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Wahlpflichtgegenstand Physik

 Allgemeiner Teil des Lehrplans


Bildungs- und Lehraufgabe, Didaktische Grundsätze:

  Der Wahlpflichtgegenstand Physik hat die Aufgabe, die Kenntnisse
und Einsichten der Schüler in Themenbereichen, die im Lehrplan des
Pflichtgegenstands enthalten sind, zu vertiefen sowie eine Einführung
in davon verschiedene Sachgebiete zu geben. Im besonderen soll die
Experimentierfreude und Experimentierfertigkeit der Schüler
gesteigert werden. Für beide voneinander unabhängig zu führende
Unterrichtsjahre sind gemeinsame Lernziele vorgesehen. Der Lehrer hat
in jedem Jahr mehrere dieser Ziele anzustreben, wobei die im Lehrplan
vorgeschlagenen Module als richtungsgebende Beispiele dienen. Dem
Lehrer ist es in Absprache mit den Schülern freigestellt, die
Lernziele anhand selbstgewählter Inhalte zu erreichen.

Lernziele:

  Fertigkeit in Planung, Ausführung und Auswertung physikalischer
Versuche;

  Vertrautheit mit der Funktion einiger technischer Geräte und ihrer
physikalischen Grundlagen;

  Kenntnisse aus den Sachgebieten Meteorologie, Aero- und
Hydrodynamik, Akustik oder geometrische Optik;

  erweiterte Kenntnisse aus Relativitätstheorie, Atom- und
Kernphysik, Elementarteilchenphysik oder Kosmologie;

  Einblick in die Arbeitswelt von Menschen mit Berufen aus dem
naturwissenschaftlich-technischen Bereich;

  Kenntnis einiger medizinisch-physikalischer Methoden;

  Einblick in die physikalische Forschungsarbeit mit besonderer
Berücksichtigung des österreichischen Anteils;

  Kenntnis aktueller Forschungsergebnisse.

Lehrstoff:

Messen und Meßfehler

Voraussetzungen: Maßeinheiten.

Grundgedanke: Zur Angabe eines Meßergebnisses gehört unbedingt eine
Fehlerabschätzung.

Lernziele:

  Die grundsätzliche Ungenauigkeit von Messungen einsehen und
eingrenzen können; Meßexperimente durchführen und statistisch
auswerten können.

Lerninhalte:

  Meßreihen, systematische Fehler, zufällige Fehler, Gaußsche
Fehlerkurve, Mittelwert und Standardabweichung, Meßwertangabe mit
Standardabweichung, Fehlerfortpflanzung.

Charakteristische Versuche: Versuchsreihen zur Ermittlung der
Fehlerverteilung.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Meßgeräte

  Technik: Eichwesen.

Potentiometerschaltung

Voraussetzungen: Die Gesetze von Ohm und Kirchhoff; Arbeitsweise
eines Meßgeräts.

Grundgedanke: Genaue Analyse einer elektrischen Schaltung.

Lernziele:

  Fähigkeit, eine Schaltung zu planen und aufzubauen; Fähigkeit, eine
Meßreihe durchzuführen und ihre Ergebnisse graphisch festzuhalten;

  die Gesetze von Ohm und Kirchhoff für verzweigte Leitersysteme im
Fall der Potentiometerschaltung anwenden können;

  Erfassen der Übereinstimmung von Experiment und Theorie am
vorliegenden Beispiel.

Lerninhalte:

  Aufbau der Potentiometerschaltung. Einsatz von Amperemeter und
Voltmeter. Abhängigkeit der abgenommenen Teilspannung von der
Stellung des Potentiometers und vom Verhältnis des Lastwiderstandes
zum Potentiometerwiderstand.

  Graphische Darstellung der Meßwerte in einem Diagramm. Die
abgenommene Teilspannung als Funktion der Stellung des Gleitkontaktes
am Potentiometer (nur bei Fehlen eines Lastwiderstandes linear).
Variation des Lastwiderstandes (Kurvenschar). Rechnerische Behandlung
des Problems. Vergleich mit den Meßwerten; Ursachen der Abweichung.

  Allenfalls: Simulation des Experiments am Computer.

Charakteristische Versuche: Aufbau einer Potentiometerschaltung;
Durchführung von Meßreihen mit verschiedenen Lastwiderständen.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Drehpotentiometer in elektronischen Geräten.

  Physik: Einfluß der Meßgeräte auf das Versuchsergebnis.

  Informatik: Benützung oder Erstellung eines Simulationsprogrammes.

Elektronische Bauteile

Voraussetzungen: Korpuskulares Modell des Halbleiters, Ohmsches
Gesetz

Grundgedanke: Einige Bauteile bestimmen im Prinzip die Vielfalt der
Elektronischen Geräte.

Lernziele:

  Das Leitungs- und Schaltverhalten einiger elektronischer Bauteile
beschreiben und in Testschaltungen überprüfen können.

Lerninhalte:
  NTC, PTC, LDR, VDR
  Kondensator - Ladung und Entladung
  Spulen
  Gleichrichterdioden - Kennlinie und Schaltverhalten
  Fotodiode, Leuchtdiode
  Transistoren - Kennlinien, Arbeitspunkt, Schaltverhalten
  Flächentransistoren
  Feldeffekt-Transistor
  Thyristor und Triac

Charakteristische Versuche: Veränderliche Widerstände im einfachen
Stromkreis, Laden und Entladen eines Kondensators, Testschaltungen
für Dioden und Transistoren, Schaltverhalten von Thyristor und Triac.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Digitaluhr, Taschenrechner

  Physik: Ohmsches Gesetz, Halbleiter

  Technik: Bau von elektronischen Geräten

  Chemie: Herstellung von elektronischen Bauteilen.

Grundlegende elektronische Schaltungen im Experiment

Voraussetzungen: Elektronische Bauteile

Grundgedanken: Mit der Kenntnis des Leitungs- und Schaltverhaltens
der einzelnen Bauteile lassen sich elektronische Schaltungen
verstehen.

Lernziele:

  Elektronische Schaltungen erklären können; Logikschaltungen angeben
und erklären können.

Lerninhalte:

  Der Kondensator als Phasenschieber, Glättkondensator,
Koppelkondensator, Frequenzweiche; Sensorschaltungen, Transformator -
Übertrager, Elektromagnetische Wandler, Schwingkreis, Spulen,
Kondensatoren und Widerstände: RC-Tiefpaß, RC-Hochpaß, RL-Tiefpaß,
RL-Hochpaß, LC-Tiefpaß, LC-Hochpaß, ,,Filter'',
Parallel-/Serienschaltung von Induktivität und Kapazität;
Gleichrichterschaltungen - Glättung, Transistor als Schalter,
Transistor als Verstärker - zweistufiger Verstärker,
Leistungsansteuerung, Impulsgenerator - Thyristor/Triac, Diac -
Triac, Logikschaltungen, Gatter, Multivibratoren.

Charakteristische Versuche: Einige angeführte Schaltungen aufbauen
und allenfalls Messungen ausführen.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Unterhaltungselektronik, Grundlagenverständnis vieler
elektronischer Geräte

  Chemie: MOS-Technologie

  Technik: Herstellung integrierter Schaltungen - Chips

  Geographie und Wirtschaftskunde: Miniaturisierung von Schaltungen,
Steigerung von Produktivität und Konkurrenzfähigkeit durch Einsatz
neuer Technologien.

Hörfunk und Fernsehen

  Voraussetzungen: Schwingkreis, Kippfrequenz, Transistor,
elektromagnetisches Spektrum, Elektronenablenkung im Magnetfeld,
Photoeffekt.

  Grundgedanke: Ton- und Bildsignale lassen sich drahtlos übertragen.

Lernziele:

  Kennenlernen der Möglichkeit, Signale mit Hilfe elektrischer
Impulse über weite Strecken übertragunsfähig zu machen; Einsicht in
die Grundlagen der Übertragungstechnik gewinnen; die Problematik der
Frequenzverteilung im Funkverkehr einsehen.

Lerninhalte:

  Mikrophon, Fernsehkamera, Braunsche Röhre, Herstellung des
Farbsignals; Amplituden- und Frequenzmodulation, Kodierung,
Frequenzbänder, Fernsehkanäle, Sender, Richtfunkstationen,
Relaisstationen, Satellitenübertragung; Antennen, Dekodierung,
Demodulation, Signalwiedergabe.

Charakteristische Versuche: Ablenkung eines Elektronenstrahls; Senden
und Empfangen elektromagnetischer Impulse mittels selbstgebauter
Vorrichtungen.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: der tägliche Fernsehkonsum, Antennen.

  Geographie und Wirtschaftskunde: Fernsehen und Hörfunk als
Wirtschaftsfaktor (Werbung).

  Politische Bildung: länderübergreifende Empfangsmöglichkeiten,
internationale Vereinbarungen über Sendefrequenzen, staatliches und
privates Fernsehen, Störsender.

Laser

Voraussetzungen: Emission und Absorption des Lichts, Eigenschaften
des Lichts.

Grundgedanke: Laserlicht eröffnet neue Technologien

Lernziele:

  Die physikalischen Grundlagen des Lasers wiedergeben können;

  einige Anwendungen des Lasers beschreiben können; die
Sicherheitsvorkehrungen beim Umgang mit Laserlicht kennen;

  einige einfache Versuche mit Laserlicht durchführen können.

Lerninhalte:

  Spontane und stimulierte Emission von Licht, Atompopulation und
Inversion; Lasermaterialien, optisches Pumpen, Aufbau und Funktion
von Lasern, optische Eigenschaften des Laserlichts. Wechselwirkung
der Laserstrahlung mit Materie, Sicherheitsvorkehrungen. Einfache
Versuche mit dem Schullaser. Anwendungen in Medizin,
Nachrichtentechnik, Materialbearbeitung, Holographie und Meßtechnik.

Charakteristische Versuche: Reflexion, Brechung, Polarisation,
Beugung mit Hilfe von Laserlicht, Versuche mit Hologrammen.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Physik: Optik, Physik der Atomhülle, Temperatur.

  Mathematik: Exponentialfunktion.

  Technik: Meßtechnik, Materialbearbeitung, Nachrichtentechnik.

  Informatik: optische Datenspeicherung.

  Medizin: konservative und operative Anwendungen des Lasers.

Sonnenenergie und ihre Nutzung

Voraussetzungen: Absorption und Emission von Strahlung, Wärmeleitung.

Grundgedanke: Die Nutzung der Sonnenenergie ist eine Herausforderung
an die Physik

Lernziele:

  Die Möglichkeit der Nutzung von Sonnenenergie abschätzen können;

  Sonnenkollektoren selbst bauen.

Lerninhalte:

  Solarkonstante, Strahlungsleistung auf der Erdoberfläche,
Flächenkollektor, Umwandlung der Strahlungsenergie in innere Energie,
Wärmetauscher, Energiespeicherung, Wärmeleitung, Wärmestrahlung,
Verhinderung von Wärmeverlusten, konzentrierende Kollektoren,
laufende Einstellung auf den Sonnenstand, Sonnenkraftwerke,
Solarzellen.

Charakteristische Versuche: Messung der Temperaturerhöhung durch
absorbierende Medien.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Kollektoren auf Hausdächern, Wärmeschlieren über
Asphaltstraßen.

  Physik: Energieversorgung.

  Technik: Autobahntelefon.

Meteorologie

Voraussetzungen: Kenntnis physikalischer Gesetze aus der Wärmelehre,
Optik und Elektrizitätslehre.

Grundgedanke: Wetter ist ein komplexes physikalisches Geschehen.

Lernziele:

  Wettererscheinungen beobachten und Ursachen ihrer Entstehung
erklären.

Lerninhalte:

  Lufttemperatur, Luftdruck, Wind, Luftfeuchtigkeit, Wolkenformen,
Niederschläge, Gewitter.

Charakteristische Versuche: Beobachten von Wettererscheinungen mit
Messung und tabellarischer Erfassung von Lufttemperatur, Luftdruck,
Windrichtung, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsmengen. Bestimmung
der absoluten und relativen Luftfeuchtigkeit. Bestimmung der Dichte
von Wasser zwischen 0 Grad und 10 Grad C. Bestimmung der Schmelzwärme
von Eis, Verdunstungs- und Kondensationswärme von Wasser. Messung von
Emission und Absorption der Wärmestrahlung bei verschiedener
Bodenbeschaffenheit.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Wetterfühligkeit.

  Geographie und Wirtschaftskunde: regionale Wettererscheinungen,
Klima, Landwirtschaft, Tourismus. Wärmehaushalt der Erde. Windschutz,
Lawinenverbau, Flußregulierung.

  Biologie und Umweltkunde: Pflanzenwuchs in Feucht- und
Trockenbiotopen.

  Mathematik: Statistik von Wettererscheinungen.

Flugphysik

Voraussetzungen: Grundlegende Kenntnisse aus der Mechanik und
Strömungslehre (Druck, Kraft, Drehmoment, Strömung, Reibung,
Kompressibilität und Inkompressibilität).

Grundgedanke: Auftrieb und Widerstandskräfte bestimmen das Fliegen in
der Luft.

Lernziele:

  Einfache Gesetzmäßigkeiten von Wirbelströmungen wissen und zur
Erklärung entsprechender Phänomene beim aerodynamischen Flug
heranziehen können. Aerodynamisch bedingte Kräfte und Drehmomente am
Flugzeug (Tragflügel) kennen und ihre Bedeutung für den Flug
beschreiben können.

  Einfache Versuche zur Messung des dynamischen Auftriebs und des
Strömungswiderstandes durchführen können. Die Grundtatsachen des
Überschallfluges kennen und in Beziehung zum Unterschallflug setzen
können. Verschiedene Antriebsarten von Flugzeugen im Prinzip
beschreiben können.

Lerninhalte:

  Strömungsgesetz von Bernoulli, Zähigkeit, Grenzschicht, Reynoldsche
Zahl, Turbulenz. Zirkulare Strömung und Wirbel, Wirbelstraße,
Magnuseffekt, dynamischer Auftrieb, Druckverteilung an einer
Tragfläche, Kräfte und Momente an einer Tragfläche. Die Koeffizienten
cA und cW und die Abhängigkeit vom Anstellwinkel (Polardiagramm).
Überschallflug, Machzahl, Überschallknall, Verdichtungs- und
Verdünnungsstoß, Propellerantrieb, Lavaldüse. Meßinstrumente im
Cockpit (Höhenmesser, Geschwindigkeitsmesser).

Charakteristische Versuche: Modellversuche zur Strömungslehre,
qualitative und quantitative Versuche im Windkanal
(Strömungswiderstand, Auftrieb).

Anwendungen und Querverbindungen:

  Physik: Strömung in sehr zähen Flüssigkeiten, Plasmaströme.

  Technik: aerodynamische Prinzipien beim Bau von Autokarosserien
(cW-Wert), Autorennsport, Tragflügelboote.

  Geographie und Wirtschaftskunde: internationaler Flugverkehr.

  Biologie und Umweltkunde: Vogel- und Insektenflug, Abgasprobleme in
den oberen Luftschichten.

  Leibesübungen: Segel- und Drachenfliegen, Segeln und Surfen.

  Informatik: Flugsimulationsprogramme.

Geometrische Optik

Voraussetzungen: -

Grundgedanke: Die Modellvorstellung vom Lichtstrahl erlaubt die
Erklärung der Funktionsweise wichtiger optischer Geräte.

Lernziele:

  Beherrschung grundlegender optischer Meßverfahren;

  Verstehen der Wirkungsweise von optischen Geräten.

Lerninhalte:

  Reflexionsgesetz, Brechungsgesetz, Linsengleichung, Dispersion,
Linsenfehler, Linsensysteme, Brille, Lupe, Mikroskop, Linsen- und
Spiegelfernrohr, Photoapparat, Projektor, Photometrie.

Charakteristische Versuche: Bestimmung der Brennweite dünner Linsen,
Bestimmung von Brennweite und Hauptebenen dicker Linsen, Bestimmung
von Brennweite und Hauptebenen von Linsensystemen, Bestimmung der
Vergrößerung eines Mikroskops, Bestimmung der numerischen Apertur
eines Mikroskops, Bestimmung der Brechzahl eines Prismas, Messungen
mit dem Spektralapparat, photometrische Messungen.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Sehhilfen, Spiegel

  Physik: Meßverfahren (Fehlerrechnung)

  Mathematik: elementare Konstruktion, Mittelwert, Streuung.

Physikalische Grundlagen der klassischen Musikinstrumente

  Voraussetzungen: Grundbegriffe der Schwingungs- und Wellenlehre.

  Grundgedanke: Tonerzeugung durch Erregung von Eigenschwingungen.

Lernziele:

  Kenntnis der Tonleiter, ihrer Intervalle und der Bedeutung der
Obertöne;

  Verständnis der Tonerzeugung und der Veränderung der Tonhöhe bei
verschiedenen Musikinstrumenten;

  Kenntnis der Bauart der Musikinstrumente des Orchesters.

Lerninhalte:

  Reiner Ton, Klang, Klangfarbe; diatonische und chromatische
Tonleiter, Obertonreihe.

  Schwingende Saiten: Saiteninstrumente. Schwingende Stäbe, Platten
und Membranen.

  Schwingende Luftsäulen: Lippen- und Zungenpfeifen; Orgel; Holz- und
Blechblasinstrumente; die Instrumente im Orchester;

  die menschliche Stimme, Formanten.

Charakteristische Versuche: Monochord, Stimmgabeln, Chladnische
Klangfiguren.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Biologie und Umweltkunde: die menschliche Stimme.

  Musikerziehung, Instrumentalunterricht: Instrumentenkunde.

Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie

Voraussetzungen: Konstanz der Lichtgeschwindigkeit,
Relativitätsprinzip, Newtonsche Gravitationstheorie

Grundgedanken: Newtonsche Mechanik und Gravitationstheorie sind
Näherungen einer allgemeineren Theorie

Lernziele:

  Unterschiede zwischen klassischer und relativistischer Mechanik -
auch rechnerisch - beschreiben können, daraus erwachsende Folgerungen
praktischer wie theoretischer Art angeben können;

  die Newtonsche Mechanik und Gravitationstheorie als Näherungen des
relativistischen Modells für v < << c exemplarisch nachweisen können;

  Tests der Allgemeinen Relativitätstheorie in der Kosmologie nennen
und mit Beispielen belegen können.

  Die Entwicklung wissenschaftlicher Theorien anhand der
Gravitationstheorien von Newton und Einstein skizzieren können.

Lerninhalte:

  Relativistische Kinematik: Raum-Zeit-Diagramme,
Geschwindigkeitsaddition, Grenzcharakter der Lichtgeschwindigkeit,
Lorentzgruppe, relativistischer Dopplereffekt.

  Äquivalenz von Masse und Energie: Nachweis, Ruhmasse und
Ruhenergie, Zusammenhang von Energie, Impuls und Ruhmasse, Masse und
Impuls des Photons, Paarerzeugung und Paarvernichtung, Kernenergie
als Bindungsenergie, Massendefekt der Nuklide, Massenäquivalent der
Sonnenstrahlung, Zyklotron und Synchrotron.

  Träge und schwere Masse: Versuch von Eötvös, Einsteins
Gedankenexperiment über den gleichmäßig beschleunigten Aufzug - das
Äquivalenzprinzip, die Rotverschiebung, Versuch zur Rotverschiebung,
Schwarzschildradius, Ablenkung der Lichtstrahlen im Schwerefeld.

  Einsteins Gravitationstheorie: Gravitation als geometrische
Eigenschaft der Raumzeit, Äquivalenz der auf Raumkrümmung bzw. auf
Maßstabänderung gestützten Weltmodelle, Lichtgeschwindigkeit im
Schwerefeld, Gang von Uhren in der Umgebung schwerer Massen,
Experimente mit Uhren (Hafele und Keating), Venus-Radarecho
(Shapiro-Experiment), Periheldrehung von Merkur, Gravitationswellen,
Galaxien als Gravitationslinsen; geschlossenes und offenes Universum.

Charakteristische Versuche: -

Anwendungen und Querverbindungen:

  Physik: Elementarteilchenphysik, Gravitationstheorie, Meßverfahren

  Mathematik: Mehrdimensionale Räume, Funktionen und Diagramme

  Astronomie: Weltmodelle und Kosmologie

  Technik: Zeitmessung und Atomuhren

  Psychologie und Philosophie: Entwicklung physikalischer Theorien,
Weltmodelle.

Sternbeobachtung

Voraussetzungen: Kenntnis der Himmelskörper und ihrer Bewegungen.

Grundgedanke: Der Sternenhimmel als Beobachtungsobjekt.

Lernziele:

  Sternbilder zur Orientierung am Sternenhimmel benützen können;

  unterschiedliche Objekte am Sternenhimmel auffinden und beobachten
können.

Lerninhalte:

  Verwendung einer drehbaren Sternkarte. Beobachtung mit freiem Auge:
Auffinden des Polarsternes, einiger Sternbilder, Planeten, Meteore
und des Andromedanebels; Finsternisse, Sternbedeckung durch den Mond;
Beobachtung mit Feldstecher: Jupitermonde, Sternhaufen, Orionnebel,
Doppelsterne; Beobachtung mit dem Fernrohr: Mondkrater und
Mondgebirge, Saturnring, Venusphasen, planetarische Nebel, Roter
Fleck des Jupiters, Kugelsternhaufen.

Charakteristische Versuche: Fotografie des Sternhimmels.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Himmelserscheinungen, Kalender.

  Griechisch: Namen von Sternbildern, Sternsagen.

Sternentwicklung

Voraussetzungen: Gravitationsgesetz, Zustandsgleichung des idealen
Gases, Strahlungsgesetze, Dopplereffekt, Spektren, Quantendruck des
entarteten Elektronen- bzw. Neutronengases.

Grundgedanke: Die Gravitation bestimmt Entstehen, Entwicklung und
Endstadium der Sterne.

Lernziele:

  Kenntnis der Beobachtungsmethoden der Astrophysik; Verständnis der
Methode der mathematischen Modellbildung am Beispiel des
Sternmodells;

  Verständnis des Zusammenwirkens von gravitativen und
kernenergetischen Vorgängen im Laufe der Sternentwicklung; Einsicht
in die Erklärungsleistung von Quantentheorie und Relativitätstheorie.

Lerninhalte:

  Interstellare Materie, Kontraktionsbedingungen von Jeans,
Zustandsgrößen eines Sterns (Masse, Radius, Leuchtkraft, effektive
Temperatur) und die Methoden ihrer Bestimmung,
Hertzsprung-Russel-Diagramm, Masse-Leuchtkraft-Beziehung,
Sternmodelle (Gleichgewichtsbedingungen), Kernprozesse
(Proton-Proton-Zyklus), Infrarotsterne, Hauptreihensterne, rote
Riesen, weiße Zwerge, Neutronensterne (Pulsare), schwarze Löcher,
Schwarzschildradius.

Charakteristische Versuche: Astronomische Beobachtungen (Exkursion in
ein Observatorium).

Anwendungen und Querverbindungen:

  Physik: Mechanik, Wärmelehre, Optik, elektromagnetische Wellen,
Relativitätstheorie, Quantentheorie, Kernreaktionen.

  Biologie und Umweltkunde: Evolution der Materie.

  Psychologie und Philosophie: Weltbild der Naturwissenschaft.

Maschinenbau

Voraussetzungen: Mechanik und Wärmelehre

Grundgedanke: Die Physik ist eine Grundlage der Technik.

Lernziele:

  Physikalische Zusammenhänge als Voraussetzung und Beschränkung für
die Funktion von Maschinen erkennen; das Berufsbild des Ingenieurs
für Maschinenbau kennen; einzelne Teilbereiche des Maschinenbaues
kennen; die Bedeutung einzelner technischer Fachausdrücke kennen.

Lerninhalte:

  Überblick anhand einzelner Beispiele aus einigen der angeführten
Gebiete:

  Statik, Festigkeitslehre, Werkstofftechnik, Konstruktionstechnik
und Konstruktionselemente, Ölhydraulik und Pneumatik,
Getriebetechnik, thermischer Apparatebau, Dampferzeugungsanlagen,
Klimatechnik, Energiewirtschaft, Maschinendynamik, Kolbenmaschinen,
Kraftfahrzeugtechnik, Strömungsmaschinen, Fertigungstechnik,
Fördertechnik, Meß- und Regelungstechnik.

Charakteristische Versuche: An ihre Stelle treten Besuche bei
entsprechenden Firmen und Instituten.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Fahrzeuge, Baumaschinen, Werkzeuge, Heiz- und
Klimaanlagen.

  Physik: Mechanik, Wärmelehre, Einheiten, Größenordnungen.

  Mathematik: Interpretation von Graphen.

  Darstellende Geometrie: technische Zeichnungen.

  Informatik: CAD-CAM-Verfahren.

Strom aus Wasserkraft

Voraussetzungen: Kenntnisse aus Mechanik und Elektrizitätslehre

Grundgedanken: Vom sprudelnden Wasser zur Kilowattstunde.

Lernziele:

  Kenntnis der Organisation der österreichischen
Elektrizitätswirtschaft;

  die verschiedenen Möglichkeiten der Bereitstellung der elektrischen
Energie im Vergleich zur Wasserkraft beurteilen können;

  einen Überblick über die Ausführung und Funktion von Stauanlagen
gewinnen;

  die Arbeitsweise der Maschinen im Krafthaus verstehen können.

Lerninhalte:

  Verbundkonzern, Sondergesellschaften, Landesgesellschaften (EVU);
thermisches Kraftwerk (fossile Brennstoffe, Kernenergie),
Wasserkraftwerk (Lauf- und Speicherkraftwerk); Umweltverträglichkeit.
Feste und bewegliche Wehre, Gewichts- und Bogenstaumauern, Staudämme,
Funktion des Stauraums, Prinzip der Pumpspeicherung,
Hochwasserentlastung. Turbinen, Generatoren.

Charakteristischer Versuch: An seine Stelle tritt der Besuch eines
Wasserkraftwerkes.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Stauseen.

  Physik: Kräfte, Hydrostatik, Hydrodynamik, elektromagnetische
Induktion.

  Technik: Wasserbau, Maschinenbau, Elektrotechnik.

  Geographie und Wirtschaftskunde: Bedeutung der
Elektrizitätswirtschaft.

  Politische Bildung: Durchsetzbarkeit von Kraftwerksprojekten.

Physik in Österreich

Voraussetzungen: Kenntnis grundlegender physikalischer Begriffe und
physikalischer Denkweisen.

Grundgedanke: Erfolgreiche physikalische Forschung ist auch in einem
kleinen Staat wie Österreich möglich.

Lernziele:

  Kenntnis der physikalischen Forschungsstätten in Österreich;
exemplarische Kenntnis einiger aktueller Forschungsprojekte in
Österreich; den Beitrag Österreichs an internationalen Projekten der
physikalischen Forschung erkennen.

Lerninhalte:

  Organisation und Finanzierung der physikalischen Forschung in
Österreich; physikalische Institute der Universitäten; Institute der
Akademie der Wissenschaften; Österreichisches Forschungszentrum
Seibersdorf; Ludwig-Boltzmann-Institute; physikalische Labors in der
Industrie.

Charakteristischer Versuch: An seine Stelle sollte hier der Besuch
eines physikalischen Institutes treten.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Der Beruf des Physikers in Österreich.

  Politische Bildung: naturwissenschaftliche Forschung und
Beteiligung an internationalen Projekten als Bestandteil der
österreichischen Kultur. Forschungsbudget.

Tieftemperaturphysik und Supraleitung

Voraussetzungen: Kinetische Gastheorie, Stromkreis und Magnetfeld

Grundgedanke: Bei tiefen Temperaturen ändern sich die Eigenschaften
vieler Stoffe sehr stark.

Lernziele:

  Verständnis der physikalischen Vorgänge, die zur extremen Kühlung
einer Substanz führen können;

  Kenntnis der Methoden, die stufenweise die Annäherung an den
absoluten Nullpunkt erbringen;

  Kenntnis des Phänomens Supraleitung und der dafür geeigneten
Stoffe;

  heutige und künftige Anwendungsgebiete der Supraleitung schildern
können.

Lerninhalte:

  Kühlmittel mit zwei energetischen Zuständen: dichtes Gas -
entspanntes Gas, flüssig - gasförmig, fest - flüssig, ungelöst -
gelöst, magnetisiert - unmagnetisiert; Joule-Thomson-Effekt;

  Lindeverfahren; Verflüssigung von N, H und He; magnetische Kühlung;
Eigenschaften von Körpern bei tiefen Temperaturen; Supraleitung,
Meißner-Ochsenfeld-Effekt, Cooperpaare, Josephsoneffekt;
Hochtemperatur-Supraleiter;

  elektrotechnische Anwendung: Motoren, Generatoren, Energieumformer
und -speicher, Magnete für Beschleuniger und Fusionsanlagen,
magnetisch gehobene Transportsysteme; elektronische Anwendung:
Computer, hochsensitive Meßgeräte.

Charakteristische Versuche: Erzeugung von Kohlensäureschnee,
allenfalls Versuche mit flüssiger Luft.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Physik: Quantenhalleffekt, makroskopische Quantenphänomene.

  Technik: Herstellen von supraleitendem Material.

Physik in der Medizin

Voraussetzungen: Grundkenntnisse aus der Mechanik, Optik und
Elektrizitätslehre.

Grundgedanke: Ein Großteil der medizinischen Untersuchungs- und
Behandlungsmethoden verwendet Ergebnisse der Physik.

Lernziele:

  Kenntnis einiger physikalischer Verfahren in der medizinischen
Diagnose und Therapie;

  Verständnis für den Stellenwert der Physik in der Medizin gewinnen;
den Wert einer durch physikalisch-technische Methoden gewonnenen
Diagnose beurteilen können.

Lerninhalte:

  Blutdruckmessung, Blutsenkung, Strömungsgeschwindigkeit,
Stethoskop, EKG, Ultraschalldiagnostik, bildgebende Verfahren,
Röntgen- bzw. Kernspin-Computertomographie, Elektronenbeschleuniger,
Bestrahlungsformen.

  Herzschrittmacher, Hörgeräte, Brillen.

Charakteristische Versuche: Perkussionsversuche, Versuche mit
Ultraschall.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Geräte in der Arztpraxis und im Krankenhaus.

  Physik: Elementarteilchenphysik, Beschleuniger.

  Mathematik: Probleme beim Lösen einer großen Anzahl von
Gleichungen.

  Informatik: Computer als unentbehrliches Hilfsmittel in der
Medizin, Einsatz der Computergraphik.

Physik im Sport

Voraussetzungen: Begriffe der Bewegungslehre, Newtonsche
Grundgesetze, Energie-, Impuls- und Drehimpulserhaltungssatz,
Kreisbewegung.

Grundgedanke: Physik wird im Sport immer wichtiger.

Lernziele:

  Die Newtonschen Grundgesetze auf Bewegungsaufgaben anwenden können.

  Energie-, Impuls- und Drehimpulserhaltungssatz anwenden können.

  Eine zusammengesetze Bewegung berechnen können.

Lerninhalte:

  Länge, Zeit, Geschwindigkeit: Meßgenauigkeit und
Fehlerfortpflanzung, Meßwertetabellen, Geschwindigkeiten, Weiten,
Rekorde; Reaktionszeit (Tormann);

  Kräfte: Beschleunigung und Dämpfung, Verzögerungskräfte, Kräfte auf
Tennis- oder Golfschläger, Hebelgesetz, Kräfte beim Radfahren,
Gangrad; Belastung der Wirbelsäule;

  Energie- und Leistung: Energieumsatz, Dauerleistung,
Spitzenleistung;

  Impulserhaltung: Abwurf bei Kugelstoß, Hammerwurf; Billard,
Hallenfußball;

  Drehimpuls: Salto, Reckturnen, Pirouette, Turmspringen, Kippe,
Diskuswurf;

  Luftwiderstand und Auftrieb: erreichbare Höchstgeschwindigkeiten,
Abhängigkeit des Luftwiderstandes von Oberfläche und Form
(Skispringen, Drachenflug, Paragleiten);

  freier Fall (Fallschirmspringer); Magnuseffekt (geschnittene
Bälle); Wurfparabel, Weitsprung und Hochsprung, Kugelstoß, Schlagball
(auch mit Wind);

  schiefe Ebene, Skifahren.

Charakteristische Versuche: Messung der Reaktionszeit,
Reflexionsgesetz und zusammengesetzte Bewegungen,
Drehschemelexperimente.

Anwendungen und Querverbindungen:

  Alltagsbezug: Sportberichterstattung (Genauigkeit der
Dezimalstellen der Ergebnisse, Glaubwürdigkeit von Werten)

  Technik: Bau und Belastbarkeit von Sportgeräten

  Physik: Bewegungslehre und Erhaltungssätze der Mechanik

  Informatik: Berechnung von Bewegungsbahnen, Optimierungsrechnungen.

  Leibesübungen, Biologie und Umweltkunde: Belastungen des
menschlichen Körpers bei sportlicher Betätigung.

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