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Übersicht Unterstufe
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe:
Der Unterrichtsgegenstand Biologie und Umweltkunde hat von der 1.
bis zur 4. Klasse die Beschäftigung mit den Themenbereichen Mensch
und Gesundheit, Tiere und Pflanzen sowie Ökologie und Umwelt zum
Schwerpunkt. In allen vier Klassen dienen diese drei Bereiche zur
Strukturierung der Unterrichtsinhalte.
Der Unterricht ist so zu konzipieren, dass die folgenden Ziele
realisiert werden können:
- Die Schülerinnen und Schüler sollen zentrale biologische
Erkenntnisse gewinnen, Prinzipien, Zusammenhänge, Kreisläufe und
Abhängigkeiten sehen lernen und Verständnis für biologische bzw.
naturwissenschaftliche Denk- und Arbeitsweisen erwerben.
- Die Schülerinnen und Schüler sollen Verständnis für den eigenen
Körper erwerben, das sie zu einem verantwortungsvollen Umgang
mit sich selbst befähigt (Akzeptanz des eigenen Körpers, der
eigenen Sexualität; Gesundheitsförderung).
- Die Schülerinnen und Schüler sollen die Abhängigkeit der
Menschen von Natur und Umwelt begreifen und Wissen,
Fähigkeiten/Fertigkeiten erwerben, die sie für einen
umweltbewussten, nachhaltigen Umgang mit unseren
Lebensgrundlagen motivieren und befähigen (ökologische
Handlungskompetenz).
- Die Schülerinnen und Schüler sollen ein biologisches
"Grundverständnis" erwerben, welches sie bei ihrer zukünftigen
Partizipation an gesellschaftlichen Entscheidungen unterstützen
kann. Werte und Normen, Fragen der Verantwortung bei der
Anwendung naturwissenschaftlicher bzw. biologischer Erkenntnisse
sollen thematisiert werden.
- Die Schülerinnen und Schüler sollen positive Emotionen für Natur
und Umwelt entwickeln.
- Personale und soziale Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit,
Kooperation, Konflikt- und Teamfähigkeit, emotionale Intelligenz
sollen erworben bzw. gefördert werden.
Beitrag zu den Aufgabenbereichen der Schule:
Weckung der Achtung vor Natur und Leben sowie des Bewusstseins der
Verantwortung für die Folgen von Eingriffen in Ökosysteme. Grenzen
der Machbarkeit wissenschaftlichen Experimentierens und
wirtschaftlicher Nutzung.
Beiträge zu den Bildungsbereichen:
Mensch und Gesellschaft:
Mensch als biologisches und soziales Wesen,
Sexualität/Partnerschaft/Familie, Gesundheit/Krankheit als
biologisches und soziales Phänomen; Arbeitswelt, Friedenserziehung;
Verhältnis Mensch - Natur, Ökologie - Ökonomie, Energie,
Nachhaltigkeit; Anwendung biologischer Erkenntnisse.
Natur und Technik:
Phänomen Leben, Mensch als Lebewesen, Vernetzung belebter Systeme,
Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf Natur, Umwelt und
Gesundheit, Naturwissenschaften und Ethik, naturwissenschaftliche
Denk- und Arbeitsstrategien.
Sprache und Kommunikation:
Förderung der Sprachkompetenz im Bereich der Alltags- und
Fachsprache.
Kreativität und Gestaltung:
Förderung der Kreativität durch Umgang mit Lebewesen und
Naturobjekten, Einsatz von kreativitätsfördernden Methoden.
Gesundheit und Bewegung:
Körperliche Voraussetzung für Leistungsfähigkeit,
Wohlbefinden/Gesundheit, Umwelt und Sport.
Didaktische Grundsätze:
Bei der Erarbeitung aller Themen ist stets die Lebenswirklichkeit
der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen, sowohl bei der
Auswahl der Inhalte und Methoden als auch durch Anwendung des
Wissens auf den eigenen Bezugsrahmen. Gesellschaftsrelevante Aspekte
sind möglichst häufig zu berücksichtigen, um der Bedeutung
biologischer Erkenntnisse für die Gesellschaft gerecht zu werden und
die Schülerinnen und Schüler auf die zukünftige Beteiligung und
Verantwortung am gesellschaftlichen Leben vorzubereiten.
Die Schülerinnen und Schüler sind zu selbstständigem Arbeiten und
zur Problemlösefähigkeit unter Anwendung folgender Arbeitstechniken
anzuregen: Beobachten, Vergleichen, Ordnen; Arbeiten mit geeigneten
Hilfsmitteln (zB Lupe, Mikroskop, Computer, Fachliteratur); Suchen,
Verarbeiten und Darstellen von Information; Identifizieren und Lösen
von Problemen; Durchführen einfacher Experimente und Messverfahren.
Fächerübergreifendes und projektorientiertes Arbeiten ist zu
fördern. Naturbegegnung ist anzustreben (zB durch Exkursionen,
Arbeiten im Freiland, pflegenden Umgang mit Tieren und Pflanzen).
Lern- und Sozialformen wie etwa Gruppenarbeit, soziales Lernen,
offenes Lernen sollen die soziale wie personale/emotionale Kompetenz
der Schülerinnen und Schüler fördern.
Zu den drei Themenbereichen ist festzuhalten:
"Mensch und Gesundheit" wird in jeder Schulstufe anhand
ausgewählter Themenstellungen bearbeitet, die Fragen zu Gesundheit
und Lebensstil sowie soziale und ethische Aspekte beinhalten. Am
Ende der 4. Klasse sollen die Schülerinnen und Schüler einen
altersgemäßen Überblick über Bau und Funktionen des menschlichen
Körpers besitzen. Neben der Förderung des Verständnisses für den
eigenen Körper sowie eines umfassenden Gesundheitsbewusstseins soll
eine an den Schülerinnen und Schülern orientierte Sexualerziehung
zum Tragen kommen.
Bei der Beschäftigung mit dem Themenbereich "Tiere und Pflanzen"
ist heimischen Arten bzw. jenen Arten, die typisch für die jeweils
zu bearbeitenden Ökosysteme sind (siehe "Ökologie und Umwelt"), der
Vorzug zu geben. Weiters sind auch solche zu berücksichtigen, die
besondere Bedeutung für den Menschen haben. Die Schülerinnen und
Schüler sollen einen Einblick in die Vielfalt der Organismen
erhalten und deren wesentliche Charakteristika kennen lernen. Durch
den Hinweis auf verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den
Lebewesen sollen die Schülerinnen und Schüler Verständnis für die
Einordnung der Organismen in ein System entwickeln.
Beim Themenkreis "Ökologie und Umwelt" sind das Kennenlernen von
Organismen und ihr Zusammenwirken, Einsicht in die Zusammenhänge
zwischen belebter und unbelebter Natur sowie Umweltprobleme und
Schutzmaßnahmen im Mittelpunkt. Ziel ist eine solide Basis für
umweltfreundliches Handeln und Verhalten, die sich aus Umweltwissen,
Umweltbewusstsein und ökologischer Handlungskompetenz zusammensetzt.
Naturbegegnungen sind vorzusehen. Auch sollen konkrete Aktivitäten
im Sinne der Ökologisierung der Schule gefördert werden.
Lehrstoff:
Kernbereich:
1. Klasse:
Mensch und Gesundheit:
Aufbauend auf den in der Volksschule erworbenen Kenntnissen ist
ein Überblick über Bau und Funktion des menschlichen Körpers,
insbesondere der Organsysteme, zu geben. Gleichzeitig ist eine
Vertiefung des Verständnisses für den eigenen Körper anhand der
Schwerpunkte Bewegung und Sexualität anzustreben.
Bewegung: Grundlagen der Bewegung, daran beteiligte Organe,
Bewegung - Gesundheit - Wohlbefinden.
Sexualität: Unter Einbeziehung der Interessen der Schülerinnen und
Schüler sind folgende Themen zu behandeln: Bau und Funktion der
Geschlechtsorgane, Menstruation, Empfängnis, Schwangerschaft und
Geburt, körperliche, psychische Entwicklung und Befindlichkeit in
der Pubertät, Aufklärung über sexuellen Missbrauch/Prophylaxe.
Tiere und Pflanzen:
An Beispielen ausgewählter einheimischer Vertreter aus dem Tier-
und Pflanzenreich sind Bau und Funktion sowie Zusammenhänge zwischen
Bau, Lebensweise und Umwelt zu erarbeiten, wodurch eine Basis für
altersgemäßes Verständnis verwandtschaftlicher Beziehungen gelegt
werden soll.
Die Schwerpunkte bilden Wirbeltiere und Blütenpflanzen. Bei der
Auswahl sollen jene Organismen im Vordergrund stehen, die für das
Ökosystem Wald von Bedeutung sind oder den Erlebnisbereich der
Schülerin oder des Schülers bilden. Weiters sind die Haustiere zu
berücksichtigen.
Ökologie und Umwelt:
Anhand von Vertretern der Wirbeltiere und/oder des Ökosystems Wald
sind ökologische Grundbegriffe (biologisches Gleichgewicht,
Nahrungsbeziehungen, ökologische Nische) zu erarbeiten.
Positive wie negative Folgen menschlichen Wirkens sollen
thematisiert und hinterfragt werden. Umweltprobleme, deren Ursachen
und Lösungsvorschläge sind zu bearbeiten. Umwelt-, Natur- und
Biotopschutz sollen an konkreten Beispielen demonstriert werden.
2. Klasse:
Mensch und Gesundheit:
Anhand der Bereiche Mikroorganismen und Ökosystem Wald sind die
positiven und negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit
in physischer und psychischer Hinsicht zu behandeln.
Tiere und Pflanzen:
An Beispielen ausgewählter einheimischer Vertreter aus dem Tier-
und Pflanzenreich sind Bau und Funktion sowie Zusammenhänge zwischen
Bau, Lebensweise und Umwelt zu erarbeiten.
Die Schwerpunkte bilden Wirbellose und weitere ausgewählte
Blütenpflanzen, Sporenpflanzen, Pilze und Mikroorganismen. Bei der
Auswahl stehen vor allem jene Organismen im Vordergrund, die für die
Ökosysteme Wald und heimisches Gewässer von Bedeutung sind. Weiters
ist die Zelle als Grundbaustein aller Lebewesen zu behandeln.
Ökologie und Umwelt:
Anhand der Ökosysteme Wald und heimisches Gewässer sind
ökologische Grundbegriffe (biologisches Gleichgewicht,
Nahrungsbeziehungen, ökologische Nische, Produzent - Konsument -
Destruent) zu erarbeiten und zu vertiefen.
Positive wie negative Folgen menschlichen Wirkens sind
hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Ökosysteme Wald und
heimisches Gewässer zu analysieren und zu hinterfragen.
Umweltprobleme, deren Ursache und Lösungsvorschläge sind zu
erarbeiten. Umwelt-, Natur- und Biotopschutz sollen an konkreten
Beispielen demonstriert werden.
3. und 4. Klasse:
Mensch und Gesundheit:
Anhand der zu besprechenden Ökosysteme sind die positiven und
negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu behandeln.
Tiere und Pflanzen:
An Beispielen ausgewählter Vertreter aus dem Tier- und
Pflanzenreich sind Bau und Funktion sowie Zusammenhänge zwischen
Bau, Lebensweise und Umwelt zu erarbeiten.
Die Schwerpunkte bilden diejenigen Organismen, die für die
menschliche Ernährung eine besondere Rolle spielen (Nutztiere,
Nutzpflanzen). Auf die Bedeutung der Pflanzen für die Existenz des
Lebens auf der Erde ist einzugehen.
Weiters ist die Entwicklungsgeschichte der Erde und des Lebens,
einschließlich des Menschen, zu behandeln.
Ökologie und Umwelt:
Anhand des Ökosystems Boden und eines landwirtschaftlich genutzten
Ökosystems (zB Acker, Wiese) sind ökologische Grundbegriffe
(biologisches Gleichgewicht, Nahrungsbeziehungen, ökologische
Nische, Produzent - Konsument - Destruent, Stoffkreisläufe) zu
erarbeiten und zu vertiefen. Grundlegende geologische Kenntnisse
sollen dem Verständnis des Bodens und des Zusammenwirkens von
belebter und unbelebter Natur dienen.
Positive wie negative Folgen menschlichen Wirkens sind
hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Ökosystem Boden zu
analysieren und zu hinterfragen. Umweltprobleme, deren Ursachen und
Lösungsvorschläge sind zu erarbeiten. Umwelt-, Natur- und
Biotopschutz sollen an konkreten Beispielen demonstriert werden.
Mensch und Gesundheit:
Die Kenntnisse über Bau und Funktion des menschlichen Körpers
(einschließlich der Themenfelder Gesundheit und Krankheit,
Psychosomatik und Immunsystem) sind zu erweitern und zu
vervollständigen.
Sexualität: Unter Einbeziehung der Interessen der Schülerinnen und
Schüler sind folgende Themen zu behandeln: Sexualität als
biologisches, psychologisches und soziales Phänomen,
Empfängnisregelung, Schwangerschaft, Geburt; AIDS-Prophylaxe.
Tiere und Pflanzen:
An Beispielen ausgewählter Vertreter aus dem Tier- und
Pflanzenreich sind Bau und Funktion sowie Zusammenhänge zwischen
Bau, Lebensweise und Umwelt zu erarbeiten.
Die Schwerpunkte bilden diejenigen Organismen, die für den
Themenbereich Stadtökologie und das gewählte Ökosystem einer anderen
Region von Bedeutung sind.
Weiters sind Grundlagen der Vererbung zu erarbeiten und deren
Anwendungsmöglichleiten (zB Gentechnik) auch im Hinblick auf
gesellschaftliche und ethische Fragen zu behandeln und zu
diskutieren.
Ökologie und Umwelt:
Anhand von Stadtökologie und einem Ökosystem einer anderen Region
(zB Meer, Regenwald) sind ökologische Grundbegriffe (biologisches
Gleichgewicht, Nahrungsbeziehungen, ökologische Nische, Produzent -
Konsument - Destruent, Stoffkreisläufe) zu vertiefen.
Positive wie negative Folgen menschlichen Wirkens sind
hinsichtlich ihrer Auswirkungen zu analysieren und zu hinterfragen.
Umweltprobleme, deren Ursachen und Lösungsvorschläge sind zu
erarbeiten. Umwelt-, Natur- und Biotopschutz sollen an konkreten
Beispielen demonstriert werden.
Erweiterungsbereich:
Die Inhalte des Erweiterungsbereichs werden unter Berücksichtigung
der Bildungs- und Lehraufgabe sowie der Didaktischen Grundsätze
festgelegt (siehe den Abschnitt "Kern- und Erweiterungsbereich" im
dritten Teil).
Dies ist ein Service der

Österreichischen Professoren Union