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 Wahlpflichtgegenstand Lebende Fremdsprache (vertiefend)

Zweite lebende Fremdsprache

Spanisch

 Allgemeiner Teil des Lehrplans


Bildungs- und Lehraufgabe:

  Der Unterricht in Spanisch soll zum Erreichen einer möglichst
umfassenden kommunikativen Kompetenz des Lernenden beitragen, die
sowohl fachspezifische als auch fächerübergreifende Aspekte enthält:

  Die Schüler sollen schriftlich und mündlich mit Spanischsprechenden
in Kontakt treten, Meinungen austauschen, Informationen
verschiedenster Art aus den Bereichen des kulturellen, politischen,
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens verstehen, verarbeiten
und wiedergeben können.

  Dazu sind folgende fachspezifische Ziele anzustreben:

1. Beherrschung der vier sprachlichen Grundfertigkeiten:

Hörverstehen:

  Die Schüler sollen imstande sein, mündlich übermitteltes
authentisches Spanisch zu verstehen;

Sprechen:

  Die Schüler sollen imstande sein, sich entsprechend ihren
Mitteilungsabsichten und unter adäquater Einschätzung ihrer
Kommunikationspartner auszudrücken;

Leseverstehen:

  Die Schüler sollen imstande sein, inhaltlich und sprachlich nicht
zu schwierige Originaltexte zu lesen, zu verstehen und zu
verarbeiten;

Schriftlicher Ausdruck:

  Die Schüler sollen imstande sein, sich entsprechend ihren
Mitteilungsabsichten sachgerecht und situationsgemäß ausdrücken, vor
allem in solchen Textarten, die ihnen im realen Leben dienlich sein
können.

2. Einsichten in das Funktionieren der Sprache als Mittel der
Kommunikation und als Ausdruck der Denk- und Verhaltensweisen
spanischsprechender Menschen:

  Die Schüler sollen die Wechselbeziehungen sprachlicher Äußerungen
sowie deren Abhängigkeit von der jeweiligen Kommunikationssituation
verstehen und darauf entsprechend reagieren. Sie sollen
nichtsituationsgerechte sprachliche Mittel erkennen und vermeiden
lernen.

  Die Schüler sollen imstande sein, idiomatische und strukturelle
Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Muttersprache und Fremdsprache
zu erkennen und umzusetzen.

3. Kenntnisse aus ausgewählten Bereichen der Landes- und Kulturkunde
Spaniens und der spanischsprechenden Länder Lateinamerikas:

  Die Schüler sollen im Sinne der Erziehung zu europäischer
Gesinnung, Weltoffenheit, Toleranz und Kritikfähigkeit die
sprachlichen und sachlichen Kenntnisse erwerben, die es ihnen
ermöglichen, sich in geeigneter Form mit aktuellen Problemen der
spanischsprechenden Länder und Österreichs auseinanderzusetzen. Ziel
ist ein kritisches, von Klischees möglichst freies, auf Grund neuer
Erkenntnisse und Erfahrungen veränderbares Bild des anderen, aber
auch des eigenen Kulturbereiches.

4. Aneignung von Lern- und Arbeitstechniken zur eigenständigen
sprachlichen Weiterbildung:

  Die Schüler sollen imstande sein, durch Anwendung geeigneter
Arbeitsmethoden wie die Benützung eines Wörterbuchs und anderer
Nachschlagwerke, den Umgang mit audio-visuellen Medien, die Fähigkeit
der richtigen Problemstellung usw., sich selbständig sprachlich
weiterzubilden.

Lehrstoff:

5. Klasse (4 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Globalverstehen und gezieltes Detailverstehen verschiedener
Sprecher mit Spanisch als Muttersprache in Standardsprache, bei
annähernd normaler Sprechgeschwindigkeit und in bekannten
Alltagssituationen.

Sprechen:

  Bewältigung von einfachen und häufigen Alltagssituationen im Rahmen
der erworbenen sprachlichen Mittel.

Leseverstehen:

  Einfache Formen des Globalverstehens bzw. gezieltes Detailverstehen
verschiedener Textsorten. Einsicht in die Textstrukturen, soweit sie
für die geforderte Form des Verstehens notwendig sind.

Schriftlicher Ausdruck:

  Beherrschung der Grundzüge der spanischen Rechtschreibung;
Fähigkeit, mit Spanischsprechenden schriftlich in Kontakt zu treten,
und zwar in einfachen Situationen des Alltagslebens; Erkennen der
wichtigsten Unterschiede zwischen gesprochener und geschriebener
Sprache; Aufbau einfacher zusammenhängender Texte unter Verwendung
einiger wesentlicher satzverknüpfender und textstrukturierender
Elemente.

Lerninhalte:

Kommunikationssituationen und Themenbereiche:

  Die Schüler sollen sich in folgenden Kommunikationssituationen und
Themenbereichen schriftlich und mündlich äußern können:
- zur eigenen Person (Herkunft, familiärer Bereich, Hobbies, Freunde,
  Schule usw.)
- Kontaktaufnahme, Alltagssituationen sowohl des Heimatlandes als
  auch der Länder, in denen Spanisch gesprochen wird, Erfragen und
  Weitergeben von Informationen (Einkaufen, Telephonieren, Reisen,
  Arzt, Kino, Restaurant usw.)
- zu einfachen Gesprächsthemen (Gewohnheiten, Tageseinteilung,
  Freizeitgestaltung usw.)

Sprachliche Mittel:

  Zur Bewältigung der Kommunikationssituationen benötigen die Schüler
folgende sprachliche Mittel:

Phonetik:

  Beherrschung der für das Spanische typischen Phoneme und
Intonationsmuster; Beherrschung eines annähernd natürlichen
Sprechrhythmus und Sprechtempos: Kenntnis der wesentlichsten
regionalen Aussprachevarianten.

Wortschatz:

  Beherrschung des durch die behandelten Kommunikationssituationen
und Themenbereiche bestimmten Wortschatzes auf der Grundlage eines
wissenschaftlich fundierten Mindestwortschatzes (Nivel Umbral).

Grammatik:

  Beherrschung wesentlicher Elemente der Grundgrammatik zur
Bewältigung der jeweiligen Kommunikationssituationen (Präsens der
regelmäßigen und unregelmäßigen Verben, Futurperiphrase ,,ir a'',
Imperativ bejaht und verneint, Personalpronomina,
Demonstrativpronomina, Possessivpronomina, Reflexivpronomina,
Verneinung) und Kenntnis der Grundregeln des Gebrauchs der Tempi,
Modi und Aspekte (preterito indefinido, preterito compuesto,
imperfecto, ser y estar, des Pronomens ,,se'').

Lektüre:

  Einfache kurze Originaltexte (Werbung, Annoncen, Leserbriefe) zur
Schulung des Global- und Detailverstehens.

Landeskunde:

  Ausgehend von Kommunikationssituationen allmähliche Einführung von
landeskundlichen Inhalten (Lebensgewohnheiten, Feste usw.)

Schriftliche Arbeiten:

  Schul- und Hausübungen

  Schularbeiten.

6. Klasse (3 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Globalverstehen und gezieltes Detailverstehen anhand längerer,
inhaltlich komplexerer Texte aus bekannten Alltagssituationen,
Erkennen verschiedener Sprachniveaus in häufigen Wendungen, Texte in
normaler Sprechgeschwindigkeit.

Sprechen:

  Bewältigen von Alltagssituationen, Ansätze von Argumentation,
Begründung, Erklärung und Kritik.

Leseverstehen:

  Global- und gezieltes Detailverstehen längerer einfacher Texte mit
konkreten Inhalten.

Schriftlicher Ausdruck:

  Verfassen von in Inhalt, Umfang und Satzstruktur komplexeren
Mitteilungen an Spanischsprechende, jedoch immer in Zusammenhang mit
vertrauten Kommunikationssituationen. Bewußtere Unterscheidung
zwischen gesprochener und geschriebener Sprache.

Lerninhalte:

Kommunikationssituationen und Themenbereiche:

  Erweiterung und Vertiefung der Kommunikationssituationen und
Themenbereiche der 5. Klasse; sprachliche Bewältigung von komplexeren
Gedankenfolgen, erhöhte Verfügbarkeit und Geläufigkeit im
sprachlichen Ausdruck, nuancierterer Ausdruck von Redeabsichten und
Gefühlen, Beschreibungen, Berichte und Darstellung von Erlebnissen.

Sprachliche Mittel:

Phonetik:

  Vertiefung und Vervollständigung der in der 5. Klasse erworbenen
Kenntnisse.

Wortschatz:

  Erweiterung des Wortschatzes auf Grund der behandelten
Themenbereiche; Einführung eines zweisprachigen Wörterbuches und
Anleitung zu dessen Gebrauch.

Grammatik:

  Erweiterung der grammatikalischen Grundlagen zur Erzielung
komplexerer Satzstrukturen (Futur, condicional, subjuntivo 1 und 2,
si-Sätze, indirekte Rede, Passiv, Präpositionen, Konjunktionen,
Verbalperiphrasen, Vergleiche, Steigerungen)

Lektüre

  Einfache längere Originaltexte konkreten Inhalts (Zeitungsartikel,
Gebrauchsanleitungen, Reiseprospekte, einfache literarische Texte).

Landeskunde

  Anhand authentischer Texte Einführung in soziokulturelle
Gegebenheiten Spaniens und der spanischsprechenden Länder
Lateinamerikas (soziale Gegebenheiten am Beispiel von
Einzelschicksalen usw.)

Schriftliche Arbeiten:

  Schul- und Hausübungen

  Schularbeiten.

  Bei freien Aufgabenstellungen kann die Benützung des Wörterbuchs
gestattet werden.

7. und 8. Klasse (je 3 Wochenstunden):

Lernziele:

Hörverstehen:

  Am Ende des vierten Lernjahres Verstehen der häufigsten Textsorten,
wie Gespräche, Interviews, Diskussionen, Berichte, Werbetexte,
leichtere Kommentare usw. Verstehen der verschiedenen Sprachniveaus
und Aussprachegewohnheiten.

Sprechen:

  Stärkere Differenzierung des persönlichen Ausdrucks in
Alltagssituationen. Beherrschung der sprachlichen Mittel zur
Information, Problemdarstellung, Diskussion, zum Zusammenfassen und
zum Erzählen.

Leseverstehen:

  Verstehen authentischer Gebrauchstexte sowie literarischer Texte.
Erkennen der Absicht des Autors sowie Einsicht in die Strukturen und
den Sprachgebrauch.

Schriftlicher Ausdruck:

  Differenziertere Beherrschung der Ausdrucksformen der geschriebenen
Sprache (Nominal- und Partizipialkonstruktionen, logische
Verknüpfungen, Kenntnis der sprachlichen Mittel der Argumentation
usw.). Fähigkeit zu informieren, zu argumentieren, einen Text
zusammenzufassen, einen Handlungsablauf zu erzählen, persönlich
Stellung zu nehmen. Dazu Verfassen stichwortartiger Mitschriften von
Gehörtem und Gelesenem.

Lerninhalte:

Kommunikationssituationen und Themenbereiche

  Erweiterung und Differenzierung der Alltagssituationen in bezug auf
Sprechintentionen und Sprachniveau; dazu als Schwerpunkt
Auseinandersetzung mit aktuellen Themen (Jugend und ihre Probleme,
Freizeitgestaltung, Massenmedien, Werbung usw.); Verfassen
verschiedenartiger Textsorten unter Berücksichtigung der jeweiligen
Stilmittel (Flugblatt, Bericht, Leserbrief, Tagebucheintragung,
Informationsblätter, einfache Theater-, Film- und Textkritiken,
einfache offizielle Korrespondenz wie Stellenbewerbungen,
Lebensläufe, Geschäftsbriefe usw.)

Sprachliche Mittel

Phonetik:

  Perfektionierung von Rhythmus, Intonation und
Sprechgeschwindigkeit.

Wortschatz:

  Die Auswahl der einzelnen Wortschatzgebiete wird von den jeweiligen
Kommunikationssituationen und Lesetexten bestimmt. Als Grundlage
dient ein wissenschaftlich fundierter Aufbauwortschatz. Einführung in
die Verwendung eines einsprachigen Wörterbuchs.

Grammatik:

  Beherrschung komplexerer syntaktischer Gebilde. Weiterer Ausbau
sprachlicher Mittel zur Textkonstituierung (logische und zeitliche
Gliederungselemente, Vor- und Rückverweis, Verwendung von Tempus,
Aspekt und Modus).

Lektüre

  Texte aus den Massenmedien, ausgewählte fachsprachliche Texte,
literarische Texte, vorwiegend aus dem 20. Jahrhundert, gelegentlich
Proben aus den übrigen Epochen. Zu empfehlen ist eine Ganzschrift
eines literarischen Textes.

  Bei der Textauswahl sind sowohl spanische als auch
lateinamerikanische Texte zu berücksichtigen, wobei darauf zu achten
ist, daß die Schüler ein möglichst vielseitiges und ausgewogenes Bild
von Spanien und Lateinamerika erhalten.

  Privatlektüre ist zu empfehlen und zu fördern.

Landeskunde

  Beschäftigung mit sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und
politischen Gegebenheiten Spaniens und Lateinamerikas, nach
Möglichkeit fächerübergreifend und unter Erwähnung der historischen
Rolle Österreichs in diesen Räumen.

Schriftliche Arbeiten:

7. Klasse

  Schul- und Hausübungen mit allmählich wachsendem Umfang im Hinblick
auf mehrstündige Schularbeiten.

  Schularbeiten.

8. Klasse

  Schul- und Hausübungen wie in der 7. Klasse.

  Schularbeiten.

  In der 7. und 8. Klasse ist bei freien Aufgabenstellungen die
Benützung des Wörterbuchs zu gestatten.

Didaktische Grundsätze:

1. Rezeptive und produktive sprachliche Fertigkeiten

  Sprachliche Kompetenz umfaßt sowohl rezeptive als auch produktive
Fertigkeiten (Hören - Lesen/Sprechen - Schreiben). Wie bei der
Muttersprache ist der Bereich der rezeptiven Kompetenzen um ein
Vielfaches größer als der der produktiven Kompetenzen. Jeder
Sprachbenützer kann mehr verstehen als schriftlich oder mündlich
ausdrücken. Beim Fremdsprachenerwerb kann vieles, was sprachlich
nicht (unmittelbar) verstanden wird, durch diverse Verfahren dank der
Erfahrung, dem Wissen, der muttersprachlichen und anderssprachlichen
Kompetenz erschlossen werden. Diese Tatsache gilt in
unterschiedlichem Ausmaß für alle Lernstufen und alle sprachlichen
Bereiche (Wortschatz, Strukturen, Sprechintentionen) und bietet eine
wertvolle methodische Hilfe. So brauchen die meisten Textsorten von
den Schülern bloß verstanden, nicht aber produziert werden. Viele
Formen, Strukturen, Wörter und Wendungen müssen zwar im Zusammenhang
verstanden, vom Schüler selbst aber nicht verwendet werden.

  Sowohl die rezeptiven als auch die produktiven Fertigkeiten müssen
ausreichend erarbeitet und geübt und bei der Leistungskontrolle in
etwa gleichem Maße berücksichtigt werden. Zum Erwerb der produktiven
Fertigkeiten ist die kreative Selbständigkeit der Schüler unerläßlich
und daher in besonderem Maße anzuregen. Dazu eignen sich vor allem
spielerische Tätigkeiten wie Sprachspiele, Rätsel, Wettbewerbe,
Singen, Rollenspiel usw.

2. Sprachliche Grundfertigkeiten

  Das vom Lehrer und vom Lehrwerk dargebotene Spanisch hat sich an
authentischer Gegenwartssprache zu orientieren. Die zu didaktischen
Zwecken erstellten Texte sollen authentischen Texten soweit wie
möglich angenähert sein und allmählich durch authentische Texte
abgelöst werden. Zur Übung des Hörverstehens und des Leseverstehens
sind in möglichst hohem Maße von Anfang an authentische Texte
heranzuziehen. Die Darbietung der gesprochenen Sprache hat dabei
weitgehend durch Sprecher mit Spanisch als Muttersprache zu erfolgen
(Tonträger, Video, Assistenten).

  Im Unterricht sollen sich Lehrer und Schüler vorwiegend der
Fremdsprache bedienen. Der Einsatz der Muttersprache ist, soweit
erforderlich, zulässig
- für Arbeitsanweisungen,
- zur Bedeutungserschließung,
- bei kognitiven Lernprozessen: Klärung von
  Kommunikationssituationen, Darlegung grammatischer Probleme, Aufbau
  von Texten (Textgrammatik), Sprachvergleich usw.,
- bei fallweisem Übersetzen zur Sicherung des Verständnisses
  schwieriger Sätze und Satzteile und als Mittel des Sprachvergleichs
  (unter Umständen unter Beibehaltung der fremdsprachlichen
  Struktur); gelegentlich zur Einübung bestimmter Strukturen und
  Idiomatismen,
- bei gelegentlichem Rückübersetzen zur Selbstkontrolle des Schülers
  und als Mittel des Sprachvergleichs,
- zur Überprüfung des Globalverstehens.

Hörverstehen:

Die Schulung des Hörverstehens dient
- der Entwicklung des phonetisch richtigen Hörens,
- der Vorbereitung des phonetisch richtigen Sprechens,
- dem Erfassen des Wesentlichen eines Textes,
- dem Erfassen von Einzelinformationen.

  Das Hörverstehen ist von Anfang an intensiv zu üben. Dazu sind nach
Möglichkeit authentische Texte heranzuziehen, bzw. solche, die von
Sprechern mit spanischer Muttersprache mit möglichst natürlicher
Aussprache und in normaler Sprechgeschwindigkeit gesprochen werden.
Die Darbietung erfolgt vor allem mit Hilfe von Tonträgern, da diese
die Lautung stets unverändert wiedergeben.

  Folgende Hauptschwierigkeiten sind zu beachten:

  Der Schüler, der eine Fremdsprache lernt, nimmt zunächst die
fremdsprachlichen Laute nicht in ihrer spezifischen Form wahr,
sondern filtert sie durch das Lautsystem seiner Muttersprache.
Deshalb hört er gewisse bedeutungsdifferenzierende Unterschiede
zwischen den einzelnen Lauten nicht.

  Dasselbe gilt für Intonation und Rhythmus, die gleichfalls von
jenen der Muttersprache verschieden sind. Die Unterschiede zwischen
Fremdsprache und Muttersprache hinsichtlich Artikulation, Intonation
und Rhythmus müssen dem Schüler immer wieder bewußt gemacht und in
einer zweiten Phase automatisiert werden.

  Zur Schulung des Hörverstehens sind grundsätzlich Texte
heranzuziehen, die tatsächlich zum Hören (percepcion auditiva)
bestimmt sind. Die Verwendung von Texten, die zur Lektüre konzipiert
sind, ist in diesem Zusammenhang nicht zielführend.

  Globalverstehen - Detailverstehen: Da bei authentischer mündlicher
Kommunikation Äußerungen in der Regel nicht wiederholt werden, kommt
der Entwicklung dieser beiden Verstehenstechniken besondere Bedeutung
zu. Ob man beim Anhören eines Textes Globalverstehen oder
Detailverstehen eines Teils des Textes, gewisser Textmerkmale,
einzelner Informationen oder des gesamten Textes anstrebt, hängt von
der Natur des Textes, den Erwartungen und Bedürfnissen des Hörers
bzw. dem jeweiligen Teillernziel ab.

  Das Hörverstehen muß im Laufe der Ausbildung stets verfeinert
werden, sodaß der Schüler allmählich imstande ist, Texte bei
verschiedenen Stimmen, Artikulationsgewohnheiten individueller,
sozialer oder regionaler Natur, bei verschiedenen Sprechtempi und
Sprachregistern sowie unter erschwerten Hörbedingungen zu verstehen.

  Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.:
- Aufträge ausführen,
- Zuordnungen treffen,
- Informationen in Raster eintragen,
- Übungen richtig - falsch,
- Auswahlantworten,
- Leitfragen,
- Lückentexte,
- Vorgabe der Textstruktur,
- Neuordnung und Umformung eines Textes,
- Wiedergabe der Hauptgedanken oder einzelner Details in der
  Muttersprache.

Sprechen:

Aussprache:

  Für den Gebrauch der Sprache in mündlichen
Kommunikationssituationen ist ein intensives Einüben der richtigen
Aussprache unbedingt notwendig (Tonträger, Sprachlabor, Video,
Assistent). Besonderer Wert ist dabei auf die
bedeutungsdifferenzierenden Unterschiede zwischen den einzelnen
Phonemen, die Unterscheidung der frikativen und okklusiven Aussprache
der Grapheme b, d, g, die Unterscheidung zwischen stimmlosen und
stimmhaften Konsonanten und den richtigen Sprechrhythmus zu legen.
Aussprachemodell soll eine der gesprochenen Standardsprachen
spanischsprechender Länder sein.

Sprachliche und außersprachliche Inhalte:

  Für die Entwicklung der Sprechfertigkeit ist von Anfang an neben
der imitativen Erarbeitung der Lehrwerktexte den kreativen
Fähigkeiten des Schülers Rechnung zu tragen, damit er nach und nach
befähigt wird, sich seinen eigenen Bedürfnissen gemäß auszudrücken.
Im Vordergrund steht der Erwerb jener sprachlichen Mittel, die für
die Sprechakte in Alltagssituationen erforderlich sind (zB Gespräche
beginnen, Kontaktaufnahme; Informationen erfragen und geben;
Erlebnisse erzählen und Vorhaben darstellen; argumentieren).

  Der mündliche Ausdruck hat sich an einer der gesprochenen
Standardsprachen zu orientieren.

Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.:
- Reproduktion und Variation von Auswendiggelerntem und Erarbeitetem,
- Reaktionen auf Sprechimpulse,
- Situationstransfer (Anwendung des Gelernten in abgewandelten und
  neuen Situationen),
- Klassendiskussion,
- szenische Darstellungen,
- Berichte, Beschreibungen, Sprechen über Bilder, Kommentare, freie
  Wiedergabe von Gelesenem und Gehörtem, Stellungnahmen usw.

Lesen und Leseverstehen:

Die Aufgaben des Lesens bestehen in
- der Förderung der Freude am Lesen,
- der Entwicklung der Lesefähigkeit,
- der Entwicklung des Leseverstehens,
- der Erweiterung der sprachlichen Kompetenz,
- der Vermittlung von Sachinformation.

  Zur Schulung des Leseverstehens sind grundsätzlich Texte
heranzuziehen, die zur Lektüre konzipiert sind und die den Interessen
und der Reife der Schüler entsprechen, wobei die Freude am Lesen als
autonomer Tätigkeit gefördert werden soll.

  Stilles Lesen - lautes Lesen:

  Wegen seiner praktischen Verwendbarkeit auch außerhalb des
Unterrichts, seinem bildenden und erzieherischen Wert kommt dem
Lesen, insbesondere dem stillen Lesen, als autonomer Tätigkeit mit
dem Ziel des globalen Verstehens große Bedeutung zu.

  Das stille Lesen als Normalfall des Kontakts mit schriftlichen
Texten ist von Anfang an zu üben.

  Das laute Lesen ist im allgemeinen keine Übung zur Förderung des
Leseverstehens. Es ist daher zu beschränken auf bereits bekannte
Texte nach Anhören eines Modells (Tonträger, Assistent, Lehrer) und
dient der Aussprache-, Intonations- und Rhythmusschulung. Den
anfänglichen Schwierigkeiten, die bei der Umsetzung des Schriftbildes
und durch fälschliche Gleichsetzung der Beziehung Graphem - Phonem
zwischen Fremd- und Muttersprache (j, gi, ge - ga, go, gu; ch; ll; r
- rr; ce, ci, z; d, b, g, Akzente usw.) auftreten, ist besondere
Aufmerksamkeit zu widmen. Die Anwendung der kastilischen oder der
lateinamerikanischen Aussprache des ,,ce, ci'' bzw. ,,z'' bleibt dem
Unterrichtenden überlassen.

Globalverstehen - Detailverstehen:

  Nur über das Hinführen zum Globalverstehen ist es dem Schüler
möglich, sich auch unabhängig vom Unterricht mit spanischen Texten
auseinanderzusetzen. Daher ist diese Form des sinnerfassenden Lesens
in besonderem Maß zu üben. Ob man bei der Lektüre eines Textes
Globalverstehen oder Detailverstehen eines Teils des Textes, gewisser
Textmerkmale, einzelner Informationen oder des ganzen Textes
anstrebt, hängt von der Natur des Textes, den Erwartungen und
Bedürfnissen des Lesers bzw. dem jeweiligen Teillernziel ab.

  Hilfestellungen, Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.:
  - Zuordnungen treffen,
  - Informationen in einen Raster eintragen,
  - Übungen richtig - falsch,
  - Auswahlantworten,
  - Leitfragen,
  - Lückentexte,
  - Vorgabe der Textstruktur,
  - Neuordnung des Textes,
  - Erkennen des Aufbaus,
  - Erarbeiten des/der Hauptgedanken(s).

Schreiben und schriftlicher Ausdruck:

  Prinzipell sind folgende Arten des Schreibens zu unterscheiden:

  Schreiben in für die Realität nicht oder kaum umsetzbaren
Kommunikationssituationen dient als Mittel
- zum schriftlichen Festhalten von im Unterricht Erarbeitetem,
- zum Erlernen der Formen des schriftlichen Ausdrucks (Umformungen,
  Beantwortung von Fragen usw.),
- zur Festigung des Unterrichtsertrags.

  Schreiben in real verwertbaren Kommunikationssituationen dient
- dem Erlernen des Abfassens von Texten zum Gebrauch in lebensnahen
  Schreibsituationen (Notiz, Postkarten, Privat- und einfache
  Geschäftsbriefe usw.),
- der Schulung des schriftlichen Ausdrucks und des allgemeinen
  Textverständnisses durch Abfassen von Texten anderer Art
  (Kurzberichte, Fragebögen, Leserbriefe usw.)

  Die Beherrschung der Rechtschreibung ist Voraussetzung für jede
Form des Schreibens und wird im Zusammenhang mit jeder
Schreibtätigkeit erarbeitet und gefestigt. Der Unterschied zwischen
gesprochener und geschriebener Sprache ist durch die Analyse von
Texten, die Eigenheiten der geschriebenen Sprache aufweisen, und
durch Gegenüberstellung dieser Texte mit authentischen gesprochenen
Texten deutlich zu machen. Auf jene Schreibformen, die der Schüler
unmittelbar zur praktischen Kommunikation verwenden kann, ist das
Hauptaugenmerk zu richten. Es sind jedoch auch solche Formen zu üben,
die im allgemeinen in dieser Form keine praktische Anwendung durch
den Schüler finden werden (zB Zeitungsberichte), da sie diesem einen
besseren Einblick in die Eigenheiten der geschriebenen Sprache
ermöglichen und somit auch die Lesefähigkeit fördern, die Kreativität
anregen und zur Schulung des kritischen Denkens beitragen.

Übungs- und Überprüfungsformen sind ua.:
- Einsetz- und Zuordnungsübungen,
  Diktate,
- schriftliche Spiele und Rätsel,
- Fragen stellen und beantworten,
- Notizen machen,
- Sammeln von Aussagen zu einem Thema,
- Abfassen von Briefen und Postkarten mit persönlichem Inhalt bzw.
  Anfragen und Bestellungen, Berichten, Beschreibungen und kurzen
  Erzählungen,
- Abfassen kurzer Texte ausgehend von Bildern, Impulswörtern und
  -texten (Erzählung mit offenem Ende), wobei im allgemeinen von
  Modellen auszugehen ist.

3. Einsichten in das Funktionieren der Sprache als Mittel der
Kommunikation

  Die formalen Aspekte der Sprache (Morphologie, Syntax,
Textgrammatik) sind vor allem im Hinblick auf ihre kommunikative
Funktion zu sehen. Dem Schüler soll anhand des jeweiligen
Lernmaterials bewußt gemacht werden, daß sprachliche Äußerungen von
der Situation, in der sie gemacht werden, abhängig sind. Er soll
erkennen, daß einerseits jeder Sprechakt durch verschiedenartige
sprachliche Äußerungen verwirklicht werden kann (zB: Sprecher will,
daß das Fenster geschlossen wird: !Cierra la ventana! !Hazme el favor
de cerrar la ventana! ?Porque no cierras la ventana? ?Te importa
cerrar la ventana? !Tengo frio! !Hace frio en esta habitacion! !Que
corriente!), daß andererseits eine sprachliche Äußerung verschiedenen
Sprechintentionen dienen kann (zB Llueve! kann heißen: ,,Es regnet.''
- ,,Vergiß den Regenschirm nicht!'' - ,,Vorsicht beim Autofahren!'' -
,,Die Wäsche muß sofort von der Leine genommen werden!'' - ,,Schade,
unser Ausflug fällt ins Wasser.'' - ,,Gott sei Dank, die Ernte ist
gerettet!''). Damit lernt der Schüler, Sprechintentionen zu erkennen
und entsprechend darauf zu reagieren.

  Ferner kann das Verständnis für das Funktionieren von Sprache durch
Sprachvergleich vermittelt werden: Interner Sprachvergleich fördert
das Verständnis dafür, wie Beziehungen innerhalb einer Sprache zum
Ausdruck gebracht werden können (he trabajado mucho = estoy cansado;
trabaje mucho = te cuento algo que ya no influye; cuando vengas = en
el futuro; cuando vienes = siempre; eres guapo = siempre; estas guapo
= hoy), externer Sprachvergleich hingegen zeigt, wie verschiedene
Sprachen mit verschiedenen lexikalischen und formalen Mitteln gleiche
oder ähnliche Inhalte ausdrücken (va mejorando = es geht ihm
allmählich besser).

  In diesem Zusammenhang ist die Kreativität der Schüler immer wieder
anzuregen. Geeignete Mittel dazu sind ua. das Erfinden eines Dialogs
zu Bildserien, das Variieren einzelner Dialog-Repliken, das Erfinden
von Dialogen in geänderten Situationen. Die Erarbeitung von Texten in
geänderten Situationen ist auch im Bereich des Schriftlichen zu üben.

  Grundsätzlich ist die kognitive Durchdringung des Sprachaufbaus und
des Funktionierens von Sprache zum Erlernen der Fremdsprache
notwendig, dabei sollen die verschiedenen Strukturen anhand von
Beispielen eingeübt, gefestigt und automatisiert werden. Erst dann
sollen die Schüler dazu angeleitet werden, eine Regel abzuleiten.

4. Landes- und Kulturkunde

  Der Aufbau einer sprachlichen Kompetenz vollzieht sich anhand von
Inhalten, die dem spanischsprechenden Kulturbereich entnommen sind.
Dabei ist Sprachunterricht von Anfang an auch landeskundlicher
Unterricht. Im allgemeinen wird von konkreten
Kommunikationssituationen und Texten auszugehen sein; die darin
enthaltenen landeskundlichen Inhalte sind bewußt zu machen und
fallweise zu ergänzen und zu erweitern. Von umfassenden
systematischen Darstellungen (etwa der spanischen Geschichte,
Geographie oder Literatur) ist abzusehen. Inhaltlich stehen die
sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Aspekte der
Gegenwart im Vordergrund, gegebenenfalls unter Aufzeigen der
historischen Bezüge.

  Durch Vergleich zwischen den Verhältnissen in Österreich und in den
spanischsprechenden Ländern ist kritisches Verständnis für
Gemeinsamkeiten sowie für das typisch Andersartige zu wecken. Dabei
sollen Klischeevorstellungen sowohl von der eigenen als auch von der
fremden Kultur korrigiert werden.

  Auch literarische Texte und Chansons gehören zu den landes- und
kulturkundlichen Inhalten. Sie tragen zur Sensibilisierung für
wesentliche Aspekte des spanischsprachigen Kulturbereiches bei.
Literaturkundliche Darstellungen sind jedoch zu vermeiden.

5. Arbeitsformen

  Die Arbeitsformen im Fremdsprachenunterricht sind jeweils
- der Erarbeitung neuer Lerninhalte,
  der Sicherung und
- der Kontrolle des Unterrichtsertrags sowie
- dem Erwerb von Techniken zum selbständigen Spracherwerb
anzupassen. Sie sind so zu wählen, daß jeder Schüler aktiviert und
seine Kreativität gefördert wird. Sie müssen ferner im Einklang mit
den jeweiligen Teillernzielen stehen. Dem Frontalunterricht sind ua.
dialogische und kollektive Unterrichtsformen bzw. Einzelarbeit
vorzuziehen, die Korrektur durch die Mitschüler ist zu fördern.

  Die Schüler sollen im Rahmen aller Arbeitsformen zum kritischen und
selbständigen Gebrauch von Lernhilfen (Lehrwerk, verschiedene
Lernmaterialien, Nachschlagwerke jeder Art, vor allem ein- bzw.
zweisprachige Wörterbücher, Grammatiken usw.) erzogen werden.

  Zur Sicherung des Unterrichtsertrages ist den mündlichen und
schriftlichen Übungen und dem Wiederholen (Automatisierung)
breitester Raum zu widmen. Die laufende Kontrolle des
Unterrichtsertrags ist unerläßlich, und zwar zur Selbstkontrolle des
Schülers sowie zur Selbstkontrolle des Lehrers.

  Folgende Arbeitsformen - gegebenenfalls unter Einsatz
audio-visueller Hilfsmittel - bieten sich an:

Schülergespräch:

  Die Gesprächsinitiative ist so weit wie möglich den Schülern zu
überlassen. Der Lehrer greift nur ein, um Anweisungen zu erteilen, um
die erforderlichen sprachlichen Mittel bereitzustellen und um zu
korrigieren.

Lehrer-Schüler-Gespräch:

  Die Aufgabe des Lehrers ist es vor allem, die nötigen
Gesprächsanleitungen und Stimuli zu geben.

Rollenspiel und szenische Darstellung:

  Reicht von der wörtlichen Wiederverwendung vorgegebener Dialoge bis
zur spontanen Gesprächserfindung. Dieser Arbeitsform kommt zur
Erlangung einer kommunikativen Kompetenz besondere Bedeutung zu.
Deshalb sollte sie auch mit den weniger spielfreudigen Altersstufen
immer wieder eingesetzt werden.

Sprachspiele und Wettbewerbe

Partner- und Gruppenarbeit:

  Fördert soziales Verhalten (teamwork) und eignet sich besonders zur
Einübung von Strukturen (Mikrokonversationen), zur Ausarbeitung von
Kurzdialogen, zur Erarbeitung und Ausarbeitung von Texten, zur
Zusammenstellung und Auswertung von landeskundlichen Unterlagen usw.
Die Gruppengröße soll im allgemeinen vier Schüler nicht übersteigen.

Einzelarbeit des Schülers:

  Verschiedene schriftliche Übungen, stilles Lesen, stichwortartige
Mitschrift, gelegentliches Übersetzen usw.

Kurze Redeübungen:

  Vorübung zum freien Sprechen in Form einer kurzen persönlich
formulierten Darbietung von Erlebtem und Gelesenem sowie der eigenen
Meinung, frei oder mit Hilfe eines Stichwortkonzeptes. Das Vorlesen
oder Aufsagen fertig formulierter Texte widerspricht dem Zweck dieser
Arbeitsform.

Lehrervortrag:

  Vor allem zur Darbietung von Lerninhalten, die durch andere
Arbeitsformen nicht auf ökonomische Weise vermittelt werden können.

  Zur Aufrechterhaltung des Interesses sind die Arbeitsformen zu
variieren. Arbeitsaufträge müssen stets klar sein, ihre Durchführung
darf die Schüler weder von der Sprache noch vom Inhalt her
überfordern.

  Schul- und Hausübungen sind regelmäßig in geeigneter Form zu
korrigieren.

6. Progression

  Die Progression im Bereich der sprachlichen Mittel richtet sich
nach der Häufigkeit der sprachlichen Elemente, nach den
Erfordernissen der jeweiligen Kommunikationssituation bzw.
Unterrichtssituation und nach lernökonomischen Erwägungen
(aufsteigend vom Leichteren zum Schwierigeren). Neben der
systematischen Progression, wie sie der Lehrplan vorsieht, kann die
Vorwegnahme einzelner Elemente aus späteren Progressionsstufen
erforderlich sein, ohne daß jedoch diese Elemente in Systeme
eingeordnet werden müssen (,,oiga'', ,,diga'' usw. ohne die Kompetenz
,,Imperativ'', ,,me gustaria'' ohne die Kompetenz condicional
usw.). Andererseits wird sich aus lernpsychologischen Gründen die
Darbietung solcher Elemente in kleinsten Teilsystemen anbieten. Das
heißt natürlich nicht, daß diese Einzelelemente bzw. kleinsten
Teilsysteme stets sofort eingeübt werden oder Gegenstand von
Leistungsüberprüfungen sein sollen.

  Mit zunehmenden Kenntnissen tritt das Kriterium der Häufigkeit in
der Verwendung einer Struktur uä. immer mehr in den Hintergrund. Die
Grundtypen der Kommunikationssituationen bleiben im wesentlichen
dieselben, doch ergibt sich eine Steigerung der sprachlichen
Kompetenz der Schüler durch
- komplexere und abstraktere Themenbereiche,
- erhöhte Anforderungen beim Verstehen von Hör- und Lesetexten
  (genaueres Verstehen schwierigerer und/oder längerer Texte,
  eventuell erschwerte Hörbedingungen usw.),
- den nuancierteren Ausdruck von Redeabsichten und Gefühlen,
- die sprachliche Bewältigung einer längeren zusammenhängenden
  Gedankenfolge,
- erhöhte Verfügbarkeit und Geläufigkeit im sprachlichen Ausdruck.

7. Querverbindungen

  Querverbindungen vom Spanischen sind grundsätzlich zu allen
Unterrichtsgegenständen möglich und wünschenswert. Sie können sowohl
durch Hereinnahme von Kenntnissen, Fertigkeiten, Erfahrungen und
Informationen aus anderen Gegenständen in den Spanischunterricht als
auch durch gemeinsame Unterrichtsplanung zweier oder mehrerer
Gegenstände verwirklicht werden. Zu den Sprachgegenständen werden die
Querverbindungen vor allem nach kontrastiven Prinzipien erfolgen,
während die in den anderen Gegenständen erworbenen Fertigkeiten,
Kenntnisse, Erfahrungen und Informationen zum besseren Verständnis
der Hör- und Lesetexte beitragen und die richtige Anwendung des
Spanischen in den verschiedenen Kommunikationssituationen fördern.

8. Lehrwerk und Lehrmaterialien

  Grundlage für den Unterricht ist der Lehrplan (Lernziele,
Lerninhalte, Progression, didaktische Grundsätze usw.).

  Das Lehrwerk (Lehrbuch mit Ergänzungen wie Arbeitsbuch,
grammatisches Beiheft, audio-visuelle Materialien usw.) ist ein
Hilfsmittel zur Erreichung der Bildungs- und Lernziele des Lehrplans.
Von einem Lehrwerk ist nicht zu erwarten, daß es alle Bereiche, die
der Lehrplan vorsieht, abdeckt, noch ist der Lehrer verpflichtet,
alles im Unterricht zu berücksichtigen, was im Lehrwerk aufscheint.

  Das Lehrwerk kann nach den Bedürfnissen des Unterrichts abgeändert,
gekürzt oder ergänzt werden. Zur Erfüllung des Lehrplans und zur
besseren Motivation der Schüler ist die Heranziehung von
Zusatzmaterialien unerläßlich (aktuelle Texte aus Medien,
literarische Texte, Bildgeschichten, Diapositive, Filme, Video,
Tonbandaufnahmen usw.). Gegebenenfalls ist der Lerncomputer
heranzuziehen. Dabei ist darauf zu achten, daß es für die Schüler
hinsichtlich der Anforderungen nicht zu Unklarheiten kommt.

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