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Übersicht Oberstufe
Übersicht Unverbindliche Übungen (Oberstufe)
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe:
Unmittelbares Ziel ist das Erlernen des ,,königlichen Spieles''
unter Berücksichtigung unterschiedlicher Vorkenntnisse und Begabungen
der einzelnen Schüler sowie der allgemeinen Bildungsaufgabe der
Schulart. Neben der Vermittlung besonders eng mit dem Wesen dieses
Spieles verbundener Werte und Fertigkeiten, wie der Fähigkeit zur
Konzentration und zum Überblicken komplizierter Situationen, des
Fassens und Durchführens eines Planes unter Abschätzung möglicher
Auswirkungen der eigenen Entschlüsse und Handlungen, soll der
Schachunterricht zu sinnvoller Freizeitbeschäftigung anregen sowie zu
fairem partnerschaftlichem Verhalten erziehen. In diesem Sinne soll
logisch-systematisches Denken unter Betonung sachgesetzlicher,
ökonomischer und ästhetisch-kreativer Gesichtspunkte in der
Persönlichkeitsentwicklung des Schülers seinen Niederschlag finden.
Lehrstoff:
1. bis 8. K l a s s e (in bis zu vier Klassen):
A n f ä n g e r s t u f e
Soll eine grundlegende Kenntnis der Schachregeln vermitteln.
Das Schachbrett und seine Einteilung: Linien, Reihen, Diagonalen,
das Koordinatensystem, Zentrum, Flügel.
Einteilung und Gangart der Steine. Der Zug, einschließlich der
Sonderfälle (Rochade, Schlagen im Vorübergehen), verbotene Züge,
Bauernverwandlung.
Wert der Steine, Qualität.
Grundbegriffe: Schachangebot, Matt, Patt, Remis, Bedrohen, Schlagen,
Decken, Abtauschen.
Einführung in die Notation.
Einfache Mattführungen und ihre Einübung.
Ständige Pflege des praktischen Spieles.
F o r t g e s c h r i t t e n e n s t u f e
Soll zum tieferen Verständnis der Schachpartie hinführen.
Die Schachpartie und ihre Phasen: Eröffnung, Mittelspiel, Endspiel.
Erarbeitung wesentlicher taktischer und strategischer Grundbegriffe
der Schachtheorie an Hand typischer Eröffnungs-, Mittelspiel- und
Endspielsituationen (zB offene, halboffene, geschlossene Partie;
Figurenentwicklung, Gambit, Beherrschung des Zentrums, Entwicklung,
Tempo, Raumgewinn, Doppelangriff, Abzugsangriff, Fesselung,
Doppelschach, Abzugsschach, Dauerschach, Opfer, Opferkombination,
Unterverwandlung, Doppelbauer, Freibauer, verbundene Bauern,
isolierte Bauern, Opposition, gute sowie schlechte und überladene
Figuren; das Läuferpaar, geschwächte Rochadestellung, Zentralisierung
von Figuren).
Grundbegriffe des Turnierschachs, die Schachuhr, die Kurznotation,
Einführung in die Schachliteratur.
Grundzüge der Schachgeschichte und des Weltschachs.
Ständige Pflege des praktischen Spiels: Kurzpartie, allenfalls
Klassen-, Kurs- oder Schulmeisterschaften.
T u r n i e r s t u f e
Soll das Fundament zur Wettkampfreife bilden.
Weiterführende Variantenanalysen aus Eröffnungs-, Mittelspiel- und
Endspielsituationen unter besonderer Berücksichtigung eigener
Turnierpartien sowie von Fachliteratur und Meisterpartien.
Urteil und Plan in der Schachpartie; Vertiefung strategischen und
taktischen Verständnisses.
Vertrautmachen mit den Grundbegriffen der Turnierorganisation.
Erarbeitung eines Eröffnungsrepertoirs.
Sammeln von Turniererfahrung.
Anleitung zum weiterführenden Selbststudium. Allenfalls Problem- und
Kunstschach.
Didaktische Grundsätze:
Der Schachunterricht soll ohne strenge Gliederung nach Schulstufen
und Unterrichtsjahren eine Verwirklichung der angeführten Bildungs-
und Lehraufgaben in einer dreistufigen Lehrzielstaffelung derart
ermöglichen, daß zumindest die Lehrziele der Anfängerstufe nach
spätestens einem Unterrichtsjahr, allenfalls die Turnierreife nach
frühestens zwei Unterrichtsjahren erreicht werden. Dabei ist immer
auf eine altersgemäße und der Spielstärke konforme Gestaltung des
Schachunterrichtes unter besonderer Beachtung der Spielfreude der
Schüler Rücksicht zu nehmen (freies oder thematisch determiniertes
Spiel) und eine formal-abstrakte Theorieschulung nur im unbedingt
erforderlichen Ausmaß durchzuführen. Der Erreichung der Lehrziele
besonders förderlich erscheinen die Organisation des Unterrichtes in
Kleingruppen (vor allem in heterogenen Sammelkursen) sowie die
Heranziehung des Wettbewerbsgedankens in Form von Kurs-, Jahrgangs-
oder Schulmeisterschaften und allenfalls darüber hinausgehender
Leistungsvergleiche. Denkanstöße für den Freizeitbereich sollen nicht
den Charakter obligatorischer Hausübungen aufweisen; die Herstellung
von Beziehungen zu anderen Unterrichtsgegenständen (zB Mathematik,
Geschichte und Sozialkunde) oder allenfalls zu verwandten
Brettspielen (zB Dame, Go) wird empfohlen.
Dies ist ein Service der

Österreichischen Professoren Union