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Übersicht Unterstufe
Allgemeiner Teil des Lehrplans
Bildungs- und Lehraufgabe:
Der Musikunterricht soll einen selbstständigen, weiterführenden
Umgang mit Musik unter Beachtung altersspezifischer Voraussetzungen
auf der Basis von Handlungsorientiertheit, Aktualität, kultureller
Tradition und Lebensnähe vermitteln. Dies soll in der aktiven
Auseinandersetzung mit möglichst vielen musikalischen Bereichen,
Epochen und Ausdrucksformen erfolgen. Dabei sollen ästhetische
Wahrnehmungsfähigkeit, Vorstellungskraft, Ausdrucksfähigkeit und
Fantasie der Schülerinnen und Schüler eine Erweiterung und
Differenzierung erfahren.
Ausgehend von den Vorkenntnissen der Schülerinnen und Schüler sind
deren musikalische Fertigkeiten systematisch und aufbauend
weiterzuentwickeln. Dabei soll im Laufe der vier Unterrichtsjahre
ein Repertoire an Liedern, Tänzen und Hörbeispielen entwickelt und
gefestigt werden. Durch die Beschäftigung mit Musik sollen
Konzentrationsfähigkeit, Leistungsbereitschaft, Selbstdisziplin,
Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Toleranz gefördert
werden.
Die Vernetzung von Musik und Lebenswelt und die gesellschaftliche
Bedeutung von Musik sollen - auch mit Hilfe von fächerübergreifendem
Unterricht - erkannt werden. Dazu gehört auch das Erfahren und das
Wissen um die psychischen, physischen, sozialen, manipulierenden und
therapeutischen Wirkungen von Musik und deren Nutzung.
Kritikfähigkeit und Bewertung musikalischen Geschehens und
künstlerischer Leistungen sollen unter Anwendung fachkundiger
Äußerung geschult werden. Musik soll als Faktor individueller
Lebensgestaltung sowie als Möglichkeit für die eigene Berufswahl
erkannt werden. In die Wechselwirkungen von Musik und Wirtschaft
soll anhand regionaler und überregionaler Gegebenheiten Einsicht
gewonnen werden.
Besonderer Wert ist auf die Bewusstmachung der musikalischen
Identität Österreichs im historischen, regionalen und
internationalen Kontext zu legen.
Beitrag zu den Aufgabenbereichen der Schule:
- Musik als wesentlicher Bestandteil in Kult und Religion.
- Religion und Weltanschauung als Impuls für kompositorisches
Schaffen.
- Musik als nonverbale, wertprägende Sprache, die auf Empfinden,
Vitalität, Gemüt, Atmosphäre, Zusammengehörigkeitsgefühl,
Gemeinschaftserlebnis wirkt.
- Musik als Spiegel und Former des Lebensgefühls und des
Zeitgeistes.
Beiträge zu den Bildungsbereichen:
Sprache und Kommunikation:
Verständigungsmöglichkeiten über die Sprache hinaus;
Textgestaltung mit musikalischen Mitteln; künstlerischer und
physiologischer Umgang mit der eigenen Stimme; fachkundige
Äußerungen über Musik; multikulturelles Verständnis; Wirkung von
Medien.
Mensch und Gesellschaft:
Musik als Spiegel der Gesellschaft, Jugendkultur; kritisches
Konsumverhalten - sinnvolle Freizeitgestaltung; gesellschaftliches
Verhalten und Erleben im Kulturbetrieb - Verständnis für
künstlerische Lebenswelt; Musik als Wirtschaftsfaktor - Musikland
Österreich - Berufswelt Musik; Entwicklung des Kulturverständnisses
durch Toleranz und Kritikfähigkeit; kreativer Umgang mit neuen
Medien; Erziehung zur Genauigkeit.
Natur und Technik:
Akustik und Instrumentenkunde; physiologische Grundlagen des
Hörens und der Stimme; analytische und kreative
Problemlösungsstrategien.
Gesundheit und Bewegung:
Künstlerische Komponente von Bewegung; Schulung der Motorik;
Sich-Bewusstmachen von Raum-Zeit-Dynamik-Verbindungen; Vernetzung
beider Gehirnhälften - musiktherapeutische Ansätze; Entwicklung von
Wohlbefinden, Beruhigung - Stimulierung; Schärfung der Sinne -
Wahrnehmungserweiterung; Bereitschaft zu Ausdauer, Konzentration und
Selbstdisziplin; Beitrag zur positiven Lebensgestaltung.
Kreativität und Gestaltung:
Fertigkeiten der Reproduktion, Produktion und Improvisation durch
Singen, Musizieren, Bewegen, Gestalten; Entwicklung der Fantasie,
Spontaneität und Kreativität - individuell und in Gemeinschaft;
nonverbale Kommunikation; emotionale Intelligenz - emotionale
Befindlichkeit mit Musik.
Didaktische Grundsätze:
Die Lehrplanbereiche vokales Musizieren, instrumentales
Musizieren, Bewegen, Gestalten, Hören und Grundwissen sind immer im
Zusammenhang zu sehen und sollen dem jeweiligen Lernziel
entsprechend vernetzt werden. Dabei sind fächerübergreifende und
fächerverbindende Aspekte besonders zu berücksichtigen.
Grundlage für theoretisches Wissen soll das musikalische Handeln -
auch mit improvisatorischen Mitteln - und der Zusammenhang mit dem
musikalischen Werk sein. Die einzelnen Stufen: Kennenlernen -
Erfahren und Erleben - Erlernen, Erarbeiten und Üben - Wissen und
Anwenden (rezeptiv, reproduktiv, kreativ) sind zielorientiert
einzusetzen. Ausgehend von den Erfahrungen der Schülerinnen und
Schüler soll das Interesse für die vielfältigen Ausdrucksformen in
der Musik aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen vor allem
praxisorientiert geweckt und weiterentwickelt werden. Dabei sind
auch regionale musikalische Traditionen zu berücksichtigen.
Instrumente, Materialien, Medien und aktuelle Technologien sind
mit einzubeziehen. Durch selbstständiges Lernen in verschiedensten
Sozialformen soll das Interesse gefördert, der Lernerfolg gesichert
und zu partnerschaftlichem und kommunikativem Verhalten beigetragen
werden.
Die Schülerinnen und Schüler sollen den Lehrer bzw. die Lehrerin
im Unterricht musikalisch tätig erleben.
Ein unerlässlicher Bestandteil der Unterrichtsgestaltung ist die
aktive Einbeziehung von Künstlerinnen, Künstlern, Expertinnen und
Experten sowie die Verbindung zum regionalen und überregionalen
Kulturleben in und außerhalb der Schule.
Projekte und Veranstaltungen können die Schülerinnen und Schüler
zu künstlerischer Tätigkeit anregen und das Gemeinschaftserlebnis
fördern.
Lehrstoff:
Kernbereich:
1. und 2. Klasse
Vokales Musizieren:
Stimmbildung und Sprecherziehung in Gruppen und chorisch
(Lockerung, Haltung, Atmung, Ansatz, Artikulation); Repertoireerwerb
auch unter Berücksichtigung der Hörerfahrung und der regionalen
musikalischen Traditionen; Erarbeiten und Üben ein- und
mehrstimmiger Lieder und Sprechstücke im Hinblick auf musikalische
und sprachliche Genauigkeit; Gestaltung von Liedern aus
verschiedenen Stilrichtungen, Epochen und Kulturkreisen mit oder
ohne Begleitung, auch in Verbindung mit Bewegung.
Instrumentales Musizieren:
Handhabung von Rhythmusinstrumenten und Stabspielen; Musizieren
mit herkömmlichen, selbst gebauten, elektronischen und
Körperinstrumenten; elementare Liedbegleitung; elementare
Gruppenimprovisation.
Bewegen:
Bewegung in Verbindung mit Stimmbildung; Erarbeiten und Üben von
Körperhaltung und Bewegungsabläufen; gebundene und freie
Bewegungsformen auch unter Einbeziehung von Materialien und
Instrumenten; Erfahren von Metrum, Takt, Rhythmus, Melodie sowie
Form, Klang und Stil durch Bewegung; Gruppentänze, vorgegebene und
selbsterarbeitete Tanzformen, Tanzlieder.
Gestalten:
Textliches, darstellendes und bildnerisches Gestalten zur Musik;
kreatives Spiel mit Rhythmen, Tönen und Klängen; Nutzung von Medien
und neuen Technologien.
Hören:
Erfahren, Beschreiben und Bewerten der akustischen Umwelt;
Entwicklung von emotionalen, aber auch kognitiven Bezügen zur Musik
durch Hören ausgewählter Beispiele aus verschiedenen Epochen,
Stilen, Funktionsbereichen und Kulturkreisen und beim vokalen und
instrumentalen Musizieren.
Grundwissen:
Grundbegriffe der Musiklehre vor allem in Zusammenhang mit dem
Klassenrepertoire: grafische und traditionelle Notation als Hör-,
Musizier- und Singhilfe; Metrum, Takt, Rhythmus; Dynamik, Tempo,
Phrasierung; Intervalle, Akkorde, Klangflächen; Dur, Moll,
pentatonische Elemente; Motiv, Thema; zwei-, dreiteilige Liedform,
Rondo, Variation; Kennenlernen musikalischer Gattungen; optisches
und akustisches Erkennen der gebräuchlichsten Instrumente und deren
Spielweisen; Aufbau eines musikalischen Fachvokabulars; Einblicke in
das Leben von Musikerinnen und Musikern in Zusammenhang mit
ausgewählten Musikbeispielen.
3. und 4. Klasse:
Vokales Musizieren:
Stimmbildung unter Berücksichtigung der körperlichen und
entwicklungspsychologischen Voraussetzungen; stilgerechter Einsatz
der Stimme; Wiederholung, Festigung und Erweiterung des Repertoires;
Erarbeiten und Üben ein- und mehrstimmiger Lieder unter
Berücksichtigung der mutierenden Stimmen und im Hinblick auf
musikalische und sprachliche Genauigkeit; exemplarische Lieder zur
Musikgeschichte und aus verschiedenen Kulturkreisen; Sprechstücke.
Instrumentales Musizieren:
Erweiterung der Musizierpraxis mit Körperinstrumenten,
Rhythmusinstrumenten, Stabspielen und elektronischen Instrumenten;
verstärkter Einsatz vorhandener Klasseninstrumente; Liedbegleitung
in Verbindung mit musiktheoretischen Grundlagen; einfaches
improvisatorisches Musizieren.
Bewegen:
Bewegung in Verbindung mit Stimmbildung; verschiedene
Bewegungsformen und Tänze unter Berücksichtigung der aktuellen
Musik; exemplarische Tänze zur Musikgeschichte und aus verschiedenen
Kulturkreisen.
Gestalten:
Gestaltung von Musikstücken mit gegebenen oder selbst erfundenen
rhythmischen und melodischen Motiven, Texten und Bewegungsabläufen;
Einbeziehung aktueller Medien.
Hören:
Hören von Musik in Bezug auf Formen, Gattungen und Stile aus
verschiedenen Epochen und Kulturkreisen; kritische
Auseinandersetzung mit den Wirkungen von Musik.
Grundwissen:
Anwenden, Festigen und Erweitern der Grundbegriffe der 1. und
2. Klasse; Ensembles und Besetzungen in verschiedenen Epochen und
Kulturkreisen; ausgewählte Beispiele vokaler und instrumentaler
Gattungen aus verschiedenen Epochen unter Berücksichtigung des
20. Jahrhunderts: Oper, Oratorium, Musical, Suite, Suite, Konzert,
symphonische Gattungen; aktuelle Strömungen der Popularmusik; Musik
und Musikerbiografien im sozialen, wirtschaftlichen und politischen
Umfeld; Orientierung im regionalen, überregionalen und
internationalen Kulturleben; Erkennen von Musik als
Wirtschaftsfaktor; Kennenlernen von Berufen im Musikbetrieb.
Erweiterungsbereich:
Die Inhalte des Erweiterungsbereichs werden unter Berücksichtigung
der Bildungs- und Lehraufgabe sowie der Didaktischen Grundsätze
festgelegt (siehe den Abschnitt "Kern- und Erweiterungsbereich" im
dritten Teil).
Dies ist ein Service der

Österreichischen Professoren Union