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 Wahlpflichtgegenstand Psychologie, Philosophie und Pädagogik

Psychologie und Philosophie

Psychologie und Philosophie (einschließlich Praktikum)  am Wirtschaftskundlichen Realgymnasium

Psychologie und Philosophie
am Gymnasium, am Realgymnasium und am Oberstufenrealgymnasium

 Allgemeiner Teil des Lehrplans


Bildungs- und Lehraufgabe:

  Der Unterricht in Psychologie und Philosophie soll zum Erreichen
der folgenden Ziele beitragen, die sowohl fachspezifische als auch
fächerübergreifende Aspekte enthalten.

  Der Psychologie- und Philosophieunterricht soll erworbenes Wissen,
Meinungen und Werthaltungen kritisch reflektieren und zur Integration
der Unterrichtsgegenstände (auch in Querverbindungen) beitragen. Er
zielt weiters darauf ab, den Schülern eine kritische
Handlungsorientierung im Leben zu ermöglichen und Einsichten in den
wissenschaftlichen Forschungsprozeß zu geben. Dabei empfiehlt es
sich, Gesichtspunkte der philosophischen Anthropologie zu beachten
und die Inhalte der Psychologie und der Erziehungswissenschaften
neben ihrer einzelwissenschaftlichen Betrachtung philosophisch zu
reflektieren.

  Der Psychologieunterricht hat die Aufgabe, wissenschaftlich
argumentierbare Theorien vom Erleben und Verhalten des Menschen zu
vermitteln und die Stellung des einzelnen zu Gemeinschaft und Kultur
verständlich zu machen. Außerdem hat der Psychologieunterricht auf
die Entwicklung und die Veränderungen des Menschen im Laufe seines
Lebens hinzuweisen und dabei Notwendigkeit, Möglichkeiten und Grenzen
der Erziehung darzulegen. Das psychologische Wissen soll zu einer
reflektierten Kenntnis der eigenen Person und der Mitmenschen führen
sowie der Selbsterziehung dienen und das Verständnis der Schüler für
die sozialen Formen des Zusammenlebens fördern.

  Der Unterricht in Philosophie will eine die einzelnen Fächer
integrierende Orientierung bieten und eine fundierte
Auseinandersetzung mit Grundfragen des Lebens ermöglichen. Dabei soll
eine Vorstellung von Umfang und Struktur des menschlichen Wissens und
auch von dessen Grenzen entstehen. Besonders soll in die spezifischen
Formen des philosophischen Argumentierens unter Bedachtnahme auf ihre
Traditionen eingeführt werden. Weiters hat der Philosophieunterricht
die Voraussetzungen, Methoden und Grenzen von Wissenschaft
darzulegen. Wissenschaft soll in ihren gesellschaftlichen und
geschichtlichen Zusammenhängen betrachtet werden; auf das Problem der
Verantwortung des Wissenschafters soll aufmerksam gemacht werden. Das
Wissen um wesentliche Phänomene im individuellen und
gesellschaftlichen Leben sowie um Haltungen und Lebensformen soll
befähigen, sich mit unterschiedlichen Wertauffassungen
auseinanderzusetzen, um zu eigenen Werthaltungen und zu
verantwortbarem Handeln zu gelangen. Ferner soll darauf aufmerksam
gemacht werden, daß solche Haltungen nicht Ergebnis einer einmaligen
und geleiteten Anstrengung sein können, sondern als dauernde Aufgabe
immer wieder erneuten Nachdenkens und Überprüfens verbleiben werden.

  Die erziehungswissenschaftlichen Themen sollen Verständnis für
Probleme der Erziehung wecken und Hilfen für die Lebensgestaltung
bieten.

  Im Psychologieunterricht des Wirtschaftskundlichen Realgymnasiums
sollen die entwicklungspsychologischen, pädagogischen, sozial- und
betriebspsychologischen Themen besonders betont werden. Durch die
beiden im Verlauf der 6. und 7. Klasse vorgesehenen Praktika sollen
ein möglichst intensiver Bezug zur Lebenswirklichkeit (inbesondere
Arbeit, Beruf, Wirtschaft) hergestellt und Orientierungshilfen zur
Lebensgestaltung und Berufswahl geboten werden. Die Praktika müssen
in Zusammenhang mit den Lernzielen des Pflichtgegenstandes
Psychologie und Philosophie der 6. und 7. Klasse stehen, wobei eines
aus dem humanwissenschaftlichen und eines aus dem
wirtschaftswissenschaftlichen Bereich zu wählen ist. Die Praktika
sind zweckmäßig geblockt zu führen und den Gegebenheiten des
jeweiligen Schulstandortes anzupassen.

Lehrstoff

7. Klasse (2 Wochenstunden):

I. Psychologie und Philosophie als Wissenschaften vom Menschen

1. Lernziel:

  Erfassen der Problematik menschlicher Selbsterkenntnis und
Selbstreflexion.

Lerninhalte:

  Der Begriff des Erlebens, Verhaltens, Handelns und Erkennens.

  Leib-Seele-Problem.

  Bewußtes, Unbewußtes; Begriff der Entwicklung.

2. Lernziel:

  Kennenlernen einiger Forschungsmethoden, Richtungen und
Anwendungsbereiche der Psychologie.

Lerninhalte:

  Beobachtung, Experiment, Befragung, Test.

  Empirische, tiefenpsychologische und kognitive Zugänge.

  Bedeutung der Psychologie für Familie, andere Formen des
Zusammenlebens, Schule, Gesellschaft und Wirtschaft.

II. Wahrnehmung

1. Lernziel:

  Gewinnen von Einsichten in die psychologischen Aspekte der
Wahrnehmung und Bestimmen ihres Stellenwertes im Vergleich zu den
biologischen Aspekten.

Lerninhalte:

  Strukturierende Momente der Wahrnehmung (Raum, Zeit, Gestalt).

  Komplexe Phänomene der Wahrnehmung (Wahrnehmungstäuschungen,
figurale Nacheffekte, psychologische Ästhetik).

2. Lernziel:

  Kennenlernen des Einflusses der intersubjektiv verschiedenen
Wahrnehmungswelten auf das menschliche Zusammenleben.

Lerninhalte:

  Die Bedeutung von Einstellung, Erfahrung und Umweltbedingungen für
die Wahrnehmung.

  Selektivität und Grenzen der Wahrnehmung (individuelle, soziale und
sozialhistorische Aspekte).

III. Gedächtnis und Lernen; Sprache und Denken

1. Lernziel:

  Erfassen der Bedeutung von Erinnerung und Lernfähigkeit für den
Lebensvollzug.

Lerninhalte:

  Funktion des Gedächtnisses für individuelle und kollektive
Identitätsbildung.

  Psychische Aspekte der Informationsverarbeitung (Lerntypen,
Lerntechniken, Gedächtnishemmungen).

  Lerntheorien (Konditionierung, Lernen am Modell, Lernen durch
Einsicht; kognitives und soziales Lernen).

  Das Menschenbild hinter den Lerntheorien.

2. Lernziel:

  Erfassen der Zusammenhänge zwischen Sprache und kognitiven
Leistungen.

Lerninhalte:

  Denken als Problemlösungsstrategie; divergentes und konvergentes
Denken; Kreativität.

  Probleme der Intelligenzforschung und Intelligenzförderung.

  Wechselwirkung zwischen Sprache und Denken (linguistisches
Relativitätsprinzip; Sprachgrenzen als Erkenntnisgrenzen;
Sprachentwicklung und kognitive Leistungen); Funktionen der Sprache;
Sprache als sozialer Code, kompensatorische Spracherziehung.

IV. Dynamik des Erlebens, Verhaltens und Handelns

1. Lernziel:

  Verstehen des motivationalen und affektiven Aspektes des Erlebens
und Verhaltens.

Lerninhalte:

  Motive und Motivkonflikte.

  Triebmodelle; Triebsteuerung, Triebkontrolle, Sublimierung.

  Emotion und Affekt.

  Interessen, Einstellungen und Werthaltungen.

2. Lernziel:

  Verstehen des Zusammenspiels verschiedener Motive und deren
Bedeutung für das Verhalten und Handeln.

Lerninhalte:

  Bewußte und unbewußte Motivation, Entscheidung und Verantwortung.

  Bedeutung der Sexualität.

  Frustration und ihre Verarbeitung, Sucht und Abhängigkeit.

  Theorien der Aggression.

  Tiefenpsychologische Persönlichkeitsmodelle.

  Hinweise auf tiefenpsychologische und andere psychotherapeutische
Möglichkeiten.

V. Entwicklung und Erziehung

(Dieser Abschnitt kann auch in die übrigen Abschnitte eingearbeitet
werden.)

1. Lernziel:

  Erfassen typischer Phänomene der psychischen Entwicklung in der
frühen Kindheit.

Lerninhalte:

  Bedeutung der emotionalen Bindung an die Bezugsperson;
Hospitalismus.

  Emotionale, kognitive, soziale und sprachliche Entwicklung.

  Soziale Rollen; Bedingungen und Entwicklung geschlechtsspezifischen
Verhaltens.

  Gewissensbildung.

  Problem des Schuleintritts.

2. Lernziel:

  Verstehen der psychischen Probleme des Erwachsenwerdens.

Lerninhalte:

  Pubertät (Ablösung vom Elternhaus, Selbstfindung, Sexualität,
Partnerschaft).

  Unterschiedliche, gesellschaftlich bedingte Erscheinungsformen des
Jugendalters.

3. Lernziel:

  Erfassen von Problemen im Leben der Erwachsenen.

Lerninhalte:

  Formen des Zusammenlebens.

  Möglichkeiten und Grenzen der Selbstverwirklichung; selbst- und
fremdbestimmte Arbeit; Probleme der Arbeitslosigkeit.

  Altern und Tod.

VI. Individuum und Gesellschaft

1. Lernziel:

  Kennenlernen der Möglichkeiten und Grenzen der
Persönlichkeitsdiagnostik.

Lerninhalte:

  Selbst- und Fremdwahrnehmung.

  Person, Typus, Stereotyp.

  Methoden der Persönlichkeitserfassung; das Problem der psychischen
Normalität.

2. Lernziel:

  Erfassen wesentlicher sozialer Strukturen und Kommunikationsformen.

Lerninhalte:

  Einzelpersönlichkeiten und Gesellschaft, primäre und sekundäre
Gruppen, Randgruppen.

  Kommunikations- und Interaktionsformen; Konfliktlösungsstrategien.

  Bedeutung sozialer und geschlechtsspezifischer Rollen und Normen.

3. Lernziel:

  Verstehen der Vorgänge bei Meinungsbildung und Manipulation.

Lerninhalte:

  Entstehen von Meinungen und Überzeugungen.

  Information und Manipulation; suggestive Vorgänge.

  Menschenführung und ihre Probleme.

  Psychologie der Massenmedien.

8. Klasse (2 Wochenstunden):

I. Einführung

Lernziel:

  Verstehen der Eigenart philosophischer Fragestellung.

Lerninhalte:

  Zugänge zum Philosophieren

  Der Begriff vom Menschen in der Philosophie; der Mensch als
handelndes und erkennendes Wesen.

  Verhältnis der Philosophie zu anderen Phänomenen der Kultur, wie
Religion, Kunst, Wissenschaft, Ideologie, und zur Wirtschaft und
Politik.

  Allenfalls: Hinweise auf die Disziplinen der Philosophie.

II. Der erkennende Mensch und die Wirklichkeit

1. Lernziel:

  Kennenlernen der Problematik von Wirklichkeit und ihrer Erkenntnis.

Lerninhalte:

  Zugänge zur Wirklichkeit (rationale und nichtrationale
Erkenntnisformen).

  Interpretationen der Wirklichkeit (Idealismus, Materialismus).
Grundbegriffe der Metaphysik. Wahrheitstheorien.

2. Lernziel:

  Reflektieren einiger Probleme symbolischer Darstellung von
Erkenntnis.

Lerninhalte:

  Formen und Funktionen von Zeichen; Begriffsbildung; Axiomatik;
Deduktion, Induktion, Analogie; Definieren; Argumentieren.

3. Lernziel:

  Kennenlernen der Probleme wissenschaftlicher Erkenntnis.

Lerninhalte:

  Hypothesen- und Theorienbildung, Gesetzmäßigkeiten,
Wahrscheinlichkeit.

  Rekonstruktion des Historischen.

  Qualität und Möglichkeiten der Quantifizierung; einfache und
vernetzte Kausalitäten; das Problem der Teleologie.

  Hermenetik, Dialektik.

4. Lernziel:

  Verstehen des Normenproblems der Wissenschaft.

Lerninhalte:

  Fragen der Theorienevolution.

  Das Postulat der Wertfreiheit und die normativen Voraussetzungen
der Wissenschaft; die Verantwortung des Wissenschafters.

  Wissenschaftsgeschichte als Beitrag zur Wissenschaftskritik.

III. Der handelnde Mensch in der Welt seiner Institutionen

1. Lernziel:

  Erfassen des Zusammenhangs von Wert, Norm und Lebensform.

Lerninhalte:

  Problem der Freiheit.

  Problem des Guten.

  Moralformen, Wertvorstellungen und Gesellschaftsstrukturen
(interkulturelle Vergleiche).

  Die Frage nach dem geglückten Leben.

2. Lernziel:

  Erfassen der Problematik des Begründens von Werten und Normen.

Lerninhalte:

  Sein und Sollen; faktische Geltung und begründete Gültigkeit;
Möglichkeiten eines unbedingten Imperativs.

  Rechtfertigen von Handlungsregeln und -zielen.

3. Lernziel:

  Reflektieren des Verhältnisses von Institution und Moral.

Lerninhalte:

  Macht und Recht, Moralität und Legalität, Entscheidung und
Verantwortung, Gewissen und Schuld.

4. Lernziel:

  Erkennen der Herausforderung der Ethik durch die Entwicklung der
Zivilisation.

Lerninhalte:

  Krieg und Frieden, Menschenrechte, Problematik des Rechts auf
Widerstand und der politischen Freiheit.

  Verantwortung gegenüber Individuum, Mitwelt und Umwelt;
Mitverantwortung für die Zukunft; moralische Probleme des
wissenschaftlich-technischen Fortschritts.

IV. Themenbereiche zur Wahl

  Aus folgenden Bereichen ist mindestens einer zu wählen: Ästhetik,
Geschichtsphilosophie, Logik, Naturphilosophie, Religionsphilosophie,
Rechts- und Sozialphilosophie, Sprachphilosophie, Anthropologie sowie
Geschichte der Philosophie. Gewählte Themen können auch in den
Abschnitten I bis III behandelt werden.

Ästhetik

1. Lernziel:

  Verstehen der Eigenart und Bedeutung ästhetischer Erfahrung.

Lerninhalte:

  Das Phänomen des Ästhetischen in Natur und Kultur.

  Das Problem von Wahrheit und Schönheit in der Kunst.

2. Lernziel:

  Kennenlernen von Wurzeln und Formen künstlerischen Schaffens und
Erlebens.

Lerninhalte:

  Bedeutung von Phänomenen wie Magie, Mythos, Kult, Fest und Spiel
für die Entstehung der Kunst.

  Produktion, Reproduktion und Rezeption von Kunst.

  Probleme des Stils als Ausdruck von Bewußtseins- und Lebensform.

3. Lernziel:

  Erfassen einiger kulturphilosophischer und kulturpolitischer
Aspekte.

Lerninhalte:

  Funktionen des Ästhetischen im individuellen und gesellschaftlichen
Bereich; die Forderung nach Autonomie der Kunst und das Problem der
Abhängigkeit von wissenschaftlich-technischer und
ökonomisch-politischer Entwicklung; Volkskunst, Hochkultur,
Kulturindustrie und Probleme der Kunstförderung.

Geschichtsphilosophie

1. Lernziel:

  Erfassen der Eigenart der Geschichte als Gegenstand der Erkenntnis.

Lerninhalte:

  Natur und Geschichte, das historische Faktum;
Geschichtswissenschaft und Geschichtsphilosophie; die Frage nach dem
Sinn der Geschichte.

2. Lernziel:

  Erfassen bedeutsamer Modelle der Deutung von Geschichte.

Lerninhalte:

  Die Frage nach Kräften, Verlaufsstrukturen und Zielen in der
Geschichte (idealistische, materialistische ua. Deutungen); die
analytische Geschichtstheorie.

Logik

1. Lernziel:

  Erfassen der historischen Entwicklung logischer Problemstellungen.

Lerninhalte:

  Begriff, Urteil, Schluß; Syllogistik und ihre Axiome.

  Der Beitrag der Logik zur Entwicklung der Rationalität.

2. Lernziel:

  Verstehen der Bedeutung aussagen- und prädikatenlogischer
Operationen.

Lerninhalte:

  Logische Konstanten, Junktoren, Wahrheitswerte; ein- und
mehrstellige Prädikate; Quantoren; Relationen und Relationssysteme.

3. Lernziel:

  Reflektieren der Möglichkeiten und Grenzen der Formalisierung des
Denkens.

Lerninhalte:

  Bedeutung des Kalküls in den Wissenschaften (zB Kybernetik,
Informationstheorie).

  Selbstorganisation von Systemen.

  Frage der künstlichen Intelligenz.

Naturphilosophie

1. Lernziel:

  Kennenlernen wichtiger Kategorien für die Naturkenntnis und
Unterscheiden der verschiedenen Naturbereiche.

Lerninhalte:

  Raum und Zeit aus mathematischer, physikalischer, biologischer und
psychologischer Sicht.

  Organisationsformen der Materie im anorganischen und organischen
Bereich; die Frage durchgängiger Strukturen.

2. Lernziel:

  Reflektieren von Veränderungen in Natur und Gesellschaft.

Lerninhalte:

  Begriff der Evolution (Faktoren, Strukturen, Verlaufsformen);
Theorien der Evolution.

  Anthropogenese und die Frage nach der Evolution des Menschen.

  Die Relevanz des Evolutionsbegriffes für die Erfassung
soziokultureller Phänomene (zB Erkenntnis, Wissenschaft, historische
Prozesse).

3. Lernziel:

  Verstehen der Frage nach der Stellung des Menschen in der Natur.

Lerninhalte:

  Der Mensch im Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur.

  Die Frage nach dem Eigenwert der Natur.

  Verantwortung gegenüber der Natur.

Religionsphilosophie

1. Lernziel:

  Erfassen des Wesens von Religion.

Lerninhalte:

  Religion als Verhältnis zum Transzendenten und zum Absoluten.

  Das Heilige, das Profane; Kontingenzerfahrung und Sinnstiftung.

  Mythos; Magie, Ritual, Kult; Sprache des Religiösen.

  Organisationsformen des Religiösen.

2. Lernziel:

  Erfassen der Bedeutung des Religiösen für Individuum, Gesellschaft
und Kultur.

Lerninhalte:

  Funktionen von Religion; Religion und Praxis.

  Problem der Säkularisierung und der neuen Religiosität.

3. Lernziel:

  Erfassen einiger philosophischer Probleme des Sprechens von Gott.

Lerninhalte:

  Das Verhältnis von Wissen und Glauben.

  Analoge Gotteserkenntnis; Problematik der Theodizee und der
Gottesbeweise.

  Möglichkeiten und Grenzen philosophischer Religionskritik.

Rechts- und Sozialphilosophie

1. Lernziel:

  Erfassen des Spezifischen des Rechts.

Lerninhalte:

  Moral und Recht; Gewalt, Willkür.

  Macht und Machtbeschränkung.

  Rechtsordnung, Rechtssicherheit (Rechtsstaat); das Problem der
Gerechtigkeit.

  Straftheorien.

2. Lernziel:

  Kennenlernen einiger Begründungstheorien des Rechts.

Lerninhalte:

  Die Frage nach der Legitimität.

  Naturrecht, positives Recht.

3. Lernziel:

  Verstehen der Dynamik gesellschaftlicher Prozesse.

Lerninhalte:

  Ordnung und Freiheit; Staats- und Herrschaftsformen; Reform und
Revolution.

  Privatheit und Öffentlichkeit; der Wandel von Lebensformen;
gesellschaftliche Emanzipationsbewegungen.

Sprachphilosophie

1. Lernziel:

  Erfassen wesentlicher Dimensionen von Sprache.

Lerninhalte:

  Kommunikations- und Zeichensysteme bei Mensch und Tier;
Repräsentationsleistung der Sprache.

  Sprachhandlung und Sprechakt.

  Natürliche Sprachen und Kunstsprachen.

2. Lernziel:

  Erfassen der kulturellen und sozialen Bedeutung der Sprache.

Lerninhalte:

  Funktion der Sprache für kulturelle, soziale und politische
Differenzierung.

  Sprache und Lebensform.

  Sprachspiele.

  Sprachanalyse und Sprachkritik.

Philosophische und pädagogische Anthropologie

1. Lernziel:

  Kennenlernen einiger Grundkonzeptionen vom Bild des Menschen.

Lerninhalte:

  Phylogenetische und ontogenetische Zugänge zur Theorie der
Menschwerdung und ihre Interpretationsmöglichkeiten.

  Funktion und Bild des Menschen in verschiedenen Wissenschaften,
Ideologien und Religionen.

  Frage nach dem Wesen des Menschen.

2. Lernziel:

  Erkennen der Möglichkeiten und Grenzen der Formbarkeit des
Menschen.

Lerninhalte:

  Erziehung und Menschenbild.

  Sozialisation und Selbstverwirklichung.

  Probleme des männlichen und des weiblichen Selbstverständnisses.

  Die Frage des Sinns und Ziels der menschlichen Existenz.

  Der Tod.

Geschichte der Philosophie

1. Lernziel:

  Kennenlernen einiger wichtiger Grundkonstellationen des
europäischen Denkens in ihren historischen Zusammenhängen.

Lerninhalte:

  Grundprobleme der Philosophie in Altertum, Mittelalter und Neuzeit
(ontologisch-metaphysisches Paradigma, Bewußtseinsparadigma,
Sprachparadigma); gesellschaftliche Funktionen und kulturpolitische
Rollen der Philosophie im Verlauf der Geschichte.

2. Lernziel:

  Verstehen des Zusammenhangs von Philosophie und
Philosophiegeschichte.

Lerninhalte:

  Die Aktualität traditioneller Fragestellungen in der Philosophie;
Darstellung eines ausgewählten philosophischen Problems in seiner
historischen Kontinuität.

Didaktische Grundsätze:

  Die Wahl der Anordnung, Akzentuierung, Gewichtung und Methode sowie
des Standpunktes und der Forschungsrichtung ist dem Lehrer
freigestellt. Er hat sie den Schülern und Schülerinnen kenntlich zu
machen und darf ihnen seine Meinung nicht aufzwingen, sondern muß
auch über andere Standpunkte und Forschungsrichtungen informieren.

  Bei der Auswahl und Darbietung des Lehrstoffes ist auf
altersspezifische Neigungen und Interessen für bestimmte
psychologische, pädagogische und philosophische Fragestellungen
Rücksicht zu nehmen.

  Gespräch, Dialog und Diskurs sollen bei der Arbeit im Vordergrund
stehen.

  Gerade im Psychologie- und Philosophieunterricht ist es wichtig,
des öfteren auf das Wissen aus den anderen Unterrichtsgegenständen
zurückzugreifen (Querverbindungen) und an persönliche Erfahrungen der
Schüler, an Tagesereignisse und aktuelle Fragen anzuknüpfen.

  Wo immer möglich, sollen die Schüler selber in Referaten,
Experimenten und Berichten, in Gruppen- und Projektarbeit den
Unterricht mitgestalten. Desgleichen soll Interesse für die
selbständige Lektüre psychologischer und philosophischer Texte
geweckt werden.

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