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Katholischer Religionsunterricht

(alter Lehrplan - bis einschließlich 2002/03)

Ab 2003/04 gilt ein neuer Lehrplan.

 Allgemeiner Teil des Lehrplans


Bildungs- und Lehraufgabe:

  Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule besonders ihren
Auftrag zur Mitwirkung an der religiösen Bildung (§ 2
Schulorganisationsgesetz) in Form eines eigenen
Unterrichtsgegenstandes. Dieser versteht sich als Dienst an den
Schülerinnen und Schülern und an der Schule. Er ist konfessionell
geprägt und weist durch seine Orientierung an der biblischen
Offenbarung und der kirchlichen Tradition seinen Standort aus.

  Im Mittelpunkt stehen junge Menschen mit ihren Lebens- und
Welterfahrungen. Als Raum für das offene Gespräch bietet der
Unterricht die ganzheitliche (kognitive, affektive,
handlungsorientierte) Auseinandersetzung mit unterschiedlichen
Überzeugungen. Die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler werden
dabei aus der Perspektive der Botschaft des christlichen Glaubens
reflektiert, der in der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus seine
Mitte hat. Gegenstand des Unterrichts sind das menschliche Leben und
der christliche Glaube und deren Mit-, In- und Gegeneinander. So
werden Schülerinnen und Schüler in ihrer religiösen Wahrnehmungs-,
Urteils- und Entscheidungsfähigkeit gefördert.

  Der Religionsunterricht soll für religiöse Erfahrung
sensibilisieren, für die Geheimnistiefe der menschlichen Existenz
öffnen und in die (Bilder-)Sprache der Religion einüben. Er soll zu
eigenverantwortlicher Entscheidung befähigen und die Achtung vor
Menschen mit anderen Anschauungen fördern.

  Er soll mit unserer Kultur vertraut machen, die wesentlich vom
Christentum geprägt ist, den Zusammenhang zwischen Glaube und
Gesellschaft reflektieren und zu einem Leben in der Gesellschaft
ermutigen, das auf Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der
Schöpfung ausgerichtet ist.

  So leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur
Sinnfindung, zu einer religiösen Sachkompetenz, zur Werteerziehung
und zur Gestaltung des Schullebens.

Ziele:

  Das Leben ist der genuine Ort des Heilshandelns Gottes. Die
folgenden Zielformulierungen lenken in ihrer Doppelstruktur die
Aufmerksamkeit auf wesentliche Aspekte dieses Lebens.
  - Auf Sehnsüchte und vielfältige Gottesbilder aufmerksam werden
    und sich mit der eigenen Gottesahnung und dem dreieinen Gott
    auseinander setzen, wie er sich in der befreienden biblischen
    Botschaft offenbart: Gottesfrage
  - Bewusst in einer Welt kultureller und religiöser Vielfalt leben
    und sich dabei mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubensweisen
    auseinander setzen sowie Toleranz und Wertschätzung einüben:
    Religion/en
  - Die Fragwürdigkeit des Lebens angesichts individueller und
    gesellschaftlicher Grenzsituationen wahrnehmen und dabei
    verschiedene Wege zur Bewältigung von Schuld, Leid und Tod
    kennen lernen: Heil - Unheil; Erlösung
  - In einer Gesellschaft, die einerseits eine Vielfalt von
    Lebensmöglichkeiten bietet, andererseits Lebenschancen entzieht,
    sich orientieren und dabei die eigene Würde und die der anderen
    entdecken, sowie Möglichkeiten solidarischen Lebens und Handelns
    entwickeln: Freiheit - Verantwortung
  - In einer Welt, in der Ressourcen, Konsum- und
    Gestaltungsmöglichkeiten genützt und missbraucht werden,
    Position beziehen und dabei die Sehnsucht nach "einem Leben in
    Fülle" offen halten, sich als Geschöpf und die Welt als
    Schöpfung in Dankbarkeit und Verantwortlichkeit begreifen:
    Schöpfung/Geschöpflichkeit
  - In der Bilder- und Medienwelt bewusst leben und sinnstiftende
    religiöse Ausdrucksformen erschließen: Symbole - Rituale;
    Sakramente
  - Die Beschleunigung des Lebens und das schnelle Vergessen
    unterbrechen und im Innehalten die Wurzeln des Christlichen und
    seine kirchliche Gestalt in unserer Kultur entdecken und Feste
    feiern: Glaube/Kirche

  Diese Ziele gelten sowohl für den Kern- als auch für den
Erweiterungsbereich.

Beitrag des katholischen Religionsunterrichtes zu den
Aufgabenbereichen der Schule:

  Durch seinen spezifischen Beitrag zur
religiös-ethisch-philosophischen Bildungsdimension unterstützt der
konfessionelle Religionsunterricht grundlegend alle Aufgabenbereiche
der Schule. Durch Wissensvermittlung im Bereich der christlichen
Religion, anderer Religionen und Weltanschauungen trägt der
Religionsunterricht zum Verstehen unserer Kultur bei, die stark von
der jüdisch-christlichen Tradition geprägt ist. Junge Menschen
lernen Werte zu entdecken, moralisch zu urteilen und zu handeln. So
wird die individuelle und soziale Identität gestärkt und die
Sachkompetenz, Selbstkompetenz und Sozialkompetenz gefördert.

Beiträge des katholischen Religionsunterrichtes zu den
Bildungsbereichen:

Sprache und Kommunikation:

  Verstehen religiöser, speziell biblischer Texte

  Erschließen des biblischen Ursprungs gängiger Sprachmuster

  Einüben von religiösen Kommunikationsformen: zB schweigen, beten,
  tanzen

  Bearbeiten von religiösen Themen in Medien: zB Literatur, Film,
  Werbung

  Auseinandersetzen mit anderen Kulturen und Religionen

Mensch und Gesellschaft:

  Fragen nach Gott, Sinn und Ziel des Lebens

  Beitragen zur Bewältigung von Alltags- und Grenzsituationen

  Auseinandersetzen mit Werten und Normen als Orientierungshilfe zur
  Lebensgestaltung

  Fördern von Solidarität, Toleranz und Gerechtigkeit, insbesondere
  durch soziales Lernen

  Verantwortungsbewusstes Umgehen mit der Welt auf der Grundlage
  biblischen Schöpfungsglaubens

  Kulturprägende Kraft des Christentums im Laufe der Geschichte
  erkennen

  Religiöses Brauchtum kennenlernen

  Anderen Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen begegnen

Natur und Technik:

  Reflektieren von Wertvorstellungen und ethischen Fragen im
  Zusammenhang mit Natur und Technik, Mensch und Umwelt

  Chancen und Grenzen der Machbarkeit auf der Grundlage des
  biblischen Schöpfungsglaubens erkennen: Mensch als Geschöpf und
  Gestalter

Kreativität und Gestaltung:

  (Mit-)Gestalten von Festen und Feiern

  Wahrnehmen religiöser Ausdrucksformen in der Kunst

  Fördern von Ausdrucksformen der eigenen Religiosität

Gesundheit und Bewegung:

  Auf Grundlage des biblisch/christlichen Menschenbildes positive
  Wege der Lebensgestaltung aufzeigen

  Reflektieren der ethischen Dimension des Sportes

  Einstellungen zu Gesundsein und Kranksein in unserer Gesellschaft
  im Blick auf die christliche Ethik kritisch beleuchten

Didaktische Grundsätze:

  Für alle Ziel- und Inhaltsformulierungen des Lehrplans gilt
nachstehende Struktur. Diese beschreibt keine zeitliche Abfolge der
einzelnen Elemente, sondern fordert deren Verschränkung. In der
praktischen Umsetzung soll die Differenziertheit der
Unterrichtssituation wahr- und ernstgenommen werden, wodurch sich
unterschiedliche Schwerpunktsetzungen ergeben.
Struktur des Religionsunterrichts:
  - Es kommt das konkret erfahrene Leben von Mädchen, Buben/Burschen
    und Lehrerinnen und Lehrern zum Ausdruck.
  - In einem kommunikativen Geschehen werden diese Erfahrungen
    - bewusst gemacht, bedacht,
    - auf ihre religiöse Sinndimension hin erschlossen,
    - mit der biblischen und kirchlichen Überlieferung wechselseitig
      in Beziehung gebracht.
  - Diese Auseinandersetzung will zu einem "neuen" Handeln
    ermutigen, das sich in Tun (actio) und Innehalten (contemplatio)
    ausdrückt.

  In einem so gestalteten Prozess wird die christliche Botschaft
nicht nur inhaltlich zum Ausdruck gebracht, sondern vollzieht sich
im Geschehen selbst. Sie kann zu einer Herausforderung für die
Schülerinnen und Schüler werden. Der Erwerb von Wissen und
Fertigkeiten ist in diesem Prozess eingebunden.

  Religiöse Übungen bieten im Rahmen der Schule einen Raum, der für
religiöse Erfahrungen förderlich ist.

Lehrstoff:

Kernbereich:

1. Klasse:

  Auf Sehnsüchte und vielfältige Gottesbilder aufmerksam werden und
sich mit der eigenen Gottesahnung und dem dreieinen Gott auseinander
setzen, wie er sich in der befreienden biblischen Botschaft
offenbart: Gottesfrage
  - In Weggeschichten die Zuwendung Gottes erahnen und Gott als
    einen, der mitgeht, kennen lernen: biblische Weggeschichten,
    biblisches Basiswissen - Schwerpunkt Neues Testament, Person und
    Umwelt Jesu, der Weg als Bild für menschliches Leben.

  Bewusst in einer Welt kultureller und religiöser Vielfalt leben
und sich dabei mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubensweisen
auseinander setzen sowie Toleranz und Wertschätzung einüben:
Religion/en
  - Die unterschiedlichen religiösen und kulturellen Lebensweisen in
    Klasse und Schule wahrnehmen: Zusammenleben, Feiern, Bräuche.

  Die Fragwürdigkeit des Lebens angesichts individueller und
gesellschaftlicher Grenzsituationen wahrnehmen und dabei
verschiedene Wege zur Bewältigung von Schuld, Leid und Tod kennen
lernen: Heil - Unheil; Erlösung
  - Ängste zur Sprache bringen und im Erfahrungsaustausch
    (christliche) Wege der Bewältigung suchen: Gesprächs- und
    Konfliktkultur.

  In einer Gesellschaft, die einerseits eine Vielfalt von
Lebensmöglichkeiten bietet, andererseits Lebenschancen entzieht,
sich orientieren und dabei die eigene Würde und die der anderen
entdecken, sowie Möglichkeiten solidarischen Lebens und Handelns
entwickeln: Freiheit - Verantwortung
  - Neubeginn in der Schule als Herausforderung für die
    Rollenfindung und persönliche Entfaltung wahrnehmen.
  - Das Gegen- und Miteinander in Klasse, Familie und anderen
    Gemeinschaften sehen: Beiträge zur Gemeinschaftsbildung.
  - Eucharistie als Bewährung von Gemeinschaft/Gemeinde erkennen.

  In einer Welt, in der Ressourcen, Konsum- und
Gestaltungsmöglichkeiten genützt und missbraucht werden, Position
beziehen und dabei die Sehnsucht nach "einem Leben in Fülle" offen
halten, sich als Geschöpf und die Welt als Schöpfung in Dankbarkeit
und Verantwortlichkeit begreifen: Schöpfung/Geschöpflichkeit
  - Persönliche Fähigkeiten als Gabe und Aufgabe erkennen und für
    Lebensschätze und Lebensquellen dankbar werden.
  - Eucharistie als Ausdruck von Verdanktsein und Dank sehen.

  In der Bilder- und Medienwelt bewusst leben und sinnstiftende
religiöse Ausdrucksformen erschließen: Symbole - Rituale; Sakramente
  - Elementare Symbole wahrnehmen und deuten: Symbole im Alltag.
  - Gesten und Rituale der Zusammengehörigkeit und des Glaubens
   einüben: Stille, Gebets- und Meditationsformen, Kreuzzeichen.

  Die Beschleunigung des Lebens und das schnelle Vergessen
unterbrechen und im Innehalten die Wurzeln des Christlichen und
seine kirchliche Gestalt in unserer Kultur entdecken und Feste
feiern: Glaube/Kirche
  - Feste im Leben und in der Schulgemeinschaft mitgestalten und
    feiern.
  - Das Kirchenjahr als Rhythmus christlichen Lebens kennen und
    seine Feste mitfeiern: Weihnachten, Ostern, Pfingsten.

2. Klasse:

  Auf Sehnsüchte und vielfältige Gottesbilder aufmerksam werden und
sich mit der eigenen Gottesahnung und dem dreieinen Gott auseinander
setzen, wie er sich in der befreienden biblischen Botschaft
offenbart: Gottesfrage
  - In Berufungserzählungen die Zuwendung Gottes erahnen und als
    Herausforderung für die persönliche Lebensgestaltung sehen:
    biblische Berufungserzählungen, biblisches Basiswissen -
    Schwerpunkt Altes Testament, Lebensträume.
  - Biblische Gottesbilder als Ausdruck der Erfahrung sehen, dass
    Gott ein Freund des Lebens ist: Vielfalt der biblischen
    Gottesbilder, eigene Gottesvorstellungen.

  Bewusst in einer Welt kultureller und religiöser Vielfalt leben
und sich dabei mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubensweisen
auseinander setzen sowie Toleranz und Wertschätzung einüben:
Religion/en
  - Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebens- und Glaubensformen
    aus dem Geist der biblischen Botschaft heraus ernst nehmen und
    wertschätzen.

  Die Fragwürdigkeit des Lebens angesichts individueller und
gesellschaftlicher Grenzsituationen wahrnehmen und dabei
verschiedene Wege zur Bewältigung von Schuld, Leid und Tod kennen
lernen: Heil - Unheil; Erlösung
  - Sich in der Erfahrung von Leid an die Mitmenschen und an Gott
    wenden: Klage - Psalmen, Hilfsinstitutionen.

  In einer Gesellschaft, die einerseits eine Vielfalt von
Lebensmöglichkeiten bietet, andererseits Lebenschancen entzieht,
sich orientieren und dabei die eigene Würde und die der anderen
entdecken, sowie Möglichkeiten solidarischen Lebens und Handelns
entwickeln: Freiheit - Verantwortung
  - In der Vielfalt gegenwärtiger Lebensweisen der Botschaft Jesu
    begegnen: sich an Jesu Umgang mit verschiedenen Menschen
    orientieren.
  - Den eigenen Platz als Mädchen oder Bub finden und anderen Raum
    geben.

  In einer Welt, in der Ressourcen, Konsum- und
Gestaltungsmöglichkeiten genützt und missbraucht werden, Position
beziehen und dabei die Sehnsucht nach "einem Leben in Fülle" offen
halten, sich als Geschöpf und die Welt als Schöpfung in Dankbarkeit
und Verantwortlichkeit begreifen: Schöpfung/Geschöpflichkeit
  - Beispiele diakonischen Handelns in Kirche und Gesellschaft
    kennen.
  - Die Sehnsucht nach einem Leben in Fülle, wie sie in der Reich
    Gottes Botschaft Jesu enthalten ist, stärken.

  In der Bilder- und Medienwelt bewusst leben und sinnstiftende
religiöse Ausdrucksformen erschließen: Symbole - Rituale; Sakramente
  - Gesten und Rituale der Zusammengehörigkeit einüben.
  - Sakramente als Zeichen der Liebe und Nähe Gottes im Leben der
    Menschen verstehen.

  Die Beschleunigung des Lebens und das schnelle Vergessen
unterbrechen und im Innehalten die Wurzeln des Christlichen und
seine kirchliche Gestalt in unserer Kultur entdecken und Feste
feiern: Glaube/Kirche
  - Mit religiösem und kirchlichem Brauchtum vertraut werden.
  - Aufgaben und Strukturen der Pfarrgemeinde kennen.
  - Spuren des Christlichen aus der Vergangenheit und in der
    Gegenwart nachgehen.

3. Klasse:

  Auf Sehnsüchte und vielfältige Gottesbilder aufmerksam werden und
sich mit der eigenen Gottesahnung und dem dreieinen Gott auseinander
setzen, wie er sich in der befreienden biblischen Botschaft
offenbart: Gottesfrage
  - In Befreiungserzählungen die Botschaft von der Zuwendung Gottes
    vernehmen: Befreiungserzählungen, Exodus.
  - Die Lebensgeschichte Jesu als Hineingehen Gottes in das Leben
    der Menschen entdecken: Menschwerdung.

  Bewusst in einer Welt kultureller und religiöser Vielfalt leben
und sich dabei mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubensweisen
auseinander setzen sowie Toleranz und Wertschätzung einüben:
Religion/en
  - Jüdischen und muslimischen Glaubenstraditionen begegnen.

  Die Fragwürdigkeit des Lebens angesichts individueller und
gesellschaftlicher Grenzsituationen wahrnehmen und dabei
verschiedene Wege zur Bewältigung von Schuld, Leid und Tod kennen
lernen: Heil - Unheil; Erlösung
  - Unheilvolle Situationen wahrnehmen, eigene Verstrickungen
    einsehen und sich auf heilsame Veränderungen einlassen: Schuld,
    Formen der Vergebung, Versöhnung, Sakrament der
    Wiederversöhnung.

  In einer Gesellschaft, die einerseits eine Vielfalt von
Lebensmöglichkeiten bietet, andererseits Lebenschancen entzieht,
sich orientieren und dabei die eigene Würde und die der anderen
entdecken, sowie Möglichkeiten solidarischen Lebens und Handelns
entwickeln: Freiheit - Verantwortung
  - Sensibel werden für die Stimme des Gewissens.
  - Christliche Grundregeln des Zusammenlebens kennen und im Leben
    anwenden lernen: Dekalog und Bergpredigt.
  - Die Geschlechtlichkeit als wichtige Dimension des Lebens
    entdecken und für einen geschlechtergerechten Umgang sensibel
    werden.

  In einer Welt, in der Ressourcen, Konsum- und
Gestaltungsmöglichkeiten genützt und missbraucht werden, Position
beziehen und dabei die Sehnsucht nach "einem Leben in Fülle" offen
halten, sich als Geschöpf und die Welt als Schöpfung in Dankbarkeit
und Verantwortlichkeit begreifen: Schöpfung/Geschöpflichkeit
  - Vom Angebot und der Fülle des Lebens verantwortungsvoll Gebrauch
    machen und zwischen Lebensfreude, Verschwendung und Maßlosigkeit
    unterscheiden.
  - Die Verantwortung für die Gestaltung der Mit- und Umwelt
    wahrnehmen: Arbeit, Beruf, Freizeit.

  In der Bilder- und Medienwelt bewusst leben und sinnstiftende
religiöse Ausdrucksformen erschließen: Symbole - Rituale; Sakramente
  - Den Einfluss von Kommunikationsmitteln und Medien auf Lebensstil
    und Gemeinschaft erforschen und kritisch bewerten.
  - Sich mit Kunst auseinandersetzen und in ihr einen Ausdruck von
    Leben und von Möglichkeiten religiöser Lebensdeutung erkennen.

  Die Beschleunigung des Lebens und das schnelle Vergessen
unterbrechen und im Innehalten die Wurzeln des Christlichen und
seine kirchliche Gestalt in unserer Kultur entdecken und Feste
feiern: Glaube/Kirche
  - Die Bedeutung des Sonntags für das Leben des Einzelnen und der
    Gesellschaft erkennen.
  - Sich mit den Anfängen der Kirche und ihren prägenden Gestalten
    auseinandersetzen.

4. Klasse:

  Auf Sehnsüchte und vielfältige Gottesbilder aufmerksam werden und
sich mit der eigenen Gottesahnung und dem dreieinen Gott auseinander
setzen, wie er sich in der befreienden biblischen Botschaft
offenbart: Gottesfrage
  - In biblischen und außerbiblischen Darstellungen die
    Gottessehnsucht der Menschen aufspüren, deren Gottesbilder mit
    den eigenen vergleichen und die Spuren Gottes im Leben eines
    jeden Menschen wahrnehmen.
  - Die Be-geisterung für das Leben gegen Ängste und Resignation
    wach halten: Vielfalt der Geistbegabungen, Wirken des Heiligen
    Geistes.

  Bewusst in einer Welt kultureller und religiöser Vielfalt leben
und sich dabei mit unterschiedlichen Lebens- und Glaubensweisen
auseinander setzen sowie Toleranz und Wertschätzung einüben:
Religion/en
  - Östlichen Glaubenstraditionen begegnen.
  - Lebensfreundliche und lebensfeindliche Formen von Religiosität
    unterscheiden: Grundfunktionen von Religion, Kennzeichen von
    religiösen Sondergemeinschaften und Sekten.

  Die Fragwürdigkeit des Lebens angesichts individueller und
gesellschaftlicher Grenzsituationen wahrnehmen und dabei
verschiedene Wege zur Bewältigung von Schuld, Leid und Tod kennen
lernen: Heil - Unheil; Erlösung
  - Größe und Ohnmacht menschlichen Lebens erkennen und positive
    Wege der Lebensgestaltung suchen: Genusskultur, Abhängigkeiten.
  - Angesichts von Sterben und Tod sich mit der befreienden
    Botschaft der Auferweckung auseinandersetzen: Leben durch den
    Tod hindurch.

  In einer Gesellschaft, die einerseits eine Vielfalt von
Lebensmöglichkeiten bietet, andererseits Lebenschancen entzieht,
sich orientieren und dabei die eigene Würde und die der anderen
entdecken, sowie Möglichkeiten solidarischen Lebens und Handelns
entwickeln: Freiheit - Verantwortung
  - Angesichts der Verletzung von Menschenrechten sich für
    Menschenwürde einsetzen.
  - Die Botschaft der Propheten und ihren Ruf nach Gerechtigkeit
    kennen.
  - Gott als einen sehen lernen, der mit den zu Opfern Gemachten
    solidarisch ist: Eucharistie.

  In einer Welt, in der Ressourcen, Konsum- und
Gestaltungsmöglichkeiten genützt und missbraucht werden, Position
beziehen und dabei die Sehnsucht nach "einem Leben in Fülle" offen
halten, sich als Geschöpf und die Welt als Schöpfung in Dankbarkeit
und Verantwortlichkeit begreifen: Schöpfung/Geschöpflichkeit
  - Fragen nach dem Woher und Wozu stellen und sich dabei mit den
    Antworten der modernen Wissenschaften und des christlichen
    Glaubens in ihrem Zu- und Gegeneinander auseinandersetzen.
  - Der christlichen Botschaft von einem "neuen Himmel und einer
    neuen Erde" begegnen.

  In der Bilder- und Medienwelt bewusst leben und sinnstiftende
religiöse Ausdrucksformen erschließen: Symbole - Rituale; Sakramente
  - Verbale und nonverbale Kommunikationsformen erproben.
  - Den Reichtum der biblischen Sprach- und Symbolwelt erschließen.

  Die Beschleunigung des Lebens und das schnelle Vergessen
unterbrechen und im Innehalten die Wurzeln des Christlichen und
seine kirchliche Gestalt in unserer Kultur entdecken und Feste
feiern: Glaube/Kirche
  - In Leben und Glauben der Orts- und Weltkirche Einblick gewinnen.
  - Die Entwicklung der Kirchen kennen und anderen Konfessionen
    begegnen: Ökumene.

Erweiterungsbereich:

  Die Inhalte des Erweiterungsbereiches werden unter
Berücksichtigung der Bildungs- und Lehraufgabe sowie der
Didaktischen Grundsätze festgelegt (siehe den Abschnitt "Kern- und
Erweiterungsbereich" im dritten Teil).

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