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 Pflichtgegenstand Chemie

Wahlpflichtgegenstand Chemie

 Allgemeiner Teil des Lehrplans


Bildungs- und Lehraufgabe:

  Die Schüler sollen ein tieferes Verständnis für die Bedeutung und
Stellung der Chemie im Alltag und in der Praxis gewinnen. Die
Bereiche Haushalt, Ernährung, Industrie und Umwelt sollen im
Mittelpunkt der Betrachtungen stehen. Zukunftsweisenden Entwicklungen
ist besonderes Augenmerk zu widmen. Das Sicherheitsbewußtsein bei der
Arbeit ist zu verstärkten.

Lehrstoff:

   1. Moderne Analysenverfahren
      a) Trennverfahren
         Chromatographie
         Ionenaustauscher
      b) Spezifische Nachweisverfahren
         Einfache Ionennachweise
         Nachweis funktioneller Gruppen
      c) Spektroskopie
         Einsatz und Beispiele für die Anwendung moderner Geräte (zB
         Spektralphotometer, IR-Spektrometer), Kolorimetrie
   2. Umweltanalytik
      a) Wasseranalysen
         Anwendung von Testsets
         Kaliumpermanganat-Verbrauch
         Bestimmung physikalisch-chemischer Wasserparameter
      b) Luftanalysen
         Einsatz von Gasspürgeräten
         Einsatz von Gasbüretten (Orsat)
      c) Bodenanalysen
         Humusbestimmung
         Bestimmung physikalisch-chemischer Bodenparameter
   3. Elektrochemie
      Durchführung von Elektrolysen
      Aufbau verschiedener Galvanischer Zellen
      Konzentrationsketten
      Korrosion
   4. Lebens- und Genußmittel
      Untersuchung von Inhalts- und Schadstoffen wichtiger Lebens-
      und Genußmittel
      Qualitätskriterien
      Konservierung von Lebensmitteln
   5. Düngemittel
      Analyse unterschiedlicher Düngemittelarten
      Wirkung von Düngemitteln auf den Boden
      Keimungsversuche
   6. Waschmittel und Reinigungsmittel
      Nachweis von Inhaltsstoffen
      Unterscheidung verschiedener Waschmittelarten
   7. Kosmetika
      Herstellung ausgewählter kosmetischer Produkte
      Analyse von Inhaltsstoffen
   8. Farbstoffe
      Synthese ausgewählter Farbstoffe
      Färben von Textilien
      Bleichvorgänge
   9. Kunststoffe
      Zuordnung von Kunststoffprodukten zu bestimmten Typen auf Grund
      von:
        Dichte - Löslichkeit - Brennbarkeit
        Verhalten beim Erhitzen
        pH-Wert der Verbrennungsprodukte
        Synthesemöglichkeiten von Kunststoffen
        Beispiele für Verarbeitungsmöglichkeiten
  10. Textilfasern
      Bestimmung der Faserart
      Synthese von Textilfasern
  11. Pharmazeutische Produkte
      Synthese eines ausgewählten Wirkstoffes
      Untersuchung der Reinheit des Syntheseproduktes
      Nachweise spezieller Wirkstoffe
  12. Biochemie
      a) Naturstoffe
         Nachweis und Unterscheidung einzelner Kohlenhydrate
         Isolierung und Nachweis von Fetten
         Untersuchung von Proteinen
         Nachweis von Aminosäuren
         Enzymwirkung
      b) Ausgewählte Beispiele für die Anwendung biotechnologischer
         Verfahren.

Didaktische Grundsätze:

  In Chemie soll das Schülerexperiment den Schwerpunkt bilden. Dazu
sollen Stoffe aus dem Alltag und dem Erfahrungsbereich der Schüler
soweit wie nur möglich herangezogen werden. Reihenfolge und Gewicht
der einzelnen Themenkreise sind frei wählbar. Die Umsetzung und
Auswertung der in Protokollen festgehaltenen Ergebnisse von
Experimenten sowie die Simulation von im Schullabor nicht
durchführbaren Prozessen kann auch mit Hilfe geeigneter
Computerprogramme durchgeführt werden. Zum Erreichen eines
vertiefenden Verständnisses sind die Schüler zur Benutzung der
Fachliteratur anzuleiten. Der Praxisbezug kann nach regionalen
Gegebenheiten durch Exkursionen und Lehrausgänge hergestellt werden.
Dadurch ist es auch möglich, den Schülern Einblicke in die
Arbeitswelt zu vermitteln. Aktuelle Themen sollen in den Unterricht
eingebaut werden.

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