der
Kommunikation
Die formalen Aspekte der Sprache dürfen nicht zum Selbstzweck
werden, sondern müssen immer im Hinblick auf deren kommunikative
Funktion betrachtet werden.
Das Funktionieren von Sprache ist den Schülern jeweils anhand des
sprachlichen Lernmaterials zu verdeutlichen. Das kann einerseits
durch die Gegenüberstellung verschiedener grammatischer und
lexikalischer Strukturen für gleiche oder ähnliche Inhalte im
Italienischen (interner Sprachvergleich: comprami del pane - un po'
di pane/se me l'avessi detto - se me lo dicevi) oder für dieselbe
Aussage im Italienischen und Deutschen bzw. in einer anderen den
Schülern bekannten Sprache erfolgen:
zB Deutsch: einen Kurs besuchen,
Italienisch: frequentare un corso,
Französisch: frequenter un cours,
Englisch: attend a course
oder Deutsch: wenn ich das gewußt hätte . . .
Italienisch: se l'avessi saputo . . .
Französisch: si j'avais su . . .
Englisch: if I had known . . .
Um zu einem kommunikativen Sprachgebrauch zu gelangen, ist die
induktive Vorgangsweise der Spracherlernung einzuhalten, das heißt,
daß zunächst die Strukturen anhand von Beispielen aus den Lehrtexten
eingeübt und gefestigt werden und der Schüler in der Folge dazu
geführt wird, selbständig aus den Beispielen eine Regel abzuleiten,
da er auf diese Weise lernt, die Sprache kreativ zu gebrauchen.
Anhand des Lernmaterials soll dem Schüler bewußt gemacht werden, daß
sprachliche Äußerungen von der Situation, in der sie gemacht werden,
abhängig sind, so daß er schließlich zu einem intentionsgerechten
sprachlichen Reagieren hingeführt wird.
Dem Schüler ist auch bewußt zu machen, daß eine Aussage durch
verschiedenartige sprachliche Formulierungen ausgedrückt werden kann
(zB ,,chiudere la porta'': chiudi la porta! chiudi la porta? potresti
chiudere la porta? va' a chiudere la porta, per piacere! qui c'e
corrente! usw.).
3. Landes- und Kulturkunde
Im Sinne der Zielvorstellungen hat der Landes- und
Kulturkundeunterricht die Schüler mit einzelnen Gegebenheiten
Italiens vertraut zu machen, das heißt, Einblicke in andersartige
Lebens- und Denkweisen zu ermöglichen.
Der Erwerb der sprachlichen Kompetenz hat stets anhand von
Inhalten, die mit dem italienischsprachigen Kulturbereich im
Zusammenhang stehen, zu erfolgen, so daß Sprachunterricht von Anfang
an auch Landes- und Kulturkundeunterricht ist, angefangen von den
Grundsituationen des täglichen Lebens (Begrüßung, Gespräche in der
Familie, Mahlzeiten, Freizeit usw.) bis zu den komplexen Formen des
Zusammenlebens der Gemeinschaft, wie sie für Italien charakteristisch
sind (politisches, wirtschaftliches, kulturelles und soziales Leben).
Von einer systematischen Darstellung (zB der italienischen
Literatur, einer einzelnen Literaturströmung, Geschichte) ist
abzusehen.
Landes- und Kulturkunde soll nicht vom anderen Unterrichtsgeschehen
getrennt behandelt werden, sondern aus den jeweiligen Erfordernissen
des Unterrichtes erwachsen, wobei möglichst oft aktuelle Bezüge
hergestellt werden sollen.
4. Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken
5. Progression
Wie für Italienisch als erste lebende Fremdsprache.
Dies ist ein Service der

Österreichischen Professoren Union