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Übersicht Oberstufe
Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache (vertiefend)
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe:
Der Unterricht in Slowenisch soll zum Erreichen der folgenden Ziele
beitragen, die sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende
Aspekte enthalten.
Oberstes Ziel ist die Fähigkeit der Schüler, die slowenische
Sprache in mündlicher und schriftlicher Form als Verständigungsmittel
benützen zu können.
1. Beherrschung sprachlicher Grundfertigkeiten:
- Hörverstehen
- Sprechen
- Leseverstehen
- Schreiben
2. Einsichten in den Aufbau und das Funktionieren der Sprache als
Mittel der Kommunikation
3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landes- und
Kulturkunde des slowenischen Sprachraumes
4. Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken zum
Spracherwerb.
Dem Hörverstehen und den Sprechfertigkeiten sowie dem Leseverstehen
ist zunächst der Vorrang einzuräumen.
Anzustreben sind:
- Fähigkeit zur Kommunikation in den Grundsituationen des täglichen
Lebens (situationsadäquates sprachliches Handeln)
- eine normnahe, deutliche Aussprache
- Sicherheit in der Rechtschreibung und in der Verwendung der
wichtigsten grammatischen Strukturen
- Fähigkeit, sich mit kulturellen, wirtschaftlichen und politischen
Texten über den slowenischen Sprachraum auseinandersetzen zu können
- Interesse an literarischen Werken als vielseitige
Informationsquelle über die Eigenart, besondere Mentalität und
Denkweise sowie die Lebensverhältnisse und Probleme des
slowenischen Volkes in Vergangenheit und Gegenwart
- Verständnis für die Probleme des zweisprachigen Gebietes
- Bereitschaft zur Toleranz und Zusammenarbeit.
Lehrstoff:
5. Klasse (4 Wochenstunden):
Lernziele:
Fähigkeit kommunikativer Bewältigung von Alltagssituationen mit
einfachen Strukturen der gesprochenen und geschriebenen Sprache.
Entwicklung des Hör- und Leseverstehens sowie eines natürlichen
Sprechverhaltens.
Lerninhalte:
Gesprächs- und Lesestoff aus dem Erfahrungsbereich und der Umwelt
des Schülers (zB Leben in Familie und Schule, Kleidung, Mahlzeiten,
Wetter, Post, Geschäfte, Reisen) zur Aneignung eines
Grundwortschatzes und elementarer Sprachstrukturen. Die einzelnen
Themenkreise sollen vorwiegend als alltägliche Gesprächssituationen
in Dialogform aufbereitet werden. Kurze Prosastücke, Lieder und
Gedichte bilden eine empfehlenswerte Erweiterung zur behandelten
Thematik.
Als Kommunikationsformen kommen vor allem Frage und Antwort, Dialog
sowie mündliche und schriftliche Darstellung einfacher Sachverhalte
in Betracht.
Soweit es für die behandelten Themen und Kommunikationsformen
erforderlich ist, sind den Schülern grammatische Kenntnisse aus
Morphologie und Syntax zu vermitteln.
Es ist auf eine einwandfreie Aussprache zu achten. Zur genaueren
Bezeichnung der Vokale sollen die in der Slowenistik üblichen
Betonungs- und Aussprachezeichen (Gravis, Akut, Zirkumflex) verwendet
werden. Bei der Schreibung sind besonders die Unterschiede zwischen
dem slowenischen und dem deutschen Alphabet zu berücksichtigen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Buchstaben mit mehrfachem Lautwert
(vor allem e, o, l, v) und den Verbindungen lj, nj. Auf die
Besonderheiten der slowenischen Rechtschreibung ist entsprechend
hinzuweisen.
Zur Wiederholung, Festigung und Erweiterung der sprachlichen
Ausdrucksfähigkeit und Beherrschung der erforderlichen grammatischen
Strukturen dienen auch mündliche und schriftliche Übungen, wie
Wiedergabe durchgenommener Stoffbereiche anhand von Fragen sowie
Herstellung von thematischen Zusammenhängen, Umformungs- und
Ergänzungsübungen sowie Übersetzungsübungen.
Schriftliche Arbeiten:
Schul und Hausübungen.
Schularbeiten.
Querverbindungen:
Deutsch, lebende Fremdsprachen:
Vergleich unterschiedlicher Sprechgewohnheiten (Aussprache,
Stimmführung, Sprechrhythmus usw.) sowie sprachbegleitender Mimik und
Gestik.
6. Klasse (3 Wochenstunden):
Lernziele:
Auf lebensnahen Gesprächssituationen und Texten beruhende
Erweiterung der mündlichen und schriftlichen sprachlichen
Ausdrucksfähigkeit durch den Ausbau des Wortschatzes und die
Beherrschung der grammatischen Strukturen. Einführung in den Gebrauch
des Wörterbuches. Sprachliche Bewältigung von landes- und
kulturkundlichen Informationen über den slowenischen Sprachraum.
Lerninhalte:
Stufenweises konzentrisches Erweitern der im 1. Lernjahr
behandelten Themenkreise sowie Erschließung weiterer Themenbereiche
(zB Berufswelt, Freizeitgestaltung, Kulturgeschehen). Aktuelle Texte
aus Zeitungen und Zeitschriften bereichern den Lesestoff zu landes-
und kulturkundlichen Fragen und geben Gelegenheit für
Unterrichtsgespräche. Auch Prosatexte und Gedichte aus der neueren
slowenischen Literatur sollen einen Anlaß für weiterführende
Unterrichtsgespräche in größeren thematischen Zusammenhängen bieten.
Die bekannten und geübten Kommunikationsformen sollen mit Berichten
von Erlebtem und Beobachtetem, der Wiedergabe von Gehörtem und
Gelesenem, Zusammenfassungen, Briefen sowie mit der Argumentation im
Gespräch erweitert werden.
Die bereits erarbeiteten grammatischen Kenntnisse sind so zu ordnen
und zu erweitern, daß sie den Schülern bei der Bildung normrichtiger
Wortformen und Sätze als feste Stütze dienen können. Dabei ist die
Beherrschung der Grundmuster bei den deklinierten Wortarten, der
Komparation der Adjektive und Adverbien sowie der Konjugation der
Verben samt den gebräuchlichsten Abweichungen unerläßlich. Weiters
sind Grundkenntnisse über die grammatischen Eigenschaften der
Wortarten und die wichtigsten syntaktischen Strukturen zu vermitteln.
Mündliche und schriftliche Übungen sind den gestiegenen
Anforderungen des 2. Lernjahres entsprechend anzupassen.
Schriftliche Arbeiten:
Schul und Hausübungen.
Schularbeiten.
Bei freien Aufgabenstellungen kann die Benützung des Wörterbuchs
gestattet werden.
Querverbindungen:
Deutsch, lebende Fremdsprachen:
Unterschiedliche Funktion und Häufigkeit einzelner Wortarten, zB
verbale Ausdrucksweise im Slowenischen gegenüber nominaler
(substantivischer) Ausdruckweise im Deutschen.
7. und 8. Klasse (je 3 Wochenstunden):
Lernziele:
Weiterentwicklung und stilistische Verfeinerung der
Sprechfertigkeiten und der schriftlichen Ausdrucksformen bis zu einem
sicheren, einwandfreien Gebrauch der slowenischen Standardsprache in
Kommunikationssituationen anspruchsvolleren Inhalts. Weckung und
Förderung des Interesses für die slowenische Literatur. Einblick in
das kulturelle, wirtschaftliche und politische Geschehen
im slowenischen Sprachraum.
Lerninhalte:
Behandlung weiterer lebensnaher Themenbereiche nach dem Interesse
der Schüler, wobei auf eine einwandfreie mündliche und schriftliche
Ausdrucksweise bei der Formulierung eigener Gedanken und Anliegen zu
achten ist. Es sollen Kommunikationsformen wie Information,
Problemdarstellung, Argumentation, Berichte, Mitteilungen, Briefe,
Zusammenfassungen sowie die Abhandlung von Themen in Form von
Aufsätzen geübt werden.
Darstellung und Diskussion von Fragen und Problemen aus dem
kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Leben
Sloweniens im jugoslawischen Gesamtkontext sowie der slowenischen
Bevölkerung in den zweisprachigen Gebieten der angrenzenden
Nachbarstaaten. Diesem Aufgabenbereich soll auch die Lektüre
aktueller Texte zum Zeitgeschehen dienen. Mit literarischen Texten
zeitgenössischer Autoren, Proben aus der Literatur des 19. und 20.
Jahrhunderts und einer entsprechenden Einführung sollen die Schüler
befähigt werden, sich mit unterschiedlichen literarischen Stilen und
Gattungen sowie der inhaltlichen Aussage literarischer Werke
auseinanderzusetzen.
Wiederholung, Zusammenfassung, Festigung und soweit erforderlich
auch Erweiterung grammatischer Kenntnisse im Zusammenhang mit dem
Gesprächs- und Lesestoff.
Die Unterrichtsarbeit ist durch entsprechende mündliche und
schriftliche Übungen zu unterstützen.
Schriftliche Arbeiten:
Schul- und Hausübungen.
Schularbeiten.
In der 7. und 8. Klasse ist bei freien Aufgabenstellungen die
Benützung des Wörterbuchs zu gestatten.
Querverbindungen:
Deutsch, lebende Fremdsprachen:
Beachtung der unterschiedlichen Gebundenheit von Gedankengängen an
sprachliche Strukturen und der damit verbundenen Gefahren für die
Verständigung bei wörtlicher Übersetzung (Beseitigung von
sprachgebundenen Mißverständnissen).
Untersuchung unterschiedlicher Bedeutungsfelder von Wörtern bei
Übersetzungen.
Vergleich gleichzeitig auftretender literarischer Strömungen
(gegenseitige Beeinflussung von Literaturen).
Einbeziehung von Übersetzungsliteratur.
Didaktische Grundsätze:
Wenn bei den Schülern bereits Slowenischkenntnisse vorhanden sind,
ist als Unterrichtssprache von Anfang an soweit wie möglich das
Slowenische zu verwenden, sonst ist ein stufenweiser Übergang zur
slowenischen Unterrichtssprache anzustreben.
In den folgenden Punkten ist auf die problemlose Verständlichkeit
der Unterrichtssprache besonders zu achten
- Erklärung grammatischer Strukturen
- Erklärung von Kommunikationssituationen (besonders im
Anfangsunterricht); Arbeitsanweisungen
- Gewährleistung des Verständnisses schwieriger sprachlicher
Erscheinungen (fallweise Übersetzen)
- Zwischensprachlicher Strukturvergleich.
1. Beherrschung sprachlicher Grundfertigkeiten:
(Hörverstehen, Sprechen, Leseverstehen, Schreiben)
Obwohl die vier sprachlichen Fertigkeiten eine Einheit bilden und
nicht isoliert entwickelt werden sollen, ist ihrer verschiedenen
Gewichtung insoferne Rechnung zu tragen, als Hörverstehen, Sprechen
und Leseverstehen dem Schreiben gegenüber Vorrang haben.
Hörverstehen:
Dem Hörverstehen ist von allem Anfang an große Aufmerksamkeit zu
widmen. Es soll zu Globalverstehen hinführen. Damit soll auch die
Fähigkeit entwickelt werden, sprachlich Unbekanntes aus dem
Zusammenhang heraus zu verstehen. Genaues und verstehendes Zuhören
ist einerseits die Voraussetzung für das eigene, möglichst normnahe
Sprechen der Schüler, andererseits soll es sie immer mehr befähigen,
verschiedene Sprecher (direkt oder über Tonträger) zu verstehen. Von
Anfang an ist auf annähernd mittleres Sprechtempo zu achten.
Durch regelmäßiges und häufiges Üben des Hörverstehens sollen die
Schüler die Besonderheiten der slowenischen standardsprachlichen
Lautung erkennen.
Sprechen:
Grundlage für den Gebrauch der Standardsprache als
Kommunikationsmittel ist eine möglichst normnahe Aussprache und
Intonation. Beides muß daher von allem Anfang an regelmäßig geübt
werden.
Der Schüler soll vom Lehrer durch behutsames Korrigieren an die
Standardaussprache herangeführt werden. Umsicht ist vor allem dann
geboten, wenn der Schüler bereits über dialektale slowenische
Sprechgewohnheiten verfügt. Die Art, Notwendigkeit und Bedeutung der
aktiven Unterscheidung zwischen standard- und
nichtstandardsprachlicher Sprechweise ist mit soziolinguistischen
Erkenntnissen hinsichtlich ihrer Natürlichkeit und gesellschaftlichen
Funktion dem Schüler bewußt zu machen. Das Korrigieren soll immer so
gehandhabt werden, daß es die Freude am Sprechen nicht
beeinträchtigt.
Die Voraussetzung für eine möglichst normnahe Aussprache des
Schülers ist regelmäßiges Training des Hörverstehens. Bei der
Vermittlung von neuem sprachlichem Material soll besonders im
Anfangsunterricht nicht nur das Schriftbild, sondern auch das
lautliche Moment im Vordergrund stehen. Eine anspruchsvolle und
wichtige Aufgabe ist auch die Befähigung des Schülers zur
Eigenkontrolle seiner Aussprache.
Der Schüler soll sich im Vergleich zum Deutschen unterschiedliche
Erscheinungen der slowenischen standardsprachlichen Lautung besonders
gut einprägen und beim Sprechen beachten. Dazu gehören insbesondere:
- die ausgeprägte, deutlich hörbare Stimmbeteiligungsopposition
(p - b, t - d, k - g, f - v, s - z, s - z) in nichtauslautender
Stellung;
- die Aussprache von h als velarer Reibelaut (x, c) in allen
Positionen (zB horizont, hisa);
- die friktionsintensivere Aussprache des vorvokalischen v (zB voda,
vem, kava);
- die Distribution geschlossener und offener e- und o-Laute;
- das Auftreten von Betonungsverschiebungen innerhalb der Formen ein
und desselben Wortes (zB velik, velika; otok, otoka);
- das Auftreten von kurzbetonten Selbstlauten gewöhnlich nur in der
Endsilbe (zB promet, jedoch prometa; sit, jedoch sita);
- das Fehlen des laryngalen Verschlußlautes (,,Knacklaut'') im Anlaut
und der Wortfuge. Beachtung des ,,schnittlosen'' Verbindens von
Lauten (zB priimek, preobleci se; Ali-imas-se-enkratis-to-pot?)
Zur Unterstützung der Aussprachebezeichnung sollen die Schüler in
die Verwendung von Aussprache- und Betonungszeichen eingeführt
werden, und zwar Kürzezeichen (`), Längezeichen (') und
Öffnungszeichen (^) für die langbetonte offene Aussprache von e
und o (zB teta, voda). Wenn der Buchstabe e für den Laut (ö) steht,
kann die Unterstreichung des e hilfreich sein (zB pes, ucenec).
Bei der Entwicklung der Sprechfertigkeit wird gewöhnlich zunächst
der imitativen Phase die größere Bedeutung zukommen. (Besonders
geeignet erscheinen dafür kurze Rollenspiele aus dem Alltagsleben).
Es soll jedoch möglichst bald auch die gestaltende Phase einsetzen,
die es den Schülern gestattet, ihren eigenen
Kommunikationsbedürfnissen entsprechend nachzukommen. In diesem
Zusammenhang ist besonders darauf zu achten, daß Übungen, die
schwierige grammatische und lexikalische Fragen betreffen, nicht nur
,,Formalübungen'', sondern kommunikativ orientierte Übungen sein
müssen. Ziel ist das Sprachkönnen, nicht das Wissen über die Sprache.
Ein wichtiges Prinzip bei der Entwicklung der Sprechfertigkeit
besteht darin, daß der Gesprächsinhalt die Schüler intellektuell
weder über- noch unterfordert und ihren natürlichen Interessen
entspricht. Dabei ist darauf zu achten, daß nicht der
außersprachliche Inhalt Priorität genießt, sondern seine sprachliche
Realisierung, worauf insbesondere bei Überprüfungen zu achten ist.
Leseverstehen:
Zur Schulung des Leseverstehens sind Texte heranzuziehen, die zum
Lesen konzipiert sind, die den Interessen, der Reife und dem
sprachlichen Können der Schüler entsprechen und so die Freude am
Lesen fördern. Das Ziel sind kurze und einfache Originaltexte, der
Weg dazu führt über erstellte und adaptierte Texte.
Wegen seiner praktischen Verwertbarkeit auch außerhalb des
Unterrichts kommt dem Lesen, insbesondere dem stillen Lesen mit dem
Ziel des globalen Verstehens, große Bedeutung zu. Im Unterricht wird
zwischen dem lauten und dem stillen Lesen zu unterscheiden sein.
In der Regel dient das laute Lesen nicht der Entwicklung des
Leseverstehens, sondern der zusätzlichen Einübung der Aussprache und
Intonation sowie der Festigung von Lexik und Grammatik. Diese
Hilfsfunktion kommt dem Lesen insbesondere in den ersten beiden
Lernjahren zu.
Die Unterschiede zwischen dem orthographischen und orthoepischen
Moment sollen herausgearbeitet und bewußt gemacht werden. Dies gilt
insbesondere für die Buchstaben l und v sowie die
Buchstabenverbindungen lj und nj. Die dem Lesen zugrundeliegende
Selbstlautregel soll dem Schüler die nötige Klarheit verschaffen,
denn der Lautwert der oben erwähnten Buchstaben hängt davon ab, ob
sie vor einem Selbstlaut stehen oder nicht.
Das stille Lesen ist der Normalfall des Kontaktes mit schriftlichen
Texten und muß daher auch im Unterricht geübt werden.
Ziel des Lesens ist in der Regel Globalverstehen. Damit soll auch
die Fähigkeit entwickelt werden, sprachlich Unbekanntes aus dem
Zusammenhang heraus zu verstehen. Ein Eingehen auf jedes Detail hemmt
die Motivation und widerspricht einer ökonomischen
Unterrichtsführung. Das schließt jedoch nicht aus, daß je nach
Textsorte und Teillernziel auch Detailverstehen und Übersetzen
gefördert werden können. Die Überprüfung des Leseverstehens soll aber
im allgemeinen nicht durch Übersetzen erfolgen, sondern durch Fragen,
Inhaltsangaben, Zusammenfassen, Nacherzählen, Erarbeiten des
Hauptgedankens in mündlicher und schriftlicher Form. Die Entwicklung
der Lesefertigkeit ist nicht Selbstzweck. Sie ist immer mit der
Entwicklung der anderen sprachlichen Fertigkeiten verbunden und
erweitert dadurch das sprachliches Können. Gutes Verstehen des Textes
bringt Sachinformation, konfrontiert die Schüler mit Einstellungen
und Haltungen anderer und kann dadurch zu einem wichtigen Faktor
sprachlicher und kognitiver Auseinandersetzung werden.
Schreiben:
Der schriftliche Gebrauch des Slowenischen richtet sich einerseits
nach den Erfordernissen des Unterrichts (Schreiben ohne
Kommunikationssituation) und andererseits nach möglichen
Schreibanlässen in Kommunikationssituationen.
Zu den Erfordernissen des Unterrichts gehören schriftliche Übungen
zur Fixierung des im Unterricht Erarbeiteten und zur Festigung und
Feststellung des Unterrichtsertrages. (Dazu können im
Anfangsunterricht auch Diktate herangezogen werden.)
Zur Vorbereitung und Erstellung schriftlicher Kommunikation können
ua. herangezogen werden:
- einfache Briefe,
- Ausfüllen von Formularen,
- Darstellung von einfachen Sachverhalten,
- Textwiedergabe und Zusammenfassungen,
- einfache Stellungnahmen.
Zur Festigung der Rechtschreibung soll besonders bei den Buchstaben
l und v sowie bei den Buchstabenverbindungen lj und nj die
Selbstlautprobe herangezogen werden. Mit ihrer Hilfe kann der Schüler
darüber entscheiden, welcher Buchstabe für den Laut ( u) zu schreiben
ist und ob nach l bzw. n ein j stehen muß oder nicht (zB no v sto l
, weil Plural _ _ nov i stol i ; prijateljstvo, weil Dual
prijatelja). Die _ _ Selbstlautprobe kann in Zweifelsfällen
auch bei anderen Konsonantenbuchstaben hilfreich sein (zB tez ka,
weil tez a , _____ gl a sba, weil glas e n). _ _
2. Einsichten in den Aufbau und das Funktionieren von Sprache als
Mittel der Kommunikation:
Im Slowenischen haben die meisten grammatischen Kategorien eine
genaue und detaillierte formelle Kennzeichnung. Großer Formenreichtum
ist eines der auffälligsten Merkmale der slowenischen Sprache. Bei
der Einführung in die Formen sollen die Schüler eine klare Einsicht
in die zugrundeliegenden Aspekte grammatischer Kategorien (zB
allgemeine Bedeutung grammatischer Fälle, Mengenbezeichnungen,
Transitivität) gewinnen. Die Erarbeitung von Formen soll nie als
Selbstzweck, sondern im Zusammenhang mit ihrem Funktions- und
Kommunikationswert erfolgen. Das Funktionieren von Sprache kann
einerseits durch zwischensprachlichen und innersprachlichen Vergleich
von unterschiedlichen Ausdrucksmitteln zur kommunikativen Bewältigung
gleicher Verständigungssituationen, andererseits durch den Vergleich
unterschiedlicher Mitteilungswerte gleicher Ausdrucksmittel in
verschiedenen Kommunikationssituationen verdeutlicht werden. Dabei
ist ein schrittweises, übersichtliches und wohldosiertes Vorgehen
beim Erschließen unterschiedlicher lexikalischer, morphologischer und
syntaktischer Ausdrucksmittel von größter Bedeutung. Sichere
Beherrschung der wichtigsten Strukturen ist einem Detailwissen über
den Formenbestand vorzuziehen. Es soll vor allem am Anfang darauf
geachtet werden, daß sich die Schwierigkeiten bei der Wahl der
entsprechenden Form auf die Kreativität der Schüler nicht allzu
negativ auswirken.
Als Einstieg in die Grammatik wird die Erarbeitung der
Genusendungen beim Nomen (Substantiv) und Adjektiv im Nominativ aller
drei Zahlen (Singular -o, -a, -o; Dual -a, -i; Plural -i, -e, -a) mit
geeigneten Kurzsätzen (zB To je /sta/so . . .) empfohlen. Davon
ausgehend sollen die grammatischen Strukturen ihrem Häufigkeits- und
Schwierigkeitsgrad entsprechend stufenweise erweitert werden, jedoch
immer nur im Zusammenhang mit dem jeweiligen Gesprächs- und
Lesestoff. Ab dem 2. Lernjahr ist der Verwendung des Wörterbuches
besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Im Zusammenhang mit den jeweils
zu erarbeitenden Texten soll der Einsatz des Wörterbuches unter der
Anleitung des Lehrers geübt werden, wobei neben den Wortdeutungen
auch die sprachstrukturellen Eigenheiten der Wortarten berücksichtigt
werden sollen. Die Schüler müssen auch die Fertigkeit der Rückbildung
der im Text verwendeten Wortformen auf ihre Grundform (Stichwortform)
erlangen.
3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landes- und Kulturkunde
des slowenischen Sprachraumes:
Die Sprache ist eng mit der Kultur, den Einrichtungen, der
Geschichte und den heutigen Lebensverhältnissen eines Volkes
verbunden. Landes- und Kulturkunde ist daher ein wichtiger integraler
Bestandteil des Unterrichts.
Landes- und Kulturkunde ist ein Unterrichtsprinzip und kein
systematisch zu erarbeitendes Wissensgebiet. Geeignete Texte, Ton-
und Bildmaterial oder sich sonst anbietende Anlässe sind
landeskundlich entsprechend zu erklären und auszuwerten.
4. Beherrschung grundlegender Lern- und Arbeitstechniken zum
Spracherwerb:
Der Sprachunterricht trägt wesentlich zur allseitigen
Persönlichkeitsbildung bei. Die schwerpunktmäßige Beschäftigung mit
Denkvermögen, Meinungsbildung, Bedürfnis- und Meinungsäußerung sowie
Verständigungsbereitschaft steht in engster Verbindung mit den
wertvollsten Eigenschaften menschlichen Geistes. Das Bewußtsein von
der Groß- und Einzigartigkeit sprachlicher Leistungen soll dem
Schüler als Basis seiner Anstrengungen dienen. Der Sprachunterricht
soll mit wohldurchdachten Lehr- und Arbeitsmethoden, die entsprechend
zu begründen und zu erklären sind, dem Schüler die Entwicklung
individuell angepaßter Lerntechniken und die Gewöhnung an ein
organisiertes, zielstrebiges Arbeiten ermöglichen.
5. Zur Gestaltung des Slowenischunterrichtes
Die Gestaltung des Slowenischunterrichts zielt
- auf die Erarbeitung und Vermittlung neuer Lerninhalte
- auf die Sicherung und Anwendung dieser Lerninhalte
- auf die Überprüfung des Unterrichtsertrages.
Bei der Auswahl der Unterrichtsformen sind jene zu bevorzugen, bei
denen die Tätigkeit der Schüler über bloßes Zuhören und Mitschreiben
hinausgeht. Die Selbsttätigkeit der Schüler ist entsprechend zu
fördern.
Das Variieren der Lehr- und Lernformen sowie der sozialen
Interaktionen im Unterricht ist in Abhängigkeit von den Lerninhalten
dem Erreichen bestimmter Teillernziele und der Steigerung des
Schülerinteresses stets förderlich. Unter anderem bieten sich dafür
an: Gespräch (Lehrer - Schüler, Schüler - Schüler), Rollenspiele,
szenische Darstellungen, Wettbewerbe; Partner- und Gruppenarbeit,
Einzelarbeit des Schülers.
Eine entsprechende Verteilung und zeitliche Abgrenzung
verschiedener Unterrichtsphasen ist anzustreben.
Die ständige Überprüfung des Unterrichtsertrages, die großteils
parallel zur Sicherung und Anwendung verläuft, ist für die
Selbstkontrolle des Schülers und des Lehrers unentbehrlich.
Die gesamte Unterrichtsarbeit soll mit geeigneten visuellen und
auditiven Hilfsmitteln unterstützt werden.
Bei der Wahl der Arbeits- und Unterrichtsmethoden soll sich der
Lehrer auch an den neuesten Erkenntnissen der Didaktik und Methodik
des Sprachunterrichts orientieren.
Gemeinsame oder selbständige schriftliche Übungen sowie deren
Überprüfung sind dem Leistungsniveau der Schüler anzupassen und mit
deutlichen Arbeitsaufträgen einzuleiten.
Schul- und Hausübungen sind regelmäßig in geeigneter Form zu
korrigieren.
6. Querverbindungen:
Querverbindungen sind grundsätzlich zu allen
Unterrichtsgegenständen möglich und wünschenswert. Sie können sowohl
durch die Einbeziehung von Kenntnissen, Fertigkeiten, Erfahrungen und
Informationen aus anderen Gegenständen in den Slowenischunterricht
als auch durch gemeinsame Unterrichtsplanung zweier oder mehrerer
Gegenstände verwirklicht werden. Zu anderen Sprachgegenständen werden
die Querverbindungen vor allem nach komparativen und kontrastiven
Prinzipien erfolgen, während die in den anderen Gegenständen
erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen und Informationen
zum besseren Verständnis der Hör- und Lesetexte beitragen und die
richtige Anwendung des Slowenischen in den verschiedenen
Kommunikationssituationen fördern können.
Dies ist ein Service der

Österreichischen Professoren Union