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 Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache (vertiefend)

Russisch

Russisch als  ERSTE lebende Fremdsprache
Russisch als ZWEITE lebende Fremdsprache (siehe unten)

 

Russisch als ZWEITE lebende Fremdsprache

 Allgemeiner Teil des Lehrplans


Bildungs- und Lehraufgabe:

  Der Unterricht in Russisch soll zum Erreichen der folgenden Ziele
beitragen, die sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende
Aspekte enthalten:

  1. Beherrschung sprachlicher Fertigkeiten:

  Die Schüler sollen imstande sein, die russische Sprache mündlich
und schriftlich als adäquates Verständigungsmittel zu benützen und
Informationen aus den Bereichen des gesellschaftlichen, kulturellen,
politischen und wirtschaftlichen Lebens zu verstehen und zu
verarbeiten. Dazu ist in erster Linie die Entwicklung der vier
sprachlichen Grundfertigkeiten erforderlich:

  Hörverstehen:

  Die Schüler sollen authentisches, stilistisch neutrales Russisch
verstehen, das in mittlerem Sprechtempo übermittelt wird.

  Sprechen:

  Die Schüler sollen imstande sein, sich mündlich in den Situationen
des Unterrichts und des Alltags intentionsgemäß auszudrücken.

  Leseverstehen:

  Die Schüler sollen schriftlich vorliegende russische Originaltexte
verstehen.

  Schreiben:

  Die Schüler sollen den schriftlichen Gebrauch der russischen
Sprache in einem Ausmaß beherrschen, das den Erfordernissen des
Unterrichts und des Alltags gerecht wird und ihnen erlaubt, sich
intentionsgemäß auszudrücken.

  2. Einsichten in das Funktionieren von Sprache als Mittel der
Kommunikation:

  Die Schüler sollen die Einsicht gewinnen, daß Kommunikation
situativ ist und daß bestimmte Situationen bestimmte sprachliche
Strukturen erfordern. Weiters sollen sie Einsicht in die sprachlichen
Strukturen des Russischen erhalten und die wesentlichen Unterschiede
zwischen dem Russischen und dem Deutschen und anderen gelernten
Sprachen erkennen.

  3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landes- und
Kulturkunde der Sowjetunion:

  Die Schüler sollen - im Sinne einer Erziehung zu europäischer
Gesinnung und Weltoffenheit - in der Fremdsprache bewältigbare,
fachübergreifende und altersadäquate Kenntnisse über die Sowjetunion
einschließlich der russischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts
bis zur Gegenwart erwerben. Aus der Beschäftigung mit Fragen der
Landes- und Kulturkunde sollen sie befähigt werden, Ähnlichkeiten und
Unterschiede zwischen Österreich und der Sowjetunion differenziert
betrachten, sich mit einer anderen Gesellschaftsordnung
auseinanderzusetzen zu lernen und dadurch mögliche Vorurteile und
Klischeevorstellungen (Auto- und Heterostereotypen) zu korrigieren.

  4. Beherrschung grundlegender Lern- und Artbeitstechniken:

  Die Schüler sollen lernen, die für den Spracherwerb und die
Sprachausübung vorhandenen Hilfsmittel, insbesondere das Wörterbuch,
sowie grundlegende Lern- und Arbeitstechniken sachgerecht und
selbständig einzusetzen.

Lehrstoff:

5. Klasse (4 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Verstehen von authentischem, stilistisch neutralem Russisch, das in
mittlerem Sprechtempo übermittelt wird und zur Bewältigung
einfachster Alltagssituationen eingesetzt wird, die im Unterricht
erarbeitet wurden

Sprechen:

  Bewältigen von im Unterricht erarbeiteten einfachsten
Grundsituationen des Alltagslebens, Wiedergabe von Gelesenem und
Gehörtem

Leseverstehen und Lesen:

  Verstehen einfachster kurzer Texte

Schreiben:

  Schriftliches Bewältigen der sich aus dem Unterricht ergebenden
Aufgaben sowie der einfachsten, im Unterricht erarbeiteten
Grundsituationen des Alltagslebens

Lerninhalte:

  Kommunikationssituationen und Themenbereiche:

  Themen und Situationen aus der unmittelbaren Umwelt des Schülers
(zB Personalien, Familie, Tagesablauf, Haus und Wohnung)

  Themen und Situationen, die sich im Unterricht ergeben

  Themen und Situationen, die allmählich in die Kenntnis von Land und
Volk der Sowjetunion einführen

Sprachliche Mittel:

  Orthoepie:

  Grundlagen der russischen Artikulation mit besonderer
Berücksichtigung der dem Deutschen fremden Laute und der Eigenart der
russischen Aussprache: die Opposition stimmlos - stimmhaft; die
regressive Assimilation; die Palatalisation; die Reduktion; der
freie, dynamische Akzent; von den Intonationskonstruktionen vor allem
die Frageintonationen

  Schrift und Orthographie:

  die cyrillische Schreib- und Druckschrift; einigermaßen sichere
Beherrschung der Grundlagen der russischen Orthographie; Einführung
in die Transkription, insbesondere von Eigennamen

  Wortschatz:

  grundlegender Wort- und Phrasenschatz im Ausmaß von ungefähr
750 Einheiten

  Grammatik:

  einfacher (Aussage- und Fragesatz) und zusammengesetzter Satz;
Verneinung; Geschlechtsregeln; regelmäßige Deklination des Nomen
(Substantivs), gebräuchlichste unregelmäßige Formen; Deklination des
Adjektivs und der wichtigsten Pronomina; Adverb; Grundzahlwörter und
ihre Rektion; Ordnungszahlwörter; gebräuchlichste Präpositionen und
Konjunktionen; Konjugation der häufigsten Verben, auch der
reflexiven, und ihre Rektion; die wichtigsten unpräfigierten Verben
der Fortbewegung; der häufigste Gebrauch der Aspekte in
Vergangenheit, Futurum und im Imperativ; Datum; Altersangabe;
Wiedergabe des deutschen ,,haben'' und der wichtigsten Modalverben

  Querverbindungen: Deutsch (Strukturen der Grammatik, Rolle der
Grundwortarten); gegebenenfalls Latein (Grammatik); erste lebende
Fremdsprache (Grammatik)

Schriftliche Arbeiten:

  Schul- und Hausübungen;

  Schularbeiten.

6. Klasse (3 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  wie in der 5. Klasse; Bewältigen weiterer einfacher
Alltagssituationen, die im Unterricht erarbeitet wurden

Sprechen:

  wie in der 5. Klasse; Bewältigen weiterer einfacher
Alltagssituationen, die im Unterricht erarbeitet wurden; Wiedergeben
und Zusammenfassen von Gehörtem und Gelesenem, Versuche im Berichten
von Selbsterlebtem und Beobachtetem

Leseverstehen und Lesen:

  Verstehen einfacher, nicht zu langer Texte; einfache Formen des
Globalverstehens; Gebrauch des Wörterbuchs

Schreiben:

  wie in der 5. Klasse; Zusammenfassen von Gelesenem und Gehörtem;
Verfassen von einfachen zusammenhängenden Texten

Lerninhalte:

  Kommunikationssituationen und Themenbereiche:

  Vertiefung der Themen und Situationen aus der 5. Klasse, weitere
Themen und Situationen, zB Freizeit, Interessen, Reisen

  weitere Themen und Situationen, die sich im Unterricht ergeben

  Themen und Situationen, mit denen Besucher der Sowjetunion
konfrontiert werden können und die die Kenntnis von Land und Volk der
Sowjetunion erweitern

Sprachliche Mittel:

  Orthoepie:

  wie in der 5. Klasse

  Orthographie:

  wie in der 5. Klasse

  Wortschatz:

  Erweiterung des grundlegenden Wort- und Phrasenschatzes auf
ungefähr 1 400 Einheiten

  Grammatik:

  wichtige Ausnahmen und Ergänzungen zur Deklination der Nomen
(Substantiva), Adjektiva, Numeralia und Pronomina; Steigerung der
Adjektiva und Adverbia; weitere Präpositionen und Konjunktionen;
Wiedergabe der russischen Partizipien und Adverbialpartizipien im
Deutschen und des deutschen Passivs im Russischen; Konjunktiv;
weitere Gruppen häufiger und schwieriger Verben; ihre Aspekte und
ihre Rektion; häufigste präfigierte Verben der Fortbewegung; die
wichtigsten Arten der Gliedsätze

  Querverbindungen: Deutsch (wie 5. Klasse); gegebenenfalls Latein
(Grammatik), erste lebende Fremdsprache (Grammatik)

Schriftliche Arbeiten:

  Schul- und Hausübungen;

  Schularbeiten.

  Bei freien Aufgabenstellungen kann die Benützung des Wörterbuchs
gestattet werden.

7. und 8. Klasse (je 3 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Verstehen von Gesprächen und Diskussionen, Berichten und
Stellungnahmen in authentischem, stilistisch neutralem Russisch, das
in mittlerem Sprechtempo übermittelt wird (dabei soll die Gesamtzahl
der unbekannten Wörter 3% der Zahl aller Wörter nicht überschreiten)

Sprechen:

  Differenziertere Ausdrucksfähigkeit in den Situationen des Alltags
und beim Wiedergeben und Zusammenfassen von Gehörtem, Gelesenem,
Erlebtem und Gesehenem, bei Kommentaren und Stellungnahmen sowie bei
Information und Diskussion

Leseverstehen und Lesen:

  Verstehen nicht zu schwieriger Originaltexte (Globalverstehen, an
Schlüsselstellen: Detailverstehen); sinngemäßes phonetisch richtiges
Lesen

Schreiben:

  Differenziertere Ausdrucksfähigkeit bei Information, Erzählen von
Handlungsabläufen, Darstellen von Problemen, Wiedergeben und
Zusammenfassen von Texten, bei Kommentaren und persönlichen
Stellungnahmen; stichwortartige Notizen zu Hörtexten

Lerninhalte:

  Kommunikationssituationen und Themenbereiche

  Erweiterung und Vertiefung der Themen und Situationen aus dem
Alltagsleben

  Erweiterung und Differenzierung jener Themen und Situationen, mit
denen Besucher der Sowjetunion konfrontiert werden können und die die
Kenntnis von Land und Volk der Sowjetunion erweitern

  Auseinandersetzung mit aktuellen Themen (zB der Einzelne und die
Gesellschaft, Jugend, Umwelt, Erziehung und Bildung,
Freizeitgestaltung und -bewältigung, Arbeit und Beruf)

  Lektüre:

  Texte, vor allem aus den Massenmedien, mit Bezug zum Zeitgeschehen
und Alltagsleben; Proben aus der russischen Literatur des 19. und
20. Jahrhunderts; avtorskie pesni; die Texte und Themen sollen ein
möglichst breites Bild der Sowjetunion geben und zu Vergleichen mit
österreichischen Einrichtungen führen

  Querverbindungen: Religion (Konfession, Weltreligionen); Geschichte
und Sozialkunde, Geographie und Wirtschaftskunde (RGW); Psychologie
und Philosophie (8. Klasse: Geschichte der Philosophie)

  Empfehlung und Förderung von Hauslektüre

Sprachliche Mittel:

  Orthoepie:

  Verfeinerung und Differenzierung des bisher Gelernten

  Orthographie:

  wie bisher

  Wortschatz:

  Erweiterung des Wort- und Phrasenschatzes auf ungefähr
2 100 Einheiten in der 7. Klasse und auf ungefähr 2 600 bis
2 700 Einheiten in der 8. Klasse; besondere Berücksichtigung des für
Argumentation, Kommentar und persönliche Stellungnahme benötigten
Wortschatzes

  Grammatik:

  syntaktische und lexikalische Synonymie; syntaktische
Besonderheiten der Partizipien und Adverbialpartizipien; schwierige
Fälle der Verneinung; Besonderheiten in der Steigerung; Spezialfälle
in Deklination und Konjugation; schwierige Fälle der Rektion;
schwierige Präpositionen, Konjunktionen und Pronomina

Schriftliche Arbeiten:

  Schul- und Hausübungen

  Schularbeiten.

  In der 7. und 8. Klasse ist bei freien Aufgabenstellungen die
Benützung des Wörterbuchs zu gestatten.

Didaktische Grundsätze:

1. Sprachliche Fertigkeiten:

  Zur Erreichung des Zieles ist ein ausgewogener Einsatz aller
Unterrichtsträger, das sind Lehrer, Lehrbücher, Lehrbehelfe und
Medien, erforderlich. Besonders die Tonträger dürfen nicht
vernachlässigt werden, damit eine Vielfalt von muttersprachlichen
Sprechern in den Unterricht eingebracht wird. Das von diesen
Unterrichtsträgern dargebotene Russisch hat sich an der
standardisierten Umgangssprache zu orientieren und der authentischen
russischen Gegenwartssprache zu entsprechen. Demzufolge sind die aus
didaktischen Gründen erstellten Texte bald durch dem Lernfortschritt
entsprechend adaptierte Originaltexte zu ersetzen, die allmählich zu
authentischen Originaltexten hinführen.

  Im Unterricht sollen Lehrer und Schüler sich vorwiegend des
Russischen bedienen. Der Gebrauch der deutschen Muttersprache ist
möglichst auf die folgenden Fälle zu beschränken:

- Erklärung schwieriger grammatischer, lexikalischer und
  idiomatischer Erscheinungen
- Klärung von Kommunikationssituationen und Stellung von
  Arbeitsanleitungen (besonders im Anfangsunterricht)
- Erklärung schwieriger Fragen der Landes- und Kulturkunde
- Strukturvergleich beider Sprachen (fallweises Übersetzen)
- Übungs- und Prüfungszwecke (fallweises Übersetzen)
- Überprüfung des Globalverstehens (Wiedergabe der Hauptgedanken
  eines Hör- oder Lesetextes).

  Obwohl die vier sprachlichen Fertigkeiten eine Einheit bilden und
nicht isoliert entwickelt werden sollen, ist ihrer verschiedenen
Gewichtung insofern Rechnung zu tragen, als Hörverstehen, Sprechen
und Leseverstehen dem schriftlichen Ausdruck gegenüber etwas Vorrang
haben.

  Nicht nur im muttersprachlichen Bereich ist die sprachliche
Kompetenz in den rezeptiven Fertigkeiten (Hörverstehen,
Leseverstehen) bedeutend höher als in den produktiven Fertigkeiten
(Sprechen, schriftlicher Ausdruck). Auch im Russischunterricht wird
der Schüler dank seiner allgemeinsprachlichen Kompetenz, dank seiner
Erfahrungen und seines Wissens bedeutend mehr verstehen als selbst
sagen können. Dies bietet insbesondere bei der Entwicklung des
Leseverstehens durch eine Trennung dessen, was der Schüler nur
verstehen muß, von dem, was er auch auszudrücken imstande sein soll,
eine wertvolle Hilfe.

  Die kreative, über mechanisches Lernen, Imitation und
Automatisation hinausgehende Tätigkeit der Schüler ist von allem
Anfang an zu fördern.

Hörverstehen:

  Dem Hörverstehen ist von allem Anfang an große Aufmerksamkeit zu
widmen. Vorrangig wird dabei das Globalverstehen sein. Deshalb sollen
Hörtexte als Ganzheit und in mittlerem Sprechtempo geboten werden.
Dabei soll auch die Fähigkeit entwickelt werden, sprachlich
Unbekanntes aus dem Zusammenhang zu verstehen. In weiterer Folge wird
auch Detailverstehen zu entwickeln sein; dabei ist zu beachten, daß
dem Schüler im voraus die entsprechenden Fragen vorzulegen sind.
Damit der Schüler lernt, verschiedene Sprecher (vor allem
muttersprachliche) zu verstehen, sollen möglichst oft Tonträger
eingesetzt werden.

  Richtiges Wahrnehmen des Lautsystems der Fremdsprache ist
Voraussetzung für das eigene orthoepisch richtige Sprechen. Durch
regelmäßiges Bewußtmachen des Unterschiedes zwischen
muttersprachlicher und fremdsprachlicher Lautung soll der Schüler
lernen, jene für das Russische wichtigen lautlichen Erscheinungen zu
unterscheiden, die es in der Muttersprache entweder nicht gibt oder
die darin keine sinntragende Funktion haben. Dazu gehören
insbesondere: die Opposition stimmlos-stimmhaft, die regressive
Assimilation, die Palatalisation, die Reduktion, der freie,
dynamische Akzent; von den Intonationskonstruktionen vor allem die
Frageintonationen.

  Übungs- und Überprüfungsformen sind unter anderem: Aufträge
ausführen; multiple-choice-Verfahren; Wiedergeben und Zusammenfassen
des Textes.

Sprechen:

  In der Entwicklung der Fertigkeit ,,Sprechen'' wird naturgemäß
zunächst die imitative Phase die erste Stelle einnehmen. Es muß ihr
aber die gestaltende Phase folgen, die es den Schülern gestattet,
sich ihren eigenen Bedürfnissen gemäß auszudrücken. In diesem
Zusammenhang ist besonders darauf zu achten, daß Übungen, die
schwierige grammatische und lexikalische Probleme betreffen, über
,,Formalübungen'' hinaus zu kommunikationsorientierten Übungen
hinführen. Ziel ist das Sprachkönnen, nicht das Wissen über die
Sprache.

  Voraussetzung für das Funktionieren von Sprache als
Kommunikationsmittel ist Verständlichkeit. Ziel dabei ist eine
möglichst hohe Sprachrichtigkeit in Lexik und Grammatik, aber auch in
Aussprache und Intonation. Besonderes Augenmerk ist dabei auf jene
Aspekte der russischen Orthoepie zu legen, die bereits unter dem
Punkt Hörverstehen angeführt wurden. Eine schwierige, aber wichtige
Aufgabe besteht darin, den Schüler zur Eigenkontrolle seiner
Aussprache zu bringen.

  Eine wichtige Hilfe bei der Entwicklung der Fertigkeit ,,Sprechen''
ist regelmäßiges Training des Hörverstehens. Bei der Vermittlung von
neuem sprachlichem Material soll besonders im Anfangsunterricht nicht
das Schriftbild, sondern die Lautgestalt im Vordergrund stehen.

  Ebenso wichtig ist es, von allem Anfang an ein mittleres
Sprechtempo anzustreben.

  Ein wichtiges Prinzip bei der Entwicklung der Fertigkeit
,,Sprechen'' besteht darin, daß der Gesprächsinhalt die Schüler
intellektuell weder über- noch unterfordert und ihren Interessen
entspricht.

  Übungs- und Überprüfungsformen sind unter anderem: Stellen und
Beantworten von Fragen und adäquates Reagieren; Anwenden des
Gelernten in ähnlichen und neuen Situationen; kurze Redeübungen,
Klassengespräche zu erarbeiteten Inhalten; Verbalisieren von
Bildgeschichten; Wiedergeben von Gelesenem, Gehörtem, Gesehenem und
Erlebtem; Zusammenfassen, Kommentieren und Stellungnehmen.

Leseverstehen:

  Zur Schulung des Leseverstehens sind insbesondere Lesetexte
heranzuziehen, die den Interessen, der Reife und dem sprachlichen
Können der Schüler entsprechen und so die Freude am Lesen fördern.
Ziel sind Originaltexte, der Weg dazu führt über vereinfachte,
adaptierte und kommentierte Texte. Wegen seiner praktischen
Verwertbarkeit auch außerhalb des Unterrichts kommt dem stillen Lesen
mit dem Ziel des globalen Verstehens große Bedeutung zu. Im
Unterricht wird zwischen dem lauten und dem stillen Lesen zu
unterscheiden sein. Das laute Lesen dient in der Regel nicht der
Entwicklung des Leseverstehens, sondern der Schulung und Korrektur
der Aussprache und Intonation. Im Anfangsunterricht, wo es auch ein
wichtiges Mittel zum Erwerb der cyrillischen Schrift ist, sollte es
nur an bereits bekannten Texten und nach Anhören eines Modells
(Tonträger, Lehrer . . .) geübt werden.

  Das stille Lesen ist der Normalfall des Kontaktes mit schriftlichen
Texten und muß daher auch im Unterricht entsprechend geübt werden.

  Ziel des Lesens ist in der Regel Globalverstehen. Damit soll die
Fähigkeit entwickelt werden, sprachlich Unbekanntes aus dem
Zusammenhang zu verstehen. Ein Eingehen auf jedes Detail hemmt die
Motivation und widerspricht einer ökonomischen Unterrichtsführung.
Das schließt jedoch nicht aus, daß je nach Textsorte und Teillernziel
auch Detailverstehen und genaue Übersetzung gefordert werden können.
Die Überprüfung des Leseverstehens soll aber im allgemeinen nicht
durch Übersetzen erfolgen, sondern durch Fragen, Lückentexte,
Zusammenfassungen, Nacherzählungen, Erarbeiten des Hauptgedankens in
mündlicher und schriftlicher Form. Die Entwicklung des Leseverstehens
ist nicht Selbstzweck. Sie ist immer mit der Entwicklung der anderen
sprachlichen Fertigkeiten verbunden und erweitert dadurch das
sprachliche Können.

  Leseverstehen bringt Sachinformation, konfrontiert die Schüler mit
Einsichten und Haltungen und kann dadurch zu einem wichtigen Faktor
der Motivation werden.

Schreiben:

  Der schriftliche Gebrauch des Russischen richtet sich einerseits
nach den Erfordernissen des Unterrichts (Schreiben ohne
Kommunikationssituation) und andererseits nach möglichen
Schreibanlässen in Kommunikationssituationen. Zu den Erfordernissen
des Unterrichts gehören: das Erlernen der cyrillischen Schrift unter
sorgfältiger Beachtung der Schreibnorm und schriftliche Übungen zur
Fixierung des im Unterricht Erarbeiteten und zur Festigung und
Feststellung des Unterrichtsertrages.

  Zu den möglichen Schreibanlässen in Kommunikationssituationen
zählen neben Abfassen von Briefen, Ansichtskarten, Einladungen und
Ausfüllen von Formularen auch solche Texte, die in dieser Form
voraussichtlich keine praktische Anwendung durch den Schüler im
Alltag finden werden, wie zB: Nacherzählungen, Zusammenfassungen und
Kommentare, persönliche Stellungnahmen, Aufsätze, Verfassen von
Bildgeschichten, Verfassen von Texten, ausgehend von Bildern oder
Impulstexten, Notizen zu Hör- und Lesetexten.

2. Einsichten in das Funktionieren von Sprache als Mittel der
Kommunikation

  Wie für Russisch als erste lebende Fremdsprache.

3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landes- und Kulturkunde
der Sowjetunion:

  Wie für Russisch als erste lebende Fremdsprache, mit folgenden
Abweichungen:

  Der 4. und 5. Absatz entfällt. Am Ende des Abschnitts ist
anzufügen:

  Russische Literatur soll nicht systematisch, sondern anhand von
Beispielen aus dem literarischen Schaffen des 19. und
20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart vermittelt werden.

4. Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken:

5. Die Gestaltung des Russischunterrichts:

  Querverbindungen:

  Wie für Russisch als erste lebende Fremdsprache.

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